Plattenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Plattenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Plattenburg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 58′ N, 12° 2′ OKoordinaten: 52° 58′ N, 12° 2′ O
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 202,01 km2
Einwohner: 3319 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19339
Vorwahlen: 038796 (Viesecke), 033982 (Hoppenrade), 038787 (Glöwen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 302
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
19339 Plattenburg
Website: www.plattenburg.de
Bürgermeisterin: Anja Kramer
Lage der Gemeinde Plattenburg im Landkreis Prignitz
KarteLenzerwischeLenzen (Elbe)LanzCumlosenGroß Pankow (Prignitz)PritzwalkGumtowPlattenburgLegde/QuitzöbelRühstädtBad WilsnackBreeseWeisenWittenbergePerlebergKarstädtGülitz-ReetzPirowBergePutlitzKümmernitztalGerdshagenHalenbeck-RohlsdorfMeyenburgMarienfließTriglitzLandkreis Ostprignitz-RuppinPutlitzMecklenburg-VorpommernSachsen-AnhaltSachsen-Anhalt
Karte
Gutshaus Hoppenrade, um 1860

Plattenburg ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Prignitz (Brandenburg). Die Gemeinde Plattenburg entstand 2001 durch den freiwilligen Zusammenschluss von acht Gemeinden, die vorher dem von 1992 bis 2001 existierenden Amt Plattenburg angehörten. Namengebend für das Amt und die Gemeinde war die im Gemeindegebiet liegende Wasserburg Plattenburg.

Geografie

Die Gemeinde Plattenburg grenzt im Norden an die Stadt Perleberg und die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), im Osten an die Gemeinde Gumtow, im Südosten an die Städte Kyritz und Neustadt (Dosse), im Süden an das Land Sachsen-Anhalt und im Westen an das Amt Bad Wilsnack/Weisen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Plattenburg gliedert sich laut ihrer Hauptsatzung in acht Ortsteile mit 14 Gemeindeteilen[2] sowie acht Wohnplätzen:[3]

  • Bendelin mit dem Gemeindeteil Zichtow und dem Wohnplatz Karlsruhe
  • Glöwen mit den Gemeindeteilen Groß Leppin, Storbeckshof und Zernikow sowie den Wohnplätzen Friedrichswalde und Stölkenplan
  • Hoppenrade mit dem Gemeindeteil Garz
  • Kleinow mit den Gemeindeteilen Burghagen, Ponitz und Uenze sowie den Wohnplätzen Kleinower Ziegelei und Neu Kleinow
  • Kletzke mit dem Gemeindeteil Plattenburg,
  • Krampfer mit dem Gemeindeteil Groß Gottschow und dem Wohnplatz Kahlhorst
  • Netzow mit den Gemeindeteilen Klein Leppin und Söllenthin sowie dem Wohnplatz Schwanensee
  • Viesecke mit den Gemeindeteilen Groß Werzin und Rambow sowie dem Wohnplatz Klein Welle

Geschichte

Die Gemeinde Plattenburg entstand zum 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bendelin, Glöwen, Hoppenrade, Kleinow, Kletzke, Krampfer, Netzow und Viesecke. Diese Gemeinden waren vorher unter der Verwaltung des Amtes Plattenburg. Die Geschichte der Gemeinde ist bis 2001 die Geschichte der acht heutigen Ortsteile.

Amt Plattenburg

Der Minister des Innern des Landes Brandenburg gab am 31. Juli 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Plattenburg. Zum Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 10. August 1992 festgelegt.[4] Das Amt hatte seinen Sitz in Kletzke und bestand aus den Gemeinden Bendelin, Glöwen, Kleinow, Kletzke, Krampfer, Netzow, Viesecke und Hoppenrade, die damals zu den Kreisen Perleberg und Pritzwalk gehörten. Amtsdirektorin wurde Gudrun Hoffmann, die nach der Auflösung des Amtes Bürgermeisterin der Gemeinde Plattenburg wurde. Mit dem freiwilligen Zusammenschluss der amtsangehörigen Gemeinden zur neuen Gemeinde Plattenburg zum 31. Dezember 2001 wurde das Amt Plattenburg aufgelöst.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 4165 4134 4092 4041 3977 3954 3867 3815 3750 3712 3542 3471 3449 3415 3413 3412

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung hat außer der hauptamtlichen Bürgermeisterin 16 Mitglieder. Diese teilen sich nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt auf die Parteien und Gruppierungen auf:[8]

Partei / Gruppierung Sitze Stimmenanteil
Freiwillige Feuerwehr und Dorfverein Plattenburg 3 20,1 %
CDU 3 17,8 %
Wählergruppe Kleinow/Uenze 3 15,4 %
Freie Wähler Pro Prignitz 2 11,0 %
LINKE 2 09,9 %
Bündnis 90/Die Grünen 1 07,5 %
Wählergruppe Krampfer/Groß Gottschow 1 07,4 %
Bauernverband Kletzke 1 07,3 %

Bürgermeisterin

Anja Kramer (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl am 23. September 2012 mit 65,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[9]

Wappen

Das Gemeindewappen wurde am 28. Januar 2002 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein gemauerter roter Stufengiebel mit einem Kreuz bekrönt und von drei (1:2) offenen gotischen Fenstern durchbrochen.“[10]

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Kirche in Kletzke, eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen der Region

In der Liste der Baudenkmale in Plattenburg stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Baudenkmale

Die 1319 erstmals erwähnte Plattenburg, Station auf dem Pilgerweg von Berlin nach Wilsnack, beherbergt heute unter anderem ein Museum, dient als Standesamt und bietet Räume für Seminare und Ausstellungen. Sie gilt als älteste Wasserburg Norddeutschlands.

Auf dem Gelände des 1803 vom Bistum Havelberg an privat verkauften, aus dem Jahr 1729 stammenden Vorwerks Hoppenrade entstand 1830 das klassizistische Guts- und Herrenhaus Hoppenrade und um 1847 ein dazugehörender Park. Ab 1900 als „Perle der Prignitz“ bekannt, wurde die Anlage in den 1920er Jahren umgestaltet und erweitert. Sie gehört seit 1995 der Gemeinde Plattenburg; der Landschaftspark wird seit dieser Zeit durch einen Förderverein betreut, um das 1998 als Gartendenkmal geschützte Gelände als Kulturgut und Erholungsraum für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Die Plattenburg

Plattenburg

Um zwei getrennt liegende Höfe gruppieren sich die mächtigen backsteinernen Gebäude der Ober- und Unterburg. Südlich davon schließt sich das weiträumige Gelände der Vorburg an, die von einem weiteren, dem äußeren Burggraben umgeben ist. Die Gebäude der Unterburg lehnen sich an die den unteren Burghof umgebende starke Wehrmauer an, die ursprünglich als freistehende Ringmauer mit Wehrgang und gotischem Torbogen errichtet wurde. Zusätzlichen Schutz boten doppelte Wassergräben und Wälle. Der in mehreren Jahrhunderten entstandene Gebäudekomplex umfasste Stallungen, Torhaus, Wirtschaftsgebäude und Zugbrücke auf der Vorburg, Back- und Brauhaus, Speicher- und Stallgebäude, Verlies, Torhaus, Archiv, Knappenhaus (auch Wasch- und Rollhaus) und Zugbrücke auf der Unterburg sowie Palas, Bergfried und Gesinde- und Küchenhaus auf der Oberburg. Mehrere eingreifende Um- und Neubauten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert gaben der Burg ihr heutiges architektonisches Gesicht.

Burchard von Saldern (1568–1635) ließ die Burg um 1600 im Stil der Spätrenaissance erneuern und vor allem die Wohn- und Festräume im Palas umgestalten. Diese großzügigen Veränderungen im Bischofsflügel gehören zu den schönsten und bedeutendsten handwerklichen Leistungen der Innendekoration der Renaissance in der Prignitz. Vor allem verleihen die meisterhaften und außerordentlich qualitätsvollen Tischlerarbeiten dem Wohnsitz höfische Eleganz. Ebenso beachtlich sind auch die formenreichen Steinmetz- und Stuckateurarbeiten, die wohl als Werke der Magdeburger Bildhauergenerationen um Sebastian Ertle und Christoph Dehne gelten dürfen.

Der Rittersaal besitzt vier aufwändig stuckierte Kreuzgratgewölbe über einer Sandstein-Mittelsäule und enthält als hervorragenden Schmuck einen prachtvollen Kamin mit wappengeschmücktem Aufsatz in besten Renaissanceformen. Eine Sandsteintreppe mit sechs Löwenfiguren, die die Handläufe tragen, führt zu der reichgeschnitzten Renaissancetür von 1609.

Geschichtsdenkmale

In der Bahnhofstraße des Ortsteils Glöwen steht ein Denkmal von 1947, das an 800 jüdische Frauen und Männer erinnert, die von August 1944 bis April 1945 in einem Außenlager des KZ Sachsenhausen in der Rüstungsproduktion der Dynamit AG (DAG) unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten. Nach jüngsten Recherchen starben fünf bis sieben Häftlinge.

Vor dem „Knappenhaus“ auf der Burg Plattenburg erinnert ein 1995 vom Kreisverband Perleberg des BdV errichteter Gedenkstein an die Opfer von Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gelände der Plattenburg war 1945 und in den folgenden Jahren eine der zentralen Sammelstellen des Kreises Westprignitz für Flüchtlinge und Vertriebene aus Ost- und Westpreußen, Ostbrandenburg, Pommern, dem Warthegau, dem Netzedistrikt und Schlesien.

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verlaufen in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 5 zwischen Perleberg und Kyritz und in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 107 PritzwalkHavelberg.

Plattenburg liegt im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Am Bahnhof Glöwen an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg hält stündlich der Regionalexpress RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus. Für Pendler steht dort seit 2015 ein P+R-Platz mit 134 Stellplätzen zur Verfügung.[11] Außerdem ist Glöwen an den öffentlichen Personennahverkehr des benachbarten Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt angebunden. Es verkehren von den Haltestellen Glöwen/Bahnhof und Glöwen/Schule Linienbusse und Rufbusse von Stendalbus.

Persönlichkeiten

Belege

Literatur

  • Lieselott Enders (Bearb.), Klaus Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil I, Prignitz. 1123 S., Potsdam, Verlag in Potsdam, 2012 (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs) ISBN 978-3-941919-91-4 (im Folgenden abgekürzt Enders & Neitmann, Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Prignitz mit entsprechender Seitenzahl)
  • Torsten Foelsch: Adel, Schlösser und Herrenhäuser in der Prignitz. Ein Beitrag zur Kunst- und Kulturgeschichte einer märkischen Landschaft, Leipzig, Perleberg 1997
  • Torsten Foelsch: Die von Saldern’sche Bildersammlung auf der Plattenburg – Geschichte und Schicksal einer Kunstsammlung in der Prignitz. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz, Bd. 10, Perleberg 2010
  • Torsten Foelsch: Die Plattenburg in der Prignitz. In: Die Mark Brandenburg. Zeitschrift für die Mark und Brandenburg, Heft 84, Berlin 2012, S. 18–25.
  • Torsten Foelsch: Plattenburg. In: Schlösser und Gärten der Mark, hrsg. von Sibylle Badstübner-Gröger, Berlin 1993 (1. Aufl.), 2012 (4. überarb. und erg. Aufl.)
  • Theodor Goecke/ Paul Eichholz / Friedrich Solger / Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, Teil I, Bd. 1, Die Kunstdenkmäler des Kreises Westprignitz, Berlin 1909
  • Otto Grotefend: Urkunden der Familie von Saldern, 2 Bände, Hildesheim 1932 und 1938
  • Jan Peters: Märkische Lebenswelten. Gesellschaftsgeschichte der Herrschaft Plattenburg-Wilsnack, Prignitz 1550–1800. In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Bd. 53, Berlin 2007
  • Richard Rudloff: Plattenburg und die Familie von Saldern. In: Prignitzer Volksbücher, Nr. 64/65, Pritzwalk 1926

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstandim Land Brandenburg Dezember 2022 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Plattenburg vom 27. Oktober 2008 PDF
  3. Gemeinde Plattenburg auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  4. Bildung des Amtes Plattenburg. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 31. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nr. 62, 25. August 1992, S. 1054/5
  5. Bildung einer neuen Gemeinde Plattenburg. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 14. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nr. 52, 27. Dezember 2001, S. 901 PDF
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7 Excel
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. 19.12 Landkreis Prignitz, S. 26–29 PDF
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 23. September 2012
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Dieter Haase: Feierliche Inbetriebnahme des Bahnhofs in Glöwen. Abgerufen am 26. Oktober 2017.

Weblinks

Commons: Plattenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien