Romed Baumann

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Romed Baumann Ski Alpin
Romed Baumann
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
DeutschlandDeutschland Deutschland (ab 2019)
Geburtstag 14. Jänner 1986 (35 Jahre)
Geburtsort St. Johann in Tirol, Österreich
Größe 184 cm
Gewicht 93 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Skiklub Hochfilzen
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Junioren-WM 2 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Silber Garmisch-Partenk. 2011 Mannschaft
Bronze Schladming 2013 Super-Kombination
Silber Cortina d’Ampezzo 2021 Super-G
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Gold Maribor 2004 Abfahrt
Gold Québec 2006 Kombination
Silber Québec 2006 Abfahrt
Silber Québec 2006 Slalom
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 10. März 2004
 Einzel-Weltcupsiege 02
 Gesamtweltcup 07. (2010/11)
 Abfahrtsweltcup 05. (2010/11)
 Super-G-Weltcup 07. (2010/11)
 Riesenslalomweltcup 10. (2008/09)
 Slalomweltcup 40. (2006/07)
 Kombinationsweltcup 03. (2008/09, 2011/12)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 4 0
 Super-G 0 0 1
 Kombination 2 1 2
 Mannschaft 0 0 2
letzte Änderung: 23. März 2021

Romed Baumann (* 14. Jänner 1986 in St. Johann in Tirol) ist ein österreichisch-deutscher Skirennläufer. Seit der Saison 2019/20 startet er für Deutschland.

Baumann startete im Lauf seiner Karriere in allen Disziplinen. Seine besten Weltcupergebnisse erzielte er in der Kombination und in der Abfahrt. Bei Weltmeisterschaften gewann er für den ÖSV im Jahr 2011 in Garmisch-Partenkirchen die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb und 2013 in Schladming Bronze in der Super-Kombination; für den DSV holte er 2021 in Cortina d’Ampezzo Silber im Super-G. Damit ist er der erste Skirennläufer der Nachkriegsgeschichte, der für zwei verschiedene Nationen Medaillen bei Weltmeisterschaften gewann.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romed Baumann wuchs als Sohn eines Eisenbahners und einer Pädagogin in der Biathlon-Hochburg Hochfilzen auf. Mit drei Jahren bekam er von den Eltern seine ersten Paar Skier, bereits als Volksschüler begann er beim Skiclub seines Heimatortes unter Helmut Niedermoser mit dem Skitraining. Er absolvierte die Matura in Saalfelden und gehörte bis 2019 als Zeitsoldat des Bundesheeres, und Teil des Heeressportzentrums[1], der Nationalmannschaft des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) an.

Der Tiroler zeigte bereits als Schüler sein Talent und rückte durch seine Erfolge mit der Zeit über den Bezirkskader bis in den Kader des Landesskiverbandes auf. 2003 kam er in den ÖSV-Nachwuchskader, zwei Jahre darauf folgte der Aufstieg in den B-Kader. Nach seinem Sieg in der Abfahrt bei der Juniorenweltmeisterschaft in Maribor durfte er 2004 im Weltcup debütieren und belegte beim Abfahrtslauf in Sestriere den 26. Platz. In der Saison 2004/05 fuhr er weiterhin im Europacup und platzierte sich dabei regelmäßig unter den ersten 15 Läufern. Im selben Jahr krönte sich der Tiroler mit dem Sieg in der Alpinen Kombination erstmals in seiner noch jungen Karriere zum Österreichischen Meister in der allgemeinen Klasse.

Im Winter 2005/06 gewann er in Québec den Titel des Juniorenweltmeisters in der Kombination, belegte in dieser Saison seine ersten Podestplätze im Europacup und erreichte den Gesamtsieg im Abfahrts-Europacup. Aufgrund dieser guten Leistungen folgte 2006 die Aufnahme in den A-Kader des ÖSV. Im Weltcup kam er nach seinem Debüt erst wieder 2006 im finnischen Levi zum Einsatz und konnte dort mit dem 14. Rang im Slalom auf sich aufmerksam machen. Kurz darauf erreichte er bei der Super-Kombination auf der Reiteralm mit Platz zwei überraschend seinen ersten Podestplatz. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Åre wurde er Siebenter in der Super-Kombination.

Baumann wurde im Weltcup zu einem beständigen Punktefahrer und kam oftmals unter die besten 20, Top-10-Resultate bildeten zunächst aber die Ausnahme. Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère wurde er Achter in der Super-Kombination. Kurz darauf erreichte er seine besten Weltcupresultate der Saison 2008/09, als er binnen einer Woche zweimal Vierter in den Riesenslaloms von Sestriere und Kranjska Gora wurde und in der Super-Kombination von Sestriere seinen ersten Weltcupsieg feierte. Der nächste Podestplatz gelang dem Tiroler am 11. Dezember 2009 mit Rang drei in der Super-Kombination von Val-d’Isère. Weitere vier Mal kam er in der Saison 2009/10 unter die besten zehn. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver erreichte er Platz fünf im Riesenslalom, fiel aber in der Super-Kombination aus.

In der Saison 2010/11 konnte sich Baumann in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G deutlich steigern. Er fuhr dreimal auf das Podest, wobei der zweite Platz in der Abfahrt von Gröden sein bestes Saisonergebnis war, und weitere zehn Mal unter die schnellsten zehn, womit er Platz fünf im Abfahrtsweltcup, Rang sieben im Super-G-Weltcup und ebenfalls Rang sieben im Gesamtweltcup erreichte. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen gewann er im Mannschaftswettbewerb die Silbermedaille. Zudem wurde er Vierter in der Abfahrt, Sechster im Super-G und Elfter im Riesenslalom. In der Saison 2011/12 gewann Baumann eine Super-Kombination (in Chamonix) und fuhr in zwei Abfahrten auf den zweiten Platz.

Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming gewann Baumann die Bronzemedaille in der Super-Kombination, wobei er im Abfahrtslauf die Bestzeit erzielt hatte. Am 13. Februar 2017 lag er in der Alpinen Kombination bei der Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz nach dem Abfahrtslauf in Führung, war dann aber auf Grund der durch die starke Sonneneinstrahlung beeinflussten Piste im Slalom chancenlos und fiel auf Endrang 12 zurück.

Nach seiner Heirat mit der ehemaligen Ski-Rennläuferin Veronika "Vroni" Eller im April 2019 nahm der in Kiefersfelden[2] lebende Baumann auch die deutsche Staatsbürgerschaft an und gab bekannt, künftig für den DSV an den Start gehen zu wollen. Voraussetzung war die Zustimmung des Weltverbandes FIS.[3] Seinen bisher größten Erfolg für die deutsche Mannschaft feierte er 2021 bei der WM 2021 in Cortina d’Ampezzo mit dem Gewinn der Silbermedaille im Super-G. Dies war das historisch beste deutsche WM-Ergebnis in einem Herren-Super-G sowie die erste deutsche WM-Medaille in einem Speed-Event der Herren seit 2001 (Abfahrts-Bronze durch Florian Eckert).[4] Baumann ist damit auch der erste Skirennläufer der Nachkriegsgeschichte, der Weltmeisterschaftsmedaillen für zwei verschiedene Nationen geholt hat.[5] Bei der darauffolgenden Abfahrt belegte er den 14. Platz, zog sich jedoch nach der Zieleinfahrt durch einen Sturz in die Absperrungen eine Gehirnerschütterung und Schnittverletzungen im Gesicht zu und musste vorzeitig abreisen. Für den Start in der Super-Kombination fiel er somit aus.[6]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination City Event
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2006/07 46. 169 58. 1 40. 28 6. 140
2007/08 42. 226 28. 67 31. 47 46. 26 12. 86
2008/09 19. 448 25. 75 10. 204 3. 169
2009/10 19. 407 25. 80 31. 29 14. 164 6. 134
2010/11 7. 703 5. 269 7. 197 17. 101 7. 106 5. 30
2011/12 13. 758 8. 356 21. 86 22. 107 3. 159 4. 50
2012/13 27. 256 17. 119 20. 53. 34. 25 6. 159
2013/14 37. 225 21. 105 17. 105 25. 15
2014/15 14. 461 9. 272 13. 147 13. 42
2015/16 18. 451 16. 199 15. 164 8. 88
2016/17 42. 192 19. 118 30. 32 13. 42
2017/18 47. 146 22. 75 32. 29 12. 42
2018/19 90. 63 51. 9 8. 54
2019/20 61. 133 22. 88 35. 21 - - - - 27. 24
2020/21 24. 299 6. 196 15. 103 - - - - - -

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumann erzielte bisher 10 Podestplätze in Einzelrennen, davon 2 Siege:

Datum Ort Land Disziplin
22. Februar 2009 Sestriere Italien Super-Kombination
5. Februar 2012 Chamonix Frankreich Super-Kombination

Hinzu kommen 2 Podestplätze bei Mannschaftswettbewerben.

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saison 2005/06: 5. Gesamtwertung, 1. Abfahrtswertung, 7. Slalomwertung
  • 5 Podestplätze

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 6-facher österreichischer Staatsmeister (Riesenslalom: 2007, 2008; Kombination: 2005, 2007, 2008; Super-G: 2013)
  • 8-facher österreichischer Jugendmeister (Abfahrt: 2003, 2005, 2006, Riesenslalom: 2004, 2005, Slalom: 2004, Super-G: 2005, Kombination: 2005)
  • Militär- und Polizeiweltmeister im Riesenslalom 2008
  • 9 Siege in FIS-Rennen (5 × Riesenslalom, 2 × Abfahrt, 1 × Super-G, 1 × Slalom)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Romed Baumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heeressportler fahren Erfolge ein. In: Sport im Bundesheer- aktuelle Berichte. Österreichisches Bundesheer, 4. März 2009, abgerufen am 8. Februar 2021.
  2. Portrait auf http://www.romed-baumann.com
  3. Baumann will für Deutschland starten. ORF, 25. Mai 2019, abgerufen am selben Tage.
  4. Bestes deutsches Ergebnis bisher: Baumann holt historische WM-Medaille. ntv.de, 11. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021.
  5. Kriechmayr holt Gold im Super-G. ORF, 11. Februar 2021, abgerufen am 11. Februar 2021.
  6. SID: Ski-WM: Romed Baumann nach Sturz mit Gehirnerschütterung. In: Spox. 14. Februar 2021, abgerufen am 15. Februar 2021.