Ryan Lochte

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Ryan Lochte Schwimmen
Ryan Lochte at 2013 Zajac.jpg

Ryan Lochte (2013)

Persönliche Informationen
Name: Ryan Steven Lochte
Spitzname(n): Reezy, The Lochtenator
Nation: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schwimmstil(e): Freistil, Lagen, Rücken, Schmetterling
Verein: Daytona Beach Speed Swimming
Geburtstag: 3. August 1984
Geburtsort: Rochester, New York
Größe: 1,88 m
Gewicht: 88 kg
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 6 × Gold 3 × Silber 3 × Bronze
Weltmeisterschaften 18 × Gold 6 × Silber 4 × Bronze
WM Kurzbahn 21 × Gold 10 × Silber 7 × Bronze
Pan Pacific Champs 8 × Gold 4 × Silber 0 × Bronze
Pan American Games 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
gesamt 54 × Gold 23 × Silber 14 × Bronze

Ryan Steven Lochte (* 3. August 1984 in Rochester, New York) ist ein US-amerikanischer Schwimmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryan Lochte wurde in Rochester im Bundesstaat New York geboren. Er ging auf die Spruce Creek High School in Port Orange, Florida. Er bekam ein Sportstipendium der University of Florida in Gainesville, Florida, wo er von 2003 bis 2006 für Gregg Troy’s Florida Gators Swimming and Diving Team im National Collegiate Athletic Association (NCAA) und Southeastern Conference (SEC) Wettkämpfe schwamm. Er lebt und trainiert in Gainesville. Lochte ist sehr vielseitig und schwimmt bei internationalen Wettkämpfen sowohl Freistil als auch Rücken, Schmetterling und Lagen. Lochte hat einen Vertrag mit Ford Modeling Agency und modelte schon für Speedo und GQ.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann Lochte zusammen mit Michael Phelps, Peter Vanderkaay und Klete Keller Gold in der siegreichen amerikanischen 4×200-m-Freistilstaffel, die mit 7:07,33 min zugleich einen neuen Amerikanischen Rekord aufstellte. Außerdem gewann er Silber über 200 Meter Lagen hinter Superstar Michael Phelps.

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2005 in Montreal gewann Lochte zusammen mit Michael Phelps, Peter Vanderkaay und Klete Keller Gold mit der amerikanischen 4×200-m-Freistilstaffel. Darüber hinaus gewann er hinter dem überlegenen Sieger Aaron Peirsol und dem Österreicher Markus Rogan Bronze über 200 Meter Rücken. Ebenfalls Bronze gewann Lochte über 200 Meter Lagen hinter dem US-Amerikaner Michael Phelps und dem Ungar László Cseh, während er über 400 Meter Lagen nur 5. wurde.

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 in Melbourne gewann Lochte Gold über 200 Meter Rücken in Weltrekordzeit (1:54,32 min) vor Aaron Peirsol und zusammen mit Michael Phelps, Peter Vanderkaay und Klete Keller ebenfalls Gold mit der amerikanischen 4×200-m-Freistilstaffel, die gleichzeitig mit 7:03,24 min einen neuen Weltrekord aufstellte. Über 100 Meter Rücken gewann er Silber hinter Aaron Peirsol, obwohl Lochte im Halbfinale einen neuen Weltmeisterschaftsrekord aufstellte. Noch zweimal Silber konnte Lochte über die Lagenstrecken: 200 und 400 Meter Lagen holen, jeweils hinter Michael Phelps.

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen in Peking gewann Lochte sowohl über 200 als auch über 400 Meter Lagen jeweils hinter Michael Phelps, der zweimal Weltrekord schwamm, und László Cseh, der in beiden Rennen einen neuen Europarekord aufstellte, die Bronzemedaille. Im 200-Meter-Rennen fehlte ihm eine Hundertstelsekunde zu Silber. Mit der amerikanischen 4×200-m-Freistilstaffel stellte er zusammen mit Michael Phelps, Ricky Berens und Peter Vanderkaay mit 6:58,56 min einen neuen Weltrekord auf und gewann die Goldmedaille. Die amerikanische Staffel war die erste, die eine Zeit unter 7 min erreichte. Gold gewann er auch über 200 Meter Rücken, wobei er mit 1:53,94 min ebenfalls einen neuen Weltrekord aufstellte.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2009 in Rom gewann er zusammen mit Phelps, Matt Grevers, and Nathan Adrian mit der amerikanischen 4×100-m-Freistilstaffel die Goldmedaille mit einem neuen Weltmeisterschaftsrekord von 3:09,21 min. Phelps startete bei diesen Weltmeisterschaften nicht in den Lagen-Wettbewerben. Lochte nutzte in den beiden Lagenrennen die Abwesenheit von Phelps und gewann sowohl über 200 als auch über 400 Meter Lagen die Goldmedaille. Auf der 200-Meter-Strecke stellte er dabei mit 1:54,10 min einen neuen Weltrekord auf. Über 200 Meter Rücken gewann er hinter Peirsol und dem Japaner Ryōsuke Irie die Bronzemedaille. Eine weitere Goldmedaille in neuer Weltrekordzeit von 6:58,55 min gewann er mit der amerikanischen 4×200-m-Freistilstaffel zusammen mit Phelps, Ricky Berens und David Walters.

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften in Dubai war Ryan Lochte mit sechs Gold- und einer Silbermedaille erfolgreichster Schwimmer. Niemand hatte zuvor bei Kurzbahnweltmeisterschaften sieben Medaillen gewonnen. Er gewann Gold über 200 m Freistil, 200 m Rücken, 100, 200 (neuer Weltrekord in 1:50,08 min) und 400 m Lagen (neuer Weltrekord in 3:55,50 min) und mit der 4×100-m-Lagenstaffel. Silber gewann er mit der 4×200-m-Freistilstaffel, die sich Russland geschlagen geben musste. Seine Weltrekorde waren die ersten seit Abschaffung der Schwimmanzüge.

Von der amerikanischen Zeitschrift Swimming World wurde er zum Weltschwimmer des Jahres ernannt.

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2011 in Shanghai gewann er eine Bronze- und fünf Goldmedaillen. Bronze gewann er mit der 4×100-m-Freistilstaffel, da er am Vorlauf teilgenommen hatte. Gold gewann er über 200 m Freistil (vor Phelps und Paul Biedermann), 200 m Rücken (vor Ryōsuke Irie und Tyler Clary), 200 m Lagen (vor Phelps und László Cseh mit neuem Weltrekord von 1:54,00 min), 400 m Lagen (vor Scott Tyler Clary und Yūya Horihata) und mit der 4×200-m-Freistilstaffel mit Phelps, Ricky Berens und Peter Vanderkaay. Sein Weltrekord war der erste auf der Langbahn seit Abschaffung der Schwimmanzüge.

Er wurde erneut Weltschwimmer des Jahres.

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann Lochte fünf Medaillen und belegte Platz vier über 200 m Freistil. Bronze gewann er über 200 m Rücken hinter Tyler Clary und Ryōsuke Irie. Silber gewann er mit der 4×100-m-Freistilstaffel mit Phelps,Cullen Jones und Nathan Adrian, die von Frankreich geschlagen wurde, und über 200 m Lagen hinter Phelps und vor Cseh. Gold holte er über 400 m Lagen vor Thiago Pereira und Kōsuke Hagino und mit der 4×200-m-Freistilstaffel mit Conor Dwyer, Ricky Berens und Michael Phelps vor Frankreich und China.

Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften in Istanbul holte er Bronze über 100 m Schmetterling, Silber über 200 m Rücken und sechs Goldmedaillen über 200 m Freistil, 100 m Lagen (Weltrekord im Halbfinale in 50,71 min), 200× m Lagen (Weltrekord in 1:49,63 min), 4×100-m-Freistil, 4×200-m-Freistil und 4×100-m-Lagen. Mit diesen acht Medaillen stellte er einen Rekord für Kurzbahnweltmeisterschaften auf.

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2013 in Barcelona holte er Silber mit der 4×100-m-Freistilstaffel mit Nathan Adrian, Anthony Ervin und James Feigen hinter Frankreich. Mit der 4×200-m-Freistilstaffel gewann er die Goldmedaille mit Conor Dwyer, Charles Gipson Houchin und Ricky Berens vor Russland und China. Gold holte er zudem über 200 m Rücken vor Radosław Kawęcki und Tyler Clary und über 200 m Lagen vor Kōsuke Hagino und Thiago Pereira. Einen vierten Platz belegte er über 200 m Freistil.

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften in Doha gewann er drei Bronzemedaillen (200 m Freistil, 100 m Lagen und 4×100-m-Freistil), vier Silbermedaillen (200 m Rücken, 200 m Lagen, 4×50-m-Freistil, 4×100-m-Lagen) und eine Goldmedaille mit der 4×200-m-Freistilstaffel.

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lochte startete bei den Schwimmweltmeisterschaften in Kasan zum sechsten Mal bei Weltmeisterschaften auf der Langbahn. Mit dem Gewinn der Goldmedaille auf der 200-m-Lagen-Strecke ist er neben Grant Hackett der einzige Schwimmer, der bei vier aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften Gold in derselben Disziplin gewinnen konnte. Die Goldmedaille bekam er auch für seine Vorlaufteilnahme über 4×100-m-Lagen und mit der 4×100-m-Freistil-Mixedstaffel mit Nathan Adrian, Simone Manuel und Missy Franklin. Silber gewann er mit der 4×200-m-Freistilstaffel und der Mixedstaffel über 4x100-m-Lagen. Platz vier belegte er über 200 m Freistil.

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zog er über 200 m Lagen zum vierten Mal in Folge in das Finale ein, gewann aber dort mit Platz 5 zum ersten Mal keine Medaille. Mit dem Gewinn der Goldmedaille über 4×200-m-Freistil mit Michael Phelps, Townley Haas und Conor Dwyer stieg die Zahl seiner olympischen Medaillen auf 12. Damit hat er die zweitmeisten Medaillen bei den männlichen Schwimmern aller Zeiten, nur überboten von Michael Phelps.

Überfall-Affäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Negative Schlagzeilen machte Lochte, als er im Rahmen der Olympischen Spiele 2016 in Rio angab, überfallen worden zu sein, was sich nach behördlicher Untersuchung aber als Lüge herausstellte. Lochte und seine Teamkameraden Jimmy Feigen, Gunnar Bentz und Jack Conger hatten an einer Tankstelle randaliert und, als sie damit konfrontiert wurden, angegeben, überfallen worden zu sein. Tatsächlich waren sie von einem Sicherheitsbeamten mit einer Waffe an der Flucht gehindert worden. Nach Bezahlung einer geringen Summe für den angerichteten Schaden durften sie gehen.[1] Conger und Bentz gaben der Polizei gegenüber zu, von Lochte überredet worden zu sein, die Überfallgeschichte mitzutragen, um ihr Fehlverhalten zu vertuschen. Ryan Lochte gab auf Twitter eine Erklärung ab, mit der er sein Verhalten bedauerte, aber trotzdem darauf beharrte, überfallen worden zu sein.[2]

Wegen dieses Vorfalls erklärten sein langjähriger Sponsor Speedo sowie die Firmen Ralph Lauren, Airweave und Syneron Candela, ihn nicht weiter zu unterstützen.[3] Es wird geschätzt, dass der finanzielle Verlust für Lochte bei deutlich über einer Million Dollar liegen könnte. Zudem ist er in Brasilien wegen Falschanzeige angeklagt worden.[4] Der US-Schwimmverband und das Nationale Olympische Komitee der USA sperrten Lochte für 10 Monate. Außerdem muss er seine Prämie für den Gewinn der Goldmedaille mit der Staffel zurückzahlen, erhält keine nationalen Fördergelder in diesen 10 Monaten und muss 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Er darf auch nicht am Empfang des Olympiateams im Weißen Haus teilnehmen.[5] Dennoch kündigte er an, an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio teilnehmen zu wollen.[6]

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekorde (5)
200 m Lagen 01:54,00 min 28. Juli 2011 Shanghai
4×200 m Freistil (mit Phelps, Berens und Walters) 06:58,55 min 31. Juli 2009 Rom
4×100 m Freistil-Mixedstaffel (mit Nathan Adrian, Simone Manuel und Missy Franklin) 03:23,05 min 8. August 2015 Kasan
200 m Lagen (Kurzbahn) 01:49,63 min 14. Dezember 2012 Istanbul
400 m Lagen (Kurzbahn) 03:55,50 min 16. Dezember 2010 Dubai
Amerikarekorde (10)
200 m Lagen 01:54,00 min 28. Juli 2011 Shanghai
4×200 m Freistil (mit Phelps, Berens und Walters) 06:58,55 min 31. Juli 2009 Rom
200 m Freistil (Kurzbahn) 01:41.08 min 15. Dezember 2010 Dubai
100 m Lagen (Kurzbahn) 00:50,71 min 15. Dezember 2012 Istanbul
200 m Lagen (Kurzbahn) 01:49,63 min 14. Dezember 2012 Istanbul
400 m Lagen (Kurzbahn) 03:55,50 min 16. Dezember 2010 Dubai
200 m Rücken (Kurzbahn) 01:47,91 min 13. April 2006 Manchester
4×100 m Freistil (Kurzbahn) (mit N. Adrian, G. Weber-Gale und R. Berens) 03:06.10 min 15. Dezember 2010 Dubai
4×200 m Freistil (Kurzbahn) (mit P. Vanderkaay, G. Weber-Gale und R. Berens) 06:49.58 min 16. Dezember 2010 Dubai
4×100 m Lagen (Kurzbahn) (mit N. Thoman, M. Alexanadrov und G. Weber-Gale) 03:20.99 min 19. Dezember 2010 Dubai
U.S.-Open-Rekorde (6)
200 m Lagen 01:54.56 min 10. Juli 2009 Indianapolis
4×100 m Freistil (mit M. Phelps, J. Lezak und N. Adrian) 03:11.74 min 20. August 2010 Irvine
4×200 m Freistil (mit M. Phelps, P. Vanderkaay und R. Berens) 07:03.84 min 20. August 2010 Irvine
200 m Rücken (Kurzbahn) 01:48.90 min 17. Dezember 2011 Atlanta
200 m Lagen (Kurzbahn) 01:52.98 min 17. Dezember 2011 Atlanta
400 m Lagen (Kurzbahn) 03:59.52 min 16. Dezember 2011 Atlanta
(Stand: 18. August 2016)
Ryan Lochte (Links) am 10. August 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ryan Lochte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lochtes Lüge: US-Quartett droht Haft Sport1.de, 19. August 2016.
  2. US-Schwimmstar verwirrt mit halbherziger Entschuldigung Die Welt online, 19. August 2016.
  3. Nach Olympia-Ärger: US-Schwimmer Ryan Lochte verliert nach Lüge in Rio weitere Sponsoren gmx.net, 23. August 2016.
  4. Lügen-Lochte wird angeklagt. gmx.net, 26. August 2016, abgerufen am 26. August 2016.
  5. Lochte akzeptiert zehn Monate Sperre. spiegel.de, 8. September 2016, abgerufen am 8. September 2016.
  6. Lochte will 2020 in Tokio starten. spiegel.de, 12. September 2016, abgerufen am 12. September 2016.