St.-Hedwigs-Kathedrale

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St.-Hedwigs-Kathedrale am ehemaligen Forum Fridericianum, dem heutigen Bebelplatz

Die St.-Hedwigs-Kathedrale (Eigenschreibweise St. Hedwigs-Kathedrale) in Berlin ist die Bischofskirche des Erzbistums Berlin und zugleich Pfarrkirche der Domgemeinde St. Hedwig. Zum November 2016 wurde das Eigentum an der Kathedrale von der Domgemeinde auf das Erzbistum übertragen.[1]

Die Kathedrale steht in der Friedrichstadt im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Sie trägt seit 1927 den Titel einer Basilica minor.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hedwigskirche mit rückseitiger Sakramentskapelle auf einem gouachiertem Kupferstich Johann Georg Rosenbergs,[2] 1786

Friedrich der Große hatte zunächst die Idee, zur Förderung der Toleranz ein großes Pantheon („allen Göttern“) nach römischem Vorbild zu bauen. In verschiedenen Kapellennischen sollten die Religionsgesellschaften ihre Gottesdienste halten. Charles Étienne Jordan, Berater des Königs und Diakon an der Französischen Kirche, konnte den König von diesem Gedanken abbringen. Die Idee des Rundbaus sollte dann jedoch in einer katholischen Kirche verwirklicht werden.

Ruine der im März 1943 ausgebrannten Kathedrale, 1946
Kathedrale am Bebelplatz, 2008
Vereinfacht wiederaufgebaute Kuppel aus Beton
Innenansicht der Kathedrale mit Klais-Orgel, Juni 2014

Die Hedwigskirche, heute Kathedrale des Erzbistums Berlin, wurde unter Friedrich dem Großen besonders für die neuen katholischen Einwohner Berlins aus Schlesien gebaut und deshalb auch der Schutzpatronin von Schlesien, Hedwig von Andechs, geweiht. Die Genehmigung zum Bau der ersten katholischen Kirche in Berlin nach der Reformation erteilte Friedrich der Große. Die am heutigen Bebelplatz befindliche Kirche entstand, durch Spenden aus ganz Europa finanziert, zwischen 1747 und 1773 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Jean Laurent Legeay.

Johann Boumann d. Ä. führte die Bauaufsicht bis zur Vollendung mit einer hölzernen Kuppel. Diese und der Giebelfries konnten aufgrund baulicher Schwierigkeiten erst Ende des 19. Jahrhunderts vollendet werden. Von 1930 bis 1932 ist die Kuppel um eine Rotunde unter dem Kuppelkreuz ergänzt worden. Dies stand im Zusammenhang mit der Neugründung des Bistums Berlin und der Erhebung der Hedwigskirche zur Kathedrale.

Im Jahr 1753 hatte der König noch eine Lotterie genehmigt, um Gelder für die Fortführung des Baues zu bekommen, aber durch den Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) kamen die Bauarbeiten zum Erliegen. 1765 litt der unvollendete Bau mit teils offener Kuppel immer mehr unter den Unbilden des Wetters. Die Berliner Dominikaner sandten einen Hilferuf an ihren Vorgesetzten, denn es fehlten noch immer 64.000 Taler, um den Bau zu vollenden. Die Berliner Juden boten den Kauf des unfertigen Gebäudes an, um daraus eine Synagoge zu machen. Erst im Frühjahr 1773 konnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden, dank finanzieller Hilfe aus Rom und vom König. Dennoch war Boumann gezwungen, statt der geplanten Bleideckung das Kuppeldach glatt mit Ziegeln zu verblenden. Direkt an die Rückseite des Kirchenrundbaus anschließend wurde in Form eines zweiten kleineren Rundbaus eine Sakramentskapelle errichtet, heute Sakristei. Darüber befindet sich die Glockenstube. Ein Freund des preußischen Königs, Ignatius Krasicki, Fürstbischof im Ermland (und ab 1794 Erzbischof von Gnesen), vollzog am 1. November 1773 die Kirchweihe.

Mit der Gründung des Bistums Berlin im Jahr 1930 wurde die St.-Hedwigs-Kirche die Kathedralkirche des Bischofs von Berlin.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Hedwigs-Kathedrale brannte im Zweiten Weltkrieg in der Nacht zum 2. März 1943 durch einen Luftangriff der Alliierten fast vollständig aus. 1952 bis 1963 wurde sie zu DDR-Zeiten wieder aufgebaut. Den Innenraum gestaltete Hans Schwippert neu und schuf eine außergewöhnliche Raumaufteilung. In dem durch den Bombenabwurf zerstörten Sakralbau wurde ein Zugang zur Unterkirche mit den neugeschaffenen acht Kapellen geschaffen. Fritz Schwerdt und Hubertus Förster aus Aachen gestalteten den Tabernakel und das Altarkreuz.

Die in der Substanz großenteils erhaltene Außenarchitektur des Zentralbaus wurde in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild wiederhergestellt und erhielt weitgehend die frühere Silhouette, einschließlich der neu aus 84 Segmenten geschaffenen paraboloiden Betonschalenkonstruktion der Kuppel, einer technischen Meisterleistung. Auf die 1884/1887 aufgesetzte Laterne wurde verzichtet, um die moderne Innenraumkonzeption auch auf das äußere Erscheinungsbild zu übertragen und gleichzeitig dem ursprünglichen architektonischen Vorbild, dem Pantheon in Rom, zu entsprechen. Die Kuppel wurde im Anschluss mit Kupfer verkleidet.

Zur Bekrönung wurde in Anlehnung des ursprünglichen Erscheinungsbildes ein drei Meter hohes vergoldetes Kreuz in Kupfertreibarbeit auf die oben abgeflachte Kuppel aufgesetzt, entworfen und im Atelier ausgeführt von Fritz Kühn. Schlichte Putzquaderung, hohe einfache Rundbogenfenster und ein umlaufendes Hauptgesims sind Ausdruck der Fassadengestaltung einer der Zeit des Wiederaufbaus entsprechenden Kathedrale.

Neugestaltung des Innenraums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2013 schrieb das Erzbistum Berlin einen Architekten-Wettbewerb zur „Neugestaltung des Innenraumes und des baulichen Umfelds“ aus, da die Entwicklungen in Liturgie und Theologie infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprechende bauliche Weiterentwicklungen und Anpassungen verlangten.[3] Es wurden 169 Entwürfe eingereicht. Am 30. Juni 2014 entschied sich das Preisgericht für einen Entwurf des Architekturbüros Sichau & Walter Architekten GmbH aus Fulda mit Leo Zogmayer aus Wien als ersten Preisträger.[4] Der Entwurf sieht eine Schließung der Öffnung zur Unterkirche vor, durch die eine „Normalzentralität“ erreicht werden solle, die den liturgischen Anforderungen und der Tradition des Gebäudes gleichermaßen gerecht werde. Die Denkmalbehörde war im Preisgericht vertreten, erkannte aber in keinem der Entwürfe eine denkmalgerechte Lösung, die dem vorhandenen Doppelkirchencharakter des Schwippertschen Baus mit der Verklammerung der unteren, der Memorialebene, mit dem Kirchenraum Rechnung trage.[5]

Erzbischof Heiner Koch gab am 1. November 2016 in einem Hirtenwort seine Entscheidung zur Umgestaltung des Innenraums der Kathedrale auf der Grundlage des Entwurfs der Preisträger mit Schließung der Bodenöffnung bekannt, nachdem auch die Gremien und Räte des Erzbistums mehrheitlich für eine Umgestaltung votiert hatten, wenn auch teilweise mit erheblichen Verbesserungsvorschlägen. Er habe sich leiten lassen vom Wunsch nach einem Kirchenraum, der auch Menschen anspreche, „denen christliche Symbole fremd sind“. Die Umbaukosten werden auf 43 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig solle das benachbarte Bernhard-Lichtenberg-Haus für 17 Millionen Euro[6] renoviert und zu einem „Wissenschaftszentrum“ für einen Dialog über ethische oder interreligiöse Fragen umgebaut werden, außerdem werden dort wieder der Dienstsitz des Berliner Erzbischofs sowie ein „niedrigschwelliges Caritasangebot“ untergebracht.[7] Die Bauarbeiten sollen frühestens 2018 beginnen. Ein Fünftel der Gesamtkosten wird vom Bund übernommen.[6]

Baugestalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Sakristei

Außenarchitektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Baugestalt als runder Zentralbau orientierte sich die Kirche am Pantheon in Rom und wurde so repräsentativer Bestandteil des königlichen Forum Fridericianum. Die entscheidenden Pläne lieferte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Die Bauzeit erstreckte sich von 1747 bis 1773. Der zunächst nur vorläufig fertiggestellte Bau wurde erst im 19. Jahrhundert von Max Hasak zum Abschluss gebracht (1886–1887). Die Kuppel über dem Kirchenschiff hat einen Innendurchmesser von 33 Metern. Darin sind die vier Kirchenglocken oberhalb der Sakristei aufgehängt.[8]

Nachdem das Bistum Berlin aus dem Bistum Breslau ausgegründet worden war, erfolgte eine grundlegende Umgestaltung des Innenraums zur Bischofskirche durch den österreichischen Architekten Clemens Holzmeister. Unter Verwendung expressionistischer Gestaltungsmerkmale entstand eines der eigenständigsten Zeugnisse expressionistischer Sakralarchitektur der späten Weimarer Republik. Holzmeister betonte die Längsachse, indem er den Hauptraum zur damaligen Sakramentskapelle, der heutigen Sakristei, öffnete. Geschickt bezog er hergebrachte Ausstattungsobjekte, etwa den barocken Altar, die zwölf barocken Apostelfiguren in den modernen Innenraum ein. Seitlich der nunmehr zentralen Mittelachse platzierte er die Kathedra des Bischofs sowie einen Durchgang zu einer neu errichteten Sakristei ein. Er entfernte im Innenraum den Zierrat der wilhelminischen Zeit, ohne jedoch die Spuren der verschiedenen Ausstattungsschichten zu verwischen.

Gedenktafel der Märtyrer der NS-Zeit in der Krypta der St.-Hedwigs-Kathedrale; geschaffen im Werkstattatelier Achim Kühn

Innenarchitektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neugestaltete Innenraum von Hans Schwippert ist vom nüchternen Raumideal jener Zeit geprägt und wurde als „Meisterwerk der Baukunst der fünfziger Jahre“ bezeichnet.[9] Zum klaren Gesamteindruck trägt das gläserne Geländer entlang der Öffnung zur Unterkirche erheblich bei. Die Ausführung erfolgte durch Fritz Kühn. Markant ist der vertikale Aufbau des als Fundament dienenden Altars der Unterkirche mit dem Tabernakel, auf dem – in die Oberkirche ragend – der Hauptaltar ruht. In die Altarsäule, die die beiden Altäre verbindet, ist eine Petrus-Plastik eingesetzt, ein Geschenk Papst Johannes Pauls II. anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bistums im Jahr 1980. Dem Betrachter präsentiert sich der Vertikalaufbau der Altargestaltung durch die halboffene Krypta als bemerkenswerte Einheit und Verbindung von Unter- und Oberkirche.

Die Krypta ist der Märtyrer-Confessio frühchristlicher Basiliken nachgebildet und dient – neben der Funktion als Unterkirche mit Taufkapelle, Beichtstühlen und der Grablege der Berliner Bischöfe – auch dem Gedächtnis der katholischen Märtyrer Berlins in der Zeit des Nationalsozialismus.[10] Dort befinden sich das Grab des 1943 auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau in Hof gestorbenen Dompropstes Bernhard Lichtenberg (Seligsprechung im Jahr 1996) und eine Gedenktafel für Petro Werhun, der als Seelsorger unter den Ukrainern wirkte und 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht nach Sibirien deportiert wurde (2001 seliggesprochen).

Kreuzweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dompfarrer Heinz Endres und der Architekt Hans Schwippert beauftragten den Künstler Josef Hegenbarth mit der Gestaltung der 14 Kreuzwegstationen für die beim Wiederaufbau neu geschaffene Unterkirche. Ein Jahr vor seinem Tod stellte Hegenbarth im November 1961 die schwarzweißen Pinselzeichnungen fertig. Der Zyklus gehört zur umfangreichen Werkgruppe biblischer Darstellungen, mit der er sich zeitlebens beschäftigte. Notker Eckmann sieht in Josef Hegenbarth gar „den Altmeister der deutschen Passionskunst“[11]. In der Auffassung verwandt sind Hegenbarths Letzte Blätter zur Passion, ebenfalls von 1960/1961. Daraus wurde 1983 der Kreuzweg der Jugend zusammengestellt.

Der Kreuzweg der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin ist das einzige Werk, das Hegenbarth als Teil eines Gesamtkunstwerks und zur dauerhaften Anschauung im öffentlichen Raum konzipierte. Er führte die Originalzeichnungen in geringfügig unterschiedenen Formaten aus. Die Abmessungen bei den Originalen variieren in der Höhe von 460 bis 500 mm und in der Breite von 310 bis 370 mm. Sie wurden in späterer Zeit gegen vereinheitlichte Reproduktionen ausgetauscht. Alle Bilder zu dieser Folge sind im digitalen Werkverzeichnis der Handzeichnungen Hegenbarths online einsehbar.

Die Kreuzwegstationen sind an den gerundeten Wandflächen zwischen den Kapellen der Krypta (Unterkirche) angebracht. Die erste Station liegt links gegenüber der Statue des hl. Antonius von Padua. Zwischen der Grabkapelle der Berliner Bischöfe und der des seligen Domprobst Bernhard Lichtenberg befinden sich die ersten vier Stationen:

  • Schaustellung Jesu: Ecce homo (Nr. I)
  • Jesus nimmt das Kreuz auf sich (Nr. II)
  • Jesus fällt unter dem Kreuz (Nr. III)
  • Jesus begegnet seiner Mutter (Nr. IV)

An den folgenden Wänden des Unterkirche folgen bis zur Marienkapelle die Stationen fünf bis zwölf:

  • Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen (Nr. V)
  • Das Schweißtuch der Veronika (Nr. VI)
  • Jesus fällt das zweite Mal unter dem Kreuz (Nr. VII)
  • Jesus spricht zu den klagenden Frauen (Nr. VIII, links von der Altarstele)
  • Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz (Nr. IX, rechts von der Altarstele)
  • Jesus wird seiner Kleider beraubt (Nr. X)
  • Jesus wird ans Kreuz genagelt (Nr. XI)
  • Jesus stirbt am Kreuz (Nr. XII)

Zum Schluss folgen unmittelbar vor der Schatzkammer:

  • Jesus wird vom Kreuz genommen (Nr. XIII)
  • Jesus wird ins Grab gelegt (Nr. XIV)

Hegenbarth hält sich an die übliche Reihenfolge der Stationen, in der Gestaltung vermeidet er jedoch alles Traditionelle. Er erzählt das Passionsgeschehen aus höchst unkonventionellen Blickwinkeln. Seine Kreuzwegdarstellungen haben einen meditativen Bildcharakter und wirken „psychologisch ausdrucksvoll und gleichnishaft“[12]. Sabine Schulte beschreibt diesen Eindruck wie folgt: „Die Ernsthaftigkeit der Wahl der künstlerischen Gattung [Zeichnung] für einen auf die räumlichen Gegebenheiten […] bezogenen Kreuzweg beeindruckt. Jedes einzelne Blatt erzeugt eine so intensive und innere Sammlung wie sie wohl nur an diesem Ort erreicht werden kann.“[13]

Wandteppiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bestand der Kathedrale gehören drei großformatige Wandteppiche. Allen gemeinsam ist das Motiv der „Stadt Gottes“, des „himmlischen Jerusalem“ aus der Offenbarung des Johannes (Offb 21,1-2 EU).[14]

Die ehemalige Bauhausschülerin Margaretha Reichardt (1907–1984) (Grete Reichardt) aus Erfurt, schuf 1963 einen großen handgewebten Gobelin, der das stilisierte Jerusalem zeigt. Anton Wendling (1891–1965) verwendete Applikationstechnik für seine farbige geometrische Komposition. Else Bechteler-Moses (* 1933) aus München gestaltete einen dreiteiligen Teppich, der von 1979 bis 1981 in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Gobelinmanufaktur entstand. Er stellt Gott auf dem Thron sitzend dar, der und gleichzeitig den Menschen nahe ist (vgl. OffbEU).

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1932 erhielt die Hedwigskathedrale eine Orgelanlage, bestehend aus Altar- und Emporenorgel, erbaut von der Orgelbaufirma Klais (Bonn). Die Orgelanlage hatte 78 Register. Die Emporenorgel hatte 44 Register auf vier Manualwerken und Pedal. Die Altarorgel befand sich über dem Bischofsthron und Sakristeieingang. Sie hatte 34 Register auf zwei Manualwerken und Pedal und einen eigenen Spieltisch im Chorgestühl. Beide Instrumente ließen sich von einem Generalspieltisch auf der Empore aus anspielen.[15] Beide Instrumente wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Blick auf die Klais-Orgel
Seitenansicht

Die heutige Kathedralorgel wurde 1975 bis 1977 von der Orgelbaufirma Klais erbaut und 1978 eingeweiht. Das Instrument hat 68 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Das Instrument hängt als Schwalbennest über dem Hauptportal und hat ein Gewicht von rund 20 Tonnen. Die einzelnen Werke sind auf insgesamt drei Ebenen untergebracht, die sich aus der Prospekt-Gestaltung erkennen lassen. Das Hauptwerk befindet sich in dem oberen Orgelgehäuse, das in die Kuppel reicht. Darunter befindet sich auf der Mittelebene das Schwellwerk, welches von der Kirche aus nicht sichtbar ist. Unter der Mittelebene befindet sich das in den Kirchenraum ragende Rückpositiv; die Pfeifen des Pedalwerks flankieren das Rückpositiv bzw. befinden sich dahinter (sogenannter „Hamburger Prospekt“). Das Schleifladen-Instrument hat mechanische Spieltrakturen und elektrische Registertrakturen, ist mit einer 5120-fachen elektronischen Setzeranlage samt Diskettenlaufwerk ausgestattet, und verfügt über eine Tastenfessel für das Hauptwerk und eine Registrierfessel.[16]

I Rückpositiv C–a3
1. Praestant 08′
2. Rohrflöte 08′
3. Quintade 08′
4. Principal 04′
5. Blockflöte 04′
6. Gedackt 04′
7. Nasard 0223
8. Octave 02′
9. Hohlflöte 02′
10. Terz 0135
11. Larigot 0113
12. Sifflet 01′
13. Scharff V 01'
14. Dulcian 16′
15. Cromorne 08′
16. Vox humana 08′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3
17. Praestant 16′
18. Principal 08′
19. Holzgedackt 08′
20. Bifaria 08′
21. Octave 04′
22. Nachthorn 04′
23. Rohrflöte 04′
24. Quinte 0223
25. Superoctave 02′
26. Waldflöte 02′
27. Cornet V
28. Mixtur V 0113
29. Cymbel IV 0012
30. Trompete 16′
31. Trompete 08′
32. Trompete 04′
III Schwellwerk C–a3
33. Rohrbordun 16′
34. Salicional 16′
35. Holzprincipal 08′
36. Flute harmonique 08′
37. Spitzgamba 08′
38. Vox coelestis 08′
39. Gemshorn 0513
40. Fugara 04′
41. Traversflöte 04′
42. Dulzflöte 04′
43. Terz 0315
44. Rohrpfeife 02′
45. Sesquialter II 0223
46. Septnon II 0179
47. Fourniture VI 0223
48. Englischhorn 16′
49. Trompette 08′
50. Oboe 08′
51. Klarine 04′
Tremulant
Pedal C–g1
52. Principal 16′
53. Subbass 16′
54. Zartbass 16′
55. Quinte 1023
56. Octave 08′
57. Cello 08′
58. Spitzgedackt 08′
59. Terz 0625
60. Superoctave 04′
61. Gemshorn 04′
62. Trichterflöte 04′
63. Hintersatz IV 02′
64. Mixtur III 01′
65. Fagott 32′
66. Posaune 16′
67. Holztrompete 08′
68. Schalmey 04′
Tremulant
  • Koppeln: III/I, I/II, III/II, I/P, II/P, III/P, III Super/P

Weiterhin steht in der Unterkirche eine kleine Orgel mit einem Manual und sieben Registern:

Hauptwerk C–g3
1. Salicional 8′
2. Gedackt B/D 8′
3. Rohrflöte B/D 4′
4. Principal B/D 4′
5. Principal B/D 2′
6. Sifflet B/D 1′
Pedal C–f1
7. Subbass 16′

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedrale verfügt über vier Glocken, die in der Kuppel über der Sakristei aufgehängt sind. Die Glocken wurden von der Glockengießerei Franz Schilling in Apolda im Jahre 1952 gegossen und haben die Schlagtöne e1 (Auferstehungsglocke), g1 (Corpus Christi), a1 (Soli Deo Gloria) und h1 (Hl. Hedwig).[17]

Domkapitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Domkapitel gehören zur Zeit an:

Bekannte Geistliche an der St.-Hedwigs-Kathedrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger St.-Hedwigs-Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der St.-Hedwigs-Friedhof war nach der Reformation in Berlin der erste Begräbnisplatz für Katholiken. Er bestand von 1777 bis 1834. Während einer sechsmonatigen Grabungskampagne in Jahr 1997 wurden über 1000 Gräber und 120 Knochengruben gefunden. Die Skelettfunde des katholischen St.-Hedwigs-Friedhofs gehören zu den umfangreichsten im Berliner Raum.[18][19][20][21][22]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt-Hedwigs-Kathedrale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erzbistum Berlin, Pressemeldung vom 17. Oktober 20146. Abgerufen am 2. Januar 2017.
  2. Eglise Catholique Ste. Hedwige. Vue par derriere, de la rue Francoise, avec öe Palais du Prince Henry, dans l'éloignement. von BERLIN - ROSENBERG 08: HEDWIGSKIRCHE: Antiquariat Nikolaus Struck. Abgerufen am 19. April 2017.
  3. „Es ist an der Zeit.“ Dompropst Rother zur Sanierung von Sankt Hedwig. In: Katholische Sonntagszeitung Erzbistum Berlin. Unser Erzbistum. 119. Jg., Nr. 44, 2./3. November 2013, S. I.
  4. bauwelt.de: Licht ist die Hoffnung – Neugestaltung des Innenraums der Berliner St.Hedwigs-Kathedrale
  5. Erzbistum Berlin, Pressemeldung vom 1. Juli 2014. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
  6. a b 12 Millionen für die Berliner Hedwigs-Kathedrale. rbb-online.de, 25. November 2016, abgerufen am 26. November 2016.
  7. erzbistumberlin.de. Pressemeldung vom 2. November 2016, abgerufen am 9. November 2016; Der Text des Hirtenwortes vom 1. November 2016, abgerufen am 9. November 2016.
  8. Marcus Böttcher, Volkmar Otto (Fotos): Gut verkuppelt. In: Berliner Zeitung, 10. Mai 2017, S. 14.
  9. Georg Mörsch: Eine kaum verhohlene Verunglimpfung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Februar 2014 (PDF-Datei).
  10. Die St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin als liturgischer Raum. In: Monumente Online 6/2014
  11. Notker Eckmann: Kleine Geschichte des Kreuzwegs. In: Welt des Glaubens in der Kunst. VI. Friedrich Pustet, Regensburg 1968, S. 52.
  12. Josef Hegenbarth. In: Harald Olbrich, Gerhard Strauss, Dieter Dolgner u.a. (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Band 3. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1996, ISBN 3-423-05906-0, S. 173.
  13. Sabine Schulte: Kreis, Kreuz und Kosmos. Hans Schwipperts Innenraum für die Berliner Hedwigskathedrale. Hrsg.: Alfred M. Molter in Verbindung mit dem Landeskonservator von Berlin und der Deutschen Gesellschaft e. V. Berlin 2016, ISBN 978-3-941675-83-4.
  14. St. Hedwigs-Kathedrale Berlin. Innenraum. Wandteppiche. (Abgerufen am 20. November 2016)
  15. Informationen zu den Orgeln von 1932 auf der Website der Orgelbaufirma
  16. Informationen zur Orgel auf der Website der Kathedrale, und zur Orgel auf der Website der Orgelbaufirma
  17. Informationen zu den Glocken auf der Website der Kathedrale
  18. Projekt Berlin, St. Hedwigs Friedhof. In: anthropologie-jungklaus.de. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  19. Christoph H. Wedekin, Bettina Jungklaus: Ausgrabung des ehemaligen katholischen Friedhofes in Berlin-Mitte. In: Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e. V. (Hrsg.): Archäologie in Berlin und Brandenburg 1997. Konrad Theiss Verlag, 1997, ISBN 978-3-8062-1412-3, S. 88–90.
  20. Bettina Jungklaus, Jeanette Fester: Anthropologische und paläopathologische Ergebnisse der Skelettserie des St. Hedwigs Friedhofs aus Berlin-Mitte. In: Mitteilungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Leidorf, 1998, ISSN 0178-7896, S. 87–95.
  21. Jeanette Fester, Bettina Jungklaus: Der erste katholische Friedhof Berlins nach der Reformation (18./19. Jahrhundert). In: Schnittstelle Mensch – Umwelt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Cuvillier Verlag, Göttingen 2000, ISBN 978-3-89712-961-0, S. 242–244.
  22. Bettina Jungklaus: Der erste katholische Friedhof Berlins. Archäologie, Anthropologie, Geschichte. In: Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin. Band 36. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-657-2, S. 22–33.

Koordinaten: 52° 30′ 57″ N, 13° 23′ 41″ O