Schipkau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schipkau
Schipkau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schipkau hervorgehoben
Koordinaten: 51° 31′ N, 13° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Höhe: 109 m ü. NHN
Fläche: 68,95 km2
Einwohner: 6764 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 01968 (Hörlitz)
01993 (Schipkau)
01994 (Annahütte, Drochow, Meuro)
01998 (Klettwitz, Klettwitz-Barranmühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 035754
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 285
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 4
01998 Schipkau OT Klettwitz
Webpräsenz: www.gemeinde-schipkau.de
Bürgermeister: Klaus Prietzel (CDU)
Lage der Gemeinde Schipkau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
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Über dieses Bild

Schipkau (obersorbisch Šejkow) ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schipkau liegt im südlichen Teil des Bundeslandes Brandenburg. Die Stadtgrenze Dresdens ist etwa 50 Kilometer entfernt, bis zum Schönefelder Kreuz an der Südgrenze Berlins sind es etwa 100 Kilometer. Die Gemeinde liegt inmitten der Niederlausitzer Braunkohlenregion.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2001 schlossen sich sechs bis dahin selbstständige Gemeinden zur Gemeinde Schipkau zusammen.[2] Seitdem besteht Schipkau aus folgenden Ortsteilen:

Zu den Ortsteilen Schipkaus gehören folgende Wohnplätze[3] und Flurstücke:

Verwaltungszugehörigkeit

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 527
1890 889
1910 1 752
1925 2 015
1933 2 129
1939 2 274
1946 3 430
1950 3 326
Jahr Einwohner
1964 3 469
1971 4 598
1981 4 042
1985 3 857
1989 5 407
1990 5 330
1991 5 177
1992 5 181
1993 5 157
1994 5 129
Jahr Einwohner
1995 4 996
1996 4 810
1997 4 579
1998 4 338
1999 4 143
2000 3 907
2001 8 350
2002 8 176
2003 8 026
2004 7 808
Jahr Einwohner
2005 7 605
2006 7 535
2007 7 466
2008 7 395
2009 7 442
2010 7 357
2011 7 088
2012 7 017
2013 6 915
2014 6 837
Jahr Einwohner
2015 6 813
2016 6 764

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Sprache

In den Ortslagen Schipkaus wird traditionell die niederlausitzische Mundart sowie der sorbische Koschener Dialekt (Košynska narěc) gesprochen, wobei auch der um 1885 in den Ortslagen Annahütte und Drochow nahezu verdrängte Schliebener Dialekt (Złowinska narěc) des Niedersorbischen auf Grund des Zuzugs aus den neuen Braunkohlerevieren um Cottbus, durch Jänschwalder-Lehder (Janšojce-Lědjanska narěc) und Schleifer Dialekt (Slěpjanska narěc) heute teilweise ersetzt wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Schipkau besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 49,6 % zu folgender Sitzverteilung:[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2002: Jürgen Trabandt (SPD)[8]
  • 2002–2010: Siegurd Heinze[9]
  • seit 2010: Klaus Prietzel (CDU)

Prietzel wurde in der Bürgermeisterwahl am 30. Mai 2010 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt. In der Wahl am 22. April 2018 wurde er mit 58,5 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre[10] in seinem Amt bestätigt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein abgeschnittener, S-förmiger grüner Hagebuttenzweig mit sechs roten Früchten, beseitet unten rechts von einem schräggekreuzten schwarzen Schlägel und Eisen, oben links von einer nach rechts wehenden, schwarz-silbern geschachteten Fahne.“[12]

Das neue Wappen wird in der Mitte durch einen „S“ - förmigen Zweig einer Hagebuttenpflanze geteilt. Das „S“ steht für den Anfangsbuchstaben der Gemeinde Schipkau. Die Hagebuttenpflanze als regional beheimatete Pflanze, welche zunehmend sich in den rekultivierten Flächen wieder ausgebreitet hat, symbolisiert zugleich das Zusammenwachsen der sechs Ortsteile. Die Ortsteile sind als sechs Hagebuttenfrüchte dargestellt. In der linken unteren Hälfte des Wappens ist das Bergbausymbol in Form von Schlägel (Hammer) und Eisen (Meißel) angeordnet. Damit wird die Tradition des Bergbaus im Gemeindegebiet als Vergangenheit symbolhaft dargestellt. In der rechten oberen Hälfte ist in der Darstellung eine schwarzweiß geschachtete Start- und Zielflagge zu sehen. Diese steht für die Entwicklung der Gemeinde Schipkau mit dem Ziel der Entwicklung des Tourismus und der daraus resultierenden Stärkung der heimischen Wirtschaft und unter der Einbeziehung des EuroSpeedway Lausitz, welcher im Zentrum der Gemeinde Schipkau liegt.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Schipkau ist zweistreifig Rot – Weiß mit dem Gemeindewappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schipkau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Schipkau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Auslaufen des Braunkohlenbergbaus (Tagebau Klettwitz, Tagebau Klettwitz-Nord, Tagebau Meuro) hat sich die Gemeinde Schipkau zu einer Motorsportgemeinde entwickelt. Der EuroSpeedway Lausitz und das DEKRA Technology Center tragen dabei zum technologischen Wandel und zur Modernisierung der Infrastruktur der Gemeinde bei.

Ein weiteres Wahrzeichen der Gemeinde ist der Windpark Klettwitz (bestehend aus mehreren Windparks wie dem Windpark Klettwitz-Nord), in welchem seit mehreren Jahren über 50 Windenergieanlagen Elektroenergie für mehrere zehntausend Haushalte erzeugen. Der Solarpark Schipkau mit einer Leistung von 72 MWp ist Teil des 2011 eröffneten Solarkomplexes Senftenberg.

Verkehr

Schipkau liegt an der Landesstraße L 60 zwischen Lauchhammer und Senftenberg. Durch die Ortsumfahrung Senftenberg erhielt der Ortsteil Hörlitz einen direkten Anschluss an die Bundesstraße 169. Die Autobahn A 13 Berlin–Dresden durchquert das Gemeindegebiet, die Anschlussstelle Klettwitz liegt auf dem Territorium der Gemeinde.

Auf den Bahnstrecken Finsterwalde–Schipkau und Schipkau–Senftenberg mit den Bahnhöfen Schipkau, Klettwitz, Klettwitz Krankenhaus und Annahütte wurde der Personenverkehr 1966 eingestellt.

In der Gemarkung Schipkau liegt der Flugplatz Schwarzheide-Schipkau.

Sport

Auf dem Lausitzring finden jährlich Rennen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) statt. Fußballverein der Gemeinde ist der SV Askania Schipkau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annahütte

Klettwitz

Meuro

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Golo Mann (1909–1994), Schriftsteller, arbeitete 1928 zeitweise im Braunkohlebergwerk Schipkau[13]
  • Siegurd Heinze (* 1961), Landrat und Bürgermeister, in Meuro aufgewachsen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schipkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schipkau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2016 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Schipkau
  4. Denkmalliste des Landes Brandenburg; Landkreis Oberspreewald-Lausitz; Stand: 31.12.2008; Dorfkern deutsches Mittelalter, Dorfkern Neuzeit. (→ S. 2) (PDF; 132 kB).
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 26–29
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  8. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz
  9. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 28
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 22. April 2018
  12. Wappenangaben aus der Hauptsatzung der Gemeinde (PDF; 99 kB)
  13. Golo Mann: Erinnerungen und Gedanken, S. 265–278