Sunniten

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Verteilung muslimischer Volksgruppen:
Grün: sunnitische Gebiete; Rot: schiitische Gebiete; Blau: Ibaditen (Oman)

Die Sunniten bilden die größte Glaubensrichtung im Islam. Ihre Glaubensrichtung selbst wird als Sunnitentum oder Sunnismus bezeichnet. Die Bezeichnung ist von dem arabischen Wort Sunna (‚Brauch, Handlungsweise, überlieferte Norm, Tradition‘) abgeleitet. Diejenigen, die der sunnat an-nabī, der „Sunna des Propheten“ (sc. Mohammed), folgen, werden im Arabischen als ahl as-sunna („Leute der Sunna“) und im Türkischen als Ehl-i Sünnet bezeichnet, was im Deutschen üblicherweise als „Sunniten“ wiedergegeben wird. Neben ahl as-sunna wird im Arabischen für die Sunniten häufig der erweiterte Ausdruck ahl as-sunna wal-dschamāʿa (arabisch أهل السنة والجماعة, DMG ahl as-sunna wal-ǧamāʿa ‚Leute der Sunna und der Gemeinschaft‘) verwendet, der die Vorstellung einer alles umfassenden Gemeinschaft wecken soll.[1]

Heute gelten die Schiiten als die wichtigste Gegengruppe zu den Sunniten, allerdings hat sich das sunnitische Selbstbewusstsein im Mittelalter nicht nur in Absetzung zu den Schiiten, sondern auch zu den Charidschiten, Qadariten und Murdschi'iten herausgebildet. Eine der wenigen internationalen Initiativen zur Klärung der sunnitischen Identität war die Sunnitenkonferenz von Grosny im August 2016. Auf ihr wurden die Takfīrī-Salafisten und andere extremistische Gruppen wie der Islamische Staat aus dem sunnitischen Islam ausgeschlossen.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sunniten stellen in den meisten islamischen Ländern die Mehrheit der Muslime, mit Ausnahme von Iran, Irak, Oman, Libanon, Aserbaidschan sowie Bahrain. In Bahrain sind ca. 75 Prozent der Bevölkerung schiitisch, doch wird das politische Leben seit dem 18. Jahrhundert von wenigen tribalen sunnitischen Familien beherrscht.[3]

Lehrrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Islamische Konfessionen und Rechtsschulen

Im Bereich der Normenlehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Normenlehre (Fiqh) werden heute allgemein vier Lehrrichtungen als sunnitisch anerkannt, nämlich diejenigen der Hanafiten, der Malikiten, der Schafiiten und der Hanbaliten.[4][2] Unterschiede zwischen diesen Lehrrichtungen zeigen sich nicht nur bei rechtlichen Fragen, sondern auch auf ritueller Ebene, so zum Beispiel beim rituellen Gebet und den Reinheitsbestimmungen.

Diese Vierer-Zahl stand allerdings keineswegs schon immer fest. So rechnete zum Beispiel ʿAbd al-Qāhir al-Baghdādī (gest. 1037) neben diesen vier Gruppen auch die Anhänger von al-Auzāʿī (gets. 774), Sufyān ath-Thaurī (gest. 778), Ibn Abī Lailā (gest. 765) und Abū Thaur (gest. 854) sowie die Zahiriten zu den Sunniten.[5]

Im Bereich der Glaubenslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dogmatischer Ebene werden die Sunniten üblicherweise in drei Gruppen eingeteilt: 1. die nach Abū l-Hasan al-Aschʿarī (gest. 935) benannten Aschʿariten, 2. die nach Abū Mansūr al-Māturīdī (gest. 941) benannten Māturīditen und 3. eine unterschiedlich benannte dritte Gruppe, die traditionalistisch orientiert ist und die von Māturīditen und Aschʿariten befürwortete rationale Spekulation des Kalām ablehnt. Der syrische Gelehrte Ibn Faqīh Fussa (gest. 1661) bezeichnet diese dritte traditionalistische Gruppe als Hanbaliten.[6] Sein ein Jahrhundert später lebender Landsmann Muhammad ibn Ahmad as-Saffārīnī (gest. 1774) verwendet für sie den Namen Atharīya, der von dem arabischen Wort für die tradierten Überlieferungen (āṯār) abgeleitet ist; allerdings meint er damit ebenfalls die Anhänger von Ahmad ibn Hanbal.[7]

Ein dritter Name, der für diese traditionalistisch orientierte Gruppe verwendet wird, ist „Leute des Hadith“ (ahl al-ḥadīṯ). Er wird zum Beispiel im Abschlussdokument der Konferenz von Grosny verwendet. Allerdings wird hier nur denjenigen „Leuten des Hadith“ die Zugehörigkeit zum Sunnitentum zugesprochen, die bei den mehrdeutigen Aussagen des Korans auf Interpretation verzichten.[2]

Auch die Salafisten betrachten sich als Sunniten. Sie sind sogar der Auffassung, dass sie die einzig wahre Form des Sunnitentums vertreten, und sprechen den Aschʿariten und Māturīditen die Zugehörigkeit zum Sunnitentum ab.[8] Ein Beispiel ist das salafistische Fatwa-Portal islamfatwa.de,[9] auf dem ein Text des saudischen Gelehrten Muhammad ibn Sālih al-ʿUthaimīn veröffentlicht ist, in dem Aschʿariten und Māturīditen aus dem Sunnitentum ausgeschlossen werden.[10]

Im Bereich der Wissensgewinnung und Ethik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben gibt es noch andere Unterteilungen. Der tunesische Gelehrte Muhammad ibn al-Qāsim al-Bakkī (gest. 1510) zum Beispiel unterteilte die Sunniten entsprechend ihrer Wissensgewinnung (istiqrāʾ) in die folgenden drei Gruppen:

  1. die Leute des Hadith (ahl al-ḥadīṯ): Ihre Prinzipien stützen sich auf die hörbasierten Beweise, nämlich das Buch, die Sunna und den Idschmāʿ.
  2. die Leute der Theorie und des intellektuellen Gewerbes (ahl an-naẓar wa-ṣ-ṣināʿa al-fikrīya): Zu ihnen gehören die Aschʿariten und die Hanafiten, wobei letztere Abū Mansūr al-Māturīdī als ihren Meister ansehen. Sie stimmen in den rationalen Prinzipien bei allen Fragen überein, bei denen es keinen hörbasierten Beweis gibt, in den hörbasierten Prinzipien bei allem, was die Vernunft nur als möglich begreift, und in den rationalen wie auch den hörbasierten Prinzipien bei allen anderen Fragen. Außerdem stimmen sie bei allen dogmatischen Fragen überein, außer bei der Frage der Erschaffung (takwīn) und der Frage des Taqlīd.
  3. die Leute des Empfindens und der Enthüllung (ahl al-wiǧdān wa-l-kašf): Das sind die Sufis. Ihre Prinzipien entsprechen im Anfangsstadium den Prinzipien der beiden anderen Gruppen, im Endstadium stützen sie sich aber auf Enthüllung (kašf) und Eingebung (ilhām).[11]

Die Sufis werden auch im Abschlussdokument der Konferenz von Grosny als eigene Gruppe erwähnt. Dort heißt es, dass auch diejenigen als Sunniten gelten, die im Wissen, der Ethik und der Läuterung des Inneren „Leute des reinen Sufismus“ (ahl at-taṣauwuf aṣ-ṣāfī) sind, nach der Methode, wie sie al-Dschunaid und die „Imame der Rechtleitung“ (aʾimma al-hudā), die seinem Weg folgten, praktiziert haben.[2]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahl as-sunna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der frühesten Belege für die Bezeichnung ahl as-sunna stammt von dem basrischen Gelehrten Muhammad Ibn Sīrīn (gest. 728). Er wird im Ṣaḥīḥ von Muslim ibn al-Haddschādsch mit der Aussage zitiert: „Früher hat man nicht nach dem Isnād gefragt. Als aber die Fitna ausbrach, sagte man: ‚Nennt uns Eure Gewährsleute‘. Man schaute dann auf sie: Wenn es Leute der Sunna (ahl as-sunna) waren, übernahm man ihren Hadith. Wenn es aber Leute der Neuerungen (ahl al-bidaʿ) waren, übernahm man ihren Hadith nicht.“[12] G.H.A. Juynboll vermutet, dass das Wort Fitna in dieser Aussage nicht den ersten Bürgerkrieg (656–661) nach der Ermordung von ʿUthmān ibn ʿAffān meint, sondern den zweiten Bürgerkrieg (680–692),[13] in dem die islamische Gemeinschaft in vier Parteien (ʿAbdallāh ibn az-Zubair, die Umayyaden, die Schiiten unter al-Muchtār ibn Abī ʿUbaid und die Charidschiten) zerfallen war. Der Begriff sunna kennzeichnete in dieser Situation eine bestimmte politische Haltung, die einschloss, dass man die ersten beiden Kalifen ausreichend verehrte.[14] So wird von asch-Schaʿbī (gest. zwischen 721 und 729) überliefert, dass er es für einen Teil der Sunna hielt, Abū Bakr und ʿUmar ibn al-Chattāb zu lieben und ihren Vorrang zu kennen.[15]

Der Ausdruck ahl as-sunna war immer eine lobende Bezeichnung. Abū Hanīfa (gest. 767), der mit den Murdschi'a sympathisierte, bestand darauf, dass diese „Leute der Gerechtigkeit und Leute der Sunna“ (ahl al-ʿadl wa-ahl as-sunna) seien.[16] Nach Josef van Ess bedeutete der Ausdruck damals nicht viel mehr als „honorige und rechtgläubige Menschen“.[17] Singular zu ahl as-sunna war ṣāḥib sunna („Anhänger der Sunna“). So bezeichnete zum Beispiel ʿAbdallāh ibn al-Mubārak (gest. 797) denjenigen, der sich von qadaritischen Lehren fernhielt.[18] Die Bezeichnungen ahl as-sunna und ahl al-ʿadl („Leute der Gerechtigkeit“) blieben noch lange miteinander austauschbar. So verwendet der Hanafit Abū l-Qāsim as-Samarqandī (gest. 953), der für die Samaniden einen offiziellen Katechismus verfasste, mal die eine und mal die andere Bezeichnung für die eigene Gruppe.[19]

Ahl as-sunna wal-dschamāʿa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 9. Jahrhundert begann man, den Begriff ahl as-sunna mit positiven Zusätzen zu erweitern. Abū l-Hasan al-Aschʿarī benutzte gerne solche Wendungen wie ahl as-sunna wa-l-istiqāma („Leute der Sunna und Geradheit“), ahl as-sunna wa-l-ḥadīṯ („Leute der Sunna und des Hadith“)[20] bzw. umgekehrt ahl al-ḥadīṯ wa-s-sunna oder ahl al-ḥaqq wa-s-sunna[21] („Leute der Wahrheit und der Sunna“) für die eigene Gruppe. Der Ausdruck ahl as-sunna wal-ǧamāʿa kommt bei ihm nur einmal vor.[22] Anders als die Begriffe istiqāma, ḥadīṯ und ḥaqq war ǧamāʿa stärker politisch konnotiert; man bekannte sich damit zu einer „Gemeinschaft“. Allerdings war nicht ganz klar, welche Gemeinschaft damit gemeint war. Für al-Dschāhiz (gest. 869) waren ahl al-ǧamaʿa („Leute der Gemeinschaft“) die Muslime ganz allgemein, für andere die Urgemeinde, in der die Prophetengefährten gelebt hatten.[23]

Wann und wo die Wendung ahl as-sunna wal-ǧamāʿa zum ersten Mal aufkam, ist nicht ganz klar. Der abbasidische Kalif Al-Ma'mūn (reg. 813–33) kritisiert in seinem ersten Mihna-Edikt eine Gruppe von Menschen, die „sich selber mit der Sunna in Verbindung brachten“ (nasabū anfusa-hum ilā s-sunna) und behaupteten, sie seien die „Leute der Wahrheit, der Religion und der Gemeinschaft“ (ahl al-ḥaqq wa-d-dīn wa-l-ǧamāʿa).[24] Sunna und ǧamāʿa werden hier also schon in eine Verbindung gebracht. Als Paar kommen die beiden Begriff im 9. Jahrhundert auch schon in Buchtiteln vor. So wird berichtet, dass der Ahmad-ibn-Hanbal-Schüler Harb ibn Ismāʿīl as-Sīrdschānī (gest. 893) eine Schrift mit dem Titel as-Sunna wa-l-ǧamāʿa erstellte, zu der der Muʿtazilit Abū l-Qāsim al-Balchī später eine Widerlegung verfasste.[25] Abū ʿAlī al-Dschubbā'ī (gest. 916) berichtet in seinem Kitāb al-Maqālāt, dass Ahmad ibn Hanbal seinen Schülern das Prädikat sunnī ǧamāʿī („dschamāʿitischer Sunnit“) zuerkannte.[26] Dies deutet daraufhin, dass die Hanbaliten die Wendung ahl as-sunna wal-ǧamāʿa als erste verwendeten. Der in Nischapur lebenden Schiiten Fadl ibn Schādhān (gest. 874) benutzte den Ausdruck für seine Gegner, die am Hadith orientiert waren.[27]

Aber auch die Karrāmiten beriefen sich auf Sunna und Gemeinschaft. Sie überlieferten zum Lob ihres Schulgründers einen Hadith, wonach der Prophet Mohammed vorausgesagt hatte, dass am Ende der Zeit ein Mann namens Muhammad ibn Karrām auftreten werde, der die Sunna und die Gemeinschaft (as-sunna wal-ǧamāʿa) wiederbeleben und eine Hidschra von Chorasan nach Jerusalem vollziehen werde, so wie er selbst eine Hidschra von Mekka nach Medina vollzogen habe.[28] Schams ad-Dīn al-Maqdisī (10. Jhdt.) erklärte, dass dieser Ausdruck als lobende Bezeichnung auf einer ähnlichen Ebene stand wie die Bezeichnung ahl al-ʿadl wa-t-tauḥīd („Leute der Gerechtigkeit und des Einheitsbekenntnisses“), die für die Muʿtaziliten benutzt wurde, oder allgemeinen Bezeichnungen wie Mu'minūn („Gläubige“) oder aṣḥāb al-hudā („Leute der Rechtleitung“) für Muslime, die als rechtgläubig betrachtet wurden.[29]

Später wurde der Ausdruck ahl as-sunna wal-ǧamāʿa auch zur Selbstbezeichnung der Māturīdīya, vielfach verwendet von Abū l-Laith as-Samarqandī (gest. 983), Abū Schakūr as-Sālimī (gest. 1086) und Abū l-Yusr al-Pazdawī (gest. 1099).[19] Um 1041 wurde er auch in dem Glaubensbekenntnis des Kalifen al-Qādir verwendet.[30]

Übersetzung in westliche Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Begriff Sunniten ist von dem arabischen Nisba-Adjektiv sunnī abgeleitet, das die Zugehörigkeit zu den ahl as-sunna kennzeichnet. Bis zum 19. Jahrhundert war auch die Schreibweise Sonniten verbreitet.[31] In manchen älteren Veröffentlichungen wird für die sunnitischen Muslime auch die Bezeichnung „orthodoxe Muslime“ verwendet. Kate Chambers Seelyes zum Beispiel gab 1920 in ihrer Übersetzung von al-Baghdādīs Al-Farq baina l-firaq den Begriff ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa mit “the orthodox” wieder.[32]

Glaubenslehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sunnitische Glaubensbekenntnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glaubenslehren der Sunniten werden in verschiedenen Glaubensbekenntnissen festgehalten, die die wichtigsten Punkte in Form einer Liste nach Art eines Katechismus zusammenfassen. Die einzelnen Lehrpunkte unterscheiden sich hierbei je nach Zugehörigkeit des Autors zu einer bestimmten Lehrtradition. Zu den wichtigsten Glaubensbekenntnissen, die explizit den Anspruch erheben, die Lehre der Sunniten (ahl as-sunna wal-ǧamāʿa oder ähnlich) darzustellen, gehören:

  • die beiden Glaubensbekenntnisse von Abū l-Hasan al-Aschʿarī in seinen Werken Maqālāt al-islāmīyīn[33] und Kitāb al-Ibāna ʿan uṣūl ad-diyāna.[21] Ersteres wird als Lehre der ahl al-ḥadīṯ wa-s-sunna ausgewiesen, letzteres als die Lehre der ahl al-ḥaqq wa-s-sunna.
  • die Bekenntnisschrift des ägyptischen Hanafiten at-Tahāwī (gest. 933), bekannt auch unter dem Titel Bayān as-sunna wa-l-ǧamāʿa („Darlegung von Sunna und Gemeinschaft“). Sie umfasst etwa 10–15 Seiten und ist häufig kommentiert worden.[34]
  • das „qādiritische Glaubensbekenntnis“ (al-iʿtiqād al-qādirī), das in der Weltchronik al-Muntaẓam von Ibn al-Dschauzī erwähnt und auf den abbasidischen Kalifen al-Qādir (gest. 1031) zurückgeführt wird. Der Kalif al-Qā'im soll diesen Text, der am Ende als „Lehre der Sunniten“ (qaul ahl as-sunna wal-ǧamāʿa) ausgewiesen wird, im Jahre 433 der Hidschra (= 1041/42 n. Chr.) vor einer Versammlung von Asketen und Gelehrten im Kalifenpalast verlesen haben.[35]
  • das Glaubensbekenntnis al-Ghazālīs (gest. 1111) im zweiten Buch seiner religiösen Enzyklopädie Iḥyāʾ ʿulūm ad-dīn. Es ist überschrieben mit „Das Glaubensbekenntnis der Sunniten in den zwei Phrasen der Schahāda“ (ʿAqīdat ahl as-sunna fī kalimatai aš-šahāda) und behandelt zunächst die Gotteslehre und dann die übrigen Lehrpunkte.[36]
  • die māturīditische Bekenntnisschrift ʿUmdat ʿAqīdat ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa („Die Stütze des Bekenntnisses der Leute der Sunna und der Gemeinschaft“) von Abū l-Barakāt an-Nasafī (gest. 1310). Sie wurde 1843 von William Cureton unter dem Titel „Pillar of the Creed of the Sunnites“ ediert.[37]
  • die Bekenntnisschrift al-ʿAqīda al-Wāsitīya von Ibn Taimīya (gest. 1328),[38] die später vor allem bei den Wahhabiten und den Ahl-i Hadīth eine wichtige Bedeutung erhielt. Sie wurde Henri Laoust ins Französische[39] und von Merlin Swartz ins Englische übersetzt.[40]
  • die ʿAqīdat ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa des wahhabitischen Gelehrten Muhammad ibn Sālih al-ʿUthaimīn (1925–2001). Sie wurde in den 1980er Jahren erstmals veröffentlicht.[41]

Daneben gibt es auch kurze Texte, die die wichtigsten Lehrunterschiede zwischen den verschiedenen dogmatischen Lehrrichtung erklären. Hierzu gehört zum Beispiel die Risāla fī l-iḫtilāf baina al-Ašāʿira wa-l-Māturīdīya fī iṯnatai ʿašara masʾala („Abhandlung über die Meinungsverschiedenheit zwischen Aschʿariten und Māturīditen in zwölf Punkten“) des osmanischen Gelehrten Ibn Kamāl Pascha (gest. 1534).[42]

Die sunnitischen Glaubenslehren nach Abū l-Hasan al-Aschʿarī[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abū l-Hasan al-Aschʿarī, der Begründer der aschʿaritischen Lehrrichtung, nennt in seinem Werk Maqālāt al-islāmīyīn die folgenden Lehrpunkte als kennzeichnend für die Sunniten (ahl al-ḥadīṯ wa-s-sunna):

  • Sie bekennen sich zu Gott, seinen Engeln, seinen (heiligen) Schriften, seinen Propheten, dem was von Gott (als Offenbarung) gekommen ist und dem, was zuverlässige (Gewährsmänner) vom Propheten überliefert haben […]
  • Sie bekennen, dass Gott ein einziger, ewiger Gott ist […] und dass Mohammed sein Diener und Prophet ist, dass das Paradies Wahrheit ist und die Hölle Wahrheit ist, dass die Stunde (d. h. der jüngste Tag) unzweifelhaft kommen wird und Gott die Insassen der Gräber auferwecken wird.
  • Sie bekennen, dass Gott auf seinem Throne sitzt, wie Er es gesagt hat: „Der Rahmān sitzt auf dem Throne“ (Sure 20:5) […]
  • Sie bekennen, dass man von den Namen Gottes nicht sagen darf, dass sie etwas anderes sind als Gott, wie es Muʿtaziliten und Charidschiten behaupten […]
  • Sie halten am Hören und Sehen fest und sprechen es Gott nicht ab, wie es die Muʿtaziliten tun […]
  • Sie lehren, dass es auf der Erde nichts Gutes und nichts Schlechtes gibt außer dem, was Gott will […]
  • Sie lehren, dass niemand imstande ist, etwas zu tun, bevor er es wirklich tut […] Sie bekennen ferner, dass es keinen Schöpfer außer Gott gibt, dass Gott die schlechten Taten der Menschen schafft, dass Gott überhaupt die Handlungen der Menschen schafft und dass die Menschen nichts zu erschaffen vermögen […]
  • Sie bekennen, dass Gott den Gläubigen hilft, ihm zu gehorchen, aber sich von den Ungläubigen zurückzieht […]
  • Sie lehren, dass der Koran die unerschaffene Rede Gottes ist […]
  • Sie lehren, dass Gott am jüngsten Tage mit den Augen gesehen wird, so wie man den Mond in der Vollmondnacht sieht […]
  • Sie erklären niemanden von denen, die sich nach der Qibla wenden, für ungläubig, wegen einer Sünde, die er begeht wie Zinā, Diebstahl und ähnlicher schwerer Sünden […]
  • Sie bekennen, dass Gott der Wandler der Herzen ist.
  • Sie bekennen sich zur Fürsprache (šafāʿa) des Gottesgesandten sowie dazu, dass sie sich auf diejenigen aus seiner Umma erstreckt, die schwere Sünden begangen haben […]
  • Sie bekennen, dass der Glaube aus Wort und Tat besteht und zunehmen und abnehmen kann, und sie behaupten weder, dass er geschaffen noch dass er unerschaffen ist […]
  • Sie lehren, dass Gott das Schlechte nicht befohlen, sondern verboten hat, und dass er das Gute befohlen hat und an dem Schlechten kein Gefallen hat, auch wenn hinsichtlich dessen ein Wollender ist.
  • Sie erkennen das Recht der Altvorderen (salaf) an, die Gott erwählt hat, aufgrund ihrer Gefährtenschaft zu seinem Propheten. Sie halten sich an ihre Vortrefflichkeiten und enthalten sich eines Urteils hinsichtlich dessen, was den Kleinen und Großen unter ihnen strittig ist. Sie stellen Abū Bakr voran, dann ʿUmar, dann ʿUthmān, dann ʿAlī und bekennen, dass sie die rechtgeleiteten Kalifen und die vorzüglichsten aller Menschen nach dem Propheten sind […]
  • Sie halten die Hadithe für wahr, die über den Gottesgesandten überliefert sind, dass Gott zum untersten Himmel herabsteigt und fragt, ob es jemanden gibt, der um Vergebung bittet. […]
  • Sie bekennen, dass Gott am jüngsten Tage kommen wird, wie Er gesagt hat: „Und es kommt Dein Herr und die Engel reihenweise“ (Sure 89:22)
  • Sie befinden es für gut, am Fest, am Freitag und in Gemeinschaft hinter jedem Imam zu beten, sei er fromm oder sündhaft, bekräftigen das Überstreichen der Schuhe als Sunna sowohl bei dauerndem Aufenthalt als auch auf der Reise und bekräftigen die Pflicht zum Dschihad gegen die Beigeseller, seit der Zeit, da Gott seinen Propheten entsandt hat, bis zur letzten Schar, die gegen den Daddschāl kämpft, und (noch) weiter.
  • Sie befinden es für gut, für die Imame der Muslime um Wohlergehen zu bitten, nicht gegen sie mit dem Schwert zu Feld zu ziehen und nicht in der Fitna zu kämpfen. Sie halten ferner das Auftreten des Daddschāl für wahr, und das Jesus, der Sohn der Maria, ihn töten wird.
  • Sie glauben an Munkar und Nakīr, an die Himmelfahrt Mohammeds (miʿrāǧ), an das Traumgesicht im Schlaf, und dass das Bittgebet für die verstorbenen Muslime und das Almosen für sie nach ihrem Tode ihnen zugutekommt.
  • Sie glauben, dass es auf der Welt Zauberer gibt, dass der Zauberer ein Kāfir ist, wie Gott gesagt hat, und der Zauber etwas Innerweltliches ist.
  • Sie befinden es für gut, für jeden, der von den Leuten der Qibla gestorben ist, das Totengebet zu sprechen, sowohl den Frommen als auch den Sündhaften, und erkennen erbrechtliche Beziehungen mit ihnen an.
  • Sie bekennen,
    • dass das Paradies und das Höllenfeuer erschaffen sind,
    • dass derjenige, der stirbt, zu dem für ihn bestimmten Termin stirbt, auch wenn er getötet wird,
    • dass der Lebensunterhalt von Gott kommt, sowohl der Erlaubte als auch der Verbotene,
    • dass der Satan dem Menschen einflüstert, ihm Zweifel eingibt und ihn schlägt (vgl. Sure 2:275),
    • dass Gott die Frommen durch Wunderzeichen, die er an ihnen zeigt, auszeichnen kann,
    • dass die Sunna nicht durch den Koran abrogiert wird,
    • dass das Schicksal der Kinder bei Gott liegt, der, wenn er will, sie bestraft und, wenn er will, mit ihnen tut, was er will […]
  • Sie befinden es für gut, den Ratschluss Gottes geduldig zu ertragen, sich an das zu halten, was Gott geboten, zu meiden, was er verboten hat, und mit Rat und Tat aufrichtig für die Muslime zu wirken.
  • Sie üben die Religion, durch Gottesdienst gemeinsam mit anderen, durch guten Ratschlag für die Gemeinschaft der Muslime sowie durch Vermeidung von schweren Sünden, von Zinā, Lüge, Eiferertum, Stolz, Hochmut, Herabsetzung der Menschen und Selbstgefälligkeit.
  • Sie befinden es für gut, sich von jedem, der zu einer Bidʿa aufruft, fernzuhalten, sich mit der Rezitation des Korans und Niederschreiben der Traditionsnachrichten zu beschäftigen, sich mit dem Fiqh zu beschäftigen, in Bescheidenheit, Demut und Anstand, indem man reichlich Gutes tut, Schädigung vermeidet, Verleumdung und üble Nachrede unterlässt und Speise und Trank (sc. hinsichtlich ihrer Erlaubtheit) prüft.[33]

Selbstverständnis der Sunniten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die „gerettete Sekte“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bekannter Hadith besagt, dass sich die muslimische Umma in 73 Sekten aufspalten wird, von denen nur eine gerettet werden wird.[43] Bei den Sunniten gibt es die Vorstellung, dass sie diese „gerettete Sekte“ (firqa nāǧiya) sind. So erklärt zum Beispiel ʿAbd al-Qāhir al-Baghdādī (gest. 1037) in seinem häresiographischen Werk al-Farq baina l-firaq („Der Unterschied zwischen den Sekten“), dass es 20 rāfiditische, 20 charidschitische, 20 qadaritische 10 murdschiitische Sekten und darüber hinaus die Dschahmīya und die Karrāmīya gebe. Das seien die 72 irrenden Sekten. Die 73. Sekte, die die „gerettete Sekte“ sei, seien die Sunniten (ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa). Sie setzen sich nach al-Baghdādī aus zwei Gruppen zusammen, nämlich den Anhängern des Ra'y und den Anhängern des Hadith. Beide stimmten sie jedoch in den Grundlagen der Religion (uṣūl ad-dīn) überein. Unterschiede beständen lediglich bei den Ableitungen (furūʿ) aus den Normen hinsichtlich der Frage, was erlaubt und was verboten ist. Diese Unterschiede seien jedoch nicht so groß, dass sie sich gegenseitig für vom rechten Weg abgeirrt hielten.[44]

Als die Mitte der Muslime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätere sunnitische Gelehrte präsentieren die Sunniten außerdem als die muslimische Gemeinschaft der Mitte. Der Gedanke erscheint ansatzweise schon bei dem Aschʿariten ʿAbd al-Qāhir al-Baghdādī, der bei mehreren dogmatischen Fragen betont, dass die Sunniten eine Position vertreten, die in der Mitte liegt zwischen den Positionen der anderen islamischen Gruppen.[45] Ein Beispiel ist die Frage der Prädestination (Qadar), bei der sie seiner Ansicht nach mit der Kasb-Theorie genau die Mitte halten zwischen den beiden Extrempositionen der Dschabrīya und den Qadarīya.[46]

Auch der hanbalitische Gelehrte Ibn Taimīya (gest. 1328), der ansonsten für seine Kompromisslosigkeit bekannt war, hing dieser Auffassung an. Er meinte, dass die Sunniten innerhalb des Islams die Mitte (wasaṭ) darstellten, so wie der Islam die Gemeinschaft der Mitte zwischen Judentum und Christentum sei.[45] Der hanafitische Gelehrte ʿAlī al-Qārī (gest. 1606) führte diesen Gedanken später weiter aus. In seiner anti-schiitischen Schrift Šamm al-al-ʿawāriḍ fī ḏamm ar-rawāfiḍ zitiert er eine Überlieferung, der zufolge ʿAlī ibn Abī Tālib gesagt haben soll: „Zwei Arten von Menschen gehen über mich zugrunde: der übertrieben Liebende und der übertrieben Hassende.“ Hierzu merkt er an, dass der übertrieben Liebende der Rāfidit sei und der übertrieben Hassende der Charidschit. Der Sunnit dagegen liebe ʿAlī in hoher Wertschätzung und befinde sich damit in der ausgewogenen Mitte (al-wasaṭ allaḏī huwa al-qisṭ). Dies setzt al-Qārī zu dem Koranwort Sure 2:143 in Verbindung, in dem es heißt, dass Gott die Muslime zu einer in der Mitte stehenden Gemeinschaft (umma wasaṭ) gemacht habe. Da sich die Sunniten von der in dem überlieferten ʿAlī-Ausspruch beschriebenen Übertreibung fernhalten, meint al-Qārī, dass sie auch die eigentliche „Partei ʿAlīs“ (šīʿat ʿAlī) seien.[47]

Sunniten in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland leben ungefähr 2,6 Millionen Sunniten.[48] Die meisten der in Deutschland lebenden Sunniten stammen ursprünglich aus der Türkei sowie aus Marokko, Albanien, Mazedonien, Kosovo, Afghanistan, Syrien, Irak, Tunesien, Bosnien und Herzegowina, Libanon, Ägypten, Palästina und Pakistan. Die Sunniten stellen mit einem Anteil von etwa 74 % die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime dar. Neben den nach Deutschland eingewanderten Sunniten sowie ihren Nachkommen, geht man von mehreren Tausend in Deutschland lebenden Konvertiten (einerseits gebürtige Deutsche, andererseits Einwohner mit Migrationshintergrund – nicht islamisch geprägter Länder –, wie beispielsweise Italien, Polen, Russland, Spanien etc.) aus.

Die bekanntesten Deutschen, die zum sunnitischen Islam konvertierten, sind Ayyub Axel Köhler (Funktionär und ehemaliger Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland), Murad Wilfried Hofmann (Autor und ehemaliger deutscher Botschafter), Frank Bubenheim (deutscher Übersetzer islamischer Texte), Kristiane Backer (Autorin und ehemalige Fernsehmoderatorin des englischsprachigen Fernsehsenders MTV Europe), Danny Blum (Fußball-Bundesliga Profi), Kollegah (deutscher Rapper), die beiden islamistischen Prediger Pierre Vogel (ehemaliger Profiboxer) und Sven Lau (rechtskräftig verurteilter Unterstützer einer ausländischen terroristischen Vereinigung namens Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar) sowie Bernhard Falk (verurteilter ehemaliger linksextremistischer Terrorist und späterer islamistischer Aktivist).

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier bedeutendsten und mitgliederstärksten muslimisch-sunnitischen Vereine und Dachverbände in Deutschland sind:

Diese vier Dachverbände haben sich 2007 zum Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) zusammengeschlossen und verstehen sich als offizieller Ansprechpartner für den deutschen Staat. Eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft oder Körperschaft des öffentlichen Rechts steht jedoch noch aus. Es ist umstritten, ob der Koordinationsrat der Muslime als Dachorganisation die Voraussetzungen für eine Anerkennung erfüllt.[49]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arabische Quellen
  • ʿAbd al-Qāhir al-Baġdādī: Al-Farq baina l-firaq. Ed. Muḥammad ʿUṯmān al-Ḫišn. Maktabat Ibn Sīnā, Kairo o. D., S. 38f. Digitalisat – Engl. Übers. unter dem Titel Moslem Schisms and Sects, Teil I von Kate Chambers Seelye, Columbia University Press, New York, 1920. S. 38f. Digitalisat, Teil II von Abraham S. Halkin. Palestine Publishing, Tel-Aviv, 1935.
Sekundärliteratur
  • Edward Badeen: Sunnitische Theologie in osmanischer Zeit. Ergon, Würzburg, 2008. Digitalisat
  • Abbas Barzegar: „The Persistence of Heresy: Paul of Tarsus, Ibn Saba, and Historical Narrative in Sunni Identity Formation“ in Numen 58 (2011) 207–231.
  • Josef van Ess: Der Eine und das Andere: Beobachtungen an islamischen häresiographischen Texten. De Gruyter, Berlin, 2011. Bd. II., S. 1270–79.
  • Matthew Kuiper: „The Roots and Achievements of the Early Proto- Sunni Movement: A Profile and Interpretation“ in Muslim World 104 (2014) 71–88.
  • William Montgomery Watt, Michael Marmura: Der Islam II. Politische Entwicklungen und theologische Konzepte. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1985. S. 260–68.
  • Yusuf Şevki Yavuz: „Ehl-i Sünnet“ in Türkiye Diyanet Vakfı İslâm Ansiklopedisi Bd. X, S. 525–530. Digitalisat
  • Muhammad Qasim Zaman: Religion and politics under the early ʿAbbāsids: the emergence of the Proto-Sunnī elite. Brill, Leiden, 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Watt/Marmura: Der Islam II. Politische Entwicklungen und theologische Konzepte. 1985. S. 267.
  2. a b c d Abschlussdokument der Grosny-Konferenz von 2016, arabisches Original und deutsche Übersetzung.
  3. Vgl. Pierre-Jean Luizard: Histoire politique du clergé chiite, xviiie-xxie siècle. Fayard, Paris, 2014. S. 256.
  4. Beschluss 152 (17/1) der Internationalen Islamischen Fiqh-Akademie vom 28. Juni 2006 „hinsichtlich des Islams, der einen Umma und der dogmatischen und normenwissenschaftlichen Lehrrichtungen“ (bi-šaʾn al-islām wa-l-umma al-wāḥida wa-l-maḏāhib al-ʿaqadīya wa-l-fiqhīya).
  5. al-Baġdādī: Al-Farq baina l-firaq. S. 39, 273.
  6. Ibn Faqīh Fuṣṣa: ʿAin al-aṯar fī ʿaqāʾid ahl al-aṯar. Dār al-Maʾmūn li-t-Turāṯ, Damaskus, 1987. S. 53 Online-Version
  7. Muḥammad ibn Aḥmad aṣ-Ṣaffārīnī Lawāmiʿ al-anwār al-bahīya wa-sawāṭiʿ al-asrār al-aṯarīya. Muʾassasat al-Ḫāfiqain, Damaskus, 1982. Bd. I, S. 73. Digitalisat
  8. Namira Nahouza: Wahhabism and the Rise of the New Salafis. Theology, Power and Sunni Islam. Tauris, London, 2018. S. 144–147.
  9. Zu islamfatwa.de als salafistischem Fatwa-Portal siehe Mahmud El-Wereny: Fatwas und Muftis im Zeitalter des Internets: Das Fatwa-Portal islamfatwa.de als Fallstudie in Electronic Journal of Islamic and Middle Eastern Law 6 (2018) 57–77.
  10. Ibn al-ʿUthaimīn: Die Ascharis gehören nicht zu Ahlus-Sunnah wal-Djama’ah.
  11. Abū ʿAbdallāh Muḥammad ibn al-Qāsim al-Bakkī: Taḥrīr al-maṭālib fīmā taḍammanathū ʿAqīdat Ibn Ḥāǧib. Muʾassasat al-Maʿārif, Beirut, 2008. S. 40f. Digitalisat
  12. Ṣaḥīḥ Muslim, Muqaddima, Bāb anna al-isnād min ad-dīn wa-ʾanna r-riwāya lā takūn illā ʿan aṯ-ṯiqāt
  13. G.H.A. Juynboll: Muslim tradition. Studies in chronology, provenance and authorship of early ḥadīṯ. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1983. S. 17f.
  14. Zaman: Religion and politics under the early ʿAbbāsids. 1997, S. 50f.
  15. Šams ad-Dīn aḏ-Ḏahabī: Siyar aʿlām an-nubalāʾ. Ed. Šuʿaib al-Arnāʾūṭ. 11. Aufl. Muʾassasat ar-Risāla, Beirut, 1996. Bd. IV, S. 310. Digitalisat
  16. Abū Ḥanīfa: Risāla ilā ʿUṯmān al-Battī. Ed. Muḥammad Zāhid al-Kauṯarī. Kairo, 1949. S. 38. Digitalisat.
  17. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1273.
  18. Muḥammad ibn Aḥmad al-Malaṭī: Kitāb at-tanbīh wa-r-radd ʿalā ʾahl al-ahwāʾ wa-l-bidaʿ. Ed. Sven Dedering. Schwarz, Berlin, 2009. S. 143. Digitalisat
  19. a b Ulrich Rudolph: Al-Māturīdī und die sunnitische Theologie in Samarkand. Brill, Leiden 1997. S. 66.
  20. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1274.
  21. a b So Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī: Kitāb al-Ibāna ʿan uṣūl ad-diyāna. Kairo, o. D., Nachdruck Dār Ibn Zaidūn, Beirut, o. D., S. 8. Digitalisat
  22. Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī: Kitāb Maqālāt al-islāmīyīn wa-iḫtilāf al-muṣallīn. Ed. Hellmut Ritter. Maṭbaʿat ad-daula, Istanbul, 1929–1933. S. 471, Zeile 10. Digitalisat
  23. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1275f.
  24. Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. Ǧarīr aṭ-Ṭabarī: Taʾrīḫ ar-rusul wa-l-mulūk. Hrsg. von M. J. de Goeje. Brill, Leiden, 1879–1901. Bd. III, S. 1114, Zeile 4–8 Digitalisat und Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1278.
  25. Vgl. Yāqūt ar-Rūmī: Muʿǧam al-Buldān Ed. F. Wüstenfeld. Brockhaus, Leipzig, 1866–1870. Bd. III, S. 213f. Digitalisat und van Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. I, S. 332.
  26. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1273f.
  27. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1276.
  28. Ess: Der Eine und das Andere. 2011, Bd. II, S. 1276.
  29. Šams ad-Dīn al-Muqaddasī: Kitāb Aḥsan at-taqāsīm fī maʿrifat al-aqālīm. Ed. M. J. de Goeje. 2. Aufl. Brill, Leiden 1906. S. 37. Digitalisat – Französische Übersetzung André Miquel. Institut Français de Damas, Damaskus, 1963. S. 88.
  30. Watt/Marmura: Der Islam II. Politische Entwicklungen und theologische Konzepte. 1985, S. 266.
  31. Siehe zum Beispiel Hermann Heimart Cludius: Muhammeds Religion, aus dem Koran dargelegt, erl. u. beurtheilt. Hammerich, Altona, 1809. S. 599f. Digitalisat
  32. Kate Chambers Seelyes: Moslem Schisms and Sects. 1920, S. 38.
  33. a b Abū l-Ḥasan al-Ašʿarī: Kitāb Maqālāt al-islāmīyīn wa-iḫtilāf al-muṣallīn. Ed. Hellmut Ritter. 2. Aufl. Steiner, Wiesbaden, 1963. S. 290–297. Digitalisat – Vgl. die Übersetzung bei Joseph Schacht: Der Islām mit Ausschluss des Qur'āns. Mohr/Siebeck, Tübingen 1931, S. 54–61. Digitalisat
  34. Abū Ǧaʿfar aṭ-Ṭaḥāwī: al-ʿAqīda aṭ-Ṭaḥāwīya. Dār Ibn Ḥazm, Beirut, 1995. Digitalisat – engl. Übersetzung in William Montgomery Watt: Islamic creeds: a selection. Edinburgh Univ. Press, Edinburgh, 1994. S. 56–60.
  35. Ibn al-Ǧauzī: Al-Muntaẓam fī sulūk al-mulūk wa-l-umam. Ed. Muḥammad und Muṣṭafā ʿAbd al-Qādir ʿAṭā. 18 Bände. Dār al-Kutub al-ʿilmīya, Beirut, 1992. Band XV, S. 279–282 Digitalisat und die dt. Teilübersetzung bei Adam Mez: Die Renaissance des Islâms. Winter, Heidelberg, 1922. S. 198–201 Digitalisat.
  36. al-Ġazālī: Iḥyāʾ ʿulūm ad-dīn. Dār Ibn Ḥazm, Beirut, 2005. S. 106–111. Digitalisat - Engl. Übersetzung in William Montgomery Watt: Islamic creeds: a selection. Edinburgh Univ. Press, Edinburgh, 1994. S. 73–79.
  37. William Cureton: "Pillar of the Creed of the Sunnites". Society for the Publication of Oriental Texts, London, 1843. (Digitalisat)
  38. Ed. Ašraf ibn ʿAbd al-Maqṣūd. Aḍwāʾ as-salaf, Riad, 1999. Digitalisat
  39. Henri Laoust: La profession de foi d'Ibn Taymiyya, texte, trad. et commentaire de la Wāsiṭiyya. Geuthner, Paris, 1986.
  40. Merlin L. Swartz: "A Seventh-Century (A.H.) Sunnī Creed: The ʿAqīda Wāsiṭīya of Ibn Taymīya" in Humaniora Islamica 1 (1973) 91–131.
  41. Ein PDF der vierten Auflage, die 1422h (= 2001/02 n. Chr.) in Riad erschien, findet sich hier.
  42. Badeen: Sunnitische Theologie in osmanischer Zeit. 2008, S. 22f.
  43. Watt/Marmura: Der Islam II. Politische Entwicklungen und theologische Konzepte. 1985. S. XVI.
  44. al-Baġdādī: Al-Farq baina l-firaq. S. 38f. - Engl. Übers. Chambers Seelye S. 38 (der Ausdruck ahl as-sunna wa-l-ǧamāʿa ist hier mit “the orthodox” übersetzt).
  45. a b John B. Henderson: The construction of orthodoxy and heresy: Neo-Confucian, Islamic, Jewish, and early Christian patterns. State University of New York Press, Albany, N.Y., 1998. S. 107.
  46. al-Baġdādī: Al-Farq baina l-firaq. S. 292. - Engl. Übers. Halkin S. 194.
  47. ʿAlī al-Qārī: Šamm al-al-ʿawāriḍ fī ḏamm ar-rawāfiḍ. Ed. Maǧīd Ḫalaf. Markaz al-Furqān, Kairo, 2004. S. 74, 76. Digitalisat
  48. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 30. Januar 2016.
  49. Was muslimischen Verbänden die Anerkennung als Religionsgemeinschaft bringt, in: Berliner Zeitung vom 27. August 2016, abgerufen am 17. Februar 2017