Adelboden
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| Adelboden | |
|---|---|
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Bern |
| Amtsbezirk: | Frutigen |
| BFS-Nr.: | 0561 |
| PLZ: | 3715 |
| UN/LOCODE: | CH ADL |
| Koordinaten: | (609225 / 149120)46.4933297.5587941350Koordinaten: 46° 29′ 36″ N, 7° 33′ 32″ O; CH1903: (609225 / 149120) |
| Höhe: | 1'350 m ü. M. |
| Fläche: | 88.2 km² |
| Einwohner: | 3606 (31. Dezember 2007)[1] |
| Website: | www.3715.ch |
| Karte | |
Adelboden ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Frutigen des Kantons Bern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Adelboden liegt im Westen des Berner Oberlands, am Ende des Engstligentals, das bei Frutigen ins Kandertal mündet.
Adelboden ist ein Bergdorf: Kirche und Hauptstrasse liegen auf 1350 m ü. M., der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist der Grossstrubel mit 3242 m, der tiefste Punkt ist im Engstligental auf 1045 m.
Die Vegetation ist subalpin und alpin: die Hänge sind oft bewaldet, die Plateaus und Terrassen dienen als Alpweiden.
Der Hauptteil des Orts liegt auf einer nach Süden gerichteten Terrasse über dem Engstligental. Zur Gemeinde gehören aber auch die Bäuerten Ausserschwand, Boden, Gilbach, Hirzboden und Stigelschwand.
Die markantesten Berge sind Lohner (3048 m ü. M.), Tschingellochtighorn (2735 m ü. M.), Steghorn (3146 m ü. M.), Wildstrubel (3242 m ü. M.), Fitzer (2458 m ü. M.), Tschenten (2025 m ü. M.; mit Bergbahn) und Gsür (2708 m ü. M.).
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Adelboden kommt vom Adelgras (Alpenwegerich) und Boden (flaches Geländestück). Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Innerschwand, der heutige Dorfkern, als "der Adelboden" bezeichnet. [2] Schon in den ersten Sagen von Adelboden ist erwähnt, dass auf der Südterrasse, wo heute das Dorfzentrum ist, reichlich Adelgras wuchs, das bei den dortigen Bauern als Viehweide sehr beliebt ist.
Die zu Adelboden gehörenden Alpen Engstligenalp und Silleren werden im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt. Die Bewohner des Engstligentals werden als Waldleute bezeichnet. Im 15. Jahrhundert erhält Adelboden eine eigene Kirche und über 50 Hausväter bürgen für das Gehalt des Pfarrers. Im 16. Jahrhundert schliesst sich Adelboden der Reformation an, der katholische Pfarrer flieht über den Hahnenmoospass ins weiterhin katholische Freiburgerland.
Bis ins zwanzigste Jahrhundert gab es in Adelboden keinen geschlossenen Dorfkern, das Dorf bestand aus Streusiedlungen in den Bäuerten Hirzboden, Bonderle, Boden, Stiegelschwand, Innerschwand (auf dem Gebiet des heutigen Dorfkerns) und Ausserschwand. Der einzige Weg nach Frutigen führt hoch oben auf der rechten Talseite entlang. Die kleinbäuerliche Bevölkerung lebte von Viehzucht und Milchwirtschaft und zog im Jahreslauf vom Tal auf die Alpen und zurück - noch in den 1920ern hatten die zwei reichsten Bauern von Adelboden je gerade acht Kühe im Stall. Ein häufiger sehr bescheidener Zusatzverdienst war das Anfertigen von Streichholzschachteln, woran die armen Familien einschliesslich Kinder bis spät in die Nacht arbeiteten.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es durch Missernten und Tierseuchen zu grosser Not und in der Folge wanderten viele Adelbodner aus.
In den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurde die erste Fremdenpension gebaut, die noch heute als Hotel im Besitz der gleichen Familie ist (Hotel Hari im Schlegeli). 1884 war die neue Zugangsstrasse entlang der Engstlige fertig, 1887 entstand das Hotel Wildstrubel und bald darauf weitere Hotels, zuerst nur für Sommerbetrieb. 1901 führte das Grandhotel als erstes eine Wintersaison ein und in den nächsten Jahren Jahrhundertwende führte der Tourismus zu einem markanten Anwachsen der Bevölkerung. In den 1930ern wurde die Seilbahn auf die Engstligenalp gebaut.
[Bearbeiten] Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1764 | 1850 | 1900 | 1910 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 |
| Einwohner | 1051 | 1513 | 1564 | 2163 | 2417 | 2873 | 2881 | 3326 | 3276 | 3347 | 3634 |
[Bearbeiten] Sprachen
Sprache ist Deutsch, genau genommen Adelbodetütsch, ein sehr spezifischer, höchstalemannischer Dialekt des Berner Oberlands mit Anlehnungen an den urtümlichen Walliser Dialekt.
[Bearbeiten] Konfessionen
Reformiert 81.54 %
Röm.-Kat. 4.77 %
Freikirchen 13.63 %
Das Frutigland ist eine der Berner Regionen, in denen protestantische Freikirchen eine wesentliche Rolle spielen.
[Bearbeiten] Politik
Legislative ist die zweimal jährlich stattfindende Gemeindeversammlung. Exekutive ist der Gemeinderat mit neun Mitgliedern, die alle ehrenamtlich tätig sind.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In Adelboden herrscht eine Mischung aus Landwirtschaft, Gewerbe (Baufirmen, Mineralquelle Adelbodner Mineral) und Tourismus vor. Arbeitsstellen gibt es im Gastgewerbe (ca. 490 Personen), anderen Dienstleistungen (ca. 500 Personen), Baugewerbe (ca. 310 Personen), Autogewerbe (ca. 30 Personen), bei der Mineralquelle (ca. 45 Personen) und in der Landwirtschaft (Vollerwerb ca. 45 Personen).
[Bearbeiten] Landwirtschaft
Adelboden hat auch heute noch viele Landwirtschaftsbetriebe, hauptsächlich Viehzucht und Milchwirtschaft, wobei die Mehrheit der Bauern auch noch einem Nebenerwerb nachgeht. Es gibt 3000 Stück Rindvieh in der Gemeinde, die den Sommer mehrheitlich auf den zahlreichen zur Gemeinde gehörenden Alpen wie Silleren, Engstligenalp oder Furggi verbringen. Die Kuhrechte dieser Alpen sind sehr begehrt und die Alpen sind, im Gegensatz zu anderen Gegenden, alle bewirtet. Auf den Alpen wird Berner Alpkäse hergestellt, ein Hartkäse, der nach zwei Jahren Lagerung als Hobelkäse bezeichnet wird. Er wird grösstenteils direkt an Private verkauft, teilweise auch in örtlichen Restaurants und Läden - ausserhalb von Adelboden ist er nicht erhältlich.
[Bearbeiten] Tourismus
Der Tourismus in Adelboden ist besonders auf Familien ausgerichtet. In Adelboden gibt es 24 Hotels mit 1291 Betten, 800 Ferienwohnungen mit 10'000 Betten, 28 Gruppenunterkünfte mit 830 Betten, 3 Campingplätze und 40 Restaurants. Ungewöhnlich für einen Schweizer Ferienort ist, das gleich drei Hotels dem Verband christlicher Hotels angehören und zusammen 25% der Hotelbetten und 33% der Übernachtungen stellen.
Im Sommer gibt es 300 km Wanderwege, vom Spaziergang bis zum alpinen Klettersteig. Zahlreiche Bergbahnen führen in die Höhe. Zusätzliche Angebote bestehen in Form von Mountainbike-Routen, Flugzeug-Modellbau, Gleitschirm-Fliegen, Tennis-Plätzen, Wellness-Angeboten und anderem.
Am 9. Juli 2005 wurde Adelboden als erster Alpiner Wellness-Urlaubsort der Schweiz zertifiziert.
Die Skiregion Adelboden-Frutigen-Lenk umfasst 56 Transportanlagen mit mehr als 170 km Pisten aller Schwierigkeitsgrade, einschliesslich der Weltcup-Riesenslalom-Piste auf dem Chuenisbärgli. Dazu gibt es 23 km Langlaufloipen, 74 km Winterwanderwege und ein Kunsteiszentrum (mit Eisbahn und Einrichtungen für Curling und Eisstockschiessen).
In Adelboden befindet sich mit dem Pfadfinderinnenzentrum Our Chalet eines der vier Weltzentren der World Association of Girl Guides and Girl Scouts.
[Bearbeiten] Verkehr
Adelboden liegt am Ende einer Sackgasse, es gibt also keinen Durchgangsverkehr. Ins Tal von Adelboden gelangt man von Spiez (Autobahn A6 von Bern) oder Kandersteg (Autoverlad von Wallis/Italien) auf der Hauptstrasse Richtung Frutigen-Adelboden.
Frutigen ist eine Station der Lötschberglinie. Von dort aus gibt es stündliche Postautokurse. Adelboden hat zahlreiche Bergbahnen und lokale Buslinien nach Ausserschwand und Boden-Engstligenfälle. Die Stiegelschwand wird umweltfreundlich mit Pferdekutschen bedient. Zu Fuss kann man von der Engstligenalp (Bergbahn) via Chindbettipass zum Gemmipass und ins Wallis kommen, über den Hahnenmoospass (Bergbahn) ins Simmental oder über die Bonderchrinde ins Kandertal.
[Bearbeiten] Kunst, Kultur
- spätgotische Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert und Glasfenstern von Augusto Giacometti von 1936.
[Bearbeiten] Musik
- Kammermusik-Festival
- Alpines Ländlertreffen Engstligenalp (letzter Sonntag im August)
[Bearbeiten] Schulen
In Adelboden gibt es Primarschule, Realschule und Sekundarschule. Schulen Adelboden Seite
[Bearbeiten] Landschaftliche Sehenswürdigkeiten
- Engstligenfälle: die Engstlige stürzt 600 m in die Tiefe und bildet einen der schönsten Wasserfälle im Berner Oberland. Eindrücklich ist der Alpaufzug im Sommer, wenn 350 Kühe und Rinder neben dem Wasserfall auf dem schmalen Saumpfad durch die Felswand nach oben ziehen.
- Engstligenalp: Hochebene auf 2000 m Höhe, rollstuhlgängiger Rundweg
- Cholerenschlucht: tief eingeschnitten, begehbar
- Chuenisbärgli, schwierigste Riesenslalompiste des FIS-Weltcups, 2005/06 neu gebaute Sesselbahn mit Bergstation, gemütliches Bergrestaurant
- Furggi, höchstgelegene Alp
[Bearbeiten] Auengebiete
Auf dem Gebiet von Adelboden gibt es seit 2003 drei geschützte Auengebiete von nationaler Bedeutung:
- die Engstligenalp (alpine Schwemmebene), No. 1352
- Hornbrügg am Ende des Gilbachtals (subalpine Flussaue), No. 323
- Lochweid hinteren Teil des Tschententals (montane Flussaue), No. 324
[Bearbeiten] Söhne und Töchter von Adelboden
- Gebrüder Schmid, Skipioniere
- Willy Klopfenstein, Skispringer
- Fritz Tschannen, Skispringer
- Frieda Dänzer, Skirennfahrerin
- Marlies Oester, Skirennfahrerin
- Hans Pieren, Skirennfahrer
- Adolf Roesti, Skirennfahrer
- Annerösli Zryd, Skirennfahrerin
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
- ↑ Karl Stettler: Das Frutigland. Huber & Comp., Bern 1887.
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Adelboden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Offizielle Website der Gemeinde Adelboden
- Artikel Adelboden im Historischen Lexikon der Schweiz
- Adelboden Tourismus
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