Kirchheim bei München

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchheim bei München
Kirchheim bei München
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchheim bei München hervorgehoben
48.17678333333311.755983333333511Koordinaten: 48° 11′ N, 11° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 511 m ü. NHN
Fläche: 15,51 km²
Einwohner: 12.611 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 813 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85551
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 131
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Münchner Straße 6
85551 Kirchheim bei München
Webpräsenz: www.kirchheim-heimstetten.de
Bürgermeister: Maximilian Böltl (CSU)
Lage der Gemeinde Kirchheim bei München im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild

Kirchheim bei München (amtlich: Kirchheim b. München) ist eine Gemeinde im Landkreis München in Bayern.

Die oberbayerische Gemeinde Kirchheim liegt nordöstlich von München in der Nähe des Autobahnkreuzes München-Ost (Autobahnkreuz der A 94 und des Autobahnrings A 99). Zur Gemeinde gehören noch die Ortsteile Heimstetten und Hausen.

Geografie[Bearbeiten]

Kirchheim befindet sich im Osten der Münchner Schotterebene. Es ist fast komplett eben und befindet sich in einer Höhe zwischen ca. 524 m (Südrand des Gemeindegebiets) und 499 m (Speichersee). Das Gemeindegebiet umfasst heute keine natürlichen Oberflächengewässer mehr. Der Abfanggraben, der Mittlere-Isar-Kanal, der Heimstettener See und der Ismaninger Speichersee sind künstliche Gewässer. Der Grundwasserpegel ist in der Gemeinde Kirchheim etwa zwischen 5 und 6 Meter unter Grund.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen spiegelt die Geschichte der Gemeinde wider. Im Zuge der Gebietsreform wurden die Wappen der Gemeinden Kirchheim und Heimstetten vereint.

Wappen der Gemeinde Kirchheim[Bearbeiten]

Geteilt von Blau und Gold, oben silberne Windfahne, unten rotes Andreaskreuz. Das Kreuz weist auf die seit 1098 bestehende Grundherrschaft des Stiftes St. Andrä hin. Die Windfahne geht auf eine Geschichte zurück, nach der vier Bauern (die vier Windigen von Kirchheim) Anfang des 19. Jahrhunderts eine goldene Windfahne für den Kirchturm stifteten.

Wappen der Gemeinde Heimstetten[Bearbeiten]

Geteilt von Gold und Schwarz, oben rotes Schwert und roter Palmenzweig, unten drei silberne Leisten. Das Wappen soll durch die Farben gelb und schwarz die Beziehung zu München symbolisieren und an den Regensburger Bischof St. Emmeram erinnern, dessen Märtyrer-Attribute die Palme und das Schwert waren. Die silbernen Leisten wurden aus dem Wappen der Baierbrunner übernommen. Konrad von Baierbrunn verkaufte 1324 seinen Kirchheimer Hof samt Zehent an den Münchner Bürger Martin Katzmair und schenkte 1328 dem Kloster Anger seine zwei Höfe in Heimstetten.

Im Zuge der Gebietsreform wurden die beiden Wappen der Gemeinden Kirchheim und Heimstetten vereint. Die linke Hälfte entspricht dem Wappen der Gemeinde Kirchheim, die rechte dem der Gemeinde Heimstetten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet von Kirchheim war schon seit frühesten Zeiten besiedelt. Die bisher frühesten Siedlungsreste – aus der frühen Keltenzeit – wurden beim Bau des neuen Heimstettener Sportzentrum nordwestlich Heimstettens gefunden. Seither war das Gemeindegebiet durchgängig besiedelt, was durch zahlreiche Funde, die bei Bauarbeiten zu Tage traten, belegt ist.

Kirchheim[Bearbeiten]

Die Kirchheimer Siedlung wurde im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet, wurde aber wohl im 9. Jahrhundert zur Pfarrkirche St. Andreas verlegt. Hofolth de Kirichaim, der zwischen 1098 und 1137 bezeugt ist, ist nicht nur der erste namentlich genannte Bürger Kirchheims, sondern hier wurde auch der Namen des Ortes erstmals genannt. Bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten die landwirtschaftlichen Anwesen verschiedenen Klostern (z. B. dem Angerkloster in München, dem Kloster Schäftlarn oder dem Kloster Rott) sowie wohlhabenden Bürgern. Erst nach der Säkularisation gingen die Anwesen in den Besitz der Bauern über. Bereits in den 1870er Jahren hatte Kirchheim eine Freiwillige Feuerwehr, die von Heimstetten wurde am 1. Mai 1878 gegründet. Im Jahre 1898 wurden erstmals 6 Kirchheimer Anwesen (von ca. 30) an das Stromnetz angeschlossen. Die Straßenbeleuchtung wurde mit drei Bogenlampen ab dem Jahre 1912 eingeführt und erst im Jahre 1928 erweitert.

Hausen[Bearbeiten]

Hausen, früher Husun (bei den Häusern), existiert seit dem 8. Jahrhundert und wurde zwischen 937 und 957 schriftlich belegt. Die Ortschaft gehörte kirchlich und administrativ seit jeher zu Kirchheim. Heute hat der Ortsteil zwischen 300 und 400 Einwohnern.

Hausen grenzt direkt an den Hauptort Kirchheim, der Dorfcharakter ist jedoch weitgehend erhalten geblieben. Seit 1982 hat Hausen einen eigenen Maibaum, der vom Verein Maibaumfreunde Hausen im Ortszentrum aufgestellt wird.

Aus dem Dorf Hausen stammten Matthias Westermeier, Gründer der Kirchheimer Schäffler, und Toni Meyer, Gründer der Musikkapelle Kirchheim.

Hausen ist Deutschlands häufigster Ortsname, im Landkreis München gibt es nur eine Siedlung mit diesem Namen. [3]

Heimstetten[Bearbeiten]

Gasthaus und Tafernwirtschaft von Johann Glasl auf einer Postkarte von 1918

Haynstetten wurde erstmals 1324 schriftlich in einer Urkunde genannt. In dieser Urkunde wird bezeugt, dass Konrad von Baierbrunn (Chunrat von Paybrunn) seinen Hof in Heimstetten samt dem Zehent an Martin Kazmair verkauft. Es wird aber davon ausgegangen, dass Heimstetten schon wesentlich früher bestanden haben dürfte.

Der Ortsname lässt zweierlei Deutungen zu. Zum einen könnte der Name auf ein früher sehr bewaldetes Gebiet hinweisen, wofür die früheren Schreibweisen des Namens („hayn, hain“) wie auch die in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1328 ersichtliche Waldnutzung sprechen. Zum anderen könnte der Ortsname auch ein Personennamen („Haino oder Haimo“) sein.

Heimstetten (wie auch Kirchheim) wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbstständige politische Gemeinde. Der Ort hatte bis 1960 aber immer unter 600 Einwohner, zur Zeit der Eingemeindung wurden 1684 Bürger gezählt. 1973 wurde der Gemeinde erstmals ein Wappen verliehen. Im Zuge der im Jahr 1976 verabschiedeten Gebietsreform wurde Heimstetten am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Kirchheim bei München eingegliedert.[4]

Die Eisenbahnlinie München – Neuötting wurde am 1. Mai 1871 eröffnet, Heimstetten bekam zum 1. Mai 1897 einen „Halteplatz für den Vorortverkehr“. 1907 wurde diesem wegen „des starken Verkehrsaufkommens“ eine Bahnhofswirtschaft beigefügt. Im Jahr 1972 wurde die Haltestelle nach Umbau Station der S-Bahn München – eine der Hauptursachen für die spätere starke Zunahme der Einwohnerzahl.

Religionen[Bearbeiten]

Kirchheim und Heimstetten waren ursprünglich rein katholisch. Erst zur Zeit Napoleons Anfang des 19. Jahrhunderts kamen mit den sogenannten Überrheinern (Flüchtlinge aus den durch Napoléon Bonaparte besetzten linksrheinischen Gebieten Deutschlands) auch evangelische Christen in das Gemeindegebiet. Bis 1985 mussten sie nach Feldkirchen in die dortige evangelische Kirche gehen. Seit den 1960er Jahren leben auch Moslems in Kirchheim.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Eine Auswahl der Einwohnerentwicklung seit 1840 von Kirchheim, seit 1978 inkl. Heimstetten, in jüngerer Zeit jeweils Haupt- und Nebenwohnsitze

Jahr Einwohner Einwohner
mit Hauptwohnsitz
in Kirchheim
Einwohner
mit Nebenwohnsitz
in Kirchheim
1840 253
1871 293
1900 375
1925 379
1945 354
1960 545
1966 787
1970 1.441
1978 3.510
1985 10.486
1990 12.070
2000 12.323
2003 12.202
2005[5] 13.083
2007[6] 12.148 942
2011[7] 12.640 845

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher 1. Bürgermeister war von 1990 bis 2014 der Stadtplaner Heinz Hilger, dessen Amt am 1. Mai 2014 von Maximilian Böltl (CSU) übernommen wurde.

Für frühere Bürgermeister der Gemeinde Kirchheim b.München siehe: Liste der Bürgermeister von Kirchheim bei München
Für die Bürgermeister der Gemeinde Heimstetten siehe: Liste der Bürgermeister von Heimstetten
Der Ortsteil Hausen hatte nie eigene Bürgermeister.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung seit 1978:

Jahr CSU SPD FDP Grüne ödp VFW[8] NK[9] LWK[10] Unabh.
1978 7 4 2 n. a. n. a. 3 n. a. n. a. 0
1984 10 6 1 1 n. a. 2 n. a. n. a. 0
1990 8 4 1 2 n. a. 6 3 n. a. 0
1996 9 4 1 2 1 7 n. a. n. a. 0
2002 10 4 2 1 1 5 n. a. n. a. 1
2008 7[11] 4 1 1 1 7 n. a. 3[12] 0
2014 10 7 1 2 1 2 n. a. 1 0

n. a. = bei dieser Wahl nicht angetreten

Die Sitzverteilung gilt jeweils für den Beginn der Legislaturperiode. Die Sitzverteilungen sind verschiedenen Ausgaben der Broschüre Kirchheim von A–Z entnommen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 26. September 1998 besteht eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Caramanico Terme. Seit Anfang 2006 besteht auch eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Páty.[13]

Neue Ortsmitte[Bearbeiten]

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Kirchheim (anfangs die eigenständigen Gemeinden Kirchheim und Heimstetten) daran, eine neue Ortsmitte (früher „Ortszentrum“) zu erstellen. Erster Schritt war die Errichtung der Grund- und Hauptschule I (damals Grund- und Teilhauptschule) in der Mitte zwischen den damals noch selbstständigen Gemeinden Kirchheim und Heimstetten im Jahr 1971. Langjährige Planungen folgten. Im Jahre 1989 wurde dazu der damalige Bebauungsplan 61 beschlossen. Im Jahr 1990 brachten die Kommunalwahlen eine wesentliche Änderung der Kräfteverhältnisse im Gemeinderat von Kirchheim, was dazu führte, dass sich der neue Gemeinderat mehrheitlich gegen die bisherige Planung entschied. Es kam zu einer völligen Neuplanung der Ortsmitte, die zwischenzeitlich u. a. eine Überdeckelung der Staatsstraße St 2082, die zwischen den Ortsteilen Kirchheim und Heimstetten hindurchführt, vorsah. Nach weiteren Um- und Neuplanungen – u. a. wurde die Überdeckelung der Staatsstraße aus Kostengründen wieder aus den Planungen gestrichen – stellte der Kirchheimer Gemeinderat das Bauleitplanverfahren im Dezember 2012 ein.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel Liste der Baudenkmäler in Kirchheim bei München

Museen[Bearbeiten]

Das Freilichtmuseum Bajuwarenhof Kirchheim gibt einen lebendigen Einblick in das bäuerliche Leben des frühen Mittelalters.

Musik[Bearbeiten]

Die bekannteste Musikgruppe aus Kirchheim ist die von Toni Meyer gegründete Musikkapelle Kirchheim, welcher auch die Städtepartnerschaft mit Caramanico Terme zu verdanken ist. Daneben gibt es auch die Hausner Big Band und einen Männergesangverein sowie verschiedene Jugend-Bands.

Parks[Bearbeiten]

In Kirchheim soll im Rahmen der Neuen Ortsmitte ein sogenannter Grünzug entstehen. Noch besteht er allerdings größtenteils aus Ackerland. Bereits um 1970 wurden im Gemeindegebiet Hecken angelegt als Windbrecher und Biotope.

Bereits vorhanden ist die Räterwiese im Zentrum vom Heimstetten, mit Basketballplatz, Fußballplatz und einer großen Grünfläche. In der gesamten Ortschaft sind mehrere Kinderspielplätze verteilt, der größte davon ist der „Abenteuerspielplatz“ in Nähe des Altenwohnheims.

Ein weiterer Naherholungsraum ist der Heimstettener See (im Volksmund „Fidschi“ genannt), der sich nur noch zum Teil im Ortsgebiet befindet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Unter Denkmalschutz stehen:

  • die Kapelle St. Ulrich (Heimstetten)
  • das Meilerhaus (Heimstetten)
  • das Wegkreuz an der Bahnhofstraße (Gusseisen um 1900) (Heimstetten)
  • die Pfarrkirche St. Andreas (Kirchheim)
  • das Wegkreuz an der Heimstettener Straße (Gusseisen, 19. Jahrhundert) (Kirchheim)

Denkmäler[Bearbeiten]

In Kirchheim gibt es Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs im Kirchenportal und für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs an der Westseite der Friedhofsmauer. In Heimstetten befindet sich ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege an der Ostseite der Ulrichskapelle.

Kirchen[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Andreas in Kirchheim
Die Katholische Kirche St. Peter von Heimstetten, erbaut 1991, Architekt Alexander von Branca

Die älteste Kirche ist die St.-Andreas-Kirche, die im Jahre 1671 errichtet wurde. Sehenswert ist der Rokoko-Altar aus dem Jahre 1770. Die Cantate-Kirche wurde im Mai 1985 eingeweiht und die St.-Peter-Kirche wurde am 30.  Juni 1991 durch Friedrich Kardinal Wetter geweiht. In Heimstetten gibt es noch die Kapelle St. Ulrich, die am 14. Oktober 1895 fertig gestellt und am 19. Juli 1896 geweiht wurde. Es gibt Bestrebungen, im Ortsteil Heimstetten auf einem Grundstück an der Räterstraße eine weitere evangelische Kirche zu errichten.

Sport[Bearbeiten]

Der Sportpark Heimstetten ist die Heimat des SV Heimstetten. Die erste Fußballmannschaft spielt seit 2012 in der viertklassigen Regionalliga Bayern. Der Sportpark liegt mit einer Fläche von 80.000 m² direkt an der Autobahn A 99. Er ist im Jahre 2001 gebaut worden und umfasst drei Fußballplätze (ein Trainingsplatz, dem Stadion selbst sowie einem Kunstrasenplatz), zehn Tennisplätze und ein Beachvolleyballfeld. Ebenso befindet sich dort das Vereinslokal „Zum Kelten“.

Im Hauptort Kirchheim befindet sich die Sportanlage des Kirchheimer Sportclubs, der „Merowinger Hof“, eine Tennisanlage des TC 83 Kirchheim sowie eine Minigolfanlage. Die Fußballer des Kirchheimer SC spielen in der Saison 2014/15 in der sechstklassigen Landesliga Südost und werden vom ehemaligen Profi-Torhüter Michael Hofmann trainiert.

Im Ortsteil Hausen gibt es keinen Sportverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In jedem Jahr gibt es mehrere Feierlichkeiten in Kirchheim. Am namhaftesten ist das Dorffest, das in Kirchheim im Bereich des alten Ortskerns jedes Jahr im Juni stattfindet. Seit 2001 veranstaltet der Burschenverein Kirchheim am Ostersonntag den Ostertanz, der zu den größten Festen der Gemeinde zählt. Weiters gibt es noch den großen Faschingsball der alljährlich von der Kirchheimer Feuerwehr im Feuerwehrhaus veranstaltet wird.

Im Räterzentrum finden ebenfalls jedes Jahr mehrere Veranstaltungen, wie das Räterfest und der Christkindlmarkt, statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Zwischen den beiden Ortsteilen Kirchheim und Heimstetten verläuft die Staatsstraße 2082, die die Gemeinde u. a. an den Autobahnring A 99 anbindet. Die trennende Wirkung der Staatsstraße sollte mit dem Bau der Neuen Ortsmitte überwunden werden. Kirchheim und Heimstetten sind mittels zweier Straßen sowie einer Fußgängerbrücke verbunden. Der Lärmbelastung durch Staatsstraße sowie Autobahnring wurde an mehreren Stellen mit Lärmschutzwällen entgegengewirkt. Das südlich der Bahnstrecke gelegene Gewerbegebiet ist über die Kreisstraße M 1 an die Bundesautobahn 94 nahe dem Autobahnkreuz München-Ost angeschlossen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Kirchheim bei München verläuft die bis Markt Schwaben elektrifizierte und zweigleisige, dann eingleisige Bahnstrecke München–Mühldorf. Sie ist auf dem Abschnitt Markt Schwaben–Mühldorf nicht elektrifiziert und wird im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 940 geführt. Der Streckenabschnitt München–Markt Schwaben sowie die Zweigstrecke nach Erding ist in das Netz der Münchner S-Bahn als S-Bahn-Linie S2 integriert. Die S-Bahnen werden unter der Kursbuchstreckennummer 999.2 geführt. Im Gemeindegebiet von Kirchheim bei München liegt der Haltepunkt Heimstetten. Der Bahnhof Heimstetten verfügt über zwei Bahnsteiggleise. Der Bahnsteig ist 76 Zentimeter hoch.[15] Die Bahnstrecke München–Mühldorf wurde am 1. Mai 1871 in Betrieb genommen.[16] Nach der Eröffnung der Bahnstrecke gab es jedoch noch keinen Bahnhof im Gemeindegebiet von Kirchheim bei München. Der Haltepunkt Heimstetten wurde erst nachträglich am 1. Mai 1897 mit dem Ausbau des von der Stadt München östlich gelegenen Vorortbahnnetzes eröffnet. Die Bahnstrecke München–Markt Schwaben–Erding ist seit 1972 elektrifiziert und in das Netz der S-Bahn München integriert. Seit 1972 wird der Haltepunkt Heimstetten nur noch von S-Bahnen bedient. Alle Regionalzüge der Südostbayernbahn passieren die Bahnhöfe ohne Halt.[17] Heute verkehren auf der Bahnstrecke München–Erding S-Bahn-Züge der Linie S2 der Relation PetershausenDachau–München–Heimstetten–Poing–Markt SchwabenOttenhofen–Erding im 20-Minutentakt nach München. Der Abschnitt Markt Schwaben–Erding wird nur im 20/40-Minutentakt bedient.[18]

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Regionalbuslinie 262 verbindet die Kirchheimer Ortsteile untereinander. Die Buslinie 263, die von Montag bis Samstag alle 10 und 20 min verkehrt, stellt eine Verbindung mit den Nachbarorten Aschheim und Feldkirchen sowie mit den Bahnhöfen Heimstetten, Feldkirchen, München-Riem und der U-Bahn-Haltestelle Messestadt West her. Ebenfalls durch die Gemeinde fährt die Regionalbuslinie 463, die von Kirchheim über Gelting nach Markt Schwaben verkehrt.[19]

Collegium 2000[Bearbeiten]

Seit 2001 gibt es in Kirchheim ein Senioren- und Pflegeheim „Collegium 2000“. Dort leben etwa 100 ältere Menschen. Ein Teil des Heims besteht aus sogenannten betreuten Wohnungen. Der andere Teil ist die Pflegeabteilung, in der pflegebedürftige Personen betreut werden. Ebenfalls im Gebäude des Collegium 2000 untergebracht sind der Hospizverein und das Familienzentrum Kirchheim.

Jugendeinrichtungen[Bearbeiten]

Kirchheim und Heimstetten verfügen über viele verschiedene Jugendeinrichtungen, davon ist die größte das Jugendzentrum Kirchheim, das sich im Heimstettener Ortsteil befindet. Hier finden öfters Konzerte und Partys statt, sowie ein täglicher Betrieb. Weiterhin bestehen viele Jugendcafes, die von ehrenamtlichen Jugendlichen geführt werden. Dazu gehören Cafe X, Cafe Zufall, CuBar und das 2011 neu gegründete Café Y für 14- bis 16-jährige, in dem kein Alkohol verkauft wird.

Die beiden sehr beliebten Treffpunkte Cafe Wohnzimmer und Cafe Underground wurden in den letzten Jahren aufgrund von Ruhestörungen geschlossen.

Eine Besonderheit in Kirchheim ist das selbst verwaltete Jugendzentrum, das sogenannte „Rülps“, geführt von dem Jugendverein Rülps e. V. Hier werden viele Punk- und Alternativkonzerte veranstaltet. Das Rülps wird oft als das „etwas andere“ Jugendheim betrachtet und die Einrichtung hat sich innerhalb der Gemeinde bewährt und ist mittlerweile in ganzen Münchener Umland bekannt.

Seit Mitte 2008 war dieses Jugendzentrum vorläufig geschlossen worden. Dies geschah aus Sicherheitsgründen wegen der etwa zwanzig Jahre alten Elektroinstallationen durch das Ordnungsamt Kirchheim mit sofortiger Wirkung. Das Betreten wurde unter Androhung von Bußgeld untersagt. Die Sanierung der Elektroanlagen konnte das Rülps nicht selbst übernehmen, deswegen blieb das Jugendzentrum geschlossen und wurde im Herbst 2010 abgerissen. Der weiterhin bestehende Verein Rülps e. V. wurden in Kellerräumen des Jugendzentrums untergebracht und veranstaltet dort seit Frühjahr 2012 wieder regelmäßig Konzerte, Lesungen und Partys.

Bildung[Bearbeiten]

Haupteingang des Gymnasiums der Gemeinde Kirchheim bei München
Kindergarten St. Andreas, von 1874 bis 1971 die Schule des Ortes

Ursprünglich wurden die Kinder aus Kirchheim, Heimstetten, Hausen und weiteren umgebenden Orten, soweit sie überhaupt zum Unterricht gingen, vom Eremiten der Einsiedelei St. Emmeram (gelegen an der Gemeindegrenze Heimstetten/Feldkirchen) unterrichtet. Der letzte Eremit, Frater Humpmayr, starb 1804 mit 81 Jahren, und das Kloster wurde säkularisiert. Die Kinder aus Kirchheim wurden danach mehr schlecht als recht von verschiedenen Personen unterrichtet, unter anderem vom Maurer von Kirchheim in dessen Stube, doch die war so eng, dass, wie Pfarrer Joseph Sagstätter berichtete, einige der Schüler sogar im Hühnerstall des Maurers sitzen mussten. Obgleich schon bald Pläne zum Bau eines Schulhauses gemacht wurden, dauerte es doch bis 1836, bis endlich ein Haus neben der Kirche (an der Stelle des heutigen Rathauses) angekauft und mit einem Ziegeldach versehen wurde. Das Haus war jedoch feucht und klamm, so dass die jeweiligen Schulmeister häufig erkrankten und oft wechselten. Das Schulhaus wurde auch zu klein, so dass ab 1872 wieder Planungen für ein neues Schulhaus aufgenommen wurden. Im Jahr 1874 wurde dann gegenüber der bestehenden Schule die neue Schule gebaut. Das alte Schulhaus wurde zum Armenhaus sowie zum Feuerwehrhaus. 1886 wurde das Schulhaus aufgestockt und zweiklassig, 1911 wurde der Querbau mit einem neuen Eingangsbereich angebaut und die Schule 3-, später 4-klassig. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Schülerzahl wegen der Flüchtlinge stark an und ein Teil der Schüler musste im nebenan gelegenen Wirtshaus „Alter Wirt“ unterrichtet werden. Erst 1969 wurde der Bau einer neuen Schule, der Grund- und Teilhauptschule Kirchheim-Heimstetten, heute Grund- und Hauptschule Kirchheim, in Angriff genommen. 1971 wurde der erste Bauabschnitt mit 9 Klassenzimmern in Betrieb genommen, wobei die Schüler der 7. bis 9. Hauptschulklassen nach Feldkirchen (bei München) zur Schule gehen mussten. Zwei weitere Bauabschnitte folgten 1975 und 1979. Die alte Schule an der Münchner Straße wurde renoviert; dort residiert seither der Kindergarten St. Andreas. 1982 wurde die Grundschule II an der Martin-Luther-Straße eingeweiht, 1989 die Grundschule III an der Gruber Straße. Seit 1984 hat die Gemeinde ein Gymnasium an der Heimstettener Straße. Diese erhielt 2004/2005 sowie 2009/2010 jeweils einen Erweiterungsbau. Bevor das Gymnasium bestand, mussten die Gymnasiasten nach Markt Schwaben, Ismaning oder Haar ausweichen. Eine Realschule wurde vom gemeinsamen Zweckverband der Gemeinden Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen, der auch das Gymnasium trägt, in der Gemeinde Aschheim eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kirchheim von A–Z, Wissenswertes aus den Gemeindeteilen Hausen, Heimstetten und Kirchheim. März 2003
  • Cornelia Baumann: Chronik der Gemeinde Kirchheim b. München. Gemeinde Kirchheim 1987

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirchheim bei München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Grundwasser
  3. Zuhause in Hausen: Dorf bei Kirchheim trägt Deutschlands häufigsten Ortsnamen Artikel der Münchner Wochenanzeiger vom 24. Juni 2014; Abgerufen am 27. Juli 2014
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 584.
  5. 30. Juni
  6. 31. Mai
  7. 30. November
  8. Vereinigte freie Wählergemeinschaft
  9. Neues Kirchheim
  10. Lebenswertes Kirchheim
  11. Austritt zweier Fraktionsmitglieder der CSU im Juni 2010, Bildung der „Neuen Union“
  12. Austritt eines Fraktionsmitglied Herbst 2009, ab sofort fraktionslos
  13. Páty in der ungarischsprachigen Wikipedia
  14. Ortszentrum - Neue Ortsmitte Kirchheim: Dez. 2012 - Einstellung der Bauleitplanverfahren auf der Webseite der Gemeinde; Abgerufen am 25. Januar 2013
  15. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Heimstetten. In: deutschebahn.com. DB Station&Service. Abgerufen am 1. April 2013.
  16.  Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München–Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4.
  17.  Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  18.  Nikolaus Wilhelm-Stempin: S-Bahnhöfe in und um München. BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-0927-4.
  19. Liniennetz vom Landkreis München (PDF; 727 kB) In: mvv-muenchen.de. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Abgerufen am 1. April 2013.