Feldkirchen (Landkreis München)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Feldkirchen
Feldkirchen (Landkreis München)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Feldkirchen hervorgehoben
48.1511.733333333333523Koordinaten: 48° 9′ N, 11° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 523 m ü. NHN
Fläche: 6,41 km²
Einwohner: 6940 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1083 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85622
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
85622 Feldkirchen
Webpräsenz: www.feldkirchen.de
Bürgermeister: Werner van der Weck (SPD)
Lage der Gemeinde Feldkirchen im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild

Feldkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München, direkt am ehemaligen Flughafen München-Riem. Die Gemeinde hat sich in den letzten Jahren von einem Ort mit dörflicher Struktur zu einer Vorstadtgemeinde entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Feldkirchen gemeinsam mit einer Kapelle geht zurück ins Jahr 853. Die Kapelle ist dem heiligen Bischof Emmeram gewidmet, welcher in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts bei Feldkirchen zu Tode kam. Später wurde Feldkirchen dem Rentamt München und dem Landgericht Wolfratshausen des Kurfürstentums Bayern zugeordnet. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Nachdem sich so genannte „Überrheiner“ (insbesondere Pfälzer und Badener) in Feldkirchen ansiedelten, wurde 1833 eine der ersten evangelischen Gemeinden im Münchner Umland gegründet. Diese Pfarrei wurde später Mutterpfarrei einer Reihe von weiteren evangelischen Gemeinden der Umgebung.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie München-Neuötting am 1. Mai 1871 erhielt Feldkirchen einen eigenen Bahnhof. Dieser wurde 1972 Station der S-Bahn München und wird derzeit von der Linie S2 bedient (Stand 2013). Die am 1. Januar 1942 in Betrieb genommene Güterbahnlinie Feldkirchen - Abzw. Nordost (bei Johanneskirchen) wurde bereits 1949 wieder stillgelegt und abgebaut. Die ursprüngliche Trasse ist heute in Form eines Biotops von ca. drei Kilometer Länge unter Schutz gestellt.

Nach Einstellung des Kiesabbaus am Baggersee an der östlichen Gemeindegrenze entstand ab 1937 der Heimstettener See, welcher heute als Badesee und Naherholungsgebiet genutzt wird.

Mit dem Bau der nahe liegenden Autobahn A99 und A94 mit den Autobahnanschlüssen „Feldkirchen Ost“ und „Feldkirchen West“ wurde die überregionale Anbindung des Ortes wesentlich ausgebaut.

Die Schließung des benachbarten Flughafens München-Riem im Jahr 1992 hat zu einer besseren Lebensqualität der Bewohner geführt. In den folgenden Jahren entstand auf dem Flughafengelände der Münchner Stadtteil Messestadt Riem mit dem Einkaufszentrum Riem Arcaden und dem Landschaftspark Riemer Park.

Ein Zukunftsprojekt hat Feldkirchen im Jahr 2008 zusammen mit den Gemeinden Aschheim und Kirchheim in Angriff genommen. Über ein Fernwärmenetz wird Erdwärme in die Gemeinden verteilt und verringert die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Nach der ersten Bohrung im Jahr 2008 wurden 2009 die ersten Haushalte angeschlossen.

Namensursprung[Bearbeiten]

Die geschichtliche Rolle Feldkirchens als eine der ersten protestantischen Gemeinden in der Region wird oft fälschlich als Namensursprung gedeutet in der Annahme, in München nicht geduldete Protestanten seien genötigt worden, ihre Kirche außerhalb der Stadt („auf dem Feld“) zu errichten. Dies ist jedoch aus mehreren Gründen falsch. Erstens stammten die Feldkirchner Protestanten nicht aus München, sondern aus linksrheinischen Gebieten, zweitens lag die Gemeinde früher viel zu weit vom Münchner Stadtrand entfernt, um als Ausweichpunkt für eine Kirche zu dienen, drittens gab es in München keine solche Protestantenvertreibung und viertens existierte Feldkirchen bereits unter diesem Namen lange bevor eine protestantische Konfession überhaupt entstanden war. Richtig ist lediglich die Ableitung von der „Kirche auf dem Feld“, dies bezog sich jedoch auf die nahe der alten Salzstraße errichtete Kapelle für St. Emmeran.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Für die Gemeinde Feldkirchen sind keine amtlich benannten Gemeindeteile ausgewiesen. Das Wohngebiet am „Dornacher Feld“ ist ein zusätzlicher Stimmbezirk.

Wappen[Bearbeiten]

Das derzeitige Wappen der Gemeinde geht auf einen Gemeinderatsbeschluss vom 4. Februar 1970 zurück, in welchem auch die Bedeutung der heraldischen Elemente erklärt ist.

Beschreibung: Gespalten von Blau und Silber; links über gesenktem silbernen Schräglinksbalken eine goldene Muschel; rechts eine blaue Kugel, aus der ein blaues Kreuz entspringt. Der Schräglinksbalken stellt den durch Feldkirchen führenden alten Verkehrsweg, die Salzstraße, dar. Die Muschel symbolisiert als Jakobsmuschel die katholische Pfarre St.Jakob d.J.; die blaue Kreuzkugel symbolisiert die in Feldkirchen besonders alte evangelische Kirchengemeinde.

Die Kapelle St. Emmeram
Die evangelische Kirche (Blick vom Rathaus)

Religion[Bearbeiten]

Eine regionale Bedeutung hat Feldkirchen im Jahre 1833 erlangt, als die erste evangelische Gemeinde im Münchner Umland gegründet wurde. Von der Mutterpfarrei in Feldkirchen wurden erste Unterrichte und Gottesdienste ab 1918 in Dorfen, 1920 in Grafing, 1921 in Erding, 1937 in Aschheim, Parsdorf, Poing, Markt Schwaben, Vaterstetten und Riem bzw. 1971 in Kirchheim bei München veranstaltet.

Die nach einer von König Ludwig I. (Bayern) für das gesamte Königreich Bayern bewilligten Spendensammlung im Jahr 1840 unmittelbar an der Gemeindegrenze zur heutigen Gemeinde Kirchheim bei München (Ortsteil Heimstetten) im heutigen St.-Emmeram-Gedächtnishain errichtete St.-Emmeram-Gedächtniskapelle wurde 1843 eingeweiht und zwischen 1978 und 1983 renoviert.[2]

Neben der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde gibt es in Feldkirchen das Gospel Life Center, eine christliche Freikirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Feldkirchen war Wohnort der bayerischen Volksschauspielerin und Regisseurin Ruth Drexel, zusammen mit ihrem 1998 verstorbenen Lebensgefährten, dem Volksschauspieler Hans Brenner. Ruth Drexel starb am 26. Februar 2009 und wurde am 2. März 2009 in Feldkirchen beerdigt. Früher lebte in demselben Haus der Schauspieler Gunnar Möller (Ich denke oft an Piroschka).

Vereine[Bearbeiten]

Der TSV Feldkirchen spielt in der Fußball-A-Klasse - Gruppe 6 Kreis München. Momentan gibt es zwei Herrenmannschaften.

Weiterhin unterhält der Bayerische Landesjagdverband seine Zentrale in Feldkirchen.

Für Musik sorgt die Feldkirchner Blaskapelle seit 1964.

Das neue Rathaus mit Bibliothek.

Politik[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde Werner van der Weck von der SPD in einer Stichwahl am 16. März 2008 mit 69,5 % der Stimmen gewählt.

Sitzverteilung im Gemeinderat:

  • CSU 7 Sitze (1 Frau)
  • SPD 7 Sitze (4 Frauen)
  • UWV 6 Sitze (1 Frau)

Feldkirchen unterhält mit der sächsischen Gemeinde Rietschen und der italienischen Gemeinde Bisignano Ortspartnerschaften.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Feldkirchen verfügt über mehrere Gewerbegebiete, die dank der Nähe zur Neuen Messe München in den letzten Jahren spürbar gewachsen sind. Vor allem Unternehmen aus der Medizintechnik haben sich hier angesiedelt, wie zum Beispiel Hitachi, BrainLAB, Schiller oder Pulsion. In Feldkirchen sind aber auch andere bekannte Unternehmen wie Intel, T-Systems oder Cadence vertreten.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Feldkirchen liegt verkehrsgünstig direkt an den Autobahnen A94 und A99.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Feldkirchen verläuft die bis Markt Schwaben elektrifizierte und zweigleisige, dann eingleisige Bahnstrecke München–Mühldorf. Sie ist auf dem Abschnitt Markt Schwaben–Mühldorf nicht elektrifiziert und wird im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 940 geführt. Der Streckenabschnitt München–Markt Schwaben sowie die Zweigstrecke nach Erding ist in das Netz der Münchner S-Bahn als S-Bahn-Linie S2 integriert. Die S-Bahnen werden unter der Kursbuchstreckennummer 999.2 geführt. Im Gemeindegebiet von Feldkirchen liegt der Bahnhof Feldkirchen. Der Bahnhof Feldkirchen verfügt über zwei Bahnsteiggleise. Der Bahnsteig ist 76 Zentimeter hoch.[3] Die Bahnstrecke München–Mühldorf wurde am 1. Mai 1871 in Betrieb genommen.[4] Mit dem Bahnstrecke ging auch der Bahnhof Feldkirchen in Betrieb. Die Bahnstrecke München–Markt Schwaben–Erding ist seit 1972 elektrifiziert und in das Netz der S-Bahn München integriert. Seit 1972 wird der Bahnhof Feldkirchen nur noch von S-Bahnen bedient. Alle Regionalzüge der Südostbayernbahn passieren den Bahnhof ohne Halt.[5] Heute verkehren auf der Bahnstrecke München–Erding S-Bahn-Züge der Linie S2 der Relation PetershausenDachau–München–Feldkirchen–HeimstettenPoingMarkt SchwabenOttenhofenErding im 20-Minutentakt nach München. Der Abschnitt Markt Schwaben–Erding wird nur im 20/40-Minutentakt bedient.

Busverkehr[Bearbeiten]

Es sind Regionalbusverbindungen in viele Nachbargemeinden, darunter Aschheim, Haar und Kirchheim vorhanden. Die Buslinie 263, die von Montag bis Freitag im Stundentakt verkehrt, stellt eine Verbindung mit den Nachbarorten Aschheim und Kirchheim bei München sowie mit den Bahnhöfen Heimstetten, Feldkirchen, München-Riem und der U-Bahn-Haltestelle Messestadt West her. Außerdem verkehren im Gemeindegebiet von Feldkirchen drei weitere Buslinien.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Feldkirchen

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelia Baumann: Chronik der Gemeinde Feldkirchen bei München. Gemeinde, Feldkirchen 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Fritz Lutz, St. Emmeram bei München-Oberföhring, ein ehemaliges Wallfahrts- und Schuleremitorium, Eigenverlag o.J. (ca. 1992), S. 167 f.
  3. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Feldkirchen. In: deutschebahn.com. DB Station&Service. Abgerufen am 1. April 2013.
  4.  Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München–Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4.
  5.  Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  6. Liniennetz vom Landkreis München (PDF; 727 kB) In: mvv-muenchen.de. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Abgerufen am 1. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldkirchen (Landkreis München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien