Attenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Attenweiler
Attenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Attenweiler hervorgehoben
48.1347222222229.6977777777778596Koordinaten: 48° 8′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 596 m ü. NHN
Fläche: 27,21 km²
Einwohner: 1776 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88448
Vorwahl: 07357
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bachstraße 7
88448 Attenweiler
Webpräsenz: www.attenweiler.de
Bürgermeister: Monika Brobeil
Lage der Gemeinde Attenweiler im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild

Attenweiler ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Attenweiler liegt rund zehn Kilometer nordnordwestlich von Biberach an der Riß in einer flachhügeligen Altmoränenlandschaft, in der die Endmoräne der Rißeiszeit in tertiäres Hügelland übergeht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile:

  • Attenweiler (mit Gutershofen, Hausen o. R., Rusenberg, Schammach)
  • Oggelsbeuren (mit Aigendorf, Ellighofen, Riedenhof, Willenhofen)
  • Rupertshofen (mit Vogelhof)

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Attenweiler, Oggelsbeuren und Rupertshofen neu gebildet.

Geschichte Attenweilers[Bearbeiten]

Wappen

Der Ort Attenweiler wurde erstmals 1254 als Sitz von Ortsadel erwähnt. Die Herren von Atinwilare sind von 1254 bis 1296 nachgewiesen. Zwischen 1347 und 1531 erwarb das Heilig-Geist-Spital in Biberach an der Riß das Dorf nach und nach fast vollständig. Wie in der paritätischen Reichsstadt Biberach wurde auch in Attenweiler ab 1548 Gottesdienst beider Konfessionen gefeiert. Im Zuge der Mediatisierung 1803 mit Biberach an die Grafen von Sternberg-Manderscheid, 1835 verkauften diese den Besitz an das Königreich Württemberg.

Bis nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges (1618-1648) gehörte der heutige Ortsteil Rusenberg dem katholischen Jakob Schenk von Stauffenberg, der es 1656 an das Franziskanerinnenkloster Oggelsbeuren verkaufte, weil er aufgrund einer Erbschaft nach Rißtissen gezogen war.

Geschichte Oggelsbeurens[Bearbeiten]

Wappen

Das nördlich von Attenweiler gelegene Dorf Oggelsbeuren wurde 1275 erstmals als Oggelspurren genannt, ab dem 16. Jahrhundert heißt es auch oft Oberspeiren. Kirche und Pfarrei waren schon vor 1363 dem Stift Buchau inkorporiert. Der Ort war im Besitz der Grafen von Grüningen-Landau, ab Anfang des 14. Jahrhunderts Teil der Herrschaft Warthausen und mit dieser ab 1331 in Besitz des Hauses Habsburg. Bis 1446 teilte der Ort die wechselnden Verpfändungen Warthausens. Ab 1446 wurden die Herren von Stein mit dem Ort belehnt. Vermutlich unterstellten diese den Ort im 16. Jahrhundert dem Ritterkanton Donau der Reichsritterschaft. 1695 kam der Ort in Besitz des Stifts Buchau, mit der Säkularisation 1803 an die Fürsten von Thurn und Taxis. Die Staatshoheit fiel 1806 an das Königreich Württemberg, das den Ort ab 1810 als Teil des Oberamts Riedlingen verwaltete. Bis 1849 war Oggelsbeuren zudem unter fürstlicher Patrimonialverwaltung der Thurn und Taxis.

Geschichte Rupertshofens[Bearbeiten]

Wappen

Grabfunde belegen eine alemannische Besiedlung im frühen Mittelalter. Der Ort Rupertshofen teilte seit dem Mittelalter als Teil der Herrschaft Warthausen die Geschichte von Oggelsbeuren. 1788 wurde die Pfarrei Rupertshofen gegründet, vorher war sie ein Filial der Pfarrei Oggelsbeuren. Seit 1811 bestand in Rupertshofen eine eigene Schultheißerei. Der Weiler Vogelhof war im 18. Jahrhundert ein Treffpunkt von Bettlern, Gaunern und fahrendem Volk.

Religionen[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es die katholischen Kirchengemeinden St. Blasius in Attenweiler, St. Johannes Baptist in Oggelsbeuren und St. Vitus in Rupertshofen, die zum Dekanat Biberach der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehören.

Die Evangelische Kirchengemeinde Attenweiler gehört zum Kirchenbezirk Biberach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Neben der politischen Gemeinde Attenweiler umfasst sie Uttenweiler mit Sauggart und Ahlen, die Ortsteile Aßmannshardt und Alberweiler der Gemeinde Schemmerhofen und den Ortsteil Moosbeuren der Gemeinde Oberstadion. Die Evangelische Kirchengemeinde hat insgesamt 1.050 Mitglieder (Stand: Herbst 2004).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist von der Landwirtschaft und dem Handwerk geprägt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke in Attenweiler[Bearbeiten]

  • Kirche St. Blasius, erbaut 1722
  • Evangelische Kirche, erbaut 1843 im Stil des Klassizismus, 1975 renoviert
  • Ehemaliges Pfarrhaus erbaut 1732 im Stil des Barock
Rupertshofen um 1900

Bauwerke in Oggelsbeuren[Bearbeiten]

  • Ehemaliges Kloster Oggelsbeuren: 1378 gegründetes Franziskanerinnenkloster. Das Kloster kaufte 1656 das Gut Rusenberg von Jakob Schenk von Stauffenberg, der in Risstissen ansaessig war. 1787 wurde das Kloster aufgehoben; zweite Besiedlung 1854 durch einen Franziskanerinnenkonvent, der 1859 nach Kloster Sießen umzog; ab 1860 Heimat der „Piuspflege“. Ein Teil der Gebäude des barocken Neubaus von 1714 ist erhalten, nach einem Brand 1953 wurden die Gebäude wiederhergestellt.
  • Pfarrkirche St. Johann Baptist, erbaut 1849 anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus, renoviert 1974
  • Kapelle in Aigendorf, erbaut 1870 anstelle einer älteren Kapelle

Bauwerke in Rupertshofen[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Vitus, erbaut 1810, Turm von 1863, 1977 renoviert

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Diemer: Festvortrag 750 Jahre Attenweiler. In: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach. 27. Jg. 2004, Heft 2, S. 83–86
  • Paul Hespeler: Attenweiler. Zwei Konfessionen und ein Dorf. Gemeinde Attenweiler, Attenweiler 1993, ISBN 3-924489-67-X
  • Reinhold Mildenberger: Unter Reichsadler und Krummstab. Streiflichter zur Dorf- und Kirchengeschichte von Attenweiler. Evangelische Kirchengemeinde, Attenweiler 1986

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Attenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)