Ochsenhausen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Biberach | |
| Höhe: | 613 m ü. NN | |
| Fläche: | 59,96 km² | |
| Einwohner: |
8749 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88416 | |
| Vorwahl: | 07352 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BC | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 26 087 | |
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 88416 Ochsenhausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Denzel | |
| Lage der Stadt Ochsenhausen im Landkreis Biberach | ||
Ochsenhausen ist eine Stadt in Oberschwaben an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße, bekannt für die ehemalige Reichsabtei der Benediktiner, heute Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg und das Öchsle. Durch ein Zweigwerk der Firma Liebherr, Südpack und weitere mittelständische Unternehmen ist die Stadt ein nicht unwesentlicher Industriestandort im Landkreis Biberach.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zur Stadt Ochsenhausen gehören seit der Gemeindereform 1975 auch die früher selbstständigen Gemeinden Reinstetten, Hattenburg und Mittelbuch mit den Ortsteilen Wennedach, Laubach, Eichen, Goppertshofen, Bebenhaus und Einöden.
Geschichte [Bearbeiten]
Zur Geschichte des Namens gibt es eine vergnügliche Sage, die vielleicht auch ein Körnchen Wahrheit enthält. Demnach soll in der Gegend schon im 9. Jahrhundert ein Nonnenkloster namens Hohenhusen bestanden haben. Im 10. Jahrhundert flohen die Nonnen vor den eindringenden Ungarn ins Österreichische. Eine Truhe mit ihren Schätzen und Reliquien vergruben sie. Jahre später stieß ein Ochse beim Pflügen auf die Holzkiste. Die Freude war groß, an der Fundstelle entstand wenig später das Kloster Ochsenhausen.
Die Geschichte Ochsenhausens ist eng mit der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen verbunden. Die erste Klosterkirche wurde im Jahre 1093 geweiht. 1391 wird Ochsenhausen, das zuvor zum Kloster St. Blasien gehörte, eine eigenständige Abtei. Die Klosterkirche wurde in den Jahren 1489 bis 1495 unter Abt Simon Langenberger gebaut, 1615 bis 1618 erfolgte unter Abt Johannes Lang der Neubau des Konventgebäudes, 1783 bis 1789 wurden unter dem letzten Abt Romuald Weltin der Bibliotheksaal und der Konventsaal hinzugefügt.
1495 erhält es den Titel einer freien Reichsabtei. 1501 erhoben sich deren Lehensbauern aus 38 Ortschaften bewaffnet gegen das Kloster und erreichten 1502 eine Verbesserung ihrer Lehensbedingungen. Das dürfte der Grund gewesen sein, warum die Bauernkriege 1525 dort keinen größeren Schaden anrichteten. Auch gelang es seinem Prälaten Gerwick Blarer, die Einführung der Reformation in diesem Gebiete zu verhindern. Im Zuge der Säkularisation erfolgte die Besitzergreifung von Ort und Kloster Ochsenhausen durch Reichsgraf Franz Georg von Metternich-Winneburg-Beilstein am 20. Februar 1803 mit einem Patent an alle Untertanen. Am 30. Juni 1803 verlieh Kaiser Franz II. dem Reichsgrafen die persönliche Fürstenwürde und erhob Ochsenhausen zum Fürstentum.[2] Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes fiel das Gebiet 1806 staatsrechtlich an das Königreich Württemberg. 1825 verkaufte Metternich seine dortigen Besitzungen für 1,2 Mio. Gulden an Württemberg.
1950 erhielt Ochsenhausen die Stadtrechte. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Reinstetten (am 1. Dezember 1971) und Mittelbuch (am 1. Januar 1975) nach Ochsenhausen eingemeindet. Seit Anfang der 1980er Jahre wurde die Innenstadt saniert und modernen Bedürfnissen angepasst. Diese Bemühungen wurden 2005 vom Baden-Württembergischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister als beispielhaft ausgezeichnet.
siehe auch Burg Ametshausen, Burg Buchberg, Burg Buchhalde, Burg Hattenburg, Burg Mittelbuch, Burg Oberstetten, Burg Reinstetten, Burg Rottum
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat besteht seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 aus 21 Mitgliedern. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen (die Veränderungen beziehen sich auf die vorletzte Wahl im Jahr 2004):
| Fraktion | Wahlergebnis | ± | Stärke | ± |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 38,2 % | −5,1 Pp. | 9 Sitze | ±0 |
| FWG | 32,5 % | +1,7 Pp. | 7 Sitze | +1 |
| Unabhängige Liste | 14,7 % | −1,1 Pp. | 3 Sitze | ±0 |
| SPD | 10,4 % | +0,3 Pp. | 2 Sitze | ±0 |
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Ochsenhausen liegt an der Bundesstraße 312 (Stuttgart–Memmingen).
Das "Öchsle", die Schmalspurbahn von Biberach an der Riß nach Ochsenhausen wurde 1899 eröffnet. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten die Bahnhofsgebäude von Reinstetten und Ochsenhausen als Einheitsbahnhöfe vom Typ IIa respektive IIIa.[3] Der Personenverkehr wurde 1964 eingestellt, heute nutzt eine touristische Museumsbahn die Gleise bis Warthausen.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Die Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen GmbH (gegründet 1954) mit 1.750 Mitarbeitern produzieren jährlich ca. 900.000 Kühl- und Gefriergeräte.
- Die Firma Südpack Verpackungen GmbH & Co. mit 950 Mitarbeitern ist ein weiterer großer Arbeitgeber Ochsenhausens.
- Angele Schmiedetechnik im Teilort Reinstetten ist Hersteller für Schmiedefeuer und Werkstattausrüstung für das handwerkliche Schmieden.
- Wölfle GmbH baut Fahrerkabinen, Steuerungen und Kabelkonfektionen unter anderem für Liebherr.
Einrichtungen [Bearbeiten]
Ochsenhausen war Sitz des ehemaligen Dekanats Ochsenhausen des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum neuen Groß-Dekanat Biberach gehört.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
In der Gemeinde Ochsenhausen gibt es allgemeinbildende Schulen aller Schularten: das Gymnasium Ochsenhausen, die Realschule Ochsenhausen, die Grund- und Werkrealschule Reinstetten-Ochsenhausen in Reinstetten[4], die Grundschule Ochsenhausen, die Grundschule Mittelbuch und mit der Rottumtalschule Ochsenhausen eine Förderschule.
Mit der Fürstenwaldschule gibt es außerdem ein waldpädagogisches Angebot an die Kindergärten und Schulen im Landkreis, sowie an interessierte Erwachsenengruppen. Einmal im Jahr finden hier und im nahen Fürstenwald die „Waldjugendspiele“ für die Ochsenhausener Schulen statt.
In den Gebäuden des ehemaligen Klosters ist die Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg untergebracht. Sie hat sich zur Aufgabe gesetzt, „die musisch-kulturellen Kräfte bei der Erziehung der Jugend zu stärken“.
Im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung bietet das Bildungswerk Ochsenhausen ein breites Spektrum an Fortbildungsmöglichkeiten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Ochsenhausen und der Ortsteil Reinstetten liegen an der Oberschwäbischen Barockstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten. Ochsenhausen liegt auch an der Mühlenstraße Oberschwaben.
Museen [Bearbeiten]
Mit der „Öchsle“-Bahn-Schmalspurstrecke Ochsenhausen–Warthausen verfügt die Stadt über eine Museumseisenbahn. Das Bahnhofsensemble steht unter Denkmalschutz.
Das kleine "Museum der Waschfrauen" befindet sich im nördlichen Teil des Öchsle-Bahnhofs.
Das Klostermuseum im Schlossbezirk informiert über die reiche Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen
Bauwerke [Bearbeiten]
- Ehemalige Reichsabtei des Benediktinerordens mit der Kirche St. Georg
- Krummbach, hanggeführter Kanal, als „Benediktiner-Klosterwaal“ errichtet.
- Rathaus, 1606 als Kornhaus erbaut
- Gasthof zur Post, 1650
- Klosterapotheke, 1736
- Gottesackerkapelle St. Veit, 1679
- Scharfrichterhaus
- Dr.-Hans-Liebherr-Sporthalle, 2010
Sport und sonstige Vereine [Bearbeiten]
- Die TTF Liebherr Ochsenhausen spielen derzeit in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Herren und auch in der European Champions League.
- Der Sportverein Ochsenhausen mit seinen Abteilungen Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Badminton, Floorball und Klettern bietet ein vielseitiges Angebot.
- Der Handballsportverein HSV Reinstetten/Ochsenhausen e.V. betreut Jugend- und Aktive Mannschaften.
- Stadtgarde zu Pferd Königsdragoner Ochsenhausen.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Beim Öchsle-Fest (jährlich Mitte Juni) verwandelt sich das gesamte Stadtgebiet in einen historischen Handwerkermarkt mit landwirtschaftlichen Oldtimer-Fahrzeugen.
- Seit 1980 gibt es den Fürstenwaldlauf, der jährlich im Juni stattfindet. Er gehörte zu den ersten Volksläufen überhaupt und hatte bereits in den 1980er-Jahren eine überdurchschnittliche Resonanz. Er beginnt im Hopfengarten-Stadion und führt dann durch den Fürstenwald.
- Seit Anfang der 1980er Jahre gibt es das Mostfest, bei dem der beste Most prämiert wird. Die Teilnehmer kommen aus ganz Oberschwaben, von der Schwäbischen Alb, aus dem Allgäu und aus dem Bodenseegebiet.
- Jeden Freitag vor Aschermittwoch (Rußiger Freitag) veranstaltet die Kanevalgesellschaft-Narrenzunft Ochsenhausen ihren Nachtumzug mit ca. 5000 Teilnehmern.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Alfred Remmele, Unternehmer
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Joseph Gabler (1700–1771), deutscher Orgelbaumeister
- Joseph Ersing (1882–1956), deutscher Politiker (Zentrum, CDU), MdR, MdL (Württemberg-Baden)
- Josef Hecht (1882–1956), Lehrer und Denkmalpfleger
- Albrecht Köstlin (1905–1970), Agrarökonom, Landarbeitswissenschaftler und Bautechnologe der Landwirtschaft
- Werner Simmling (* 1944), deutscher Politiker (FDP), MdB
- Hanns-Friedrich Kunz (* 1945), deutscher Sänger und Chorleiter
- Matthias Dolderer (* 1970), Kunstflugpilot
- Sandro Cortese (* 1990), Motorradrennfahrer
- Nicole Rolser (* 1992), Fußballspielerin
Literatur [Bearbeiten]
- Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Biberach. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1837 (Volltext bei Wikisource)
- Volker Himmelein (Hrsg.): Alte Klöster, neue Herren. Die Säkularisation im deutschen Südwesten 1803. Aufsätze. Erster Teil. Vorgeschichte und Verlauf der Säkularisation. Thorbecke, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-0212-2
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Volker Himmelein (Hrsg.): Alte Klöster, neue Herren. Die Säkularisation im deutschen Südwesten 1803. Aufsätze. Erster Teil. Vorgeschichte und Verlauf der Säkularisation, S. 428/430
- ↑ Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
- ↑ www.schule-reinstetten-ochsenhausen.de
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