Beselich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beselich
Beselich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beselich hervorgehoben
50.4502777777788.1427777777778288Koordinaten: 50° 27′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 31,53 km²
Einwohner: 5541 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65614
Vorwahl: 06484
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Steinbacher Straße 10
65614 Beselich
Webpräsenz: www.beselich.de
Bürgermeister: Michael Franz (parteilos)
Lage der Gemeinde Beselich im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-Pfalz Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Lahn-Dill-Kreis Bad Camberg Beselich Brechen (Hessen) Dornburg (Hessen) Elbtal (Hessen) Elz (Westerwald) Hadamar Hünfelden Limburg an der Lahn Limburg an der Lahn Löhnberg Mengerskirchen Merenberg Runkel Selters (Taunus) Villmar Waldbrunn (Westerwald) Weilburg Weilmünster WeinbachKarte
Über dieses Bild

Beselich ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Beselich liegt am nordöstlichen Rand des Limburger Beckens, am Rand des Lahntals, am Südosthang des Westerwaldes 220 m über NN in Mittelhessen. Schon von weitem sichtbar ist der Beselicher Kopf (296 m). Die Bäche Schupbach, Tiefenbach, Kerkerbach und Brandbach durchfließen das Gemeindegebiet.

Die Gesamtfläche der Gemeinde von 3153 ha ist folgendermaßen aufgeteilt:[2]

Geologie[Bearbeiten]

Die Landschaft ist teilweise bewaldet und geprägt durch Marmor-, Ton-, Basalt- und Eisenerzvorkommen. Bis in die heutige Zeit wird in der Gemarkung Obertiefenbach Ton abgebaut. Der schwarze Marmor aus der Gemarkung Schupbach wird weltweit angewandt, unter anderem wurde er im Empire State Building in New York City verwendet.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Beselich besteht aus den Ortsteilen Heckholzhausen, Niedertiefenbach, Obertiefenbach (Sitz der Gemeindeverwaltung) und Schupbach.

Nachbargemeinden und -städte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Beselich grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Waldbrunn, im Norden an die Gemeinde Merenberg, im Nordosten an die Stadt Weilburg, im Südosten an die Stadt Runkel, im Südwesten an die Kreisstadt Limburg und im Westen an die Stadt Hadamar.

Waldbrunn Merenberg Weilburg
Hadamar Nachbargemeinden
Limburg Runkel
Denkmal für Gottfried von Beselich vor der Pfarrkirche in Obertiefenbach
Klosterruine Beselich
Eine Lokomotive als Denkmal für die ehemalige Kerkerbachbahn, in Heckholzhausen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Beselich entstand im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 30. Dezember 1970 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Heckholzhausen, Niedertiefenbach, Obertiefenbach und Schupbach. Der Name rührt von der Flurbezeichnung "Beselicher Kopf" (296 m) im Zentrum der neuen Gesamtgemeinde, der erstmals im Jahr 1156 Erwähnung fand. Auf dem Beselicher Kopf befand sich das Prämonstratenserinnenkloster Beselich, dessen Gründung von Erzbischof Hillin von Trier im Jahr 1163 bestätigt wurde. Zwischen 1170 und 1230 wurde die dreischiffige Basilika des Klosters errichtet, die heute in restaurierter Form als denkmalgeschützte Ruine erhalten ist. 1588 wurde das Kloster reformiert. Der heute noch landwirtschaftlich genutzte ehemalige Klosterhof ging 1656 in Privatbesitz über. In seiner Nähe wurde 1764 bis 1767 die katholische Wallfahrtskapelle "Maria Hilf" erbaut. Am 1. Juli 1974 wurde Beselich durch die Zusammenfassung des Oberlahnkreises mit dem Kreis Limburg dem neuen Landkreis Limburg-Weilburg zugeordnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Heckholzhausen, Niedertiefenbach, Obertiefenbach und Schupbach eingegliedert.[3]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

In der Gemeinde Beselich gibt es die zwei katholische Kirchengemeinden St. Ägidius Obertiefenbach und St. Marien Niedertiefenbach sowie zwei evangelische in Schupbach und in Heckholzhausen. Die katholische Wallfahrtskapelle Beselich liegt auf der in der Mitte des Gemeindegebietes befindlichen Anhöhe „Beselicher Kopf“.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Beselich in Obertiefenbach

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[4]

Gemeindewahl in Beselich 2011
 %
40
30
20
10
0
35,0 %
25,6 %
20,9 %
18,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-9,0 %p
-18,1 %p
+20,9 %p
+18,4 %p
-12,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,0 9 44,0 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,6 6 43,7 11
Die Mitte Neue Mitte Beselich 20,9 5
BLB Bürgerliste Beselich 18,4 5
FDP/FWG Freie Demokratische Partei/Freie Wählergemeinschaft 12,2 3
Gesamt 100,0 25 100,0 25
Wahlbeteiligung in % 50,6 48,0

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Roth, Alfred (1971–1986)
  • Wahl, Hans-Peter (1986–1998)
  • Rudersdorf, Martin (1998–2010)
  • Müller, Kai (2010–2013)
  • Franz, Michael (seit 7. April 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappenschild zeigt die Farben der beiden ehemaligen Territorialherren. Die vier silbernen Kreuze erscheinen auf blauem Hintergrund für Nassau-Hadamar und die drei roten Pfähle auf silbernen Hintergrund für die Grafschaft Wied-Runkel. Die vier silbernen Kreuze symbolisieren gleichzeitig die Vierzahl der Ortsteile. In einem Herzschild in der Mitte des Wappens ist stellvertretend für die einstige Basilika des Klosters die benachbarte Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ abgebildet. Durch die Darstellung dieses Kirchengebäudes wird außerdem die Herleitung des Ortsnamens „Beselich“ aus „basilika“ unterstrichen. Das Herzschild besitzt die Form eines Grenzsteines und gibt den „Grenz- und Küchenstein“ im ehemaligen Klosterbezirk wieder, der die Gebiete der beiden früheren Landesherren voneinander trennte. Seine grüne Grundfarbe versinnbildlicht die Wälder, die das frühere Kloster umschließen. Die Genehmigung des Beselicher Wappens wurde am 18. Januar 1979 im Staatsanzeiger für das Land Hessen unter Nr. 6/1979 veröffentlicht.

Bauwerke[Bearbeiten]

Klosterruine Beselich[Bearbeiten]

Auf dem Beselicher Kopf befindet sich die restaurierte Ruine der Basilika eines ehemaligen Prämonstratenserinnen-Klosters, dessen Gründung 1163 vom Trierer Erzbischof Hillin von Fallemanien bestätigt wurde, nachdem zuvor bereits der Priester Gottfried von Beselich dort eine kleine Kirche nebst einem zehntfreien Hof errichtet hatte. Kurz nach der Klostergründung wurde die Kirche errichtet, deren Reste heute noch zu sehen sind. Bei ihr handelte es sich um eine dreischiffige romanische Basilika ohne Querschiff. Alle drei Kirchenschiffe waren von nach Osten ausgerichteten Apsiden abgeschlossen und mit jeweils fünf Säulen voneinander getrennt. Die gesamte Basilika war 37 Meter lang und 18 Meter breit.

Durch den Eintritt zahlreicher adliger Töchter und die damit verbundenen Schenkungen wurde das Kloster schnell wohlhabend. Mit einem spätestens für 1545 verbürgten Jahrmarkt am 15. Juli spielte das Kloster zudem eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Allerdings folgten im Spätmittelalter mehrere Überfälle, nach deren letzten im 15. Jahrhundert das Kloster wirtschaftlich zusammenbrach. Im Verlauf der Reformation am Ende des 16. Jahrhunderts verließen die Nonnen das Kloster. Kurze Zeit diente die Anlage noch als Hospital, bevor sie Anfang des 17. Jahrhunderts dem Verfall preisgegeben wurde. In dieser Zeit entstanden die heutigen Gebäude des benachbarten Hofguts, die teilweise aus Steinen des Klosters erbaut wurden. 1637 gingen die Reste des Klosters in den Besitz der Hadamarer Niederlassung des Jesuitenordens über, die die Gebäude aber lediglich als Steinbruch nutzten. Um 1660 war die Anlage weitgehend im heutigen Zustand, in dem nur noch die Außenwand des Narthex erhalten ist. 1985 übernahm der "Verein zur Erhaltung der Klosterruine Beselich" die denkmalgeschützten Baureste und begann im Folgejahr mit Restaurierungsarbeiten. Die Ruine der Basilika ist auch Ausgangspunkt für landschaftlich attraktive Wanderwege.

Kath. Pfarrkirche "St. Ägidius" zu Obertiefenbach

Obertiefenbach[Bearbeiten]

Kath. Wallfahrtskapelle "Maria Hilf" zu Beselich
Fachwerkhaus in der Obertiefenbacher Hauptstraße um 1900
Bürgerhaus Obertiefenbach

Katholische Pfarrkirche St. Ägidius[Bearbeiten]

In der Zeit um 1200 wurde bereits ein erstes aus Stein erbautes Gotteshaus errichtet. Die im Jahr 1733 auf dem Kirchberg erbaute Barockkirche wurde im Jahr 1884 wegen Baumängeln und aus Kapazitätsgründen niedergelegt und in den Jahren 1885 bis 1888 durch den Neubau der jetzigen neugotischen Kirche ersetzt, die am 1. September 1888 eingeweiht wurde. Architekt war Max Meckel, Diözesanbaumeister des Bistums Limburg von 1887 bis 1892. Dabei blieb nur der 54 Meter hohe Kirchturm bestehen. Das Kirchenschiff wurde um 90 Grad gedreht. Die Kirche ist dem heiligen Ägidius von St. Gilles geweiht und wird von der Kath. Kirchengemeinde St. Ägidius genutzt.

Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“[Bearbeiten]

Die Kapelle Maria Hilf liegt auf dem Beselicher Kopf. Diese Wallfahrtskapelle zu Ehren der 14 Nothelfer verdankt ihren Ursprung der Initiative eines Franziskaner-Eremiten, des Ordensbruders Leonhard (bürgerlicher Name: Georg Niederstraßen). Er wurde 1709 geboren und baute nach einem ausgedehnten Wanderleben von 1763 bis 1767 hier an der Stätte des ehemaligen Klosters Beselich mit Hilfe der Bevölkerung die Marienkapelle und eine Eremitage, die am 8. September 1767 eingeweiht wurden. Die Kapelle wurde im Jahr 2002 durch Spenden der Bevölkerung und mit Unterstützung des Bistums Limburg innen renoviert und zum Teil in den ursprünglichen Zustand versetzt. Eine Neueindeckung des Kirchendaches erfolgte im Frühjahr 2013. Heute ist die Marienkapelle täglich das Ziel vieler Pilger und Beter. In den Monaten Mai bis Oktober finden an jedem Freitag um 18:00 Uhr eine Eucharistiefeier und an den Sonntagen um 17:00 Uhr eine Marienandacht mit Predigt und sakramentalem Segen statt. Zum Gebet ist die Kapelle ganzjährig geöffnet. Auf dem Weg von Obertiefenbach bis zur Wallfahrtskapelle stehen sieben Kapellchen zum Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens.

Seniorenzentrum „Maria Hilf“[Bearbeiten]

Im Mai 2000 wurde in der Au in Obertiefenbach das von der Gemeinde errichtete und vom Caritasverband betriebene Seniorenzentrum Maria Hilf offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Einrichtung verfügt über eine Sozialstation, 22 Langzeit- und 10 Kurzzeitpflegeplätze. Zu Beginn des Jahres 2006 wurde das Angebot durch die Bereitstellung von 11 seniorengerechten Wohnungen erweitert.

Klopfsteinmühle[Bearbeiten]

Die Klopfsteinmühle wurde im 19. Jahrhundert zur Verarbeitung von in umliegenden Steinbrüchen abgebauten Basalt im Wald am Beselicher Kopf errichtet. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb eingestellt. Die Ruine ist noch gut sichtbar erhalten.

Fachwerkhäuser[Bearbeiten]

Im Ortskern von Obertiefenbach findet man vereinzelt bis zu 400 Jahre alte Fachwerkhäuser, die als Zeugen der früheren Baukunst meist unter Denkmalschutz stehen. Die wohl ältesten Straßennamen sind der Kellerweg und die Milchkammer, die bereits Ende des 13. Jahrhunderts vorhanden sein sollen.

Bürgerhaus[Bearbeiten]

Das jetzige Bürgerhaus Obertiefenbach in der Steinbacher Straße mit Verbindung zur Gemeindeverwaltung wurde im Jahr 1964 als Mehrzweckhalle erbaut. In den Jahren 2000 bis 2001 wurde dieses Gebäude Im Rahmen der Dorferneuerung Obertiefenbach vollständig zum Bürgerhaus umgebaut und am 11. Oktober 2001 eingeweiht.

Alte Schule[Bearbeiten]

Das alte denkmalgeschützte Schulgebäude wurde 1872/73 im Ortskern erbaut und am 15. Oktober 1873 der Bestimmung übergeben. Mit Ablauf des Schuljahrs 1982/83 endete der Schulbetrieb in der Ortsmitte am 22. Juni 1983. Die Obertiefenbacher Schulkinder bezogen am 4. August 1983 mit den übrigen Beselicher Schülern die neu erbaute Grundschule Beselich in der Schupbacher Straße. Die Kath. Kirchengemeinde St. Ägidius konnte das Gebäude von der Gemeinde Beselich am 3. Oktober 1985 erwerben. Während der umfangreichen ehrenamtlichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen wurden beim Entfernen der Wandtäfelung in einem Klassenraum alte Schriftstücke und weitere Gegenstände gefunden. In einer Urkunde hatten sieben Schuljungen ihr Bekenntnis als treue Anhänger der katholischen Kirche und ihres Bischofs Peter Joseph Blum in der Zeit des Kulturkampfes am 16. Juni 1874 festgehalten und darüber hinaus weitere Schriftstücke hinterlassen. Diese historischen Dokumente der Schüler geben dem Schulgebäude eine unverwechselbare geschichtliche Bedeutung. Nunmehr wird das Kulturdenkmal als Pfarrheim für verschiedene kirchliche Gruppen genutzt. In diesem Gebäude werden auch die katholische öffentliche Bücherei und vom katholischen Männerwerk seit 14. März 1998 das Heimatmuseum betrieben.

Grundschule[Bearbeiten]

Die Grundschule Beselich in der Schupbacher Straße in Obertiefenbach wurde im August 1983 eingeweiht. In dieser Schule werden die Grundschulkinder aus der Gemeinde Beselich in zwölf Klassen unterrichtet.

Sporthalle[Bearbeiten]

Die direkt oberhalb der Grundschule befindliche Sporthalle, welche gemeinsames Eigentum der Gemeinde Beselich und des Landkreis Limburg-Weilburg ist, wurde am 19. Dezember 1990 ihrer Bestimmung übergeben. In der geräumigen Sporthalle mit zahlreichen Zuschauerplätzen sind alle Hallensportarten möglich. Die Sporthalle steht vormittags der Grundschule Beselich, nachmittags und abends sowie an Wochenenden den Beselicher Vereinen zur Verfügung.

Heckholzhausen[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche in Heckholzhausen

Ehemaliges Rathaus (jetziges Bürgerhaus)[Bearbeiten]

Das Gebäude wurde als Rathaus im Jahr 1929 erbaut. Nach dem Zusammenschluss zur Gemeinde Beselich wurde das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Nach einer grundlegenden Sanierung steht es seit September 2007 der Bevölkerung als Bürgerhaus zur Verfügung.

Evangelische Pfarrkirche[Bearbeiten]

Auf den Grundmauern einer im 13. Jahrhundert errichteten und im 16. Jahrhundert verfallenen Burg mit hinzugehörender Kapelle wurde die heutige Pfarrkirche erbaut, deren Grundsteinlegung im Jahr 1898 erfolgte.

Die katholische Kirche "St. Marien" in Niedertiefenbach

Niedertiefenbach[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Marien[Bearbeiten]

Die Grundsteinlegung der Pfarrkirche wurde auf dem Gelände der zuvor abgerissenen alten Kirche im Jahr 1868 vorgenommen. Sie wird nach ihrer Einweihung am 27. Mai 1872 von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien genutzt.

Schupbach[Bearbeiten]

Die Evangelische Pfarrkirche in Schupbach
Ehemalige Synagoge in Schupbach
Die "Dampfmühle" in Schupbach
Hofanlage Eckerstraße in Schupbach

Ehemalige Dampfmühle[Bearbeiten]

Der frühere Industriebau trägt mit seinem Giebelrisalit und der Fenstergruppierung Formen traditioneller Herrschaftsarchitektur und so den Bedeutungsanspruch des Fabrikanten vor. Das Mauerwerk besteht aus örtlichen Bruchsteinen in geschickter Verarbeitung der natürlichen Rustika. Gesimskanten, Fensterbögen und -bänke sind aus rotem, zur grauen Wand kontrastierendem Ziegelwerk. Kleine Zugankerscheiben zeigen die Spanndeckenkonstruktion an.

Hofanlage Eckerstraße[Bearbeiten]

Ausgedehnte, gutherrschaftliche Hofanlage zwischen Gässchen, Mittel- und Eckerstraße. Das dreistöckige Wohnhaus mit angefügter Torfahrtsachse ist ein verputzter Bruchsteinbau, entstanden etwa 1460. Die Scheunen und Stallgebäude sind gleichzeitige Fachwerkbauten, teilweise unter Verwendung älteren Mauerwerkes. Als großbäuerliche Hofanlage des 19. Jahrhunderts den Ortskern bestimmend.

Evangelische Pfarrkirche[Bearbeiten]

Frei in der Ortsmitte gelegener Bau. Die jetzige, größtenteils neuere Terrassenmauer deutet noch den angehobenen alten Kirchhof an. Am Eingangsportal mehrere rundbogige, barocke Grabsteine. Hoher Wehrturm des 12. Jahrhunderts mit Tonnengewölben in den beiden Untergeschossen und kleiner, klassizistischer Laterne. Auch das Kirchenschiff ist im Kern romanisch, wurde aber 1696 verlängert und dreiseitig geschlossen. Schlichte Holztonnendecke. Um 1700 die einseitige Empore, Kanzel und Marmormensa. Orgel 1816 von Johann Georg Bürgy aus Gießen. Die volkstümlich-expressiven Malereien entstanden 1936.

Ehemalige Synagoge[Bearbeiten]

1816 entstand eine erste "Judenschule" im Ort, die 1877 nach weitgehendem Neubau als Synagoge geweiht wurde. Die jüdische Gemeinde mit ihren Filialorten Obertiefenbach, Heckholzhausen, Gaudernbach und Wirbelau besaß zu diesem Zeitpunkt rund 180 Mitglieder. Im größeren Trakt befand sich oben der Synagogensaal und unten (bis 1904) die Schulstube. Der Seiten- und Eingangsbau nahm Treppen, Empore und Bad auf. Das Gebäude besteht aus nachträglich verputztem Backstein. Bei Auflösung der Gemeinde 1935 wurde die Synagoge veräußert, daher nicht zerstört, aber erheblich verändert und entleert. Die Rekonstruktion zeigt deutlicher den mittelalterlichen Rundbogen- und Lisenenstil von 1877. Neben der Hadamarer Synagoge ist sie die einzige im Landkreis Limburg-Weilburg, die als solche erbaut wurde und erhalten blieb.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Bereich des Ortsteils Schupbach wurde in früherer Zeit schwarzer Lahnmarmor abgebaut, das Vorkommen ist jedoch erschöpft bzw. nicht mehr wirtschaftlich. Der Ortsteil Obertiefenbach verfügt über ein Gewerbegebiet, in dem sich Verbrauchermärkte und weitere Einkaufsläden angesiedelt haben, sowie über das "Investzentrum" in dem Autohändler, Werkstätten, Fuhrunternehmen und Tankstellen beheimatet sind. Beselich ist heute im Wesentlichen eine Wohngemeinde, deren Bürger ihren Lebensunterhalt in den umliegenden Städten wie Limburg, Weilburg und Wetzlar sowie im Rhein-Main-Gebiet verdienen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Talbrücke Heckholzhausen im Zuge der Bundesstraße 49

Über die Bundesautobahn 3 (Anschlussstelle Limburg-Nord) in Verbindung mit der Bundesstraße 49, die direkt durch Beselich führt, ist die Gemeinde gut an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Außerdem befindet sich der Bahnhof Limburg Süd der ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main in einer Entfernung von nur 11 Kilometern. Landes- und Kreisstraßen stellen die Verbindung zu den Nachbarorten her.

Bildung[Bearbeiten]

In Obertiefenbach gibt es eine zentrale Grundschule für die Beselicher Kinder. Sie wird von etwa 250 Schülern und Schülerinnen besucht.

Kindergärten bestehen in allen Ortsteilen. In Obertiefenbach befindet sich eine katholische öffentliche Bücherei.

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Beselich in Obertiefenbach
  • Kindergarten „Sternenland“ Heckholzhausen
  • Kindergarten Niedertiefenbach
  • Katholische Kindertagesstätte „St. Ägidius“ Obertiefenbach
  • Kindergarten Schupbach
  • Kindergrippe "Bärenhöhle" in Obertiefenbach und Schupbach
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Heckholzhausen, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 2. August 1981 und Kinderfeuerwehr seit 21. August 2010)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Niedertiefenbach, gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 1. April 1973)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Obertiefenbach, gegr. 1880 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 26. Februar 1972 und Kinderfeuerwehr seit 9. November 2008)
  • Freiwillige Feuerwehr Beselich-Schupbach, gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 1. Januar 1985)
  • Katholische öffentliche Bücherei Obertiefenbach
  • Seniorenzentrum „Maria Hilf“, seit Mai 2000

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weitere Ansichten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beselich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Land Hessen: Geographie der Gemeinde Beselich, 1. Januar 2009
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  4. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Beselich, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.