Elz (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Elz
Elz (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Elz hervorgehoben
50.4166666666678.0333333333333130Koordinaten: 50° 25′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 16,86 km²
Einwohner: 8037 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 477 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65604
Vorwahlen: 06431,
06433 (Malmeneich)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 006
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 39
65604 Elz
Webpräsenz: www.elz.de
Bürgermeister: Horst Kaiser (CDU)
Lage der Gemeinde Elz im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-Pfalz Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Lahn-Dill-Kreis Bad Camberg Beselich Brechen (Hessen) Dornburg (Hessen) Elbtal (Hessen) Elz (Westerwald) Hadamar Hünfelden Limburg an der Lahn Limburg an der Lahn Löhnberg Mengerskirchen Merenberg Runkel Selters (Taunus) Villmar Waldbrunn (Westerwald) Weilburg Weilmünster WeinbachKarte
Über dieses Bild
Luftaufnahme aus Richtung Süden, Autobahn im Vordergrund, Gewerbegebiet hinten links

Elz ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg im westlichen Hessen an der Grenze zum Land Rheinland-Pfalz.

Überregional bekannt ist die Gemeinde durch den Elzer Berg, über den die Bundesautobahn 3 an der markanten Geländestufe vom Unterwesterwald hinab in das Limburger Becken führt. Diese lange Gefällestrecke in Richtung Wiesbaden ist ein berüchtigter Unfallschwerpunkt, sodass das Tempolimit von 100 bzw. 60 Kilometern pro Stunde auf der rechten Spur von zwei aufeinanderfolgenden stationären Geschwindigkeitsmessanlagen überwacht wird.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Elz liegt im Limburger Becken, wobei das Gemeindegebiet in dessen westliche Randhöhen und damit in den Bereich des Niederwesterwaldes (Elzer Wald) hineinreicht. Von Norden nach Süden wird es vom flachhängigen Tal des Elbbachs durchquert, der im Hohen Westerwald entspringt, in Elz vom Erbach gespeist wird und in die südlich der auf 110 bis 291 m ü. NHN gelegenen Ortschaft fließende Lahn mündet.

Geologie[Bearbeiten]

Der recht breite Unterlauf des Elbbachs folgt einem tektonisch angelegten Grabenbruch (Elzer Graben), der sich nordwärts bis in den Bereich der Gemeinde Dornburg erstreckt. Der devonische Gesteinsuntergrund ist vor allem westlich des Elbbachs mit mächtigen Grabenfüllungen aus dem Tertiär überdeckt (Tone, Sande, Kiese), wovon besonders die Vorkommen an Quarzsand wirtschaftliche Bedeutung in der Region erlangten. Darüber lagern eiszeitliche Lößdecken, die die Grundlage für eine ertragreiche Landwirtschaft bilden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Elz grenzt im Norden an die Gemeinde Hundsangen (im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz) und die Stadt Hadamar, im Osten und Süden an die Stadt Limburg (beide im Landkreis Limburg-Weilburg), sowie im Westen an die Gemeinden Hambach (im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz), Görgeshausen, Niedererbach und Obererbach (alle drei im Westerwaldkreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in zwei Ortsteile (hier mit Einwohnerzahl, Stand: 31. Dez. 2010):

Die Gemeinde hat 8213 Einwohner. Der Ortsteil Elz ist nach der Kernstadt von Limburg an der Lahn die zweitgrößte Ansiedlung im Landkreis Limburg-Weilburg und war lange Zeit die größte Gemeinde in Hessen, bei der es sich um keine Stadt im kommunalrechtlichen Sinn handelte. Der Anteil von ausländischen Staatsbürgern beträgt mit 737 Personen 9,8 % der Gesamtbevölkerung.

Klima[Bearbeiten]

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt in Elz 8,5 °C und in Malmeneich 7,9 °C.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Elz 600 bis 650 mm und in Malmeneich 720 mm. Klimatische Bedingungen:

Frühlingsanfang in Elz im Durchschnitt: 29. April bis 5. Mai.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Gebäudeensemble in der Pfortenstraße

Der Ortsname leitet sich vermutlich von der Erle ab. Elz taucht erstmals in der – heute nicht mehr erhaltenen – Wiltrud-Urkunde von 933 auf. Die älteste erhaltene Urkunde stammt aus dem Jahr 1145.

Älteste menschliche Funde in der Elzer Gemarkung sind Hügelgräber im Wald nahe der heutigen Autobahn.

„Bausche Haus“, ehemaliger Adelshof
Ehemaliger Hof des Klosters Eberbach

Das Dorf lag an der wichtigen strata publica, der Hohen Straße zwischen Frankfurt am Main und Köln und zeigt bis heute im Kern die charakteristische Form eines Straßendorfs. Im Mittelalter stand es zunächst unter königlicher Herrschaft und war am Anfang des 14. Jahrhunderts für kurze Zeit an die Herren von Limburg verlehnt. 1322 ging es zunächst als Pfand, spätestens 1406 mit dem Aussterben des Hauses Limburg als Besitz an das Kurfürstentum Trier über. Das Umland gehörte jedoch den Grafen von Nassau, was zu jahrhundertelangen Grenzstreitigkeiten führte.

Eine Kirche ist 1218 erstmals verbürgt.

1436 verpfändete Kurfürst Raban von Helmstatt Elz zusammen mit anderen umliegenden Besitzungen für 22.000 rheinische Gulden an die Landgrafschaft Hessen. Am 1. September 1442 verlieh König Friedrich IV. Elz die Stadtrechte. Die Stadtrechtsurkunde hatte der Trierer Erzbischof Jakob I. von Sierck erwirkt. Die Originalurkunde ist heute verloren, aber im Landeshauptarchiv Koblenz werden drei beglaubigte Abschriften von 1442 und 1443 bewahrt (Bestand 1 A, Nr. 8101-8103). Die bald errichtete Stadtbefestigung wurde von den Grafen von Nassau wieder abgerissen. Der Straßenname Gräbengasse erinnert heute noch an die ungefähre Position eines Teils der Wehranlagen.

Ehemaliger Hof des Klosters Schönau
Grenzstein mit Nassauer und Kurtrierer Wappen in der Hofmauer des „Bausche Haus“, im Hintergrund eine um 1900 errichtete Scheune

Die komplizierten Besitz- und Pfandverhältnisse führten zu weiteren Streitigkeiten zwischen den Landgrafen von Hessen, Kurtrier und Nassau. Nassau sah sich durch die Stadtrechte und den damit verbundenen Bau von Befestigungen in unmittelbarer Nachbarschaft bedroht, überfiel im Winter 1456 Elz und zerstörte die neu errichteten Stadtmauern. Kurtrier und die Landgrafschaft setzten einen gemeinsamen Schultheiß ein. Häufig hatten Angehörige der Familie Staudt dieses Amt inne. Sie erbauten auch den repräsentativen Fachwerkhof, der noch heute als Rathaus dient. Ein Mitglied der Familie, das sich latinisiert Justus Studaeus Elsanus nannte, wurde Rechtsgelehrter an der Universität Marburg, war zeitweise deren Rektor, ab 1546 Kanzler des Fuldaer Fürstabts Philipp Schenck zu Schweinsberg, ab 1563 Frankfurter Bürger und Mitglied der Patriziergesellschaft Alten Limpurg.

Während der Hexenverfolgung wurden 1590 acht Frauen aus Elz in Limburg verbrannt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort hart getroffen. Am Ende der Kämpfe sollen nur noch sieben Familien in Elz gewohnt haben. Der 1759 in Elz geborene Heinrich Arnoldi wurde Hofkaplan des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen.

Mit der Säkularisation 1802 endete die Herrschaft Kurtriers und Elz wurde zu Nassau (Fürstentum Nassau-Weilburg) geschlagen. Von 1806 an gehörte es zum Herzogtum Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde.

Wohnhaus, erbaut um 1700, an der Pfortenstraße

Im 19. Jahrhundert war Elz, ähnlich wie zahlreiche Dörfer des Westerwalds vom Pauperismus, der frühindustriellen Massenarmut, betroffen. Ähnlich wie die Bewohner der umliegenden Orte waren auch viele Elzer dazu gezwungen, ihren Unterhalt im Reisegewerbe zu verdienen. Dabei waren die Einwohner von Elz (Beispielsweise Cyrillus Bioneck * 28. März 1797 und die Söhne Josef, Cyrillus, Philipp, Johann und Georg Bioneck) vor allem als Musiker in ganz Europa unterwegs.[3] Diese Tradition der „Elzer Musikanten“ wird noch heute gepflegt. Am 17. September 1850 fiel ein Großteil des Orts einem Feuer zum Opfer. 1896 wurde das „St. Josefshaus“ als Krankenhaus errichtet. Heute dient es als Altenheim.

Im Ersten Weltkrieg fielen 117 Elzer, im Zweiten rund 200, während dem auch zwei Luftangriffe auf den Ort geflogen wurden.

Am 31. Dezember 1971 wurde der Zentralort Elz im Rahmen der Gebietsreform in Hessen um den Nachbarort Malmeneich vergrößert.[4] Im selben Jahr siedelte das erste Unternehmen im neuen Gewerbegebiet am nordwestlichen Ortsrand an der Bundesstraße 8.

Siedlungsgeschichte und herausgehobene Baudenkmäler[Bearbeiten]

Haus Loer im Vordergrund, daneben Pfarrhaus und Pfarrkirche

Die ältesten geschlossenen Gebäudeensembles, die bis heute in Elz vorhanden sind, stammen aus dem 17. Jahrhundert und befinden sich in der Pfortenstraße sowie in Teilen der Bach- und der Lehrgasse. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Fachwerkbauten. Bis ins 19. Jahrhundert blieb der Ort auf das Mitteldorf, den Bereich zwischen Elbbach, Erbach und Straßenberg, begrenzt. Erst in dieser Zeit entwickelte sich westlich davon das Oberdorf.

Erker am Haus Loer
Wappen am ehemaligen Hof des Klosters Schönau

Das Elzer Rathaus wurde 1561 als spätgotischer Fachwerkbau errichtet. Einzelne Mauerreste lassen sich einem spätmittelalterlichen Vorgängerbau zuordnen. Vermutlich im Dreißigjährigen Krieg beschädigte ein Brand das Gebäude schwer, so dass 1664 das Dach erneuert wurde. Der Ratssaal befand sich im ersten Stockwerk und dient heute als Amtszimmer des Bürgermeisters. In den rund 450 Jahren seiner Existenz hat das Haus mehrere Umbauten erfahren. Um 1800 wurde der offene Laubenumgang an den Seiten des Gebäudes abgerissen. Der hoch gelegene Bruchsteinkeller wurde 1973 an der straßenzugewandten Front seitlich aufgebrochen und in einen Fußgängerdurchgang umgewandelt. 1991 bis 1993 wurde das Rathaus umfassen saniert. Dabei entstand der moderne Parallelbau, der mit dem alten Rathaus durch einen Zwischenbau verbunden ist.

Durch besonders reiches Fachwerk fällt das um 1610 erbaute Haus Loer auf, das heute das Elzer Heimatmuseum beherbergt, ebenso das Bausche Haus, das ursprünglich dem Stift Dietkirchen gehörte, in seiner heutigen Form aber 1708 unter den Adelsfamilien Elkerhausen und Walderdorff entstand.

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Pfarrei Sankt Johannes der Täufer[Bearbeiten]

Historisches[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Blick zum Chorraum der Pfarrkirche

Bis ins 13. Jahrhundert gehörte Elz mit bis zu 20 anderen Orten zur bedeutenden Pfarrei Dietkirchen. Überlieferungen zufolge ist Elz seit 1234 schon eine eigenständige Pfarrei.[5] Vor der heutigen Pfarrkirche „Sankt Johannes der Täufer“, die wesentlich das Dorfbild prägt, stand an gleicher Stelle eine kleinere Kirche, deren genaue Ausmaße und Aussehen nur vage bekannt sind. Es sind Angaben von einem romanischen Bauwerk mit einer Länge von rund 13,50 m und einer Breite von 9,30 m zu finden.[6] Der heute westlich verlagerte Friedhof lag zu damaliger Zeit rund um die alte Pfarrkirche. 1846 stürzte das Dach der alten Kirche ein.

Die heutige Pfarrkirche[Bearbeiten]

Blick zur Orgel der Pfarrkirche

Erste Vorarbeiten für den Bau nach einem Entwurf des Baumeisters Rock aus Nassau begannen schon 1851. Die Grundsteinlegung erfolgte am 27. Juni 1852. Anlässlich dessen wurde eine feierliche Messe von Bischof Peter Josef Blum und Generalvikar Karl Klein zelebriert. Eine Steinplatte mit der Jahreszahl „1852“ über dem Sandsteinsockel in Richtung Pfortenstraße erinnert an die Grundsteinlegung. Nach rund zwei Jahren wurde die Kirche (zwar noch ohne Turm) am 19. November 1854 durch Bischof Blum eingeweiht. Im Altar befinden sich seitdem Reliquien der Märtyrer Bonifatius, Clemens und Blandinia. [7] Das Fest der Kirchweihe wurde damals auf den ersten Sonntag nach dem Herbstquatember festgelegt. Nachdem die Deutsche Bischofskonferenz 1872 den Feiertag verlegt hat, wurde der der dritte Sonntag im September als Termin für den Kirmessonntag bestimmt. Am 22. April 1908 stimmten der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung dem Bau eines neuen Turmes zu. Dieser hat eine Höhe von 48 Metern und ist seit dem 8. Dezember 1952 mit einem Vierergeläut bestückt.[8]

Pfarrhaus

Es handelt sich um einen neuromanischen Bau aus unverputzten Natursteinen. Rundbögen bestimmen die innere wie die äußere Gestaltung. Die Portale an den Langseiten weisen byzantinische Stilelemente auf. Der Altaraufbau, der die Krönung Mariens zeigt, stammt aus dem Kloster Ilbenstadt. Zwei Seitenaltäre aus dem Limburger Dom und die Kreuzigungsgruppe werden dem Hadamarer Barock zugeordnet.

Das benachbarte Pfarrhaus sticht durch Klinkersteine als Baumaterial und seinen Landhausstil aus der umliegenden Fachwerk-Architektur hervor.

Seelsorger der Gemeinde seit dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

  • Clemens Verdelmann 1892–1914
  • Ferdinand Müller 1914–1922
  • Caspar Fein 1922–1956[9]
  • Alois Weier 1956–1967
  • Reinhard Klein 1967–1986
  • Rainer Sarholz 1986–1995
  • Franz-Josef Kremer seit 1997

In der Zeit von 1995 bis 1997 wurde die Pfarrei von mehreren Priestern kommissarisch betreut.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Elz, im Hintergrund der Turm der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die jüngste Kommunalwahl fand am 27. März 2011 statt[10], folgende Ergebnisse wurden bei den letzten drei Wahlen erzielt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl in Elz 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,0 %
28,7 %
16,3 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
+6,8 %p
+2,5 %p
-3,6 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 55,0 17 60,7 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,7 9 21,9 7
FWG Freie Wählergemeinschaft Elz 16,3 5 13,8 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 3,6 1
Gesamt 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 45,7 44,6

Der Gemeindevorstand besteht aus neun Mitgliedern.

Bürgermeister seit dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Neubautrakt des Rathauses, vom Hirtenplatz aus gesehen
  • Johann Schmidt 1871–1911
  • Edmund Pnischek 1911–1918
  • Jakob Sommer 1919–1923
  • Josef Drexler 1923–1935
  • Otto Kempa 1937–1945
  • Joseph Friedrich 1945–1967
  • Theo Michaely 1967–1974
  • Günter Schmitt 1974–1981
  • Winfried Schumacher 1982–2005
  • Horst Kaiser seit 2006

Der amtierende Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) wurde am 25. September 2005 mit einem Stimmenanteil von 84,8 % gewählt und am 6. November 2011 mit 57,6 % für eine zweite Amtszeit bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Elz (Lahn).png

Im Jahre 1958 beschloss die Gemeindevertretung die Einführung des Elzer Wappens nach einem Entwurf des Staatsarchives Wiesbaden, welches an ein Gerichtssiegel aus dem Jahre 1501 angelehnt ist. Mittelpunkt des Wappens ist ein Kelch mit Schlange. Dieses auch in anderen Kulturen verwendete Motiv stellt jedoch keineswegs eine Giftschlange dar, sondern symbolisiert, wie z.B. auch in Darstellungen in Apotheken und Krankenhäusern, eine heilbringende Schlange, die auf die antike Äskulap-Schlange zurückgeht. Daneben lässt sich in der Symbolik des Kelchs und der Schlange ein Hinweis auf den Schutzpatronen der Pfarrkirche der Gemeinde finden: Einer Legende nach sog eine Schlange Gift aus dem Becher des Hl. Johannes d. Täufer und bewahrte ihn so vor der Vergiftung. Die heraldischen Farben Rot und Silber erinnern an die Zugehörigkeit der Gemeinde zu Kurtrier von 1322 bis 1802, während Blau und Gold auf die Zugehörigkeit zu Nassau von 1803 bis 1866 hinweisen. [11]


Wappen von Elz (links) und der Partnerstadt Waldmünchen am 2008 eingeweihten Partnerschaftsbrunnen

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Waldmünchen ist seit dem 28. Januar 2006 Partnergemeinde von Elz. Da sowohl Elz als auch Waldmünchen Stadtrechte, wenn auch ungenutzt, besitzen, ist die Verbindung offiziell eine Städtepartnerschaft. Initiiert wurde die freundschaftliche Beziehung bereits im Jahre 1972 durch den Männergesangsverein Frohsinn Elz, der in diesem Jahr zum ersten Mal eine Fahrt nach Waldmünchen unternahm. Über die Jahre entwickelte sich ein guter Kontakt zwischen Privatleuten und Vereinen beider Gemeinden. Durch die offizielle Partnerschaft, die in Elz und Waldmünchen mittlerweile durch Schilder an den Ortseingänge deutlich gemacht wird, sollen Austausch und Kontakt weiterhin gefestigt und vertieft werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Johanneskapelle an der Straße in Richtung Niederhadamar

Bauwerke[Bearbeiten]

Naherholungsgebiet[Bearbeiten]

Das Naherholungsgebiet Anlagen liegt unweit des Ortskerns, nördlich der Pfarrkirche auf der Anhöhe in Richtung Malmeneich. Nachdem die Entscheidung, eine Kapelle auf dieser Anhöhe zu erbauen, verworfen wurde, entstand 1911 das Gebiet in Form eines kleinen Wäldchens. Der Name Anlagen war ursprünglich lediglich als Arbeitsname gedacht, bürgerte sich bei der Elzer Bevölkerung jedoch so stark ein, dass er bis heute noch besteht. Heute bieten die Anlagen neben einem strukturiert angelegten Baumlehrpfad auch eine Minigolfanlage und einen Spielplatz. Gepflegt wird das Naherholungsgebiet seit 1913 durch den Elzer Verschönerungsverein.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Turm der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
  • Die Elzer Kirmes: Der Höhepunkt des Jahreskreises ist die Elzer Kirmes oder in Mundart: "dej Elzer Kjärmes". Diese Kirchweih der Gemeinde „St. Johannes der Täufer“, das jedes Jahr am dritten Wochenende im September stattfindet, gehört zu den größten Volksfesten der Region. Die Kirmes hatte für die Elzer Bevölkerung im Zeitalter des Pauperismus eine solche Bedeutung bekommen, da große Teile der Bevölkerung fern der Heimat arbeiteten, oft als Gaukler und Musiker (so genannte Elzer Tiroler). Sie kamen zur Kirmes traditionell zurück nach Hause.

Ablauf: Für 18-jährige junge Männer des Orts beginnt ihre Kirmes bereits zwei Jahre zuvor, wenn sie mithelfen, den riesigen Kirmesbaum nur mit Muskelkraft aufzurichten. Im Jahr vor ihrer eigentlichen Kirmes werben sie an den Wochenenden bei den Eltern ihrer Kirmesmädchen (sogen. "Frei"). Im Jahr der Kirmes halten sie ab Freitag vor Kirmessonntag am Kirmesbaum Wache. Am Samstag stellen die jungen Männer des nächsten Jahrgangs den reich geschmückten Baum nahe dem Rathaus auf - die Kirmes beginnt. Die Feierlichkeiten dauern bis Dienstag, wenn der Rausschmiss der Kirmesburschen durch den nächsten Jahrgang die Elzer Kirmes beschließt. Traditionell wird am folgenden Donnerstag die Kirmes beerdigt – eine Strohpuppe wird nach dem Trauerzug der Kirmesburschen am Kirmesbaum verbrannt. Im Jahr 2004 beging Elz die 150-Jahr-Feier der Kirchweihe mit einem historischen Festzug und einem historischen Markt.

  • Hexenkessel: Seit 1994 veranstalten die Rotjacken, die als Untergruppierung des Kulturkreises Elzer Bürgerhaus für die Ausrichtung von Fastnachtsveranstaltungen zuständig sind, an Altweiberfastnacht einen Umzug durch Elz. Erfinder des "Hexenkessel" ist der Elzer Ehrenbürger Karl Schäfer mit Unterstützung seiner Familie. Da dessen Ehefrau Ute Schäfer und deren Freundin Marlies Hering am Altweiberdonnerstag 1993 völlig frustriert über die verwaisten Elzer Gastwirtschaften nach Hause kamen, kam dem Ehrenbürger spontan die Idee, an diesem Abend einen Fassenachtszug zu veranstalten. Das Konzept, diesen Zug abends und nur als Fußgruppenzug zu veranstalten, steuerte dessen Sohn Mathias Schäfer bei, der dies beim berühmten "Morgestraich" in Basel erlebt hatte. Von ihm stammt auch der Name: "Hexenkessel". Teilnehmen können also nur Fußgruppen ohne motorisierte Fahrzeuge. Beginn ist in jedem Jahr 19:11 Uhr. Der Zugverlauf führt durch den Ortskern von Elz. Die Anwohner schmücken ihre Häuser und bieten oft auch Getränke an. Nachdem die Gruppen rund 1,5 Stunden später das Hexenfeuer auf dem Hirtenplatz erreicht haben, werden die schönsten Kostüme prämiert. Danach geht die Feier in den Gaststätten und im Bürgerhaus weiter. Innerhalb weniger Jahre wurde diese Veranstaltung weit über die Grenzen von Elz hinaus bekannt. Bis zu 60 Fußgruppen haben teilweise an den Umzügen teilgenommen - in äußerst fantasievollen Kostümen.
  • Elzer Eiszauber: Die Gemeinde verfügt über eine Eisbahn, die jährlich während der Adventszeit auf dem Hirtenplatz aufgebaut wird. Im Rahmen dieser rund 14-tägigen Veranstaltung öffnet ein kleiner Weihnachtsmarkt rund um die Eisbahn. Die Eisbahn, die seit 2003 aufgebaut wird, hat dazu geführt, dass fast alle Elzer Kinder Schlittschuh laufen können.
  • Westerwald-Taunus-Ausstellung (WESTA): Diese - früher regelmäßig alle zwei Jahre stattfindende Verbrauchermesse wurde in den letzten Jahren nicht mehr veranstaltet. Stattdessen hat sich ein deutsch/holländischer Stoffmarkt etabliert.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Elzer Quetschekuche (Zwetschgenkuchen): Die fünfte Strophe des Elzer Kirmesliedes „Quetschekuche soiß än zoart, bäckt mer in Elz die richtig Oart“ (aus der Elzer Mundart, übersetzt etwa: „Zwetschgenkuchen süß und zart, bäckt man in Elz auf die richtige Art“) beschreibt die regionale Spezialität. Der Grund für die Popularität des Zwetschgenkuchens ist unter anderem das Zusammenfallen der Zwetschgenernte mit der Kirmes im September. Zubereitet wird der Hefekuchen mit Zwetschgenbelag auf einem großen, rechteckigen Backblech. Es handelt sich allerdings um keine Elzer "Erfindung", sondern um eine in der Region weit verbreitete Spezialität.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Musikantenskulptur im Innenhof des Elzer Rathauses

Am Ort sind über 600 Gewerbebetriebe mit weit über 2000 Arbeitsplätzen angesiedelt. Ein Gewerbegebiet befindet sich an der Bundesstraße 8 Richtung Ortsteil Malmeneich.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch Elz führt die Bundesstraße 8. Da sich dort immer wieder der Verkehr staut, ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen der Bau der Ortsumgehung Elz (Ostvariante) mit einem Investitionsvolumen von 12,6 Millionen Euro als vordringlicher Bedarf ausgewiesen. Seit mehreren Jahren gibt es allerdings Auseinandersetzungen mit der Nachbarstadt Limburg, die ebenfalls eine Umgehung für ihren Stadtteil Offheim plant. Von beiden Straßen, die auch auf einer gemeinsamen Trasse geführt werden könnten, wären beide Kommunen betroffen. Auseinandersetzungen darüber blockieren die beiden Vorhaben jedoch schon seit Jahren.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Elz hat zwei Bahnhöfe: In der Nähe der Ortsmitte befindet sich zum einen der Bahnhof Elz an der Oberwesterwaldbahn. Über diesen sind die beiden Regionalbahnhöfe Bahnhof Limburg (Lahn) und Au (Sieg) verbunden. Des Weiteren ist Elz mit der Haltestelle Elz Süd an die Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn (Unterwesterwaldbahn) angebunden.

Der Tunnel Elzer Berg der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main liegt ebenfalls auf dem Gebiet der Gemeinde. Nächstgelegener Fernbahnhof ist der rund 8 km entfernte Bahnhof Limburg Süd.

Luftfahrt[Bearbeiten]

Elz verfügt über einen eigenen Flugplatz, der der Heimatflugplatz der Flugsportgruppe Elz ist.

Flugplatz Elz

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Erlenbachhalle

Elz hat ein großes Freibad mit weitflächigen Außenanlagen (Tischtennisplatte, Beachvolleyball-Feld, Basketballkorb, Schachfeld). Gleich daneben befinden sich das zentrale Sportgelände und die Tennisplätze. Außerdem bietet die Gemeinde vier Sporthallen: Vereinsturnhalle des Turnverein Elz, Radfahrhalle des Radfahrervereines, Turnhalle der Oranienschule und seit dem 30. Mai 2008 die Erlenbachhalle, eine Zweifeldsporthalle, die zur Erlenbachschule in der Hadamarer Straße gehört. In Elz gibt es zwei Seniorenheime und mehrere Möglichkeiten für Betreutes Wohnen.

Bildung[Bearbeiten]

Elz verfügt über die drei Kindertagesstätten St. Martin (Träger: Katholische Kirche), Unterm Regenbogen und Lollipop (Gemeinde Elz), die Kinderkrippe Mary Poppins (private Trägerschaft), die Oranien-Grundschule (bis Juli 2009 Grundschule Elz-Süd) sowie mit der Erlenbachschule über eine Grund-, Haupt- und Realschule, die auch eine Ganztagesbetreuung anbietet.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Stricksine Haus, heute öffentliche Bücherei, mit neuem Anbau (links)
  • Freiwillige Feuerwehr Elz, gegr. 1889 (einschl. Jugendfeuerwehr, seit 1. August 1972)
  • Freiwillige Feuerwehr Malmeneich, gegr. 1957 (einschl. Jugendfeuerwehr, seit 9. September 2006)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger:

  • Caspar Fein (Pfarrer), (* 29. September 1882, † 27. Oktober 1965), Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 29. September 1952
  • Josef Friedrich (Bürgermeister), (* 26. November 1897, † 1. April 1978), Verleihung des Ehrenbürgerrechts im Januar 1968
  • Schwester Ludwiga (Gertrud Dicks), Gemeindeschwester, (* 5. Januar 1913, † 2. Juni 1992), Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 1. Januar 1983
  • Jakob Martin, erster Beigeordneter, (* 21. Februar 1914, † 28. Juni 2006), Verleihung des Ehrenbürgerrechts im August 1987
  • Erhard Weimer (Dorfchronist und Autor der Elzer Chronik und des Elzer Atlas), (* 23. Februar 1927, † 2011), Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 17. Januar 2005
  • Karl Schäfer (Erfinder des Elzer Hexenkessel und Gründer des Bürgerfonds Elz), (* 10. November 1935), Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 10. November 2005

Söhne und Töchter der Gemeinde:

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Klimadaten auf www.elz.de
  3. Quelle: Diözesanarchiv des Bistums Limburg aus den Geburts- und Sterbebüchern der Stadt Hadamar (Gemeinde Elz) bis 1874 und dem Standesamt Elz ab 1874.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. Kleinfeld, G., Weirich H.: „Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessischen-nassauischen Raum" (Schriften XVI 1937 S.144 f.)
  6. Erhard Weimer „Elzer Chronik“, Seite 136
  7. Diözesanarchiv Limburg, E 14 Elz: O. E. 1004, 1854, Nov. 21
  8. Pfarrarchiv, Elz. S. 86
  9. Ausweislich seines Totenzettels stammte der Geistliche Rat Caspar Fein aus Montabaur-Elgendorf, wo er seinen Ruhestand verlebte und am 27. Oktober 1965 83-jährig starb. Ehe er die Pfarrstelle in Elz übernahm, war er als Seelsorger in Neuenhain/Taunus, Hadamar, Frankfurt-Höchst, Wiesbaden und Eppenhain-Ruppertshain tätig.
  10. http://www.statistik-hessen.de/K2011/EG533006.htm Kommunalwahlen 2011 in Hessen
  11. Erhard Weimer „Elzer Chronik“, Seite 129
  12. Erhard Weimer, Elzer Atlas Seite 125f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erhard Weimer: Chronik der Gemeinde Elz. Elz 1982. 288 S.
  • Erhard Weimer: Elzer Atlas Elz 2006. 400 S.
  • Mathias Schäfer, CD: „Kasper und die Mordschauräuber.“ Ein Singspiel aus Elz für Kinder und Erwachsene auf Elzer Platt, Elz 2012, 55:28 min

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elz (Westerwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien