Caccamo

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Caccamo
Wappen
Caccamo (Italien)
Caccamo
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Palermo (PA)
Lokale Bezeichnung: Càccamu
Koordinaten: 37° 56′ N, 13° 40′ O37.93333333333313.666666666667521Koordinaten: 37° 56′ 0″ N, 13° 40′ 0″ O
Höhe: 521 m s.l.m.
Fläche: 187 km²
Einwohner: 8.267 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einw./km²
Postleitzahl: 90012
Vorwahl: 091
ISTAT-Nummer: 082014
Volksbezeichnung: Caccamesi
Website: Caccamo

Caccamo ist eine Stadt der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien mit 8267 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Lage und Daten[Bearbeiten]

Caccamo liegt 48 km südöstlich von Palermo. Die Einwohner arbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft und der Viehzucht. Caccamo ist aber auch bekannt für seine Möbelindustrie. Einige der Hersteller bieten modern gestaltete Produkte. Ihre Ausstellungsräume kontrastieren mit der gut erhaltenen und gepflegten mittelalterlichen Struktur der Innenstadt. Caccamo ist außerdem bekannt für seine Molkereiprodukte und eine spezielle Mettwurst, der sogar ein Fest gewidmet ist (Sagra della salsiccia).

Die Nachbargemeinden sind Alia, Aliminusa, Baucina, Casteldaccia, Ciminna, Montemaggiore Belsito, Roccapalumba, Sciara, Sclafani Bagni, Termini Imerese, Trabia, Ventimiglia di Sicilia und Vicari.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist alt, das Gründungsdatum ist unbekannt. Der Name stammt von den Karthagern, die sich im Jahre 480 v. Chr. nach einer Niederlage in Himera hierher flüchteten. Die Normannen bauten das Kastell. Zu der Zeit war es einer der wichtigsten Stützpunkte in ganz Sizilien. Ab dem 14. Jahrhundert war es Lehnbesitz verschiedener Familien unter anderem der Familie der Chiaramonte.

Man erzählt sich, dass die Stadt 480 v Chr. von Karthagern gegründet worden sei, die nach einer verloren Schlacht bei dem ca. 20 km entfernten Ort Himera flüchten mussten. Diese hätten dem Ort den Namen "Caccabe" (Pferdekopf) gegeben. Wahrscheinlich gelangte so der Pferdekopf in das heutige Stadtwappen. Andere Interpretationen vermuten allerdings eine Herkunft vom griechischen "Kakkabe" (Rebhuhn), vom lateinischen "Cacabus" (Kessel), vom arabischen "Kùkum" (Kessel) oder vom sizilianischen "Caccamu" (Lotusbaum).

Tatsächlich belegt ist die Erwähnung der Stadt in einem Dokument von 1093, in dem Roger I. Caccamo der Diözese Agrigent zuordnet. Ab 1094 fällt Caccamo als Lehen von einer Adelsfamilie an die nächste, unter ihnen auch die bedeutende sizilianische Familie der Chiaramonte. Dieses änderte sich erst im 19. Jahrhundert mit dem Risorgimento, dem Beginn des modernen italienischen Nationalstaats.

In der Karte von Samuel von Schmettau von 1720/21 ist die Stadt bereits unter ihrem heutigen Namen verzeichnet [2].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama

Das gesamte historische Zentrum von Caccamo ist eine Sehenswürdigkeit an sich. Die mittelalterliche Struktur mit seinen außerordentlich engen Straßen ist im Wesentlichen erhalten. Möglich ist das u.a. wegen einer modernen Umgehungsstraße, die Durchreisende nordöstlich an der Altstadt vorbei leitet. Am westlichen Ende der Altstadt befindet sich die Burg von Caccamo. Sie entstand vermutlich als Aussichtsturm auf einem Felsen und wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer der größten Burgen Siziliens ausgebaut. Die Region Sizilien kaufte sie 1963 und stellte sie für kulturelle und touristische Zwecke zu Verfügung. Neben der Burg sind die zahlreichen Kirchen Caccamos interessante Sehenswürdigkeiten. Im Stadtplan von Caccamo sind 26 Kirchen verzeichnet. Von ihnen sind 7 als nicht mehr genutzt markiert. Zu den wichtigsten aktiven Kirchen zählen:

  • Der Sankt Georg gewidmete Dom (Chiesa Madre S. Giorgio Martire). Er wurde 1090 von den Normannen gegründet und 1614 vergrößert. Um den Domplatz herum befinden sich weitere barocke Baudenkmäler wie die Chiesa dell'Oratorio, der Palazzo del Monte di Pietà und die Chiesa delle anime sante del Purgatorio. Der Domplatz ist außerdem Schauplatz von Festen und kulturellen Ereignissen.
  • Die Kirche der heiligen Jungfrau (Chiesa SS. Annunziata). Sie wurde um 1200 gegründet und ist heute besonders durch ihre barocken Elemente gekennzeichnet.
  • Die Kirche des heiligen Benedikt (Chiesa San Benedetto alla Badia). Sie wurde 1615 durch Benediktiner-Nonnen gegründet.
  • Die Kirche der heiligen Maria (Chiesa S. Maria degli Angeli). In ihr befinden sich u.a. die sterblichen Überreste des heiligen Giovanni Liccio, dem Schutzheiligen von Caccamo.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Die Castellana di Caccamo ist ein Fest welches jedes Jahr Mitte August zu Ehren der Burg stattfindet. Man lässt das alte Burgleben mit historischen Kostümen, Musik und Gedichten wieder aufleben. 1998 nahmen diese Tradition pflegende Gruppen aus ganz Europa an der Castellana di Caccamo teil.
  • Am Palmsonntag erinnert Caccamo mit U Signuruzzu a cavaddu an Jesus' Einzug in Jerusalem.
  • Mariä Himmelfahrt begeht man in Caccamo mit a Marunnuzza.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Liliane Dufour: La Sicilia disegnata. La carta di Samuel von Schmettau (1720 – 1721). Ed. Società Storia Patria, Palermo 1995, ISBN 88-7401-066-4.
  •  Associazione Turistica Pro Loco "Giorgio Ponte": Caccamo - Città d'arte (Stadtplan). Pubblimaste, Caccamo.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Caccamo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Liliane Dufour: La Sicilia disegnata., 1995, Tavola 10