Clueso

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Sänger Clueso; für den Pariser Polizeiinspektor Jacques Clouseau aus der Pink-Panther-Reihe siehe Inspektor Clouseau; für die belgische Musikgruppe Clouseau siehe Clouseau.
Clueso (2014)
Clueso (2014)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Gute Musik
  DE 53 05.07.2004 (3 Wo.)
Weit weg
  DE 12 02.06.2006 (13 Wo.)
  CH 62 04.06.2006 (5 Wo.)
So sehr dabei
  DE 3 13.06.2008 (24 Wo.)
  AT 40 13.06.2008 (1 Wo.)
  CH 26 15.06.2008 (2 Wo.)
So sehr dabei - live
  DE 11 08.05.2009 (25 Wo.)
Clueso & Stüba Philharmonie
  DE 11 23.07.2010 (10 Wo.)
An und für sich
  DE 2 08.04.2011 (42 Wo.)
  AT 20 08.04.2011 (4 Wo.)
  CH 24 10.04.2011 (2 Wo.)
Singles[1]
Kein Bock zu geh'n
  DE 65 14.02.2005 (6 Wo.)
Chicago
  DE 60 08.05.2006 (10 Wo.)
Lala
  DE 74 15.10.2007 (1 Wo.)
Keinen Zentimeter
  DE 15 29.02.2008 (11 Wo.)
  AT 48 29.02.2008 (1 Wo.)
Mitnehm'n
  DE 79 13.06.2008 (2 Wo.)
Niemand an dich denkt
  DE 83 17.10.2008 (3 Wo.)
Gewinner
  DE 21 17.04.2009 (32 Wo.)
  AT 46 17.04.2009 (11 Wo.)
  CH 91 15.11.2009 (1 Wo.)
Zu schnell vorbei
  DE 38 25.03.2011 (7 Wo.)
Cello (mit Udo Lindenberg)
  DE 4 18.11.2011 (30 Wo.)
  AT 52 18.11.2011 (2 Wo.)
  CH 53 20.11.2011 (1 Wo.)
All die Augenblicke (mit BAP)
  DE 37 06.04.2012 (4 Wo.)
Fühlt Sich Wie Fliegen An (mit Max Herre und Cro)
  DE 27 30.11.2012 (15 Wo.)
  AT 47 30.11.2012 (2 Wo.)

Clueso [klyˈzo] (* 9. April 1980 in Erfurt; bürgerlicher Name Thomas Hübner) ist ein deutscher Sänger, Rapper, Songwriter, Produzent und Autor.

Leben[Bearbeiten]

Clueso – der Name ist der Figur des Inspektor Clouseau aus Blake Edwards' Film Der rosarote Panther entlehnt – macht seit 1995 Musik, zunächst mit dem EFP 96 (Erfurt Projekt 1996), aus denen dann später die Wostok MCs wurden. Zu den Wostok MCs gehörten neben Clueso auch DJ Malik und Steer M, die auch heute noch oft mit Clueso auftreten. Durch zahlreiche Jams im Jenaer Kassablanca und in anderen Städten Deutschlands konnte er seine Fähigkeiten als Rapper und Entertainer trainieren.

Nach Abbruch seiner Friseurlehre 1998 lernte er seinen späteren Manager Andreas Welskop kennen. Die erste selbst hergestellte Vinyl-Veröffentlichung Clüsolo (damals noch als Clüso) erschien nicht im Handel, sondern diente lediglich zu Promozwecken. 1999 zog er mit Welskop nach Köln in die 10vor10-Studios, ein Jahr später bekam er einen Plattenvertrag bei Four Music. Bei diesem Label erschien dann 2001 das erste Clueso-Album Text und Ton. Mit seiner Live-Band Curfew spielte Clueso u. a. beim MTV HipHop Open in Stuttgart und beim Beats for Life in Köln. Insgesamt absolvierte Clueso mehr als 100 Konzerte mit Band und DJ-Set.

2002 zog Clueso zurück nach Erfurt und nahm im neu gegründeten Zughafen, angesiedelt in einem Gebäude des alten Erfurter Güterbahnhofs, als Frontmann des Rowdy Clubs (mittlerweile Rhythm Club) das Rowdy-Club-Tape 2002 auf. Ein weiteres Jahr später begann die Produktion des zweiten Albums Gute Musik, das er 2004 fertigstellte. Daran beteiligt waren unter anderem Blumentopf, Marcel Aue, Steer M, Tilmann Jarmer, Delhia, Tim Neuhaus und der Erfurter Blues-Gitarrist Jürgen Kerth. Im Gegensatz zum sehr Rap-lastigen Vorgänger enthält es deutlich mehr Gesangsnummern, auf englische Gastbeiträge wurde verzichtet. Dabei werden neben den typischen Hip-Hop-Themen unter anderem auch die angenehmen und unangenehmen Folgen des Cannabiskonsums thematisiert (z. B. Vergessen ist so leicht). Wie schon das Vorgänger-Album enthält auch Gute Musik Skits.

Unter dem Umzug nach Erfurt litt die Zusammenarbeit mit seiner Band Curfew, weshalb er mehrere Thüringer Musiker um sich vereinte (hauptsächlich der Weimarer Band StoryPlay), mit denen er als Clueso und Band live unterwegs ist. Am 30. Januar 2005 erschien die Single Kein Bock zu geh’n. Das Video dazu entstand in Eigenproduktion unter Regie seines Freundes Thomas Wolf/ Steer M. Mit diesem Lied vertrat er Thüringen beim Bundesvision Song Contest am 12. Februar 2005, wo er den siebten Platz erreichte.

Im Oktober 2005 ging Clueso für das Goethe-Institut[2] als Botschafter für ein junges lebendiges Deutschland zusammen mit seiner Band auf Konzert-Workshoptour durch Italien. Seine Musik dient hierbei als Mittel, die Lyrik der deutschen Sprache ins Ausland zu tragen. Insgesamt absolvierte er mit Band ca. 30 Konzerte und Workshops für das Goethe-Institut in Italien, Australien, Neuseeland sowie China. Clueso selbst hat fast 200 Konzerte und Workshops für das Goethe-Institut in Asien, ganz Europa, Australien und Nordamerika gegeben, meist mit seinem Wegbegleiter Norman Sinn.

Am 19. Mai 2006 erschien sein drittes Album Weit Weg, auf dem auch das Lied Chicago zu finden ist. Am 3. Februar 2007 fand in Berlin im Fritz-Club im ehemaligen Postbahnhof ein Konzert statt, bei dem Clueso gemeinsam mit seiner Band und der STÜBAphilharmonie (einem Thüringer Ehrenamts-Orchester) seine Lieder in einem Arrangement für mehr als 70 Instrumente aufführte. Zwischen seinen eigenen Stücken spielte das Orchester Auszüge aus der sinfonischen Suite Metropolis von Steffen Heinze.[3] Die Zusammenarbeit mit der STÜBAphilharmonie wurde Ende 2007 fortgeführt. Clueso war Vorband bei den Konzerten von Herbert Grönemeyer auf dessen 12-Tour im Mai/Juni 2007. Er wurde im Jahr 2007 von 1live mit einer Nominierung in der Kategorie Bester Live-Act des Radiozuhörerpreises 1Live Krone gewürdigt.

Im September 2007 erschien die Single Lala, ein Lied, das eigens für den Soundtrack zum Film Leroy aufgenommen wurde. Am 14. Februar 2008 vertrat Clueso ein weiteres Mal das Bundesland Thüringen mit dem Lied Keinen Zentimeter bei dem von Stefan Raab veranstalteten Bundesvision Song Contest 2008 und belegte dort mit einem Punkt Rückstand den zweiten Platz.[4] Am 30. Mai 2008 wurde sein viertes Album So sehr dabei und seine zweite Single Mitnehm' veröffentlicht. Am 3. Oktober 2008 folgte die dritte Single Niemand an dich denkt aus dem gleichen Album.

Am 4. Dezember 2008 wurde Clueso mit der 1Live Krone als bester Künstler ausgezeichnet − er setzte sich gegen Thomas D, Peter Heppner, Curse und Nneka durch. Auch im darauffolgenden Jahr, am 3. Dezember 2009, erhielt Clueso die 1Live Krone als bester Künstler, außerdem bekam er für den Song Gewinner die Auszeichnung Beste Single.[5]

Am 1. April 2009 erschien Gewinner, die vierte Single seines Studioalbums So sehr dabei und erreichte Gold-Status. Ebenfalls im April 2009 erschien So sehr dabei LIVE als Live-CD/DVD, auf der auch Videos bzw. Auftritte mit Liedern seiner früheren Alben zu sehen sind.

2009 fand die Zusammenarbeit mit der Stübaphilharmonie ihren Höhepunkt in dem Doppelalbum Clueso und Stübaphilharmonie, veröffentlicht im Juli 2010. Legendär war die Konzerttournee des Orchesters mit Clueso im Jahr 2009. Sie führte das Ensemble von insgesamt 90 Musikern, 30 Mann/ Frau Crew und Technik durch Deutschland - Ludwigsburg, Kassel, Essen, Düsseldorf (Tonhalle), Bochum (EinsliveKrone) und Hamburg (NDR Liebermann Studio). Diese Tournee war nicht nur komplett eigenfinanziert aus Ticketeinnahmen, sondern auf ihr entstand auch das o.g. Live Album. Clueso eröffnete die 1Live Krone mit dem Orchester 2009 (Gewinner). Die Performance wurde 100% live gespielt.

Im Sommer 2010 reiste er nach Spanien, um dort sein neues Studioalbum aufzunehmen, welches im Frühjahr 2011 erschien. Im Oktober 2010 trat er wieder beim Bundesvision Song Contest auf, diesmal als Gastmusiker für den Thüringer Beitrag von Norman Sinn & Ryo, die den sechsten Platz belegten.

Anfang Dezember 2010 veröffentlichte Clueso sein erstes Buch Clueso. Von und über. Die Erstauflage war auf 10.000 Stück limitiert, handsigniert und nummeriert.[6] Das Buch enthält neben vielen Fotos auch Liedtexte, Anekdoten und Geschichten von und über den Künstler. Eine 2. unsignierte Auflage ist mittlerweile im Handel erhältlich.

Das fünfte Studioalbum An und für sich, das auch die Single Zu schnell vorbei enthält, erschien am 25. März 2011.

Am 16. September 2011 erschien eine Coverversion von Udo Lindenbergs Cello, die im Juni gemeinsam mit dem Originalinterpreten im Rahmen eines MTV-Unplugged-Konzerts gesungen wurde. Am 5. November 2011 sangen Clueso und Lindenberg das Lied in der ZDF-Sendung Wetten, dass..?[7]

Clueso setzt sich für das Lesen- und Schreibenlernen im Rahmen der Kampagne iCHANCE ein, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchgeführt wird.[8][9]

2011 wurde Clueso u.a. für den MTV Europe Music Award – Best German Act nominiert, den allerdings die Sängerin Lena Meyer-Landrut gewann. Im selben Jahr erhielt er die 1Live-Krone als "bester Künstler" und setzte sich dabei u.a. gegen Herbert Grönemeyer durch.

Mit dem Sänger Wolfgang Niedecken und seiner Band BAP veröffentlichte Clueso eine Single namens All die Augenblicke, die zum Herunterladen bereitgestellt wurde. Die Einnahmen der Downloads gingen zu 100% an Niedeckens Afrika-Projekte. Der Song wurde beim Echo 2012 erstmals präsentiert. Außerdem hielt Clueso bei dieser Preisverleihung eine Laudatio und sang u.a. mit Thomas D, Ina Müller und Barbara Schöneberger als Epilog des Abends Verdammt lang her.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben

  • 1998: Clüsolo (EP)
  • 2001: Text und Ton
  • 2002: Das Tape 2002 (als Teil der Erfurter Hip-Hop-Formation "The Rowdy Club")
  • 2003: Extended Player (EP)
  • 2004: Gute Musik
  • 2006: Weit weg
  • 2006: Willkommen im Club (als Teil der Erfurter Hip-Hop-Formation "The Rhythm Club", ehemals "The Rowdy Club")
  • 2008: So sehr dabei
  • 2011: An und für sich
  • 2011: An und für sich: Deluxe-Edition

Livealben

  • 2009: So sehr dabei - Live
  • 2010: Clueso & STÜBA Philharmonie

Singles

  • 2000: The Disk (mit Metaphysics)
  • 2000: Spiel da nich mit
  • 2001: Sag mir wo
  • 2003: Extended Player (EP)
  • 2004: Wart' mal
  • 2005: Kein Bock zu geh'n
  • 2005: Pizzaschachteln
  • 2005: Komm schlaf bei mir
  • 2006: Chicago, auch als Live-Version veröffentlicht
  • 2006: Out of Space
  • 2007: Lala
  • 2008: Keinen Zentimeter
  • 2008: Mitnehm
  • 2008: Niemand an dich denkt
  • 2009: Gewinner, zweite und abgeänderte Version des Albums
  • 2009: Wir wolln Sommer
  • 2010: So sehr dabei mit der STÜBA-Philharmonie
  • 2011: Zu schnell vorbei
  • 2011: Du bleibst
  • 2011: Beinah
  • 2011: Cello (mit Udo Lindenberg)
  • 2012: All die Augenblicke (mit BAP)
  • 2012: Fühlt sich wie fliegen an (mit Max Herre und Cro)
  • 2014: Freidrehen

DVDs

  • 2007 Weit weg - Live
  • 2008 So sehr dabei (Bonus-DVD zum Album)
  • 2009 So sehr dabei - Live (Bonus-DVD)
  • 2011 An und für sich: Deluxe-Edition (inklusive Tour-Dokumentation, Albumentstehung, Fotogalerie, Musikvideos und Impressionen aus einem Mobiltelefon)

Sonstige

  • 2004: Stumme Königin , Dancehallfieber Vol. 2
  • 2005: Dramat Mixe 05, Hörspiel von Paul Plamper und Beat Halberschmidt
  • 2006: Kann man nich lern, mit Blumentopf (Juice Exclusive [CD #63])
  • 2007: Strange, im Soundtrack des Films Leroy
  • 2008: Unter Wasser, Nebenrolle als Barkeeper im Film Unter Wasser von Baris Aldag
  • 2009: Hoffnung, Cover eines Titels der Fantastischen Vier
  • 2009: Geschenkter Tag, im genannten Video von Max Herre als Nebenrolle „Häftling“
  • 2011: Du und Ich, nicht veröffentlichter Titel, der bisher nur auf Konzerten gesungen wurde
  • 2011: Halb so Wild, Cover eines Titels von BAP

Literatur[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Konzerte[Bearbeiten]

Seit dem LP-Release von Gute Musik spielten Clueso & Band mindestens 400 Konzerte, insgesamt summieren sich alle Liveauftritte auf ca. 800 Konzerte mit einem Spektrum von 300 bis 60.000 Zuschauern pro Konzert und inkl. Workshopkonzerten und Promokonzerten.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clueso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE AT CH
  2. Clueso & Band: Rhythm & Poetry - Einfach gute Musik! Seite des Goethe-Instituts Rom, abgerufen am 10. März 2011
  3. Steffen Heinzes „Metropolis“ von Clueso & Band und STÜBA-Philharmonie aufgeführt. Website von Steffen Heinze. Abgerufen am 18. Februar 2010.
  4. Bundesvision Song Contest 2008
  5. derwesten.de: Clueso räumt bei der 1Live-Krone ab. Meldung vom 3. Dezember 2009
  6. Clueso: Clueso. Von und Über. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-578-4.
  7. Legende der deutschen Rockmusik: Udo Lindenberg singt mit Clueso auf wettendass.zdf.de
  8. iCHANCE Profi Portal: Promis. Abgerufen am 2. August 2011.
  9. YouTube: Clueso für ALFA-Musik. 5. September 2008, abgerufen am 2. August 2011.
  10. a b c http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/ Gold-/Platin Datenbank
  11. Tourtagebuch auf Clueso.de: http://www.clueso.de/307.0.html