Ein Herz und eine Seele

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Seriendaten
Originaltitel Ein Herz und eine Seele
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1973–1974/1976
Produktions-
unternehmen
Westdeutscher Rundfunk Köln
Länge 44 Minuten
Episoden 25 in 2 Staffeln
Genre Sitcom
Idee Wolfgang Menge
(nach einer britischen Vorlage)
Erstausstrahlung 15. Januar 1973 auf Westdeutsches Fernsehen
Besetzung
Alfred Tetzlaff
Heinz Schubert
Else Dorothea Tetzlaff, geb. Böteführ
Elisabeth Wiedemann (Staffel 1)
Helga Feddersen (Staffel 2)
Rita Graf, geb. Tetzlaff
Hildegard Krekel
Michael Graf
Diether Krebs (Staffel 1)
Klaus Dahlen (Staffel 2)

Ein Herz und eine Seele ist eine deutsche Fernsehserie, die in den 1970er Jahren vom WDR nach der Idee von Johnny Speight produziert wurde.

Autor der Serie ist Wolfgang Menge, bekannt unter anderem durch die Fernsehserie Stahlnetz und den Film Das Millionenspiel. Menge hat das englische Vorbild Till Death Us Do Part auf deutsche Verhältnisse übertragen.

Handlung[Bearbeiten]

Die Serie zeigt stark überspitzt das Zusammenleben einer deutschen Familie in einer Reihenhaussiedlung im Ruhrgebiet während der 1970er-Jahre: So behandelt sie neben üblichen Alltagsthemen vor allem das Zusammentreffen der extrem kleinbürgerlich-konservativen Einstellung der Eltern mit den idealistischen Ansätzen der 68er-Bewegung, für die Tochter und Schwiegersohn stehen.

Charaktere[Bearbeiten]

Familie Tetzlaff[Bearbeiten]

Alfred Tetzlaff (Ekel Alfred, * 10. April 1924 in Teplitz-Schönau)
Er stellt die Hauptfigur dar und ist ein reaktionärer Spießer. Sein chauvinistisches bis frauenverachtendes Auftreten, abfällige Äußerungen über die SPD-Regierung, seinen Schwiegersohn, Ausländer, Gastarbeiter, Juden und vieles mehr zielen dabei auf die zeitgenössischen kleinbürgerlichen Stammtischpolitiker. Er selbst wiederum ist des öfteren Ziel von Witzen aufgrund seiner geringen Körpergröße. Alfred arbeitet als kaufmännischer Angestellter in der Materialausgabe einer Firma namens „Blumenhagen & Söhne“. Er liest gerne die Bild-Zeitung und bezieht u. a. aus diesem Blatt auch sein angebliches Fachwissen um die Dinge in dieser Welt. Er ist Fan von Hertha BSC, da er in Groß-Berlin aufgewachsen ist und deswegen auch manchmal mit leichtem Berliner Dialekt spricht. Nach eigenen Angaben war Alfred früher als Angehöriger der Wehrmacht in Polen, Frankreich (Paris) und in Russland eingesetzt, zum Schluss im Range eines Obergefreiten. In der Folge „Schlusswort“ erfährt man, dass Alfred bei einer Versorgungskompanie in der Feldküche diente. In den letzten Kriegstagen an der Ostfront erlitt er eine Verbrühung durch übergeschwappte Graupensuppe, so dass er das Ende des Krieges im Lazarett erlebte. Er erzählt in der Folge „Selbstbedienung“ vom Requirieren von Gütern in Frankreich und im Osten. Ein wiederkehrendes Element in der Serie ist, dass Alfred durch passende Sprichwörter oder literarische Zitate glänzen will, die er aber allesamt falsch wiedergibt („Namen sind Schall und Qualm“, „Du oder ich, das ist hier die Frage“, „Wenn du in Paris bist, benimm dich wie ein Pariser“), sowie unüberlegtes Benutzen von Zahlen („Das haben die römischen Imperatoren schon vor tausend Jahren gemacht“,„Morgen ist ein Sonntag, wie es im Jahr Hunderte gibt“). Ferner versucht er z. B. in der Folge Silberne Hochzeit im französischen Nobelrestaurant Royale mit seinen Sprachkenntnissen zu glänzen.
Else Dorothea Tetzlaff (geborene Böteführ; in Elmshorn)
Sie ist das einfältige Hausmütterchen, das nichts von Politik, Sport oder Kultur versteht und Alfred damit regelmäßig auf die Palme bringt, worauf sie von ihm gelegentlich als „dusselige Kuh“ bezeichnet wird. So verwechselt sie beispielsweise in der Folge „Rosenmontagszug“ den „französischen Bundeskanzler“ Pompidou mit dem angeblichen Mann von Madame de Pompadour oder in der Folge „Sylvesterpunsch“ den ehemaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger mit Henry Kissinger, wobei sie erstaunt ist, dass die Deutschen einen jüdischen Bundeskanzler hatten. Auch sie hat Schwierigkeiten mit Sprichwörtern und Redewendungen („immer das Sophoklesschwert überm Kopf“). Else stammt ursprünglich aus Elmshorn und hat eine Schwester, Dorothea, zu der sie allerdings keine enge Beziehung hat. Die von Helga Feddersen verkörperte Else der zweiten Staffel ist aber wesentlich selbstbewusster als die Else der ersten Staffel (Darstellerin: Elisabeth Wiedemann) und vermag es durchaus, Alfred Paroli zu bieten.
Rita Graf (geborene Tetzlaff)
Sie ist die Tochter des Hauses, arbeitet als Verkäuferin in der Kosmetikabteilung eines Kaufhauses, ist mit Michael verheiratet und wohnt mit ihm zusammen in ihrem alten Kinderzimmer. Sie muss regelmäßig die Launen ihres Vaters ertragen, da dieser seine Tochter für missraten hält, insbesondere im Gespräch mit anderen. In der allerletzten Folge, „Schlusswort“, erfährt man, dass sie schwanger ist.
Michael Graf, Alfreds Schwiegersohn
Er verkörpert den legeren, von den 68ern geprägten links stehenden Mittzwanziger und wird deshalb vom Familienoberhaupt regelmäßig als „Sozi“, „Komsomolze“, „langhaarige bolschewistische Hyäne“, „Kommunistenschwein“, „Kommunistischer Drecksack“, „anarchistischer Drecksack“, „rote Rotznase“ und ähnliches bezeichnet. Er stammt aus der DDR und konnte noch rechtzeitig in den Westen übersiedeln. Seine Eltern wohnen jedoch immer noch dort. In der Folge „Besuch aus der Ostzone“ kommen seine Eltern über ein verlängertes Wochenende zu Besuch, um auch zum ersten Mal ihre Schwiegertochter kennenzulernen. Von Beruf ist Michael Feinmechaniker.

Nebencharaktere[Bearbeiten]

Frau Suhrbier
ist eine Nachbarin (auf ihre bloße Erwähnung reagiert Alfred äußerst cholerisch), die ein Running Gag in der Serie ist. Siehe dazu „Sonstiges“. In einigen Folgen lautet der Vorname Hertha, in einer anderen Folge Gerlinde.
Frau Fechner
ebenfalls in der Nachbarschaft wohnend, ist mit Else befreundet.
Frau Burdenski
ist eine weitere Nachbarin. Ihr Mann arbeitet bei der Post. Alfred trifft in einer Folge auch auf ihren Schwager Erwin.
Rübensahm
ist der Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäfts in der Nachbarschaft. Alfred kritisiert ihn oft wegen seiner hohen Preise und seiner (laut Alfred) willkürlichen Öffnungszeiten. In einigen Folgen lautet der Vorname Rübensahms Erich, in anderen Folgen Emil.
Koslowski
arbeitet bei einer Versicherung, ist Junggeselle und wahrscheinlich Alfreds einziger Freund. In einigen Folgen lautet der Vorname Koslowskis Peter, in anderen Folgen Erwin.
Rudi
ist der Inhaber einer kleinen Eckkneipe in der Nachbarschaft, in der Alfred einmal die Woche etwas trinken geht und nach Angaben der Familie mindestens einmal im Monat einen Streit anzettelt und hinausgeworfen wird.

Erfolg der Serie[Bearbeiten]

Ein Herz und eine Seele wurde von Wolfgang Menge nach dem Vorbild der US-amerikanischen Fernsehserie All in the Family (1971–1979) entwickelt, die wiederum auf die britische Serie Till Death Us Do Part (1965–1975) zurückgeht. Deren Entwickler Johnny Speight wurde aus rechtlichen Gründen im Abspann von Ein Herz und eine Seele genannt. Menge passte das Format den deutschen Verhältnissen (SPD-Regierung, Nachwehen der Studentenrevolte) entsprechend an, übernahm aber die Namen der Figuren aus Till Death Us Do Part: Alfred heißt im Original Alf, Michael heißt Mike, Else und Rita haben in beiden Serien denselben Namen. Auch die anrufbare Telefonzelle stammt aus der Vorlage, jedoch gab es solche Zellen zur damaligen Zeit in Deutschland nicht. Erklärt wurde dies damit, dass der Bruder von Frau Burdenski Postmitarbeiter sei und die Telefonzelle für die Nachbarschaft so eingestellt hat.

Fernsehgeschichtlich bedeutsam war indes die Übernahme des Sitcom-Formats ins deutsche Programm. Auch war es die erste Fernsehserie, die sich mit dem politischen Geschehen der damaligen Zeit auseinandersetzte. Die Serie war kammerspielartig (oder volksbühnenartig) und arbeitete mit einem Minimum an handelnden Personen.

Die derbe Sprache und zotigen Gags sowie die ideologische Polarisierung der Protagonisten mit Anspielungen auf die aktuelle politische Situation waren für das Fernsehen einerseits noch ungewohnt, gelangten andererseits nach anfänglicher Kritik schnell zu großer Beliebtheit. Die Resonanz auf die Serie war unterschiedlich: Der Großteil der Zuschauer sah die Serie als Satire auf spießige Kleinbürger und den Charakter Alfred als Anhäufung negativer Eigenschaften an, was auch der Intention entsprach. Einige verkannten jedoch auch die Ironie und fühlten sich durch Alfred Tetzlaff in ihrer reaktionären Sichtweise bestärkt und hielten fest, dass Alfred all das sage, was sonst niemand auszusprechen wage. Wolfgang Menge hoffte damals, dass die Zuschauer Ähnlichkeiten zwischen der Berichterstattung der Bild-Zeitung und Alfreds Monologen bemerken würden.

Der damalige Postminister Horst Ehmke verglich in einer Bundestagsdebatte im Februar 1974 den CDU-Politiker Alfred Dregger mit Alfred Tetzlaff.

Staffeln und DVDs[Bearbeiten]

Die ersten 11 Folgen der 1. Staffel wurden zunächst für das Dritte Fernsehprogramm in Schwarzweiß gedreht. Später wurden einzelne Folgen für das Erste Deutsche Fernsehen in Farbe neu gedreht, teils mit verändertem Drehbuch. Die 12. Folge (Sylvesterpunsch) wird zu Silvester – ähnlich wie Dinner for One – immer wieder ausgestrahlt. Es war zudem die erste Folge in Farbe. Auch die Folge Rosenmontagszug wird regelmäßig zu Karneval wiederholt, sowie die Folge Besuch aus der Ostzone am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit), da die Handlung am verlängerten Wochenende des 17. Juni, des damaligen „Tages der deutschen Einheit“ der Bundesrepublik Deutschland, spielt.

Die 2. Staffel wurde nach nur vier Folgen eingestellt. Begründet wurde dies von den Produzenten offiziell damit, dass das konzept nicht mehr zeitgemäß sei, und somit das Zuschauerinteresse sinke. Jedoch sehen damals wie heute viele Anhänger die Gründe für sinkende Einschaltquoten u. a. in der veränderten Besetzung ab Staffel 2, schwachen Drehbüchern und übertriebenen Handlungsweisen der Darsteller. Letztere resultierten daraus, dass eher auf Slapstick als auf die pointierten Dialoge der 1. Staffel gesetzt wurde.

DVD[Bearbeiten]

Eine DVD-Box mit 21 der 25 Folgen wurde im April 2005 veröffentlicht. Auf dieser DVD-Box wurde auf zwei Schwarzweiß-Folgen (1 und 3) und zwei Episoden in Farbe (18 und 21) verzichtet, die nach umfangreichen Protesten der aktiven Fangemeinde nachträglich am 12. September 2005 auf einer Spezial-DVD namens Die verschollenen Folgen erschienen. Die Existenz der Folge 21 war zuvor seitens der Produktion unbekannt. Im März 2009 erschien eine neue DVD-Box mit allen digital überarbeiteten 25 Folgen plus Bonusmaterial auf acht DVDs.

Episoden[Bearbeiten]

Folge Nr. Titel Erstausstrahlung Inhalt
Staffel 1
01 Das Hähnchen 15. Januar 1973 .
02 Der Fernseher 29. Januar 1973 Alfred sitzt im Wohnzimmer. Michael kommt dazu und sie diskutieren über den Fernseher, der ausgeschaltet bleiben soll. Anschließend erklärt Alfred Michael die angebliche Spionagetätigkeit von Walter Ulbricht. Als sie die Sportschau sehen möchten, ist der Fernseher kaputt und Alfred macht sich daran, ihn zu reparieren, bis die Sicherung rausfliegt, allerdings läuft der Fernseher bald wieder. Else ruft in der Zwischenzeit einen Techniker, der von Alfred wieder rausgeschmissen wird. Am Ende wird der Fernseher an seinen Platz zurückgestellt, Alfred schaltet den Fernseher ein, der daraufhin explodiert.
03 Besuch aus der Ostzone 12. Februar 1973 Michaels Eltern kommen zu Besuch, um ihre Schwiegertochter kennenlernen. Alfred gibt seine Meinung über die Ostzone und deren Fußballmannschaft kund und sähe überhaupt viel lieber Fußballspiele der Weltmeisterschaft. Nachdem er zusammen mit Michaels Vater in Rudis Kneipe war, kocht er das Feiertagsessen.
04 Die Beerdigung 26. Februar 1973 Da die Nachbarin Frau Grätz ohne Angehörige verstorben ist, sammelt Alfred für ihre Beerdigung. Geizig rechnet er zusammen mit Rübesahm alles genau durch und weiß genau, dass sich Fernsehen an so einem Tag nicht gehört. Als er dann alleine fernsieht, springt Michael sogar wieder aus dem Bett, um Fußball zu schauen. Am nächsten Tag findet der Leichenschmaus bei Tetzlaffs statt.
05 Die Bombe 12. März 1973 Else hat ein Paket für den Nachbarn „M. Ahmed Ben Yussuf“ angenommen. Da der Adressat ein Araber ist und obendrein bei Frau Suhrbier wohnt, ist für Alfred klar: In dem Paket ist eine Bombe. Erst wirft er es aus dem Fenster, dann ruft er die Polizei, die sich jedoch weigert, es zu öffnen. Als der Empfänger es abholt, stellt sich heraus, dass es sich bloß um ein Spielzeug handelt. Am Schluss kommt es trotzdem zu einer gewaltigen Explosion.
06 Hausverkauf 26. März 1973 Michael möchte ein größeres Haus kaufen, um Alfred seltener über den Weg zu laufen. Um den Preis für Alfreds Reihenhaus festzustellen, lädt er einen Makler ein. Als Alfred von diesem Plan erfährt, wird er zornig und greift seinen hinterhältigen Schwiegersohn mit einem Messer an. Zudem weigert er sich, sein Haus zu verkaufen.
07 Silberne Hochzeit 9. April 1973 Obwohl Alfred den eigenen silbernen Hochzeitstag vergessen hat, bekommt Else Blumen und einen Ring geschenkt. Rita und Michael haben aber nicht nur Geschenke, sondern auch einen Tisch in einem vornehmen französischen Restaurant bestellt. So vornehm, dass sich die Familie blamiert, wobei Alfred sich verplappert und Else erfährt, wer sie beschenkt hat.
08 Urlaubsvorbereitung 30. April 1973 Die Tetzlaffs wollen ihren Urlaub zum ersten Mal im Ausland verbringen, allerdings hat Alfred an jedem Ort etwas auszusetzen. Else und die Kinder gehen ins Reisebüro und Alfred leiht sich von Koslowski einen Taucheranzug. Als die Telefonzelle klingelt, verlässt Alfred im Taucheranzug das Haus und wird von einem Polizisten festgehalten, bis seine Familie zurückkommt.
09 Erntedankfest 1. Oktober 1973 Am Erntedankfesttag hält Alfred seiner Familie einen Vortrag über seinen Gemüseanbau im Garten, welcher allerdings keine großen Erträge hervorgebracht hat. Sein Versuch, sich Kartoffeln in Rudis Kneipe zu besorgen, misslingt. Zusätzlich kommt Elses Schwester zu Besuch.
10 Eine schwere Erkrankung 28. Oktober 1973 Als Alfred glaubt, schwer krank zu sein, bestellt er einen Arzt ins Haus. Der ist jedoch selbst krank und kann bei Alfred nichts feststellen. Deshalb begibt Alfred sich zur Untersuchung ins Krankhaus, er ist jedoch gesund.

Dortbehalten wird Else, bei ihr wurde eine Krankheit festgestellt.

11 Der Sittenstrolch 26. November 1973 Während Else mit Frau Fechner einkaufen war, soll sich im nahen Park ein Exhibitionist gezeigt haben. In der Küche reizen Alfred und Michael Frau Fechner dazu, ihren Busen zu entblößen. Nachdem Else das verhindert hat, kommt ein Polizist und stellt Alfred zweideutige Fragen. So muss Alfred zugeben, dass er im Park uriniert hat und dabei zufällig von jemandem gesehen worden ist.
Ab Folge 12 wurde die Serie in Farbe produziert und nicht mehr im WDR-Fernsehen (damals WDF), sondern im ersten Programm (ARD) ausgestrahlt.
12 Sylvesterpunsch 31. Dezember 1973 Während das Essen gekocht wird, macht Alfred Punsch. Entgegen seiner Gewohnheit will er dieses Jahr die Neujahrsansprache nicht sehen, weil sie von einem Sozialdemokraten kommt. Als er sich mit seinem Punsch den Fuß verbrennt, kühlt er ihn in der Kartoffelschüssel. Während des Essens gibt er sein gesammeltes Wissen über Gastarbeiter preis. Dann trinkt er seinen Punsch alleine aus. Obwohl betrunken, tanzt er mit Else Tango, bis er die Deko von der Decke holt.
13 Der Ofen ist aus
Farbversion der Folge 1
28. Januar 1974 .
14 Rosenmontagszug 25. Februar 1974 .
15 Frühjahrsputz
Farbversion der Folge 2
18. März 1974 Else, Rita und Michael machen Frühjahrsputz und haben dafür das Wohnzimmer ausgeräumt. Alfred kommt mit einer Hertha BSC Flagge nach Hause, weil er von Koslowski nicht zum Spiel mitgenommen wurde. Er schimpft zunächst über die Sozialisten, anschließend erklärt er Michael die angebliche Spionagetätigkeit von Walter Ulbricht. Nach einem Streit mit Else will Alfred die Sportschau sehen, aber der Fernseher ist kaputt. Er macht sich daran, den Fernseher zu reparieren.
16 Selbstbedienung 13. April 1974 Else vergisst beim Einkauf einen Artikel zu bezahlen und wird deswegen des Ladendiebstahls bezichtigt. Aus ihrer Angst verschweigt sie es ihrem Mann zunächst. Alfred gibt damit an, wieviel er während des letzten Krieges in besetzten Ländern requiriert hat, Ladendiebstahl hingegen sieht er als Verbrechen an. Von einer Anzeige sieht der Detektiv ab, dann entdeckt er, dass Alfreds Versuch, Preisschilder zu manipulieren, dazu geführt hat, dass jener sogar draufgezahlt hat.
17 Besuch aus der Ostzone
Farbversion der Folge 3
17. Juni 1974 Michaels Eltern kommen zu Besuch, um ihre Schwiegertochter kennenzulernen. Alfred tut seine Meinung über die Ostzone und deren Fußballmannschaft kund, anlässlich des anstehenden WM-Spiels zwischen der DDR und der BRD von 1974. Nachdem er abends mit Michaels Vater in der Kneipe war, kocht er (nach eigener Auffassung) am darauffolgenden Tag das Feiertagsessen.
18 Urlaubsvorbereitung
Farbversion der Folge 8
15. Juli 1974 Die Tetzlaffs wollen ihren Urlaub zum ersten Mal im Ausland verbringen, allerdings hat Alfred an jedem Ort etwas auszusetzen. Während Else und die Kinder ins Reisebüro gehen, probiert Alfred einen Taucheranzug aus, den er sich von Koslowski geliehen hat. Als Else vom Reisebüro aus die Telefonzelle anruft, verlässt Alfred im Taucheranzug das Haus und wird, weil er sich nicht ausweisen kann, von einem Polizisten in Gewahrsam genommen.
19 Tapetenwechsel 12. August 1974 .
20 Der Staatsfeind 9. September 1974 Ein geheimnisvoller Mann .
21 Der Sittenstrolch
Farbversion der Folge 11
4. November 1974 Während Else mit Ruth Suhrbier einkaufen war, soll sich im nahen Park ein Exhibitionist gezeigt haben. In der Küche reizt Alfred Ruth dazu, ihren Busen zu entblößen. Nachdem Else das verhindert hat und Alfred seine Ansichten über Evolution kund getan hat, kommt ein Polizist und stellt Alfred zweideutige Fragen. So muss Alfred zugeben, dass er im Park uriniert hat und dabei zufällig von jemandem gesehen worden ist.
Requiem für ein Ekel 27. Dezember 1974 Zum vorläufigen Ende der Serie das Special „Requiem für ein Ekel“ ausgestrahlt, in dem Wissenschaftler und Redakteure in der Original-Kulisse über die Wirkung der Serie diskutierten. Auch Alfred-Darsteller Heinz Schubert sprach darin über seine Rolle.
Staffel 2

Nach 18 Monaten Pause wurde die Serie fortgesetzt, wobei die Rolle der „Else Tetzlaff“ mit Helga Feddersen, die des Schwiegersohns mit Klaus Dahlen besetzt wurde.

22 Telefon! 31. Mai 1976 Weil Alfred es leid ist, vor seiner Haustür vor der Zelle zu warten, lässt er sich ein Telefon anschließen. Weil er aber in der Hast den Zellenhörer abgerissen hat, muss er seinen Apparat dem gesamten Publikum zur Verfügung stellen.
23 Massage 5. Juli 1976 .
24 Modell Tetzlaff 27. September 1976 Ein amerikanischer Journalist will eine Reportage über typisch deutsche Familien machen und hat sich die Tetzlaffs ausgesucht. Während Else und Rita das Haus saubermachen, ist Alfred beim Friseur. Die Familie geht anschließend in ein vornehmes Restaurant, und alle trinken während des Wartens so viel Alkohol, dass sie sich vollkommen daneben benehmen, als der Reporter endlich eintrifft.
25 Schlußwort 22. November 1976 Alfred nimmt vor seiner Tür spielenden Kindern ihren Ball weg, bringt einen Mann zu Fall und verursacht einen Verkehrsunfall. Deswegen landet er vor Gericht und muss Rechenschaft über sein Leben, seine Ansichten zu Erziehung und Politik ablegen. Als er erfährt, dass seine eigene Tochter schwanger ist, beendet er seine Verteidigung mit einem Plädoyer.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Ein Running Gag in der Serie ist die ominöse Nachbarin Frau Suhrbier, die mehrfach in diversen Folgen erwähnt wird, jedoch nie in der Serie zu sehen ist. Es wird jedoch deutlich, dass zwischen Alfred und ihr eine große Abneigung besteht, da sie SPD-Mitglied und zugleich Hausbesitzerin ist und sogar schon einmal demonstriert hat (wenn auch nur gegen die hohen Preise). In Folge 21 hat allerdings ihre Nichte Ruth einen Auftritt.
  • Hildegard Krekel und Diether Krebs waren, während die Serie lief, auch privat miteinander liiert.
  • Lange Zeit war nicht klar, ob Folge 11 Der Sittenstrolch wirklich nochmal als Folge 21 in Farbe gedreht wurde, oder ob es sich um eine Wiederholung der Schwarzweiß-Version handelte, die fälschlich als Farbfassung angekündigt wurde. Im Archiv des WDR ließen sich keine Hinweise – geschweige denn ein Sendeband – zu dieser Folge finden. Erst im Juni 2005 wurde die Folge bei Recherchen des Magazins Digital-Movie.de unter Mithilfe von Zuschauerpost.de im Archiv des SWR wiedergefunden, da die Folge als einzige vom SDR und nicht vom WDR produziert wurde.[1]
  • Nachdem die Serie vom ersten Programm der ARD übernommen wurde, wurden vier ältere Folgen in Farbe neu gedreht, um sie nochmal einem bundesweiten Publikum zu präsentieren.[2] Dabei wurde der grobe Plot jeweils übernommen, die Dialoge und Witze jedoch überarbeitet.
  • Auch die sonstigen in Farbe gedrehten Folgen enthalten meistens inhaltliche Parallelen zu älteren Folgen. So sind beispielsweise in den Folgen Frühjahrsputz und Der Fernseher längere Textpassagen, in denen Alfred Michael den Berliner Mauerbau erklärt, inhaltlich identisch. Auch gibt es zwischen Der Ofen ist aus und Das Hähnchen große Parallelen. Ein weiteres Beispiel ist die Szene mit Elses Kleid in Sylvesterpunsch und Silberne Hochzeit. Des Weiteren ist der Dialog über Willy Brandt in den Folgen Silberne Hochzeit und den Folgen 8 und 18 Urlaubsvorbereitungen identisch.
  • Tagesaktuelle Ereignisse konnten kurzfristig in die Drehbücher aufgenommen werden, da die einzelnen Episoden erst am Tag ihrer Ausstrahlung vor Publikum aufgezeichnet wurden.[3]
  • Die Farbfassung von Besuch aus der Ostzone enthält aus heutiger Sicht eine besondere Ironie, da sie während der Fußball-WM 1974 gedreht und ausgestrahlt wurde, und die DDR-Auswahl, über die sich Alfred im Gespräch mit Michaels Vater lustig macht, einige Tage später in ihrem einzigen Spiel gegen die DFB-Auswahl mit 1:0 gewann.
  • In der Folge „Rosenmontagszug“, die auch tatsächlich am Rosenmontag produziert wurde, musste die damalige Regieassistentin Ilse Hofmann kurzfristig eine Nebenrolle übernehmen, da die eigentlich dafür vorgesehene Schauspielerin betrunken war.[3]
  • Bei 23 Folgen führte Joachim Preen die Regie. Bei zwei Folgen der 2. Staffel („Telefon“ und „Schlusswort“) führte Jürgen Flimm die Regie.
  • Ursprünglich sollte Gert Fröbe den Alfred Tetzlaff spielen, konnte aber aus Zeitgründen nicht. Harald Juhnke wurde auch gefragt, doch er „konnte und wollte keinen Proleten spielen.“[4]
  • In der Folge „Die Bombe“ fragt der Sprengstoffexperte, ob Alfred „M. Ahmed Ben Yussuf“ sei, darauf sagt Alfred, er sei „Kara Ben Nemsi“. In der gleichnamigen ZDF-Serie spielte Heinz Schubert den Hadschi Halef Omar, während Kara Ben Nemsi Effendi von Karl-Michael Vogler verkörpert wurde.
  • Die Silvester 2011 erstmals gezeigten 90-sekündigen Einspielfilme „Kanalloch“, „Mädchen“ und „Zebrastreifen“[5] zeigen, wie Alfred Tetzlaff außer Haus in seltsame Situationen gerät.[6] Diese drei Kurzfilme, sowie bisher unveröffentlichtes Material zeigen Alfred Tetzlaff erstmals als Pantomimen.[5][7] Die Kurzfilme wurden in Alsdorf (Kreis Aachen) gedreht. Im Hintergrund sind u.a. die Kühltürme der Kokerei Anna zu erkennen. Weiteres unveröffentlichtes Material, sowie die erste Szene aus „Zebrastreifen“ wurde zudem auch in Aachen am Wehrhaften Schmied gedreht. Diese Einspieler wurden mit der Titelmelodie der Serie unterlegt. Bei „Zebrastreifen“ wurden zusätzlich die ersten 30 Sekunden mit dem Stück „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Ennio Morricone und einem zusätzlichen Geräusch eines bremsenden PKW unterlegt. Zu der Zeit war es üblich, Szenen auf 16 mm Film aufzunehmen und dann auf U-Matic-Bänder umzukopieren, um daraus einen fertigen Beitrag zu schneiden und nachzuvertonen. Für solche Zwecke, wie in diesem Fall wurden Ü-Wagen eingesetzt, die mit entsprechender Technik ausgestattet waren. Die Kurzfilme wurden von WDR-Programmplaner Klaus Kunde-Neimöth bei der Recherche nach der Farbversion von „Sittenstrolch“ zufällig im WDR-Archiv entdeckt. Ein aufmerksamer Archivar habe zuvor diese bei der Sichtung der beliebten Serie zuordnen und richtig betiteln können und somit seien die seltenen Filme auch unter „Ein Herz und eine Seele“ zugänglich gewesen, so Klaus Kunde-Neimöth in einem Interview gegenüber WDR.de.
  • Rita arbeitet in einem Kaufhaus in der Kosmetikabteilung. In der Serie wurde nie eine Folge gezeigt, in der Rita in dieser Abteilung arbeitet. Zwischen 1980 und 1983 wird das jedoch nachgeholt. In der Serie „6 Richtige“, die im nordrhein-westfälischen Regionalfenster WWF der ARD lief, geht die Familie Richtig in die Kosmetikabteilung eines Kaufhauses und wird dort von Rita (Hildegard Krekel) bedient. Sie sprüht Opa Richtig mit diversen Parfüms ein, bevor sich die Familie für eins entscheidet. Der Opa wird von Benno Hoffmann gespielt, der schon in der Folge „Massage“ von Ein Herz und eine Seele den Dr. Winterstein gespielt hat.
  • 1998 entstand mit der 12-teiligen Serie „Das Lied zum Sonntag“ ein indirektes Spin-off. Jaecki Schwarz und Rotraud Schindler treten darin als Ehepaar Arnold und Edith Tetzlaff auf, geschrieben wurde die Serie wiederum von Wolfgang Menge.[8]

Weitere Darsteller[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Folgen
Frau Fechner Renate Schubert Das Hähnchen (1) + Die Beerdigung (4) + Der Sittenstrolch (11)
Frau Fechner Gisela Keiner Der Staatsfeind (20)
Frau Burdenski Eva Böttcher Der Ofen ist aus (13)
Rübensahm Karl-Heinz Walther Rosenmontagszug (14)
Rübensahm Jochen Stern Die Beerdigung (4)
Koslowski Jochen Stern Rosenmontagszug (14) + Urlaubsvorbereitung (18) + Der Staatsfeind (20)
Rudi Oskar Werner Engartner Besuch aus der Ostzone (17)
Frau Hennig Marie-Luise Marjan Urlaubsvorbereitung (18)
Wolfgang Grönebaum Besuch aus der Ostzone (3) + Die Beerdigung (4)
Ruth Suhrbier Irmgard Riessen Der Sittenstrolch (21)
Polizist Helmut Oeser Der Sittenstrolch (21)
Kaufhausdetektiv Alfons Höckmann Selbstbedienung (16)
Alfons Höckmann Modell Tetzlaff (24)
Dr. Keller Hans Mahnke Eine schwere Erkrankung (10)
Dr. Winterstein Benno Hoffmann Massage (23)
Makler Lutz Moik Hausverkauf (6)
Dorothea Edda Seippel Erntedankfest (9)
Fr. Bergengrün Tana Schanzara Telefon ! (22)
Telefontechniker Gerhard Olschewski Telefon ! (22)
Richter Konrad Georg Schlußwort (25)

Literatur und Filmbeiträge[Bearbeiten]

  • F.B. Habel: Ekel Alfred. Ein Herz und eine Seele – Das große Buch für Fans. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2007, ISBN 978-3-89602-768-9.
  •  Meckert für Deutschland. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1974 (Titelgeschichte, online).
  • Lachgeschichten – Ein Herz und eine Seele. Dokumentation, WDR, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Prosit, Ekel Alfred! - Ein Comedy-Querulant wird 35 – Der verschollene Sittenstrolch
  2. Fernsehfriedhof, Der Sylvesterpunsch, quotenmeter.de
  3. a b Der Prophet, den das Land liebte, Nachruf: Kaum ein deutscher Autor prägte das deutsche Fernsehen so sehr wie Wolfgang Menge in Berliner Morgenpost vom 22. Oktober 2012
  4. Lutz Neitzert: 15. Januar 1973: Erstausstrahlung der Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“ (PDF; 15 kB), S. 1, SWR2 Zeitwort, 15. Januar 2010, 6.45 Uhr,
  5. a b „Ein Herz und eine Seele“: Raritäten und Erstausstrahlungen
  6. fernsehserien.de
  7. Kult zum Jahresende im WDR Fernsehen – „Ein Herz und eine Seele“ und Ekel Alfred, wdr.de, 14. Dezember 201
  8. Das Lied zum Sonntag