Göztepe Izmir

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Göztepe A.Ş.
Vereinslogo
Voller Name Göztepe Spor Hizmetleri
ve Tic. A.Ş.
Gegründet 14. Juni 1925
Stadion Izmir Atatürk Stadyumu
Plätze 51.295
Präsident Mehmet Sepil
Trainer Suat Kaya
Homepage goztepe.org.tr
Liga TFF 2. Lig
2013/14 2. Platz
Heim
Auswärts

Göztepe [ˈɡœsteˌpɛ] (vollständig: Göztepe Spor Hizmetleri ve Tic. A.Ş.), ist ein am 14. Juni 1925 in Güzelyalı, İzmir, gegründeter türkischer Fußballverein. Göztepe spielte 22 Jahre in der ersten türkischen Liga, in der „Ewigen Tabelle“ belegt Göztepe den 14. Rang.

Die Gründungsväter des Vereins Muammer Akar, Nüzhet Bandak, Ahmet Serimoğlu, Kennan Bey, Nebil Çobanoğlu und Cevat Bey waren ehemalige Mitglieder von Altay İzmir, einem sich später als Rivalen herausstellenden Sportverein İzmirs. Den Namen verdankt der Verein dem Stadtteil von İzmir, in dem der Club ansässig ist und in dem sich auch das Clubhaus befindet. Auch wenn der Verein in Sportarten wie Handball oder Volleyball Erfolge feiern konnte und auch über eine traditionell starke Schwimmmannschaft verfügt, so erlangte er vor allem Ruhm durch seine Profi-Fußballmannschaft. Die Ultra-Fangruppe des Vereins nennt sich Yalı.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge & Aufstieg[Bearbeiten]

Das Heimstadion (Alsancak-Stadion) des Vereins wird mit Altay SK geteilt.

Die Umstände, dass das Gründungsmitglied der ersten Türkischen Liga trotz eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten gerade zum Ende der 60er Jahre überraschende Erfolge für sich verbuchen konnte und in der drittgrößten Stadt der Türkei kein anderer Fußballverein mit den Teams aus Istanbul mithalten konnte, führte dazu, dass Göztepe auch heute noch eine sehr starke Fanbasis hat.

Das Vereinshaus in Güzelyalı zählt neben dem Trainingszentrum in Göztepe zum Ort der Feierlichkeiten nach dem Gewinn von Meisterschaften

Die Rivalität der Fans gegenüber dem Stadtrivalen Karşıyaka SK und vor allem gegen Fenerbahçe führte bei Derbys oft zu blutigen Straßenschlachten mit zahlreichen Verletzten. Viele dieser Derbys wurden aufgrund hoher Ticketnachfragen und Sicherheitsbedenken in das größere und nicht im Stadtzentrum liegende Atatürk Stadı (İzmir Atatürk Stadion) verlegt. In der Saison 1980/81 stellte der Verein zusammen mit seinem Rivalen Karşiyakaspor am 18. Mai 1981 mit über 80.000 Zuschauern den Weltrekord für die Besucherzahl eines Zweitligaspiels auf, obwohl für die Partie lediglich 67.696 Tickets verkauft wurden. Dieser Rekord steht im Disput mit einer Begegnung zwischen 1860 München und dem FC Augsburg aus dem Jahr 1973, demzufolge laut Schätzungen 90.000 Zuschauer im Münchener Olympiastadion beiwohnten.

Das Atatürk-Stadion, Stunden vor Anpfiff einer Begegnung

Absturz[Bearbeiten]

Obwohl der Verein im Jahre 2001 ein überwältigendes Revival in der Stadt erlebt hat und sich die Bürger İzmirs endlich wieder an einem Erstligisten aus İzmir erfreuen konnten, gelang es dem Verein nicht, sich in der Süper Lig zu behaupten. Durch miserable Finanzplanungen und schlechte Transferpolitik stürzte der Verein geradewegs in Liga 3 durch. In der Saison 2001/2002 machte der Verein aufgrund der hohen Zuschauereinnahmen einen Reingewinn von 25 Mio. US-Dollar. Ungeklärt ist, wieso der Verein 4 Folgejahren 50 Mio. US-Dollar verlor und schließlich auf einem Schuldenberg saß. Da dieser finanzielle Verlust nicht allein durch teure Spielerverpflichtungen und dem verpassten Klassenerhalt erklärt werden konnte, wurden Vorwürfe der Untreue laut, woraufhin die komplette Vereinsführung ihre Positionen räumen musste. Erboste Fans nahmen die offizielle Website des Vereins in Beschlag. In der Saison 2006/2007 ist der Verein bereits am vorletzten Spieltag in die Amateurliga (5. Liga) abgestiegen. Somit wurde eine 82-jährige Historie des Profifußballs beendet.

Die Wiederauferstehung[Bearbeiten]

2007 fand sich mit Imam Altınbaş ein Mäzen, der den Verein für 1,35 Mio Türkische Lira übernahm. In den vergangenen Jahren investierte der Besitzer der Altınbaş-Holding (u.a. Ölgeschäft) mehr als 10 Mio. Euro in den Kader und in die Infrastruktur des Vereins. In vier Jahren stieg der Verein um 3 Spielklassen auf, denn am 33. Spieltag der Saison 2010/11 sicherte sich die Mannschaft als Meister der 3. Liga den Aufstieg in die zweithöchste türkische Spielklasse.

Aufstieg in die Bank Asya 1. Lig

Derzeitige Situation[Bearbeiten]

Die Ambitionen von Imam Altınbaş sind hoch. Die Vereinsführung hat den Aufstieg in die Süperlig sowie die Rückkehr auf die europäische Bühne innerhalb der nächsten zwei Spielzeiten angekündigt. Das Unternehmen erhofft sich durch das Engagement im Verein einen Gewinn zu erzielen, da am Verein sowohl ein großes Medieninteresse besteht, als auch eine sehr große und starke Fanbasis einen hohen Absatz an Merchandise-Artikeln und einen hohen Schnitt an Zuschauerzahlen verspricht. Neben dem Engagement im Profiverein wurde auch ein Fußballinternat gegründet.

Nahezu 40.000 Zuschauer in einem Spiel der 3. Liga

Der Verein ist im Bereich des Scouting in Deutschland sehr aktiv. Derzeit befinden sich sechs Spieler deutscher Herkunft im Kader - darunter auch der Top-Torjäger Tayfun Özkan -, die sowohl die deutsche als auch türkische Staatsangehörigkeit besitzen.

Situation um das Fußballstadion[Bearbeiten]

Derzeit besitzt der Verein kein eigenes Stadion. Die Spiele werden entweder im Atatürk-Stadion (60.000 Plätze) oder im Alsançak-Stadion (23.000 Plätze) am Hafen von Izmir ausgetragen. Da beide Stadien mit Altay und Karşiyaka geteilt werden, entscheidet der türkische Fußballverband unter Beachtung der Ticketnachfragen und Sicherheitsfaktoren, welche Begegnungen wo ausgetragen werden. Bis zum Saisonende 2010/11 wurden Tickets ohne Sitzplatznummerierung verkauft. Auf den Eintrittskarten war lediglich ein Block vermerkt, zu dem der Käufer Zugang hatte. Dementsprechend suchten viele Fans bereits Stunden vor Anpfiff ihre Plätze auf. Diese Praxis wurde jedoch zur Saison 2011/12 vom türkischen Verband untersagt.

Im Zuge der Bewerbung der Türkei zur Austragung der Euro 2016 sollte die Stadt ein neues reines Fußballstadion mit 50.000 Sitzplätzen erhalten, welches die Voraussetzungen der Uefa für ein 5-Sterne-Stadion erfüllt. Da der Zuschlag zur Austragung der EM an Frankreich ging, liegen die Pläne derzeit auf Eis. Da die Türkei sich für die Euro 2020 bewerben will, ist von einem Neubau auszugehen, falls die Türkei dieses Turnier tatsächlich austragen sollte.

Fans[Bearbeiten]

Göztepe Izmir hat im gleichnamigen Stadtteil eine treue Gefolgschaft, die Fans unterstützen ihre Mannschaft bei jedem Heimspiel zahlreich. Die Ultras von Göztepe nennen sich Yalı, als Yalı werden Uferhäuser in der Türkei bezeichnet, die sich nahe am Meer befinden und da es in Göztepe zahlreiche davon gibt, benannten sich die Fans danach.

Als größter Rivale gilt Karşıyaka SK, der sich auf der entgegengesetzten Richtung in Izmir befindet. Die Rivalität ist intensiv und in etwa mit der Rivalität zwischen Galatasaray Istanbul und Fenerbahçe Istanbul, oder der Rivalität zwischen Adanaspor und Adana Demirspor, vergleichbar. Spiele zwischen beiden Vereinen verliefen und verlaufen äußerst hitzig und emotional, Ausschreitungen sind vorprogrammiert und das Polizeiaufgebot entsprechend groß.

Ehemalige Präsidenten[Bearbeiten]

  • Rahmi Filibeli (1925)
  • Fehmi Simsaroğlu (1925-50)
  • Şevket Filibeli (1950-62)
  • Şerif Tikveşli (1962-63)
  • Sebahattin Süvari (1962-63)
  • Saffet Kuyaş (1963-65)
  • Macit Birsel (1965-67)
  • Süleyman Filibeli (1967-68)
  • Sebahattin Süvari (1968-70)
  • Nuri Öz (1970-73)
  • Rüştü Ünsal (1973)
  • İsmail Tiryakiler (1973)
  • Mekin Kutucular (1973)
  • Nuri Öz (1974)
  • Mekin Kutucular (1975)
  • Özdemir Arnas (1976)
  • Orhan Daut (1976-78)
  • Selamet Batur (1979)
  • Tacettin Hiçyılmaz (1980)
  • Özdemir Arnas (1981)
  • Muzaffer Atılgan (1982-83)
  • Şerif Tikveşli (1984)
  • Özdemir Arnas (1985)
  • Çoşkun Gencerler (1986-87)
  • Halit Horozoğlu (1987)
  • Ömer Köymen (1988)
  • İbrahim Şavkar (1988)
  • Cemal Gözümoğulları (1989)
  • Özdemir Arnas (1989-92)
  • Kenan Bilgiç (1993)
  • Taşdan Erdan (1994)
  • Atilla Türkkal (1993-94)
  • Mustafa Cücen (1995)
  • Bülen Özkul (1996)
  • Levent Ürkmez (1997)
  • Kamil Uçar (1997)
  • Aydın Bilgin (1998-00)
  • Hamdi Türkmen (2000-02)
  • Feyyaz Gülmen (2002-03)
  • İskender Tuğsuz (2003-05)
  • Uğur Bostancıoğlu (2005-06)
  • Levent Ürkmez (2006-07)
  • Gündüz Balkan (2007-08)
  • İsmail Hakkı Gül (2008)
  • İmam Altınbaş (2008-)

Erfolge[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

  • Stadtmeister von İzmir: 1941, 1942, 1943, 1945, 1949
  • Türkischer Meister: 1950
  • 3. Platz in der Meisterschaft: 1970
  • Türkischer Pokalsieger: 1969, 1970
  • Türkischer Supercup: 1970

Seit Gründung der türkischen Profiliga Süper Lig 1959 verbrachte Göztepe 21 Jahre in der ersten Liga und 20 Jahre in der zweiten Liga.

International[Bearbeiten]

Messepokal[Bearbeiten]

In der Saison 1968/69 erreichte der Verein als erste türkische Mannschaft das Halbfinale des Messepokals, dem Vorläufer des UEFA-Pokals. Das Viertelfinale überstand Göztepe kampflos, da der Hamburger SV auf den sportlichen Vergleich verzichtete.[1] Im Halbfinale unterlag Göztepe der Auswahl von Ujpest Budapest.

Europapokal der Pokalsieger[Bearbeiten]

Nachdem man in der Saison 1969/70 Cardiff City besiegen konnte, scheiterte man im Viertelfinale am AS Rom. In der Saison 1970/71 war man bereits in der 2. Runde an Gornik Zabrze gescheitert.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

  • 1. Liga: 1958–1977, 1978–1980, 1981–1982, 1999–2000, 2001–2003
  • 2. Liga: 1977–1978, 1980–1981, 1982–1999, 2000–2001, 2003–2004, seit 2011
  • 3. Liga: 2004–2005, 2009–2011
  • 4. Liga: 2005–2007 2008–2009
  • Regionale Amateurliga: 2007–2008


Trivia[Bearbeiten]

  • Das Pokalfinale 1967 zwischen Göztepe und Altay endete 2:2. Anschließend wurde per Münzentscheid der Altay als Pokalsieger ermittelt.
  • In den insgesamt 30 Begegnungen im europäischen Wettbewerb hat Göztepe 11 Siege für sich beanspruchen können, 17 Partien wurden verloren und 2 fanden keinen Gewinner.
  • 2006 belegte der Verein Platz 14 der Ewigen Tabelle in der Türkei.
  • Fevzi Zemzem, der Jahrhundertspieler des Vereins belegt mit 144 Ligatreffern immer noch Rang 7 der ewigen türkischen Torschützenliste.
  • Neben Zemzen gehören Nevzat Güzelırmak, Ali Arturner und Gürsel Aksel zu den Spielerlegenden des Vereins.
  • Mit dem polnischen Torwart Radoslaw Majdan stellte Göztepe sogar einen Nationalspieler für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der HSV gab auf. Hamburger Abendblatt. Abgerufen am 22. März 2009.