OFK Belgrad

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OFK Belgrad
OFK Belgrad.svg
Voller Name Omladinski Fudbalski klub Beograd
(Spielbetrieb Profifußball)
Ort Belgrad, Serbien
Gegründet 1. September 1911
(als BSK - Beogradski sportski klub)
Vereinsfarben Blau & Weiß
Stadion Omladinski-Stadion
Plätze 19.100
Präsident SerbienSerbien Drakče Dimitrijević
Trainer SerbienSerbien Zlatko Krmpotić
Homepage ofkbeograd.co.rs
Liga SuperLiga
2013/14 11. Platz
Heim
Auswärts

OFK Belgrad (vollständiger offizieller Name auf serbisch: Омладински фудбалски клуб Београд, Omladinski fudbalski klub Beograd; deutsch: Jugend-Fußballklub Belgrad), gewöhnlich auch als OFK bekannt, ist die Fußballabteilung von OFK Belgrad, einem serbischen Sportverein aus der Hauptstadt Belgrad, der in der SuperLiga spielt, der höchsten Spielklasse im serbischen Fußball.

Gegründet wurde der Verein 1911 unter dem Namen BSK, der mit fünf gewonnenen Meisterschaften der erfolgreichste Fußballverein im Königreich Serbien, sowie später im Königreich Jugoslawien war.[1] Nach zwei Umbenennungen erhielt der Verein 1957 seinen heutigen Namen.[1] In den 1950er und 1960er Jahren feierte OFK Belgrad seine größten Erfolge, als er zweimal Vizemeister der 1. jugoslawische Liga wurde, sowie viermal Pokalsieger.

Im europäischen Fußball erreichte der Verein 1960 das Halbfinale des Messestädte-Pokals, dem Vorläufer des UEFA-Pokals, scheiterte jedoch am FC Barcelona, der schließlich auch den Pokal gewann. In der darauffolgenden Saison 1960/61 erreichten sie im selben Wettbewerb das Viertelfinale, jedoch war gegen Inter Mailand Endstation.

1963 erreichte OFK Belgrad im Europapokal der Pokalsieger das Halbfinale, unterlag aber dem späteren Sieger Tottenham Hotspur. Das letztemal erreichten die Belgrader ein europäisches Viertelfinale 1973, als sie im UEFA-Pokal an Twente Enschede scheiterten. Schließlich folgte eine jahrzehntelange Durststrecke, national sowie international. Der letzte größere Erfolg des Vereins war das Erreichen des nationalen Pokalfinales 2006.

Geschichte[Bearbeiten]

1898–1911: Die Vorgeschichte[Bearbeiten]

Vereinswappen des Belgrader SK.

Anfang 1911 kam es zu einem Streit zwischen mehreren Spielern der 1907 entstandenen Fußballabteilung des 1898 gegründeten Belgrader Fechtvereins Srpski mač (dt. Serbisches Schwert) und dem Vereinspräsidenten Radivoje Novaković, der mit der Austragung eines Freundschaftsspiels gegen den HAŠK nicht einverstanden war. Der 1903 gegründete Verein aus Zagreb, der damals dem Ungarischen Fußballverband unterstand, war es damals vom Verband untersagt worden, internationale Spiele auszutragen. Grund war ein Gesetz aus dem Jahr 1907, nach dem an allen Bahnhöfen im damaligen Kroatien und Slawonien, das zu Österreich-Ungarn gehörte, ausschließlich Ungarisch gesprochen werden sollte, dem sich die kroatische Bevölkerung, unterstützt durch die serbische, in den Regionen widersetzte.

Der Tscheche Miloš Ekert, der zuvor vom HAŠK zum Srpski mač gewechselt war, blieb in Kontakt mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden und sah darin eine Chance, ein Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften auszutragen. Die Spieler des Srpski mač waren damit einverstanden, im Gegensatz zum Vereinspräsident, der diesem Vorschlag eine Absage erteilte. Er sah darin keinen Sinn, denn er glaubte, dass sein Verein viel schwächer sei als der HAŠK, der in der Tat bereits ein etablierter Verein war. So beschloss die Vereinsführung, dass alle Spieler, die trotzdem nach Zagreb fuhren, aufgrund undisziplinierten Verhaltens aus dem Verein ausgeschlossen werden sollten. Dessen bewusst, jedoch durch diese Herausforderung motiviert, fuhren zahlreiche Spieler, begleitet von einigen Spielern des SK Soko, zur Begegnung nach Zagreb und gaben sich als Nationalmannschaft des Königreichs Serbiens aus.

Dort angekommen, absolvierte man im Mai zwei Begegnungen innerhalb von zwei Tagen, die man beide deutlich verlor. Die damaligen Zagreber Zeitungen priesen die serbische Mannschaft für ihre Bemühungen und deren Mut den besseren und deutlich erfahrenen HAŠK herauszufordern, während man daheim aufgrund des verantwortungslosen Alleingangs großer Kritik ausgesetzt war, hauptsächlich weil man nicht unter dem Namen Srpski mač auflief, sondern sich selbst als Nationalmannschaft des Königreichs bezeichnete. Gleichzeitig wurde natürlich auch die Spielweise kritisiert. Letztendlich wurden die Dissidenten aus den Vereinen verbannt, die bereits im Juli 1911 beschlossen, einen neuen Fußballverein zu gründen, was schließlich zur Entstehung des OFK Belgrad führen sollte.[1]

1911–1941: Die Gründungsjahre[Bearbeiten]

Bei der ersten Gründungsversammlung der ehemaligen Spieler von Srpski mač, wurde Andre Jović als Vereinspräsident, Danilo Stojanović, besser bekannt unter seinem Spitznamen Čika Daca, einem der größten Pioniere des serbischen Fußballs, und Jevrem Pantelić als Vizepräsidenten, sowie Dušan Milošević als Vereinssekräter bestimmt.[1] Als Schatzmeister wurde Miloš Ekert ausgewählt, der zugleich einer der ersten ausländischen Spieler des Landes war, sowie auf dessen Vorschlag der Verein seinen ersten Namen erhielt.[1] Schließlich wurde am 1. September 1911 unter dem Namen BSK - Beogradski sportski klub (Belgrader Sportklub) der Verein offiziell gegründet. Das erste Spielfeld des BSK befand sich auf einer ehemaligen Pferderennbahn, wo sich heute die technische Fakultät der Universität Belgrad befindet, sowie das Hotel Metropol.[1] Seine erste Begegnung spielte der Verein am 13. Oktober 1911 gegen Šumadija 1903, einem Verein aus Stadt Kragujevac, dessen Gründung zuvor ebenfalls Danilo Stojanović durchgeführt hatte, das sie mit 9:1 für sich entscheiden konnten.[1] Zwischen 1923 und 1941 gewann der BSK fünf Meisterschaften und wurde der erfolgreichster Fußballverein im Königreich Serbien, sowie später im Königreich Jugoslawien.

1945–heute: Goldene Jahre und Durststrecke[Bearbeiten]

Zwischen 1945 und 1950 hieß der Verein Metalac, danach wieder BSK.[1] 1957 erhielt er den heutigen Namen OFK Belgrad.[1] In den 1950er und 1960er Jahren feierte der Club seine größten Erfolge im jugoslawischen Fußball. Zu der Zeit spielten der Verein einen besonders attraktiven und erfolgreichen Fußball, daher erhielt er auch den Spitznamen Romantičari („Die Romantiker“). Er wurde 1955 und 1962 Vizemeister, sowie 1953, 1955, 1962 und 1966 Pokalsieger, stand trotzdem im Schatten der großen Belgrader Stadtrivalen Roter Stern und Partizan.

Im europäischen Fußball erreichte der Verein 1960 das Halbfinale des Messestädte-Pokals, dem Vorläufer des UEFA-Pokals, scheiterte jedoch am FC Barcelona, der schließlich auch den Pokal gewann. In der darauffolgenden Saison 1960/61 erreichten sie im selben Wettbewerb das Viertelfinale, jedoch war gegen Inter Mailand Endstation. 1963 erreichte OFK Belgrad im Europapokal der Pokalsieger das Halbfinale, unterlag aber dem späteren Sieger Tottenham Hotspur. 1973 folgte ein weiteres europäisches Viertelfinale, diesmal scheiterte man im UEFA-Pokal an Twente Enschede.

Schließlich folgte eine jahrelange Durststrecke, national sowie international. In den 1980er und 1990er Jahren war der Club nicht mehr so stark. Erst 2003 und 2004 spielte der OFK Belgrad im UEFA Intertoto Cup mit und in den Jahren 2005 und 2006 wieder im UEFA-Pokal. Der letzte größere Erfolg des Vereins war das Erreichen des nationalen Pokalfinales 2006. In der Saison 2009/2010 konnte sich der Verein, dank eines dritten Platzes, für die UEFA Europa League qualifizieren.

Stadion[Bearbeiten]

Das Omladinski-Stadion ist das Heimstadion von OFK Belgrad. Es wird voraussichtlich bald komplett renoviert, um den UEFA-Sicherheitsstandards für nationale und internationale Fußballveranstaltungen gerecht zu werden.

Fans[Bearbeiten]

Die Fans von OFK Belgrad nennen sich "Plava Unija", was übersetzt blaue Union heißt. OFK hatte in den letzten Jahren, wie viele andere serbische Vereine, mit Zuschauerproblemen zu kämpfen, was zumeist an den veralteten Stadien liegt. Ein Beispiel dafür ist, dass der OFK in den letzten fünf Jahren (ausgenommen Spiele gegen Roter Stern & Partizan) nicht mehr als 5.000 Zuschauer registrieren konnte. Diese Marke wurde im Kupa Srbije Halbfinal Rückspiel gegen Vojvodina Novi Sad in der Saison 2012/13 aufgestellt. Der letzte große Besuch steht vom Europa League Qualifikations Rückspiel gegen Galatasaray Istanbul aus der Saison 2010/11, als ca. 13.000 Fans den Weg ins Stadion fanden.

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

1930 - 1950

 

1950 - 1970

 

1970 - 1990

 

1990 - 2010

 

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Jugoslawischer Vizemeister (2):
1955, 1964
Jugoslawischer Pokalsieger (4):
1953, 1955, 1962, 1966

OFK im Europapokal[Bearbeiten]

Saison Heim Gast Ergebnis Bemerkungen
1962/63 Europapokal der Pokalsieger OFK Belgrad SC Chemie Halle-Leuna 2:0  
SC Chemie Halle-Leuna OFK Belgrad 3:3  
OFK Belgrad FC Portadown 5:1  
FC Portadown OFK Belgrad 3:2 in Belfast
OFK Belgrad SSC Neapel 2:0  
SSC Neapel OFK Belgrad 3:1  
SSC Neapel OFK Belgrad 1:3 Entscheidungsspiel in Marseille
OFK Belgrad Tottenham Hotspur 1:2  
Tottenham Hotspur OFK Belgrad 3:1  
1963/64 Messepokal Juventus Turin OFK Belgrad 2:1  
OFK Belgrad Juventus Turin 2:1  
Juventus Turin OFK Belgrad 1:0 Entscheidungsspiel in Triest
1964/65 Messepokal Athletic Bilbao OFK Belgrad 2:2  
OFK Belgrad Athletic Bilbao 0:2  
1966/67 Europapokal der Pokalsieger OFK Belgrad Spartak Moskau 1:3  
Spartak Moskau OFK Belgrad 3:0  
1968/69 Messepokal Rapid Bukarest OFK Belgrad 3:1  
OFK Belgrad Rapid Bukarest 6:1 n.V.  
OFK Belgrad FC Bologna 1:0  
FC Bologna OFK Belgrad 1:1  
OFK Belgrad Göztepe Izmir 3:1  
Göztepe Izmir OFK Belgrad 2:0  
1971/72 UEFA-Pokal OFK Belgrad Djurgårdens IF 4:1  
Djurgårdens IF OFK Belgrad 2:2  
OFK Belgrad FC Carl Zeiss Jena 1:1  
FC Carl Zeiss Jena OFK Belgrad 4:0  
1972/73 UEFA-Pokal FK Dukla Prag OFK Belgrad 2:2  
OFK Belgrad FK Dukla Prag 3:1  
Feyenoord Rotterdam OFK Belgrad 4:3  
OFK Belgrad Feyenoord Rotterdam 2:1  
OFK Belgrad FK Beroe Stara Zagora 0:0  
FK Beroe Stara Zagora OFK Belgrad 1:3  
OFK Belgrad Twente Enschede 3:2  
Twente Enschede OFK Belgrad 2:0  
1973/74 UEFA-Pokal Panathinaikos Athen OFK Belgrad 1:2  
OFK Belgrad Panathinaikos Athen 0:1  
Dinamo Tiflis OFK Belgrad 3:0  
OFK Belgrad Dinamo Tiflis 1:5  
2005/06 UEFA-Pokal OFK Belgrad Lokomotive Plovdiv 2:1  
Lokomotive Plovdiv OFK Belgrad 1:0  
2006/07 UEFA-Pokal OFK Belgrad AJ Auxerre 1:0  
AJ Auxerre OFK Belgrad 5:1  
2010/11 Europa League OFK Belgrad Torpedo Schodsina 2:2  
Torpedo Schodsina OFK Belgrad 0:1  
Galatasaray Istanbul OFK Belgrad 2:2  
OFK Belgrad Galatasaray Istanbul 1:5  

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Offizielle Internetseite des OFK Belgrad:Vek romantike (serbisch)