Grundnahrungsmittel

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Als Grundnahrungsmittel werden die Nahrungsmittel bezeichnet, die in der jeweiligen Kultur mengenmäßig den Hauptbestandteil der Ernährung des Menschen ausmachen. In Deutschland werden diese überwiegend mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7% besteuert.

Sie stellen die Grundversorgung mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett sicher, nicht jedoch unbedingt eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Zu den weltweit wichtigsten Grundnahrungsmitteln gehören Getreide wie Weizen oder Reis, Speicherwurzeln (Knollen, Rhizomen) wie Kartoffeln oder Yams, Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen und Früchte wie Datteln und Feigen, bzw. daraus hergestellte Produkte wie Brei und Brot. Ebenfalls zu den Grundnahrungsmitteln gezählt werden Fisch, Fleisch, Milch und Eier, die neben Hülsenfrüchten zu den meist konsumierten Eiweißquellen zählen.

Welche Grundnahrungsmittel regional konsumiert werden, hängt stark von kulturellen, klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren ab. Heute dienen weltweit nur noch ein gutes Dutzend Nahrungsmittel als echte Grundnahrungsmittel für den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung.

Wasser[Bearbeiten]

  • Wasser. Der Mensch benötigt ca. 1–2 Liter Wasser pro Tag als Trinkwasser.

Pflanzliche Nahrungsmittel[Bearbeiten]

Getreide und Pseudogetreide[Bearbeiten]

  • Weizen, der zusammen mit Mais und Reis das meistangebaute Getreide der Welt ist, ist für Menschen in vielen Ländern als Brotgetreide ein Grundnahrungsmittel. Zugleich hat er eine große Bedeutung in der Tiermast. Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet.
  • Roggen wird besonders in Mittel- und Osteuropa als Brotgetreide verwendet. Der vergleichsweise hohe Lysinanteil macht Roggen zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
  • Reis bildet das wichtigste Grundnahrungsmittel für 80 % der Erdbevölkerung. Es ist das traditionelle Grundnahrungsmittel der chinesischen, japanischen sowie der koreanischen Küche und wird in Japan als gohan bezeichnet. Dieses Wort hat zweierlei Bedeutungen: Einerseits Rundkornreis und andererseits steht es für Nahrungsmittel oder Speise schlechthin. Durch die Polierung des braunen Reises und den Siegeszug des weißen Reises (siehe Kleie) haben sich Vitaminmangelkrankheiten wie etwa Beri-Beri in großem Ausmaß verbreitet und betrafen vor allem die ärmeren Bevölkerungsteile. Diese Mangelerscheinungen waren 1912 der Anlass für die Entdeckung der Vitamine.
  • Klebreis bildet das Hauptnahrungsmittel im Norden und Nordosten (Isan) von Thailand wie auch in Laos.
  • Unterschiedliche Hirsearten sind in vielen Gebieten Afrikas und Asiens die Hauptnahrungsmittel.
  • Mais wird heute weltweit angebaut und ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel, vor allem in afrikanischen.
  • Quinoa stammt aus Südamerika, wo es seit 6000 Jahren gemeinsam mit Amarant ein Hauptnahrungsmittel ist. Sie wurden besonders in den Hochebenen der Anden (über 4000 m) angebaut. Dort waren sie für die Menschen unentbehrlich, da Mais in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden konnte.
  • Amarant war bereits bei den Azteken, Inka und Maya neben Quinoa und Mais ein Hauptnahrungsmittel. Heute weiß man, dass Amarant einen weit höheren Eiweiß- und Mineralstoffgehalt als die weltweit traditionell angebauten Getreidesorten hat. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind in gleich hohen Mengen vorhanden.

Getreideprodukte[Bearbeiten]

Wurzel- und Sprossknollen[Bearbeiten]

Hülsenfrüchte[Bearbeiten]

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Vergleich der Inhaltsstoffe von Süßkartoffeln, Kartoffeln, Mais, Reis und Weizen
Inhaltsstoffe[1]
bezogen auf je 100 g
Ausgangsstoff
Süßkartoffel
(gelbfleischig,
roh,mit Haut)
Kartoffel
(Knolle,
roh,mit Haut)
Mais
(Korn,
süß,gelb,roh)[2]
Reis
(Langkorn,
weiß,roh,ohne Hülle)
Weizen
(Korn,
roh,ohne Spreu)
Wasser 78 g 75 g 76 g 11 g 11 g
Brennwert 360 kJ 321 kJ 360 kJ 1527 kJ 1506 kJ
Eiweiß 1,6 g 2,0 g 3,2 g 7,1 g 23,2 g
Fett 0,1 g 0,1 g 1,2 g 0,7 g 9,7 g
Kohlenhydrate 20 g 19 g 19 g 80 g 52 g
Stärke 12,7 g 15,0 g k.A. 27,7 g k.A.
Zucker 4,2 g k.A. 3,2 g 0,1 g k.A.
Ballaststoffe 3,0 g 2,2 g 2,7 g 1,3 g 13,2 g
Vitamine
Vitamin E 260 µg ( 2%) 10 µg ( 0%) 70 µg (<1%) 110 µg (<1%) k.A.
Vitamin A 14187 IE (89%) 0 IE ( 0%) 187 IE ( 1%) 0 IE ( 0%) 0 IE ( 0%)
Beta-Carotin 8509 μg (79%) 0 μg ( 0%) k.A. 0 μg ( 0%) 0 μg ( 0%)
Vitamin C 2,4 mg ( 3%) 19,7 mg (24%) 6,8 mg ( 8%) 0,0 mg ( 0%) 0,0 mg ( 0%)
Vitamin K 1,8 µg ( 2%) 1,9 µg ( 2%) 0,3 µg (<1%) 0,1 µg (<1%) k.A.
Vitamin B6 200 µg ( 15%) 295 µg ( 23%) 93 µg ( 7%) 164 µg ( 13%) 1300 µg (100%)
Thiamin (B1) 100 µg ( 9%) 80 µg ( 7%) 200 µg ( 17%) 70 µg ( 6%) 1882 µg (164%)
Riboflavin (B2) 100 µg ( 8%) 30 µg ( 3%) 55 µg ( 4%) 15 µg ( 1%) 499 µg (42%)
Niacin (B3) 0,6 mg ( 4%) 1,1 mg ( 7%) 1,7 mg (11%) 1,6 mg (11%) 6,8 mg (45%)
Folsäure (B9) 11 μg ( 3%) 16 µg ( 4%) 46 μg (12%) 387 µg (98%) 281 μg (70%)
Mineralstoffe
Natrium 55 mg ( 4%) 6 mg (<1%) 15 mg ( 1%) 5 mg (<1%) 12 mg ( 1%)
Kalium 337 mg ( 7%) 421 mg ( 9%) 270 mg ( 6%) 115 mg ( 2%) 892 mg (19%)
Magnesium 25 mg ( 7%) 23 mg ( 6%) 37 mg (10%) 25 mg ( 7%) 239 mg (67%)
Calcium 30 mg ( 3%) 12 mg ( 1%) 2 mg (<1%) 28 mg ( 3%) 39 mg ( 4%)
Phosphor 47 mg ( 7%) 57 mg ( 8%) 89 mg ( 14%) 43 mg ( 6%) 842 mg (120%)
Eisen 600 µg ( 5%) 780 µg ( 6%) 520 µg ( 4%) 800 µg ( 6%) 6260 µg (48%)
Zink 300 µg ( 3%) 290 µg ( 3%) 460 µg ( 4%) 1090 µg ( 11%) 12290 µg (129%)
Angabe der empfohlenen Tagesmenge in Klammern in Prozent nach Dietary Reference Intake (DRI)[3] bzw. Richtlinie 90/496/EWG[4]
k.A. -> keine Angabe

Tierische Produkte[Bearbeiten]

Verwandte Themen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. USDA National Nutrient Database for Standard Reference. In: USDA Nutrient Data Laboratory, and the Food and Nutrition Information Center and Information Systems Division of the National Agricultural Library.. Nutrient Data Laboratory, Beltsville Human Nutrition Research Center. Abgerufen am 3. Oktober 2012.
  2. Ein mittelgroßer Maiskolben trägt etwa 90 - 100g Maiskörner
  3. J. J. Otten, J. Pitzi-Hellwig, L. Meyers (Editors): Dietary Reference Intakes: The Essential Guide to Nutrient Requirements. The National Academies Press, Washington, D.C., 2006 ISBN 0-309-10091-7
  4. Richtlinie 90/496/EWG des Rates vom 24. September 1990 über die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln