Heinz Riesenhuber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinz Riesenhuber (2009)

Heinz Riesenhuber (* 1. Dezember 1935 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Politiker (CDU). Als ältestes Mitglied im 17. Deutschen Bundestag (2009–2013) und im 18. Deutschen Bundestag (ab 2013) fungiert(e) er als Alterspräsident.

Er war von 1982 bis 1993 Bundesminister für Forschung und Technologie.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1955 am humanistischen Heinrich-von-Gagern-Gymnasium in Frankfurt am Main absolvierte Riesenhuber ein Studium der Naturwissenschaften (Hauptfach Chemie) und der Volkswirtschaftslehre, das er 1961 als Diplom-Chemiker beendete. Während seines Studiums war er Stipendiat der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk. Von 1962 bis 1965 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anorganische Chemie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1965 wurde er mit der Arbeit „Gitterstörungen in mikrokristallinem FePO4“ zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert.

1966 bis 1982 war er für die Metallgesellschaft AG, Frankfurt/Main, tätig, in diesem Rahmen ab 1966 für die Erzgesellschaft mbH (ab 1968 als Geschäftsführer), und von 1971 bis 1982 als Technischer Geschäftsführer der Synthomer Chemie GmbH. 1994 bis 2002 war er Ko-Präsident des Deutsch-Japanischen Kooperationsrates für Hochtechnologie und Umwelttechnik DJR, Bonn. Seit 1995 ist er Honorarprofessor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt und seit 2006 Präsident der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft.

Riesenhuber ist Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten von deutschen und ausländischen Unternehmen, darunter in den Aufsichtsräten von Altana AG, Bad Homburg, Evotec AG, Hamburg (Vorsitzender), Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt/Main, Henkel KGaA, Düsseldorf, Kabel Deutschland GmbH, München/Unterföhring (Ehrenvorsitzender) sowie VfW AG Logistik und Rücknahmesysteme, Köln (Stellv. Vors.). Er ist außerdem Mitglied des Investorenbeirates der Heidelberg Innovation BioScience Venture II GmbH & Co. KG und des Verwaltungsrat der HBM Bio Ventures AG, Baar/Schweiz, sowie Vorsitzender des Kuratoriums des Deutschen Museums, München, und Vorsitzender der Hessischen Multiple Sklerose Stiftung, Frankfurt.

Heinz Riesenhuber ist verheiratet und hat vier Kinder.

Partei[Bearbeiten]

Seit 1961 ist er Mitglied der CDU. Von 1965 bis 1969 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Hessen. Seit 1965 ist er Mitglied des Landesvorstandes und seit 1968 auch des Präsidiums der CDU in Hessen. Von 1973 bis 1978 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Frankfurt am Main. Seit 1979 ist er Vorsitzender des CDU-Bezirksverbands FrankfurtRheinMain (ehemals Untermain).

1977 bis 1982 war er Vorsitzender des CDU-Bundesfachausschusses Energie und Umwelt.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Seit 1976 ist Riesenhuber Mitglied des Deutschen Bundestages und mit 37 Jahren und mehr als 5 Monaten in der Geschichte dieses Parlaments nach Wolfgang Schäuble und Richard Stücklen der Abgeordnete mit der drittlängsten Zugehörigkeit. Er war von 1980 bis 1982 energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von November 2001 bis Oktober 2002 war er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie.

Im Frühjahr 2006 wurde Riesenhuber als Nachfolger von Elke Leonhard (SPD) zum Präsidenten der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft gewählt.

Heinz Riesenhuber wurde 1976 und 1980 über die Landesliste Hessen in den Deutschen Bundestag gewählt. Danach zog er stets als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag ein, und zwar zunächst für den Wahlkreis Frankfurt am Main I – Main-Taunus-Kreis, seit 2002 dann für den Wahlkreis Main-Taunus. Bei der Bundestagswahl 2009 erzielte er in seinem Wahlkreis 47,5 Prozent der Erststimmen. Als ältester Abgeordneter übte er die Funktion des Alterspräsidenten des 17. Deutschen Bundestages aus. Bei der Bundestagswahl 2013 erzielte er 52,5 % der Erststimmen. Auch im 18. Deutschen Bundestag nimmt er die Funktion des Alterspräsidenten wahr.

Riesenhuber ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und Mitglied im Ältestenrat und verdient gleichzeitig neben seiner Abgeordnetendiät u.a. als Beiratsvorsitzender eines Umwelt- und Entsorgungsunternehmens in der Stufe 7 oberhalb von € 75.001 jährlich. [1]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Heinz Riesenhuber als Bundesforschungsminister, 1987

Am 4. Oktober 1982 wurde Riesenhuber als Bundesminister für Forschung und Technologie in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Bei einer Kabinettsumbildung schied er am 21. Januar 1993 aus dem Kabinett aus.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Riesenhuber machte die Fliege zu seinem Markenzeichen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Ehrendoktorwürden:

Auszeichnungen:

Kabinette[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinz Riesenhuber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Forschung an der Leine (Warum Minister Heinz Riesenhuber ging), Die Zeit, 29. Januar 1993 Nr. 05