Friedrich Zimmermann
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Friedrich Zimmermann, auch Fritz Zimmermann, (* 18. Juli 1925 in München) ist ein ehemaliger deutscher Politiker der CSU. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl war er von 1982 bis 1989 Bundesminister des Innern und von 1989 bis 1991 Bundesminister für Verkehr. 1960 wurde Zimmermann nach einem Meineidskandal als „Old Schwurhand“ notorisch.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben und Beruf
Von 1943 bis 1945 nahm Zimmermann als Soldat, letzter Dienstgrad Leutnant d. R., am Zweiten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende bestand er dann 1946 das Abitur und absolvierte anschließend ein Studium der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaftslehre in München, welches er 1951 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1950 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur.. Von 1951 bis 1954 war er, zunächst als Assessor, später als Regierungsrat, im Bayerischen Staatsdienst tätig. Seit 1963 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. 1986 wurde ihm der Preußenschild verliehen.
1960 wurde er aufgrund eines Meineides im Zusammenhang mit der bayerischen Spielbankenaffäre verurteilt, schließlich aber 1961 anhand eines medizinischen Gutachtens freigesprochen, das ihm für den Zeitpunkt des Eides eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit aufgrund einer Unterzuckerung bescheinigte. Die Verurteilung trug ihm jedoch den Spitznamen „Old Schwurhand“ ein. Aufgrund der Affäre wurde er auch in Anspielung auf das gleichnamige Volksstück von Ludwig Anzengruber „Der Meineidbauer“ genannt, was Zimmermann aber gerichtlich untersagen ließ.
Friedrich Zimmermann ist katholisch, in dritter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder.
[Bearbeiten] Partei
Bis 1945 gehörte er der NSDAP an, wenn auch die Mitgliedschaft wie bei allen Wehrmachtsangehörigen ruhte. Seit 1948 ist er Mitglied der CSU. 1955 wurde er Hauptgeschäftsführer der CSU und war dann von 1956 bis 1963 Generalsekretär der CSU. Von 1963 bis 1967 war er CSU-Landesschatzmeister und von 1979 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender der CSU.
[Bearbeiten] Abgeordneter
Von 1957 bis 1990 war Zimmermann Mitglied des Deutschen Bundestages. Er legte zwar zunächst am 15. Oktober 1969 sein Mandat nieder, zog aber nach der Bundestagswahl 1969 umgehend wieder in den Bundestag ein.
Hier war er von 1961 bis 1982 Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 1965 bis 1972 war er Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde er im November 1976 zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe und Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Dieses Amt behielt er bis zum Oktober 1982, als er von Bundeskanzler Helmut Kohl in dessen erstes Kabinett berufen wurde.
Friedrich Zimmermann wurde stets direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Zuletzt erreichte er bei der Bundestagswahl 1987 im Wahlkreis Landshut 57,4 % der abgegebenen Erststimmen.
[Bearbeiten] Öffentliche Ämter
Am 4. Oktober 1982 wurde er als Bundesminister des Innern in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Im Zuge einer Kabinettsumbildung übernahm er am 21. April 1989 die Leitung des Bundesministeriums für Verkehr. Nach der Bundestagswahl 1990 schied er am 18. Januar 1991 aus der Bundesregierung aus.
[Bearbeiten] Kabinette
[Bearbeiten] Trivia
Der bayerische Liedermacher Hans Söllner nahm den Meineidskandal zum Anlass, dem CSU-Politiker das Protestlied Marihuana fürn Herrn Zimmermann zu widmen.
[Bearbeiten] Weblinks
Gustav Heinemann | Robert Lehr | Gerhard Schröder | Hermann Höcherl | Paul Lücke | Ernst Benda | Hans-Dietrich Genscher | Werner Maihofer | Gerhart Baum | Jürgen Schmude | Friedrich Zimmermann | Wolfgang Schäuble | Rudolf Seiters | Manfred Kanther | Otto Schily | Wolfgang Schäuble
siehe auch: Amtsinhaber seit 1879
Hans-Christoph Seebohm | Georg Leber | Lauritz Lauritzen | Kurt Gscheidle | Volker Hauff | Werner Dollinger | Jürgen Warnke | Friedrich Zimmermann | Günther Krause | Matthias Wissmann | Franz Müntefering | Reinhard Klimmt | Kurt Bodewig | Manfred Stolpe | Wolfgang Tiefensee
siehe auch: Amtsinhaber seit 1919
Helmut Kohl (CDU) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Friedrich Zimmermann (CSU) | Hans A. Engelhard (FDP) | Gerhard Stoltenberg (CDU) | Otto Graf Lambsdorff (FDP) | Josef Ertl (FDP) | Rainer Barzel (CDU) | Norbert Blüm (CDU) | Manfred Wörner (CDU) | Heiner Geißler (CDU) | Werner Dollinger (CSU) | Christian Schwarz-Schilling (CDU) | Oscar Schneider (CSU) | Heinz Riesenhuber (CDU) | Dorothee Wilms (CDU) | Jürgen Warnke (CSU)
Helmut Kohl (CDU) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Friedrich Zimmermann (CSU) | Hans A. Engelhard (FDP) | Gerhard Stoltenberg (CDU) | Otto Graf Lambsdorff (FDP) | Martin Bangemann (FDP) | Ignaz Kiechle (CSU) | Heinrich Windelen (CDU) | Norbert Blüm (CDU) | Manfred Wörner (CDU) | Heiner Geißler (CDU) | Rita Süssmuth (CDU) | Werner Dollinger (CSU) | Walter Wallmann (CDU) | Christian Schwarz-Schilling (CDU) | Oscar Schneider (CSU) | Heinz Riesenhuber (CDU) | Dorothee Wilms (CDU) | Jürgen Warnke (CSU) | Wolfgang Schäuble (CDU)
Helmut Kohl (CDU) | Hans-Dietrich Genscher (FDP) | Friedrich Zimmermann (CSU) | Wolfgang Schäuble (CDU) | Hans A. Engelhard (FDP) | Gerhard Stoltenberg (CDU) | Theodor Waigel (CSU) | Martin Bangemann (FDP) | Helmut Haussmann (FDP) | Ignaz Kiechle (CSU) | Dorothee Wilms (CDU) | Norbert Blüm (CDU) | Manfred Wörner (CDU) | Rupert Scholz (CDU) | Rita Süssmuth (CDU) | Ursula Lehr (CDU) | Jürgen Warnke (CSU) | Walter Wallmann (CDU) | Klaus Töpfer (CDU) | Christian Schwarz-Schilling (CDU) | Oscar Schneider (CSU) | Gerda Hasselfeldt (CSU) | Heinz Riesenhuber (CDU) | Jürgen Möllemann (FDP) | Hans Klein (CSU) | Rudolf Seiters (CDU) | Sabine Bergmann-Pohl (CDU) | Günther Krause (CDU) | Lothar de Maizière (CDU) | Rainer Ortleb (FDP) | Hansjoachim Walther (DSU)
Franz Josef Strauß | Josef Brunner | Heinz Lechmann | Friedrich Zimmermann | Anton Jaumann | Max Streibl | Gerold Tandler | Edmund Stoiber | Otto Wiesheu | Gerold Tandler | Erwin Huber | Bernd Protzner | Thomas Goppel | Markus Söder | Christine Haderthauer | Karl-Theodor zu Guttenberg | Alexander Dobrindt
Fritz Schäffer | Franz Josef Strauß | Richard Stücklen | Hermann Höcherl | Werner Dollinger | Franz Josef Strauß | Richard Stücklen | Friedrich Zimmermann | Theodor Waigel | Wolfgang Bötsch | Michael Glos | Peter Ramsauer
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zimmermann, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Zimmermann, Fritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CSU) |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1925 |
| GEBURTSORT | München |

