Friedrich Zimmermann

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Dieser Artikel behandelt den ehemaligen CSU-Politiker Friedrich Zimmermann. Für gleichnamige Personen siehe Friedrich Zimmermann (Begriffsklärung)
Friderich Zimmermann
Friedrich Zimmermann (1990)

Friedrich Zimmermann, auch Fritz Zimmermann, (* 18. Juli 1925 in München) ist ein ehemaliger deutscher Politiker der CSU. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl war er von 1982 bis 1989 Bundesminister des Innern und von 1989 bis 1991 Bundesminister für Verkehr.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Beruf

Von 1943 bis 1945 nahm Zimmermann am Zweiten Weltkrieg teil. Bei Kriegsende war er Leutnant der Reserve. Nach dem Abitur 1946 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaftslehre in München und wurde 1950 mit einer Dissertation über Die elterliche Gewalt der Frau unter besonderer Berücksichtigung von Art. 3 Abs. II des Grundgesetzes zum Dr. jur. promoviert.[1] Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 1951 war er bis 1954, zunächst als Assessor, später als Regierungsrat, im Bayerischen Staatsdienst tätig. Seit 1963 ist er als Rechtsanwalt zugelassen.

Friedrich Zimmermann ist katholisch, in dritter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder.

[Bearbeiten] Partei

Zimmermann war ab 1943 Mitglied der NSDAP.[2] Seit 1948 ist er Mitglied der CSU. 1955 wurde er Hauptgeschäftsführer der CSU und war dann von 1956 bis 1963 Generalsekretär der CSU. 1960 wurde Zimmermann aufgrund eines Meineids im Zusammenhang mit der bayerischen Spielbankenaffäre verurteilt, schließlich aber 1961 anhand eines medizinischen Gutachtens freigesprochen, das ihm für den Zeitpunkt des Eides eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit aufgrund einer Unterzuckerung bescheinigte. Die Affäre trug ihm jedoch den Spitznamen „Old Schwurhand“ ein.[3] Aufgrund der Affäre wurde er auch in Anspielung auf das gleichnamige Volksstück von Ludwig Anzengruber „Der Meineidbauer“ genannt, was Zimmermann aber gerichtlich untersagen ließ. Von 1963 bis 1967 war er CSU-Landesschatzmeister und von 1979 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender der CSU.

[Bearbeiten] Abgeordneter

Zimmermann mit Marco Vinicio Cerezo Arévalo, dem Präsidenten Guatemalas, auf Schloss Gymnich, 1986

Von 1957 bis 1990 war Zimmermann Mitglied des Deutschen Bundestages. Er legte zwar zunächst am 15. Oktober 1969 sein Mandat nieder,[4] zog aber nach der bereits im September stattgefundenen Bundestagswahl 1969 umgehend wieder in den Bundestag ein.

Hier war er von 1961 bis 1982 Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 1965 bis 1972 war er Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde er im November 1976 zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe und Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Dieses Amt behielt er bis zum Oktober 1982, als er von Bundeskanzler Helmut Kohl in dessen erstes Kabinett berufen wurde.

Friedrich Zimmermann wurde stets direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Zuletzt erreichte er bei der Bundestagswahl 1987 im Wahlkreis Landshut 57,4 % der abgegebenen Erststimmen.

[Bearbeiten] Öffentliche Ämter

Am 4. Oktober 1982 wurde er als Bundesminister des Innern in die von Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen. Im Zuge einer Kabinettsumbildung übernahm er am 21. April 1989 die Leitung des Bundesministeriums für Verkehr. Nach der Bundestagswahl 1990 schied er am 18. Januar 1991 aus der Bundesregierung aus.

[Bearbeiten] Ehrungen

[Bearbeiten] Literatur

  • Friedrich Zimmermann: Kabinettstücke. Politik mit Strauß und Kohl. Ullstein, Frankfurt a. M. und Berlin 1994, ISBN 3-548-33175-0.

[Bearbeiten] Kabinette

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Friedrich Zimmermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Achim Schwarze: Dünnbrettbohrer in Bonn - Aus den Dissertationen unserer Elite. S. 63; Eichborn-Verlag Frankfurt/Main, 1984
  2. "CSU-Landesgruppenvorsitzende". Hanns-Seidel-Stiftung, Januar 2010, abgerufen am 18. April 2010.
  3. Politiker-Lügen: Die Erben Walter Ulbrichts auf: Focus Online vom 15. Juni 2011
  4. Beleg über die Mandatsniederlegung beim Parlamentsarchiv. S. 1036
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