Iraqi Airways

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Iraqi Airways
Logo der Iraqi Airways
Boeing 747-400 der Iraqi Airways
IATA-Code: IA
ICAO-Code: IAW
Rufzeichen: IRAQI
Gründung: 1945
Sitz: Bagdad, IrakIrak Irak
Drehkreuz:

Flughafen Bagdad

Heimatflughafen: Flughafen Bagdad
Unternehmensform: Staatsunternehmen
Leitung: Kifah H. Jabbar (CEO)
Flottenstärke: 23 (+ 48 Bestellungen)
Ziele: National und international
Webseite: iq-airways.eu

Iraqi Airways ist eine irakische Fluggesellschaft mit Sitz in Bagdad und Basis auf dem Flughafen Bagdad. Sie ist Mitglied der Arab Air Carriers Organization.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre und Aufstieg[Bearbeiten]

Iraqi Airways wurde 1945 gegründet. Die ersten eingesetzten Maschinen waren vom Typ de Havilland Dragon Rapide, welche bis 1955 nach und nach durch Vickers-Viscount-Flugzeuge ersetzt wurden.

Mit dem Einläuten des Jet-Zeitalters wurde die Flotte rasch mit russischen Tupolew Tu-124 und britischen Trident modernisiert. Mit diesen Flugzeugen konnte Iraqi ihr Flugnetz über den Nahen Osten hinaus nach Afrika und Europa erweitern. In dieser Zeit beschaffte man sich auch Frachtmaschinen des Typs Iljuschin Il-76.

In den 1970er Jahren erhielt Iraqi Airways Landerechte für den John F. Kennedy International Airport in New York, was allerdings den Erwerb größerer Flugzeuge - des Typs Boeing 707 - nötig machte. Bald darauf wurden auch Boeing 747 in die Flotte aufgenommen. 1979 wurde Saddam Hussein Präsident des Iraks, was im Nachhinein betrachtet als Wendepunkt der Airline gilt.

Niedergang in den 80er- und 90er-Jahren[Bearbeiten]

Eine Boeing 747-200 der Iraqi Airways 1983

In den 1980er Jahren konnte Iraqi sein Streckennetz größten Teils aufrechterhalten; der Iran-Irak-Krieg konnte dem wenig anhaben. Nach der irakischen Invasion 1990 in Kuwait, welche den zweiten Golfkrieg einläutete, wurde die Fluggesellschaft wegen des Embargos der UNO gegen den Irak zum Grounding gezwungen. Vor der Invasion verschob die Airline alle ihre damals 17 Flugzeuge an geheime Standorte, hauptsächlich in Jordanien.

Trotz des Leidenswegs blieben viele der 800 Angestellten optimistisch, was die Zukunft der Gesellschaft anging. Vermutlich besaßen die Mechaniker das einzige Triebwerk im ganzen Irak zu Übungszwecken in der Hoffnung, Iraqi würde eines Tages ihre Dienste wieder benötigen.

Ab 1992 war es der Gesellschaft wieder erlaubt, Inlandsflüge durchzuführen. Diese starteten im Januar mit einem Flug nach Basra mit einer Antonow An-24. Meistens jedoch konnten diese Flüge auf Grund der von den US-Amerikanern und Engländern verhängten Flugverbotszonen gar nicht durchgeführt werden. Gelegentlich wurden in den 90ern auch Pilgerflüge zu den muslimischen heiligen Stätten durchgeführt.

Entwicklung nach dem dritten Golfkrieg[Bearbeiten]

Abgestellte und ausgeschlachtete Boeing 727 und 747SP der Iraqi Airways nach dem Irakkrieg 2004

Nach dem dritten Golfkrieg wurde das Interesse an internationalen Flügen neu belebt. Man hoffte, Iraqi würde wieder einen internationalen Status erhalten, damit man mit Verhandlungen über Landerechte in anderen Staaten beginnen konnte.

So kündigte das Management am 30. Mai 2003 offiziell die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs an. Der erste Flug fand am 3. Oktober 2004 von Bagdad nach Amman in Jordanien statt.

Am 4. Juni 2005 fand der erste Inlandslinienflug seit dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein statt. Man flog mit 100 Passagieren in einer Boeing 727-247 von Bagdad nach Basra. Und am 6. November flog eine Maschine von Bagdad nach Teheran im Iran - zum ersten Mal nach 25 Jahren. Der Flug wurde, wie alle anderen Flüge auch, von der jordanischen Gesellschaft Teebah Airlines im Auftrag der Iraqi durchgeführt. Ab Sommer 2005 wurden auch die Städte Arbil and Sulaimaniyya in den Flugplan aufgenommen.

2009 präsentiert sich Iraqi Airways mit einer wesentlich moderneren Flotte und plant eigene Flüge aufzunehmen. Im August 2009 vereinbarten Iraqi Airways und Blue Wings eine Zusammenarbeit um gemeinsame Flüge zwischen dem Irak und Europa zu ermöglichen.[1] Am 25. April nahm Iraqi zum ersten Mal wieder eine Verbindung nach London auf.[2]

Im Mai 2010 wurde bekannt, dass die Fluggesellschaft innerhalb von drei Jahren aufgelöst werden solle.[3] Als Grund wurden finanzielle Forderungen der Kuwait Airways genannt. Im Mai 2012 wurde jedoch bekannt, dass der Streit durch eine Ausgleichszahlung beigelegt wurde und Iraqi Airways ihren Betrieb weiterführen wird.[4]

Im Februar 2013 kündigte Iraqi Airways neben einer bereits begonnenen Modernisierung der Flotte mit Airbus A320 und A330 sowie Boeing 777 auch einen Ausbau des Streckennetzes an. Unter anderem wird nach der Beilegung des über 20 Jahre andauernden Konflikts Kuwait wieder angeflogen. Zudem soll ein neues Corporate Design eingeführt werden.[5]

Flugziele[Bearbeiten]

Iraqi Airways bedient mehrere Ziele innerhalb des Irak, darunter Basra und Mossul sowie einige Metropolen im Nahen Osten, beispielsweise Dubai, Teheran, Karachi und Doha. Darüber hinaus werden in Europa Frankfurt am Main, Düsseldorf, Istanbul, Stockholm, London, Kopenhagen und Wien (ab 25. April 2014) angeflogen.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-200 der Iraqi Airways
Eine Boeing 777-200LR der Iraqi Airways

Mit Stand November 2013 besteht die Flotte der Iraqi Airways aus 23 Flugzeugen[6] mit einem Durchschnittsalter von 6,5 Jahren[7]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[8][9] Anmerkungen
Airbus A320-200 03
Airbus A321-200 02
Airbus A330-200 01
Boeing 737-700 02 mit Winglets ausgerüstet
Boeing 737-800 06 24 Auslieferung seit 14. August 2013; mit Winglets ausgerüstet
Boeing 747-400 02 1 betrieben für die irakische Regierung
Boeing 767-300ER 02
Boeing 777-200LR 01
Boeing 787-8 10
Bombardier CRJ900 06 04
Bombardier CS 300 0 05 + 11 Optionen [10]
Gesamt 25 43

Während einige gebraucht angeschaffte Maschinen entweder weiß oder noch in den Farben ihrer Vorbesitzer lackiert sind, werden die neu gekauften Bombardier CRJ und Boeing 737 zwischenzeitlich wieder mit dem eigenen Corporate Design der Iraqi Airways versehen.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Iraqi Airways zählte bis Februar 2010 zehn schwere Zwischenfälle mit Todesfolge bzw. Totalverlust des Flugzeugs:[11]

Der bisher schwerste Zwischenfall ereignete sich am 25. Dezember 1986 auf dem Weg von Bagdad nach Amman, als etwa 55 Minuten nach dem Start in einer Höhe von ungefähr 8000 Meter (FL260) vier Terroristen versuchten in das Cockpit der Boeing 737-200 einzudringen. Während Flugsicherheitsbegleiter der Iraqi Airways versuchten die Situation unter Kontrolle zu bringen, wurde eine Handgranate in die Passagierkabine geworfen, woraufhin umgehend ein Notabstieg eingeleitet wurde. Etwa bei Erreichen von 5000 m (FL160) explodierte im Cockpit eine Handgranate, was zum Absturz des Flugzeugs nahe Arar führte. Dabei kamen 63 der 106 Menschen an Bord ums Leben.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blue Wings arbeitet mit Iraqi Airways zusammen
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarc Brupbacher: Lufthansa, Austrian, Air Berlin: Alle wollen in den Irak fliegen. 26. April 2010, abgerufen am 26. Mai 2010 (deutsch).
  3. aljazeera.net - Iraq to dissolve Iraqi Airways (englisch) 26. Mai 2010
  4. airliners.de - Wochenrückblick: Aus aller Welt 25. Mai 2012
  5. austrianaviation.net - Alles neu: Iraqi Airways startet durch 18. Februar 2013
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatch-aviation.ch - Iraqi Airways. Abgerufen am 11. November 2013 (englisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatairfleets.net - Fleet age Iraqi Airways. Abgerufen am 11. November 2013 (englisch).
  8. bombardier.com - Program Status Report - CRJ Series aircraft "Iraq, Government of" (englisch; PDF; 20 kB) abgerufen am 14. August 2013
  9. boeing.com - Order and Deliveries "Republic of Iraq" (englisch) abgerufen am 14. August 2013
  10. Airways: Festauftrag für fünf Bombardier CS300
  11. Aviation Safety Network – Iraqi Airways (englisch) abgerufen am 9. März 2010
  12. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fluggesellschaft Iraqi Airways – Sammlung von Bildern