Deng Xiaoping

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Deng Xiaoping (chinesisch 鄧小平 / 邓小平Pinyin Dèng Xiǎopíng, W.-G. Teng Hsiao-p’ing; anhören?/i; * 22. August 1904 in Xiexing; † 19. Februar 1997 in Peking) führte die Volksrepublik China faktisch von 1979 bis 1997.

Deng Xiaoping 1979
Statue von Deng Xiaoping in Shenzhen
Büste von Deng Xiaoping in der High-Tech Entwicklungszone von Zhuhai

Während seiner Studien- und Arbeitsaufenthalte in Frankreich und in der Sowjetunion trat er der Kommunistischen Partei bei. Durch seine Verdienste in der Schlussphase des chinesischen Bürgerkrieges stieg er in der Partei schnell auf und wurde in der Folge zu einer der wichtigsten Machtstützen Mao Zedongs. Er unterstützte Mao unter anderem beim Großen Sprung nach vorn und wandelte sich dabei vom linken Hardliner zum marktorientierten Pragmatiker. Neben dem Slogan „Ein Land, zwei Systeme“ für die Lösung des Konflikts um Hongkong und Taiwan zeigt sein berühmtes Zitat, „Es spielt keine Rolle, ob die Katze schwarz oder weiß ist; solange sie Mäuse fängt, ist sie bereits eine gute Katze“, diesen Pragmatismus ebenso wie die Fähigkeit Dengs, komplexe Zusammenhänge auf eine einfache Darstellung zurückzuführen.

Trotz zweier Strafdegradierungen (1968 und 1976) durch Mao gelang es Deng, nach Maos Tod die Führung der Kommunistischen Partei Chinas zu übernehmen. Ohne jemals die Spitzenämter persönlich einzunehmen, regierte er die Volksrepublik China faktisch von 1979 bis 1997. Er bildete den Kern der so genannten „Zweiten Führungsgeneration“ der KPCh und gehörte zur „Ersten Chinesischen Führungsgeneration“ der Reformära. Deng verstand es in den 1980er Jahren, mit großem politischem Geschick den aufkommenden Fraktionalismus innerhalb der chinesischen Führung für sein politisches Ziel, die Modernisierung Chinas, auszunutzen. Unter seiner Führung, die von wirtschaftlichem Pragmatismus bei gleichzeitigem politischem Führungsanspruch der Kommunistischen Partei Chinas gekennzeichnet war, entwickelte sich China zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Gleichzeitig verbesserten sich die Lebensumstände vieler Chinesen während seiner Herrschaft deutlich.

Herkunft und Kindheit[Bearbeiten]

Deng Xiaoping wurde am 22. August 1904 in einem kleinen Ort namens Paifang in der Gemeinde Xiexing, Bezirk Guang’an, Provinz Sichuan, etwa 160 km entfernt von Chongqing geboren.[1][2] In manchen Biographien steht fälschlicherweise der 12. Juli als Geburtsdatum – dies ist der Geburtstag nach dem traditionellen chinesischen Kalender. Sein Vater gab ihm den Namen Deng Xiansheng (邓先圣), im Alter von fünf Jahren bekam er von seinem Lehrer den Namen Deng Xixian (邓希贤). Den Namen Xiaoping (‚kleiner Frieden‘) nahm er erst 1923 an.[3]

Die Vorfahren von Deng Xiaoping waren ursprünglich Hakka, die jedoch schon Generationen vor Dengs Geburt nach Sichuan eingewandert waren und die traditionellen Sitten und die Sprache ihres Volkes abgelegt hatten; spätestens Ende des 18. Jahrhunderts, als einer der Vorfahren, Deng Shimin, ein hoher Beamter unter Kaiser Qianlong wurde. Zu seinen Ehren wurde auch ein Torbogen errichtet, der eine Inschrift des Kaisers trug, jedoch in der Kulturrevolution zerstört wurde.[2]

Dengs Vater Deng Wenming war ein kleiner Landbesitzer, der Ackerbau und Seidenraupenzucht betrieb und ein paar Landarbeiter beschäftigte. Er hatte in Chengdu eine moderne juristische Ausbildung erhalten, war Chef der lokalen Polizei und Lehrer in der einzigen modernen Schule der Gemeinde und genoss ein gewisses Ansehen. Er war praktizierender Anhänger von Buddhismus und Daoismus[4] und um die Vergrößerung seines Landbesitzes bemüht, der bis 40 Mu (entspricht etwa 3 Hektar) betrug. Hohe Verluste im Glücksspiel zwangen ihn jedoch zum Verkauf von Teilen seines Besitzes.[5] Dengs Mutter war wahrscheinlich Analphabetin, entstammte einer reichen Familie und agierte zuweilen als Laienrichterin. Sie starb jedoch bereits 1926, hatte aber aufgrund der Abwesenheit ihres Mannes allein für die Erziehung der Kinder zu sorgen.[5] Dengs Vater heiratete danach noch mehrmals; insgesamt hatte Deng Xiaoping eine Schwester, zwei Brüder, einen Halbbruder und drei Halbschwestern sowie eine Stiefschwester; einige seiner Geschwister dürfte Deng Xiaoping nie gesehen haben.

Über Dengs Schulzeit ist wenig bekannt. Dengs Vater dürfte bei der Auswahl der Bildung mit der Zeit gegangen sein: Bereits im Alter von fünf Jahren begann für Deng Xiaoping eine konfuzianistisch geprägte Schulausbildung. Bereits ein Jahr später wechselte er auf eine moderne Volksschule sowie danach auf die einzige moderne Mittelschule in Guang’an.[6][7] In die Schulzeit Dengs fallen historische Umwälzungen in China wie der Fall der Qing-Dynastie, die Ausrufung der Republik und die Bewegung des vierten Mai, an der Deng sich aktiv in Guang’an beteiligte und wo Dengs politisches Bewusstsein erwacht sein dürfte.[8] Als Deng Xiaoping 14 Jahre alt war, hörte sein Vater von einer Schule in Chongqing, die junge Chinesen auf eine Ausbildung in Frankreich vorbereitete. Im Sommer 1919 verließen Deng Xiaoping und sein Onkel Deng Shaosheng, der nur wenig älter war, ihr Heimatdorf und besuchten die Schule in Chongqing. Warum Dengs Vater seinen Sohn im Ausland ausbilden lassen wollte, ist unklar.[9] Dem Vater muss jedoch klar gewesen sein, dass sein Sohn auf diese Weise nie seine Nachfolge antreten würde – ein für chinesisches Denken sehr unbefriedigender Ausblick.

Gruppenphoto der Arbeiter-Studenten, mit Deng in der obersten Reihe, dritte Person von rechts

Die Schulausbildung in Chongqing umfasste vor allem französische und chinesische Sprache sowie industrielle Fertigkeiten. Die Organisation, der Deng beigetreten war, nannte sich Bewegung für fleißige Arbeit und zielstrebiges Lernen. Sie war vom Patrioten, Anarchisten und Frankophilen Li Yuying gegründet worden und hatte zum Ziel, junge Chinesen nach Frankreich zu bringen, die dort arbeiten und studieren und anschließend die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontakte zwischen China und Frankreich stärken sollten.[10]

Am 11. September 1920 verließen Deng Xiaoping und Deng Shaosheng, zusammen mit etwa 200 weiteren Arbeiter-Studenten v. a. aus Sichuan und Hunan, den Hafen von Shanghai in Richtung Marseille. In Shanghai und auf den Zwischenstationen wurde Deng mehrmals Zeuge der erniedrigenden Behandlung Einheimischer durch europäische Kolonialherren, was einen bleibenden Eindruck bei Deng hinterließ.[10]

Schulzeit in Frankreich[Bearbeiten]

Deng Xiaoping um 1920
Dengs Personalkarte bei Hutchinson mit dem Vermerk Verweigert die Arbeit, wird nicht mehr angestellt.

Deng und seine Mitstreiter erreichten Frankreich im Oktober 1920, so wie zwischen 1919 und 1921 etwa 1600 chinesische Arbeiter-Studenten nach Frankreich kamen.[11] Sie wurden auf verschiedene Gymnasien (lycées) in ganz Frankreich aufgeteilt, wo sie vor allem Französisch lernen sollten, bis sie es so gut beherrschten, dass sie einer höheren Ausbildung folgen konnten. Deng und sein Onkel landeten in Bayeux.

Jedoch bereits im Januar 1921 wurden die Schüler darüber informiert, dass die Stiftung kein Geld mehr habe und dass sie ab jetzt selbst für sich zuständig seien. Deng konnte zwar weiterhin auf bescheidene Unterstützung durch seine Familie zählen, musste aber in verschiedenen Fabriken Arbeit suchen. So stand er mit 17 Jahren am Hochofen von Schneider et cie. in Le Creusot, später in einer Papierblumen- und einer Gummischuhfabrik von Hutchinson in Châlette-sur-Loing, ab 1925 bei Renault.[12] Deng und alle seine Landsleute, die in einer ähnlichen Lage waren, verrichteten Arbeiten, für die Franzosen nicht zu gewinnen waren, und verdienten dafür weniger als französische Lehrlinge. All dies, obwohl sie meist aus relativ begüterten chinesischen Familien stammten. Versuche, genug Geld zusammenzubekommen, um seine Ausbildung fortzusetzen, scheiterten.[13]

Die hoffnungslose Lage der chinesischen Arbeiter-Studenten führte zu einem sehr engen Zusammenhalt der Gruppe und zu deren Radikalisierung. Es wurden häufige Proteste gegenüber den Regierungen Chinas und Frankreichs organisiert; ab 1922 gab es eine Organisation, die ein Jahr später Teil der kommunistischen Jugendliga wurde. Im Jahre 1924 wurden alle Mitglieder der kommunistischen Organisation der Chinesen in Frankreich automatisch Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas; ein Jahr später fusionierten die KP und die KMT.[14]

Deng arbeitete ab Juni 1923 für das Büro der Kommunisten in Paris, das durch Zhou Enlai geführt wurde. Hier verfasste er für das Blatt Rotes Licht Artikel, von denen einige erhalten geblieben sind. Sie vertreten die Meinung, dass China einen autoritären Staat brauche, um im Kampf mit den imperialistischen Mächten zu bestehen. Sie zeigen aber auch eine deftige Sprache und radikales Denken. Deng erhielt bald politische Verantwortlichkeiten, u. a. für Propaganda oder die Führung für das Parteibüro in Lyon,[15] und beteiligte sich an der Organisation von Demonstrationen oder an einem Überfall auf die chinesische Gesandtschaft in Paris, bei der ein anwesender Minister dazu gezwungen wurde, Protestnoten an die französische und die chinesische Regierung über das Verhalten der ausländischen Truppen in China zu unterzeichnen. Er plädierte für eine stärkere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion, um die Ziele der chinesischen Kommunisten zu erreichen.

Wann Deng der Kommunistischen Partei Chinas beitrat, ist nicht ganz geklärt. Die offizielle Biographie legt den Beitritt zur Jugendliga ins Jahr 1922 und den KP-Beitritt ins Jahr 1924. Da eine langjährige Parteimitgliedschaft in der KP elementar ist, ist es wahrscheinlich, dass diese Daten nicht korrekt sind, sondern später – durch wen auch immer – umdatiert wurden. Deng kann in Frankreich, jedoch vielleicht sogar auch erst in der Sowjetunion der KP beigetreten sein.[16] Seine Zeit in Frankreich und die Mitgliedschaft in der für die spätere Entwicklung der Kommunistischen Partei wichtigen Gruppe um Zhou Enlai, Zhao Shiyan, Li Fuchun, Chen Yi, Nie Rongzhen oder Li Weihan war für Deng jedenfalls entscheidend.[15]

Die französische Polizei beobachtete Dengs Aktivitäten spätestens nach dem Überfall auf die Gesandtschaft. Am 8. Januar 1926 wurde eine Razzia durchgeführt, der Deng nur knapp entging, denn er hatte sich am Vortag auf den Weg nach Moskau begeben.

Parteischule in Moskau[Bearbeiten]

In Moskau besuchte Deng zunächst die Kommunistische Universität für die Arbeiter des Ostens, wenige Wochen später kam er auf die Sun-Yat-sen-Universität, die von der Nationalistischen Partei Chinas und der KPdSU finanziert wurde. Deng hatte hier ein sehr hohes akademisches Soll zu bewältigen, gleichzeitig jedoch lernte er, das ihm gebotene Material kritisch zu beurteilen: die Verantwortlichen der Universität hatten keinerlei Erfahrung mit China, und der stellvertretende Rektor der Universität Pavel Mif suchte Talente, die seine Meinung teilten, dass die kommunistischen Parteien zuallererst sowjetische Interessen im Ausland zu vertreten hätten. Nach dem Beginn der stalinistischen politischen Säuberungen gegen Trotzkisten verfolgte Mif auch an der Sun-Yatsen-Universität jene chinesischen Studenten, die Trotzkis Ansichten über China für vernünftiger als jene von Stalin hielten.

Deng blieb nur elf Monate in Moskau. Seine Rückkehr nach China geht auf Feng Yuxiang zurück, einen der Generäle, die Nordchina während des chinesischen Bürgerkrieges beherrschten. Feng war Christ und chinesischer Traditionalist und war der Ansicht, dass er als Heerführer auch als Vorbild für seine Untertanen und das gemeine Volk dienen müsse. Als solcher gehörte er zu den angeseheneren Anführern. Im Jahre 1924 bat er in der Sowjetunion um Hilfe, und man stellte ihm Geld, Waffen und militärische wie politische Berater zur Verfügung. 1926, nachdem er einige Niederlagen erlitten hatte, ging er nach Moskau, um weitere Hilfe anzufordern. Ihm wurden neben weiteren Beratern auch chinesische Kommunisten unter Führung von Liu Bojian mitgegeben; Deng Xiaoping schloss sich diesen an, wobei die Gründe für seine Entscheidung nicht genau bekannt sind.

Deng verließ Moskau Ende 1926 und erreichte Xi’an, wo Feng Yuxiang sein Hauptquartier hatte, im März 1927. Viele Biographen geben an, dass Deng im September 1926 einem Schwur Fengs in Wuhan beiwohnte, in welchem er sich den Kommunisten verpflichtete; diese Angaben sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht korrekt und stimmen auch nicht mit Fengs Aufzeichnungen überein.

Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Nach seiner Ankunft in Xi’an begann Deng bald, in der Nordwest-Armee von Feng Yuxiang als politischer Agitator zu arbeiten. Seine genaue Rolle ist nicht bekannt; Fengs Aufzeichnungen, in denen Deng nicht vorkommt, lassen jedoch den Schluss zu, dass es eine sehr untergeordnete Rolle war, obwohl viele Biographien Deng eine Führungsfunktion zuerkennen.

Bereits einen Monat nach Dengs Ankunft in Xi’an zerbrach die Allianz aus Nationalisten und Kommunisten; das Shanghai-Massaker war das Ergebnis. Feng entschied sich nach einigen politischen Konsultationen, sich auf die Seite der Nationalisten zu schlagen; im Juli 1927 mussten alle Kommunisten die Armee und die Stadt Xi’an verlassen. Deng entschied sich, nach Wuhan aufzubrechen, wo die KP damals ihre Zentrale hatte.

Arbeit in der Parteizentrale[Bearbeiten]

In Wuhan traf er spätere Politikgrößen wie Zhou Enlai, Li Lisan oder Li Weihan wieder, die er bereits von seinem Frankreich-Aufenthalt kannte. Deng begann hier, für die Parteizentrale zu arbeiten und nahm aus Sicherheitsgründen den Decknamen Xiaoping. Er nahm an zahlreichen Konferenzen und Sitzungen teil, in der Regel jedoch als Schriftführer und nicht als Redner; von der Dringlichkeitssitzung des 7. August 1927 etwa, wo entschieden wurde, gegen die Kuomintang mit bewaffneten Aufständen zu rebellieren, stammen die Notizen von Deng. In Wuhan traf Deng auch zum ersten Mal mit Mao Zedong zusammen, wobei beide Seiten von dieser Begegnung wohl nicht besonders beeindruckt waren.

Im Oktober 1927 verlegte die KP aus Sicherheitsgründen ihre Zentrale nach Shanghai und Deng arbeitete dort bis September 1929. Seine Funktionen hier beschränkten sich weitgehend auf organisatorische Tätigkeiten, während er gleichzeitig zivile Berufe ausübte. Hier heiratete er auch zum ersten Mal, und zwar zu Beginn des Jahres 1928 eine Frau namens Zhang Xiyuan, die er aus seiner Studienzeit in Moskau kannte. Gleichzeitig organisierte die KP einige Aufstände, etwa den Nanchang-Aufstand oder die großen Streiks von Hongkong und Guangzhou, wobei alle diese Aufstände blutig niedergeschlagen wurden und die Partei auszubluten drohte. Deng nahm an diesen Aufständen nicht teil und wurde auch nicht, wie etwa Zhou oder Mao, für deren Scheitern kritisiert. Da viele ranghohe Parteimitglieder in den Aufständen ums Leben kamen oder durch die Kuomintang verhaftet und hingerichtet wurden, stieg Deng in der Parteihierarchie rasch auf. Er lernte die Beziehungspolitik, die in einer Partei herrscht, kennen und eignete sich wichtige organisatorische Fähigkeiten an.

Schlachtfeld in Guangxi[Bearbeiten]

In der Jahresmitte von 1929 hatten die Nationalisten unter Chiang Kai-shek fast ganz China unter ihrer Kontrolle. Sie waren jedoch nicht in der Lage, wirtschaftliche Probleme zu lösen, wodurch die Kommunisten auf dem Land und in den Städten durch die verarmte Arbeiterschaft Zulauf erhielten. Als 1929 Li Zongren in Guangxi gegen Chiang rebellierte und der Aufstand niedergeschlagen wurde, nahmen die Kommunisten diese Möglichkeit wahr, Chiangs Armee zu infiltrieren. Deng war unter jenen Kommunisten, die die im Aufbau befindlichen Streitkräfte und die Verwaltung von Guangxi unterwandern helfen sollten. Deng und sein Kamerad Gong Yinbing kamen im Oktober 1929 in Nanning an, wobei Deng den Decknamen Deng Bin benutzte.

Deng wurde zum lokalen Repräsentanten der Parteizentrale in der Siebenten und Achten Roten Armee, während Gong Yinbing als Bote fungierte und zwischen der Shanghaier Zentrale und Guangxi hin- und her reiste. Deng begann sofort, die Direktiven aus der Zentrale umzusetzen und warf der Armeeführung vor, die Basisarbeit zu vernachlässigen und sich nur auf bürokratische Arbeiten zu konzentrieren. Die beiden Armeen erlitten eine schwere Niederlage nach der anderen und viele ihrer Soldaten kamen in den Kämpfen mit den KMT-Truppen ums Leben. Dies lag zum einen daran, dass die Direktiven aus der chaotischen Zentrale in Shanghai nicht zu der Lage vor Ort passten und die Truppen zu Angriffen auf Städte aufgerufen wurden, die sie niemals einnehmen konnten. Im Januar 1931 war die Lage der Siebenten Armee so schlecht, dass entschieden wurde, sie in Richtung Norden abzuziehen; die für die südlichen Regionen ausgerüsteten Soldaten kamen jedoch mit dem rauen Klima nicht zurecht und einige erfroren sogar.

Obwohl Deng in seiner Aufgabe keine entscheidende Position innehatte, war seine fehlende militärische Erfahrung sowie der Wille, die Anweisungen aus der Parteizentrale unbedingt umzusetzen, für den Untergang der Siebenten und Achten Roten Armee mitverantwortlich.

Im März 1931 verließ Deng die Armee in der Nähe von Chongyi, wobei auch hier die genauen Umstände unklar sind. Die offizielle Biographie gibt an, dass er von der Parteiführung dazu beauftragt worden war, jedoch ist es genauso möglich, dass Deng einfach desertierte, um sein Leben zu retten. Diese Entscheidung wurde Deng in späteren Lebensjahren wiederholt zum Vorwurf gemacht, etwa während der Kulturrevolution.

Bei seiner Ankunft in Shanghai fand Deng die Parteizentrale in großem Chaos vor. Teils hatten Verhaftungen und Hinrichtungen die Parteiführung dezimiert, teils befanden sich führende Parteimitglieder in Macht- und Richtungskämpfen. Zudem erfuhr Deng, dass seine Frau bereits ein Jahr zuvor eine Tochter geboren hatte, dass jedoch Frau und Kind die Geburt nur um wenige Tage überlebt hatten.

Im April lieferte Deng einen Bericht ab, in welchem er vor allem reaktionäre Elemente und Offiziere, die ursprünglich in der KMT-Armee gedient hatten, für das Desaster der Siebenten Armee verantwortlich machte. Deng wurde in der Folge nicht bestraft, was vor allem auf seine guten Beziehungen zu Zhou Enlai zurückzuführen sein dürfte. Im Oktober 1931 gab es eine politische Säuberungswelle in der Siebenten Armee, in der Deng einige hohe Offiziere beschuldigte, für die Niederlagen der Siebenten Roten Armee verantwortlich zu sein. Dies dürfte mit dafür verantwortlich sein, dass Deng trotz der Fehlschläge in der frühen Phase seiner Karriere bereits im Jahre 1932 hohe Posten im Sowjet von Jiangxi bekleiden konnte.

Parteisekretär in Jiangxi[Bearbeiten]

Ende 1931 oder zu Beginn des Jahres 1932 wurde Deng zum Parteisekretär des Bezirkes Ruijin ernannt und im Mai 1932 zum Parteisekretär von drei Bezirken im neu eroberten Gebiet des Sowjets von Jiangxi. In dieser Funktion heiratete er ein zweites Mal, dieses Mal Jin Weiying (bekannter als Ah Jin), die er bereits aus seiner Zeit in Shanghai kannte. Andererseits lernte er Personen kennen, die er in seiner späteren Laufbahn noch häufig treffen sollte, etwa Hu Yaobang oder Maos Bruder Mao Zetan.

In seiner Funktion als Parteisekretär in Ruijin und später in Huichang hatte er Direktiven aus der Parteizentrale umzusetzen, die von aus Moskau zurückgekehrten marxistisch-leninistischen Theoretikern ohne praktische Erfahrung ausgegeben wurden. Politiker wie Bo Gu oder Zhang Wentian, die damals die Partei anführten, verlangten mangels besseren Wissens einfach eine höhere Eisenproduktion oder mehr Rekrutierungen von Soldaten, was auf Lokalpolitiker wie Deng hohen Druck verursachte.

Aus den Provinzen kam denn auch Widerstand, etwa von Luo Ming, Parteisekretär in Fujian. Als im November 1932 der Bezirk Xunwu, der unter Dengs Verwaltung stand, an KMT-Truppen verloren ging, wurde Deng aufs schärfste angegriffen; im Mai 1933 wurde Deng als Mitglied einer Viererclique verurteilt, die von den kommunistischen Prinzipien abrücken wollte. In einer der Kritiksitzungen beendete auch Ah Jin ihre Beziehung zu Deng und war von da ab Frau oder Freundin von Li Weihan, einem der schärfsten Angreifer auf Deng. Deng wurde all seiner Ämter enthoben und musste seine Dienstpistole öffentlich abliefern.

Dank seiner Erfahrung im Publizieren von Zeitschriften und auch dank seiner Beziehungen zu Zhou Enlai wurde er bald nach seiner Absetzung zum Chefredakteur der kommunistischen Zeitung Rotes China ernannt, wobei die gesamte Redaktion nur aus zwei oder drei Personen bestand. Er übte diese Funktion in Ruijin etwa ein Jahr aus, ohne nennenswert gestört zu werden.

Langer Marsch[Bearbeiten]

Im Oktober 1934 war die militärische Lage des Sowjets von Jiangxi so schlecht, dass er geräumt werden musste und die kommunistischen Truppen Richtung Westen abgezogen werden mussten. Aus dieser Flucht wurde letzten Endes der Lange Marsch. Deng wurde unter jene Personen gewählt, die am Langen Marsch teilnehmen durften; wäre dies nicht so gewesen, hätte dies wahrscheinlich Dengs Tod bedeutet.

Ob er auf dem Langen Marsch nach wie vor für das Rote China arbeitete, ist nicht genau geklärt, jedenfalls begann er wieder, wie in Shanghai als Schriftführer für ältere Politiker zu fungieren. Als solcher nahm er im Januar 1935 an der Konferenz von Zunyi teil, auf welcher die Fraktion um Mao Zedong, Zhu De und Peng Dehuai die existierende Parteiführung um Bo Gu und Otto Braun angriff und letzten Endes ablöste, ebenso auf der Wayaobao-Konferenz, auf welcher beschlossen wurde, zusammen mit der Kuomintang die Invasion durch japanische Truppen zu bekämpfen.

Den Langen Marsch überlebte Deng dank seiner starken Gesundheit ohne schwer zu erkranken, trotz seines hohen Zigarettenkonsums und trotz des Verlustes seines Pferdes, während Zehntausende seiner Kameraden auf der Strecke blieben. Er versöhnte sich auch wieder mit Ah Jin, während seine Bewunderung für Zhou Enlai, der in Maos Kampf um die Macht verwickelt war, langsam abnahm.

Gegen Ende des Marsches wurde er zum stellvertretenden politischen Direktor des Ersten Armeekorps ernannt, eine Beförderung, die zeigt, dass Mao am politisch fähigen, wenn ihm auch unbekannten Deng Interesse hatte.

Politischer Armeekommissar[Bearbeiten]

Im Juni 1937 vereinbarten die Kommunisten und Nationalisten eine Zusammenarbeit gegen die japanische Armee, obwohl keine der beiden Parteien diese Vereinbarung wirklich ernst nehmen sollte. Die Kommunisten reorganisierten ihre Streitkräfte in eine neue Armee, die aus drei Divisionen (der 115., 120. und 129.) bestand. Mao, der innerhalb der Partei an Einfluss gewonnen hatte und bemüht war, die Streitkräfte vollkommen unter seine Kontrolle zu bringen, setzte Deng zunächst als stellvertretenden politischen Direktor dieser neuen Armee ein, später wurde er nach einigen Postenverschiebungen zum politischen Kommissar der 129. Division. Mao erreichte hiermit, Deng in einer Position installiert zu haben, die ihm die Kontrolle über diese Division ermöglichte, ohne in der Führung der Division großes Misstrauen auszulösen.

In seiner Funktion als politischer Kommissar arbeitete Deng mit Liu Bocheng und Zhang Xiangqian zusammen, die erfahrene Feldherren waren und sich für Parteipolitik recht wenig interessierten. So machte Deng die politische Arbeit, ohne die militärische von Liu und Zhang zu stören. Deng reiste häufig zwischen der Front und der kommunistischen Zentrale in Yan’an hin und her, um Direktiven an die militärische Führung weiterzugeben. Maos wichtigster Befehl war, sich nicht zu sehr in Gefechte mit den Japanern einzulassen, sondern eine Guerilla-Taktik anzuwenden und die gegnerischen Truppen dann anzugreifen, wenn sie durch Gefechte mit anderen Gegnern geschwächt waren. Mit dieser Guerilla-Taktik erzielte die 129. Division große Erfolge, meist gegen Kuomintang-Truppen, und die Anzahl der Soldaten in dieser Division wuchs sehr schnell an.

Als im Jahr 1943 mehrere politische Säuberungswellen über Partei und Armee hinwegfegten, war Deng in relativer Sicherheit, obwohl seine Fahnenflucht in Chongyi von seinen Gegnern wieder aufgegriffen wurde. Diese Anschuldigungen wurden von Mao, der mit Dengs Arbeit offensichtlich zufrieden war, für nichtig erklärt.

Im Jahre 1939, während eines Aufenthaltes in Yan’an, heiratete Deng zum dritten und letzten Mal, dieses Mal die zwölf Jahre jüngere Zhuo Lin, die aus Kunming stammte, in Peking studiert hatte und, wie viele Angehörige der fortschrittlichen Jugend der damaligen Zeit, in das kommunistisch regierte Yan’an kamen. Sie sollte sich später, anders als die Frauen anderer kommunistischer Funktionäre (etwa Jiang Qing), wenig für Politik interessieren.

Sieg über die Kuomintang[Bearbeiten]

Am 14. August 1945 kapitulierte Japan und zog seine verbliebenen Truppen aus China ab. In China begann sofort ein Wettlauf zwischen den Kuomintang und den Kommunisten um die Hinterlassenschaft der Japaner in Form von Munition und Territorium. Den Kommunisten gelang es, sich mit der Mandschurei das größte zu vergebende Stück zu sichern. Die Armee der Kommunisten war inzwischen stark angewachsen und wurde reorganisiert; Deng war nun politischer Kommissar der zweiten Feldarmee.

Im August 1945 nahm Deng an Friedensgesprächen in Chongqing teil. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Führer beider Seiten, also Chiang Kai-shek und Mao nicht an eine friedliche Beendigung des Bürgerkrieges glaubten. So fand parallel zu den Gesprächen die Schlacht von Shangdang statt. Deng fand sich unter jenen, die am stärksten auf die Fortsetzung des Bürgerkrieges hinarbeiteten.

Gleich nach den Gesprächen in Chongqing wurde Deng zum Sekretär des neu gegründeten Jin-Ji-Lu-Yu-Parteibüros und -Militärdistrikts, dessen Kommandeur Liu Bocheng war. Dieser Militärbezirk und dessen Armee waren sehr erfolgreich in den Schlachten, die sie mit Kuomintang-Truppen austrugen. Die Aktionen der Kommunisten konzentrierten sich hierbei weniger darauf, große Städte zu erobern, sondern darauf so viele nationalistische Truppen wie möglich aufzureiben und die Kontrolle über die Infrastruktur zu erhalten. Die Hauptaufgabe von Dengs Armee im Jahre 1947 war es, sich in den Dabie-Bergen festzusetzen und somit die Großstadt Wuhan zu bedrohen. Dies stoppte die Offensive der Nationalisten in Nordchina. Zu Ende des Jahres 1948 nahm Dengs Armee an der Huaihai-Kampagne teil, die die Zentralarmee der Kuomintang zerstörte und diese zum Rückzug nach Südchina zwang.

Die Aufgaben Dengs in dieser Phase waren nach wie vor politischer Natur; die militärischen Entscheidungen blieben den Generälen, vor allem Liu, überlassen. Obwohl er aktiv an Schlachten teilnahm, sollten seine Verdienste dort nicht überbewertet werden. Dengs Verdienste waren vor allem politischer Natur, das heißt, Maos Entscheidungen so zu interpretieren, dass sie am besten zur aktuellen Lage der Armee passten.

Im Jahre 1949 war Deng schließlich politischer Kommissar einer Armee, die mehr als eine Million Soldaten umfasste. Er war so weit in Partei und Armee aufgestiegen, dass er Mao direkt ansprechen konnte. Gleichzeitig hing seine Karriere aber direkt vom mittlerweile unumschränkt herrschenden Mao ab.

Karriere unter Mao[Bearbeiten]

Herrscher des Südwestens[Bearbeiten]

Mao Zedong-Porträt am Eingang zur Verbotenen Stadt

Als am 1. Oktober 1949 Mao auf dem Tian’anmen-Platz die Volksrepublik China ausrief, waren Deng und Liu unter den Teilnehmern dieser Zeremonie. Sie kehrten kurz darauf nach Südwestchina an die Front zurück, wo die Zweite Feldarmee zügig gegen die Kuomintang-Truppen vorrückte.

Am 23. November 1949 wurde formell ein Südwest-Büro eingerichtet, dessen Hauptaufgabe es war, die kommunistische Herrschaft in Südwestchina aufzubauen. Deng war der erste Sekretär dieses Büros. Als die kommunistischen Truppen sich auf die Einnahme der Stadt Chongqing vorbereiteten, in welcher Chiang Kai-sheks Regierung ihren Sitz hatte, beging Deng den strategischen Fehler, die Stadt gegen den Befehl Maos sofort einzunehmen, dies mit der Begründung, dass die Nationalisten dabei seien, die Stadt systematisch zu zerstören. Dies ermöglichte Chiang und seiner Regierung die Flucht nach Taiwan; Mao hatte geplant, Taiwan zuerst zu besetzen, um den Nationalisten diese Zufluchtsstätte zu nehmen.

Anfang Dezember marschierten die Kommunisten in Chongqing ein; für Deng ein persönlicher Triumph, denn er hatte genau diese Stadt 30 Jahre zuvor als armer Student in Richtung Frankreich verlassen. Er wurde zum Bürgermeister der Stadt ernannt und blieb für drei Jahre als Erster Sekretär des Südwestbüros in Chongqing. Er regierte faktisch über fünf Provinzen, Sichuan, Guizhou, Yunnan, Xikang und Tibet. Offiziell hatte er zwei Stellvertreter, nämlich Liu Bocheng und He Long, beides alte Feldherren, die sich für Politik nicht interessierten und nur angesehene Posten als Anerkennung für ihre Verdienste in der Armee bekamen. Er hatte deshalb den Beinamen Herr des Südwestens, welcher seiner faktischen Rolle von damals auch entsprach.

Zu Dengs Aufgaben gehörte es, die kommunistische Herrschaft zu festigen und umzusetzen. Teil seiner Anweisungen war es auch, die Reste der Kuomintang-Armee zu eliminieren, die in einer Zahl von etwa 500 000 immer noch das Land unsicher machten. Es war eine Landreform durchzuführen, wozu auch gehörte, dass Deng seine eigene Familie, die Grund besaß, enteignen lassen musste. Es waren die Finanzen in Ordnung zu bringen und wirtschaftliche und fiskalische Reformen durchzuführen. Wiederum war Deng hier ein Befehlsempfänger Maos; bei der Umsetzung von Direktiven legte er neben administrativem Talent auch Kreativität an den Tag, sodass Dengs Ansichten in Peking gern gehört und umgesetzt wurden.

Zu den Sonderaufgaben Dengs im Südwestbüro gehörte die Lösung des Tibet-Problems, welches nach der Anerkennung der Volksrepublik China durch Großbritannien, Indien und Nepal angegangen wurde. Deng und Mao wählten eine Strategie, die aus militärischen Drohungen bei gleichzeitigen Verhandlungen bestand; so wurde Tibet 1951 weitgehend unblutig in das Staatsgebiet der Volksrepublik eingegliedert.

Dengs privates Leben entwickelte sich in den drei Jahren als erster Sekretär des Südwestbüros sehr positiv; seine Frau bekam zwei Kinder, und er lebte mit seiner Familie zwar nicht unter luxuriösen, aber angenehmen Umständen in der Nähe des Volkspalastes der Stadt Chongqing.

Aufstieg in Peking[Bearbeiten]

Im Juli 1952 wurde Deng von Mao nach Peking geholt. Dies war, für sich genommen, nichts außergewöhnliches und widerfuhr vielen lokalen Parteisekretären. Obwohl dem 48-jährigen Deng sofort einige Ämter zugewiesen wurden, hatte er im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Peking nur wenig echte Kompetenzen. Vielmehr war er unter Maos Beobachtung und konnte nur warten, wirkliche Macht zu erhalten.

Dazu bot sich zum ersten Mal im Jahr 1953 die Gelegenheit, als der Finanzminister aufgrund des aus den Fugen geratenen Budgetdefizits in die Kritik geriet. Der Grund für das hohe Defizit waren vor allem zurückgegangene Einnahmen aufgrund von Steuererleichterungen für Privatunternehmen. Mao kritisierte die generelle rechtslastige Tendenz in der Regierung unter Liu. In den folgenden Machtkämpfen und Kritiksitzungen gegen Minister Bo Yibo hielt sich Deng im Vergleich zu anderen zwar verbal zurück, trug aber den politischen Sieg davon, indem er zum Finanzminister und Direktor der Zentralen Finanz- und Wirtschaftsbehörde ernannt wurde.

Bos Absetzung war jedoch nur ein Gefecht in der Auseinandersetzung, die sich immer deutlicher zwischen Mao und Liu zutrug. In der Folge versuchten zwei Politiker, auf Lius Kosten Macht zu gewinnen: Gao Gang, Direktor der Staatlichen Planungskommission, und Rao Shushi, Chef der Organisationsabteilung der KP, stammten aus Maos Umfeld und versuchten, die Partei- und Regierungsstrukturen mit Leuten zu besetzen, die eher ihnen als Liu treu waren. Sie verkalkulierten sich jedoch, denn Liu war Mao noch zu schade und zu wichtig, und er behielt lieber Liu als Gao und Rao in der Regierung. Die auf diese Machtkämpfe folgende politische Säuberungsaktion ist weitgehend unaufgearbeitet, und es ist sehr wahrscheinlich, dass dies nicht zuletzt an der unschönen Rolle liegt, die Deng in dieser Phase gespielt hat. Jedenfalls übernahm Deng am 27. April 1954 Raos Posten als Direktor der Organisationsabteilung, und kurz darauf bekam er eine noch entscheidendere Funktion, nämlich jene des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der KP.

Noch mehr politischen Einfluss gewann Deng nach einer Reise in die Sowjetunion im Februar 1956. Dort wurde durch Chruschtschow gerade die Entstalinisierung vorangetrieben. Nach der Geheimrede vom 26. Februar, in der Chruschtschow Stalin als brutalen Diktator verurteilte, zeigte Deng politisches Gespür und Treue gegenüber Mao, indem er zuerst Mao kontaktierte, bevor er eine Stellungnahme der KPCh abgab.

Somit war eine Situation erwachsen, in der Mao die unumschränkte Autorität in der KP hatte, und Deng eine der wichtigsten Personen war, die diese Autorität unterstützten. Somit verdankte Deng seinen Aufstieg zu einem gewichtigen Teil der Unterstützung durch Mao, andererseits unterstützte er nun selbst die willkürliche und utopische Politik seines Chefs.

Hundert-Blumen-Bewegung und Großer Sprung nach vorn[Bearbeiten]

Während Mao die Regierung um Liu Shaoqi wiederholt für ihre Rechtstendenzen kritisierte, allen voran Wirtschaftsminister Chen Yun sowie Premier- und Außenminister Zhou Enlai, blieb Deng Xiaoping ein stetiger Protagonist von Maos Politik und ein scharfsinniger Analyst des Gemütszustandes des Vorsitzenden.

Als zur Mitte der fünfziger Jahre in Osteuropa Aufstände gegen die kommunistische Herrschaft stattfanden, antwortete Mao in China mit der Hundert-Blumen-Bewegung, in der die Bürger zur Kritik an Missständen in der Partei aufgerufen wurden. Die Regierung stellte sich größtenteils hinter den Vorschlag von Mao, mit der Ausnahme von Deng, der es vorzog, sich für einige Monate nicht darüber zu äußern. Dies bewies Dengs Gespür für die Politik Maos, denn bereits 1957, als die Kritik zu heftig wurde, änderte Mao seine Meinung: Mit der Kampagne gegen die Rechten wurden etwa eine Million Menschen, die sich in der Hundert-Blumen-Bewegung kritisch zu Wort gemeldet hatten, in Arbeitslager verschleppt oder mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze und empfindlichen Lohnkürzungen bestraft. Deng, der Generalsekretär des Zentralkomitees war, war für diese Kampagne direkt zuständig und spielte in ihr eine entscheidende Rolle.

Ebenso hielt Deng sich zurück, als Mao die Politik der 3 roten Banner vorantrieb, die im Großen Sprung nach vorn gipfelte. Liu und Zhou wurden, als sie es wagten, sich gegen Maos Politik zu stellen, wiederholt kritisiert; Deng war sich bewusst, dass der Ansehensverlust der anderen nur zu seinen Gunsten sein konnte. So wurde Deng auch während des Großen Sprunges ein treuer Gefolgsmann Maos, obwohl alles dafür spricht, dass er nicht an den Erfolg dieser Politik glaubte. Diese Zeit markiert auch den Höhepunkt der Unterstützung von Maos Linie durch Deng.

Das Ergebnis des Großen Sprunges waren die „drei bitteren Jahre“ von 1959 bis 1961: Aufgrund der zahlreichen Arbeitskräfte, zumeist Bauern, die Mao für die Metallbranche akkumulieren ließ, war die Lebensmittelversorgung durch die Landwirtschaft kaum noch gewährleistet. Nach zwei schlechten Erntejahren verknappten sich die Lebensmittel deshalb für die chinesische Bevölkerung so dramatisch, dass es zu einer der verheerendsten Hungersnöte der Geschichte kam, in der 20 bis 40 Millionen Chinesen starben. Mao hielt sich in der zweiten Jahreshälfte in Südchina auf, später trat er selbst aus der „Ersten Führungsriege“ aus, um das Tagesgeschäft der Regierung um Liu und Deng zu überlassen. Deng mochte Liu persönlich nicht; dies war ausschlaggebend dafür, dass er nicht von Maos zu Lius Fraktion wechselte.

Im Jahre 1962 gab es einen Wirtschaftsaufschwung, der jedoch weniger auf Lius und Dengs Expertise in wirtschaftspolitischen Fragen zurückzuführen war als auf die pragmatische Rücknahme unsinniger politischer Entscheidungen. Aus dieser Phase stammt ein berühmter Ausspruch Dengs, wonach das beste landwirtschaftliche Produktionssystem jenes ist, das die Massen akzeptieren und das die Produktion schnell wieder ankurbeln kann. Und „wenn es nicht legal ist, dann muss es legal gemacht werden. Gelb oder schwarz, eine Katze, die Mäuse fängt, ist eine gute Katze.“[17][18]

Gleichzeitig wurde auf dem Land der Bedarf nach einem Kampf gegen die Korruption offensichtlich. Dies legte den Grundstein für die Sozialistische Erziehungskampagne, die sich zu einen Kampf zwischen Lius und Maos Fraktionen entwickelte. Deng versuchte, sich zurückzuhalten, soweit es nur möglich war, und sich in außenpolitischen Fragen zu profilieren. In der Diskussion um diese Kampagne dürfte Mao auch den Schluss gefasst haben, Liu endgültig aus dem Machtzentrum zu entfernen, womit Deng, der nun eher Lius Fraktion zuzurechnen war, ebenso in die Schusslinie geriet.

Im Sommer 1963 führte Deng eine Delegation nach Moskau an. Wohlwissend, dass Mao die Sowjetunion und die Russen nicht mochte, legte Deng es auf einen Streit mit Chruschtschow an und legte eine extrem nationalistische oder gar chauvinistische Position an den Tag. Das chinesisch-sowjetische Zerwürfnis erreichte hier einen vorläufigen Höhepunkt.

Verbannung während der Kulturrevolution[Bearbeiten]

Die Kulturrevolution begann für die Familie Deng am 1. Oktober 1966 mit einem Leitartikel, der den „zweitgrößten Machthaber auf dem kapitalistischen Weg“ kritisierte.[19][20] Wenngleich der Artikel Deng nicht namentlich erwähnte, war es klar, dass Deng Xiaoping nun zur Hauptzielscheibe der Kritik wurde. Deng, Liu und zahlreiche andere Politiker mussten in langen Kritiksitzungen den Roten Garden ihre Verfehlungen gestehen, und viele wurden, wie etwa Staatspräsident Liu oder auch Dengs Sohn Deng Pufang, physisch misshandelt. Auf Millionen Wandzeitungen wurde Deng mit Hundekopf und Schweineschnauze karikiert und „Große Giftpflanze“ oder „Hauptwurzel der reaktionären Linie der Bourgeoisie“ genannt.[21] Deng Xiaoping entging der Misshandlung wahrscheinlich nur durch seine guten Beziehungen zu Zhou Enlai und dadurch, dass Mao sich bewusst war, Deng vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt zu benötigen. Seine Kinder wurden jedoch mehrmals durch Einheiten der Roten Garden dazu genötigt, die Verfehlungen ihres Vaters zu gestehen und sich von ihm loszusagen. Sein Sohn Deng Pufang stürzte bei einem „Verhör“ aus dem Fenster, zog sich schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zu und wurde in den Krankenhäusern nicht operiert, weil er „in der Kritik stand“. Er ist seitdem querschnittsgelähmt.[22] Zeit seines Lebens war Deng stolz darauf, dass seine Kinder zu ihm hielten und die familiäre Bindung durch den Terror noch stärker wurde.[20]

Deng musste mehrmals schriftlich Selbstkritik üben. Im Jahre 1968 wurde sogar eine Untersuchungsgruppe gebildet, die seine „Verbrechen“ aufklären sollte. Er wurde genötigt, sein gesamtes Leben niederzuschreiben und alle seine Kontakte aufzulisten, ganz besonders jene zur Kuomintang. Hier kam ihm zugute, sich bereits seit seinem Aufenthalt in Frankreich angewöhnt zu haben, keine Notizen zu machen und sich das Wichtigste zu merken; somit lag keinerlei belastendes Material vor. Nach der Fertigstellung seiner Selbstkritik wurde angeordnet, dass er nicht mehr als Klassenfeind zu behandeln wäre.[23] In seiner Selbstkritik behandelte Deng unter anderem sein Handeln an der Front in Guangxi 1931, er gestand, dass „sein kapitalistisches Denken noch nicht ganz ausgemerzt war“ und dass er „nicht immer ordnungsgemäß die Meinung oder Billigung Maos eingeholt“ hatte.[24][21][25]

Ab 1967 waren Deng und seine Frau zu Hausarrest in Zhongnanhai verurteilt, wo sie vor den Roten Garden geschützt waren.[19] Seine Kinder wurden aufs Land geschickt und durften vorläufig zu ihren Eltern keinen Kontakt mehr haben.[26] Am 26. Oktober 1969 schließlich wurde Deng in den Bezirk Xinjian (nahe Nanchang, Provinz Jiangxi) verbannt.[23] Anders als etwa Liu behielt er jedoch seine Parteimitgliedschaft, wenngleich sich Maos Frau Jiang Qing 1969 für einen Parteiausschluss eingesetzt hatte.[26] In Xinjian arbeitete Deng in einem Werk, das Traktoren reparierte, als gewöhnlicher Arbeiter, während seine Frau im gleichen Werk als Putzkraft eingesetzt wurde.[27] Kontakte zur Führungsspitze und Zugang zu sensiblen Informationen wurden ihm verwehrt. Zum Schutz vor den Roten Garden wurde Deng in einem Militärkomplex untergebracht; sein niedriges Gehalt reichte ihm und seiner Familie nur zu einem eher spartanischen Leben.[28]

Während der Abwesenheit Dengs in Peking bahnten sich einige große politische Umwälzungen an. Die Breschnew-Doktrin vergrößerte die Furcht vor einem Angriff der Sowjetunion, und 1969 kam es zu militärischen Zusammenstößen.[26] Als Gegenstrategie wurde mit Maos Billigung die Normalisierung der Beziehungen zum Westen entwickelt.[20] In der Folge nahm die Volksrepublik China den Platz Taiwans bei der UNO ein, und Henry Kissinger besuchte China. Nachdem Lin Biao, der von Mao vor der Kulturrevolution als sein möglicher Nachfolger betrachtet worden war, bei einem Fluchtversuch in die Sowjetunion unter obskuren Umständen ums Leben gekommen war, musste Mao in Ermangelung von weiterem kompetentem Führungspersonal seinem Premierminister Zhou Enlai und Marschall Ye Jianying mehr Spielraum einräumen. Bereits 1972 kam es zu ersten Rehabilitierungen von Politikern, die während der Kulturrevolution misshandelt worden waren. Im gleichen Jahr erkrankte Zhou an Krebs.[29]

Für Deng war die Verbannung in Jiangxi eine Auszeit. Hier konnte er sich vom Druck der Kritiksitzungen in Peking erholen. Er machte sich Gedanken über eine mögliche Politik nach seiner Rückkehr nach Peking, über eine Strategie der Arbeit unter Mao und auch über Ansätze für ein China nach Mao. In dieser Periode reifte in ihm die Erkenntnis, dass eine Entmaoifizierung nach Vorbild von Chruschtschows Entstalinisierung nicht machbar sei und dass es Wandel zur Linderung der gravierenden Missstände im Land nur durch flexible Interpretation des Maoismus geben könne.[30]

Aus seinem Exil schrieb er mehrmals Briefe nach Peking, in denen er verschiedene Bitten äußerte, etwa um bessere medizinische Behandlung seines querschnittsgelähmten Sohnes oder um Besuche durch seine Kinder. Im Jahr 1972 wurde ihm sogar eine Reise in seine frühere Wirkungsstätte Ruijin genehmigt. Für sich selbst fragte er in betont bescheidenem Ton an, ob er nicht „der Partei noch etwas von dem, was sie für ihn geleistet hatte, zurückgeben könne“.[31]

Im August 1972 schrieb Deng schließlich einen Brief an Mao, in dem er seine 1968 geschriebene Selbstkritik bestärkte und versicherte, während der Kulturrevolution gefällte Urteile nicht rückgängig machen zu wollen. So wurde Deng am 22. Februar 1973 schließlich nach Peking zurückgeholt. Im März wurde beschlossen, dass er die Position des Vizepremierministers einnehmen und sich vor allem um außenpolitische Belange kümmern solle.[32] Seinen ersten öffentlichen Auftritt absolvierte Deng am 12. April 1973 bei einem Besuch von Kambodschas Prinz Sihanouk, an welchem Zhou über Deng gesagt haben soll: „Dies ist ein Mann, der viel ertragen hat und viel leiden musste für sein Land.“[21] Im Laufe des Jahres 1973 wurde Deng ins Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, später in das Politbüro und in die Zentrale Militärkommission befördert.[33]

Konsolidierung[Bearbeiten]

Im Jahre 1973 stellte sich für Mao die Frage eines Nachfolgers immer drängender. Seine beiden ursprünglichen Kandidaten waren Lin Biao und Deng Xiaoping. Lin war tot und wurde posthum für alle Verfehlungen verantwortlich gemacht, Deng war in Ungnade gefallen. Mao hatte deshalb drei neue Kandidaten in seine nähere Umgebung geholt, nämlich Wang Hongwen, Hua Guofeng und Wu De. Von allen dreien erwartete Mao, dass sie sein Erbe, nämlich Kulturrevolution und fortdauernder Klassenkampf, nicht in Frage stellen würden. Wang Hongwen wurde von Mao als der Fähigste des Trios angesehen und stieg in der Parteihierarchie schnell auf. Auf dem 10. Parteikongress im August 1973 wurde Wang das Amt eines Vizevorsitzenden der Partei verliehen.[34] Maos Kalkül war, dass Wang als Parteiführer und Deng, der Vizepremier war, als Regierungschef eine stabile Führung bilden würden.[35]

Deng war zunächst ausschließlich außenpolitisch aktiv. Er empfing zusammen mit Zhou Staatsgäste und vertrat Zhou, der aufgrund seiner Krankheit zunehmend verhindert war. Als Mao nach einem Kissinger-Besuch, bei welchem Zhou zu weich und versöhnlich gewesen sein soll, unzufrieden war, wurde Zhou in Kritiksitzungen als Kapitulationist verurteilt. Zhou blieb Premier, die außenpolitische Vertretung Chinas wurde jedoch Deng übertragen.[36] In dieser Rolle leitete Deng eine Delegation zu einer Sondersitzung der Vereinten Nationen über Rohstofffragen. Er hielt eine brillante Rede, die Maos Theorie der drei Welten behandelte[37] und die Außenminister Qiao Guanhua vorbereitet hatte. Es war dies die erste Rede eines Vertreters aus der Volksrepublik China; auch Mao zeigte sich mit Dengs Vorstellung sehr zufrieden.[21][38] Spätestens 1974 war allen Beobachtern klar, dass Deng nicht Unterstützung für Zhou leistete, sondern ihn ersetzt hatte.[39]

Ein Jahr nach seiner Personalwahl bestätigte Mao seine Linie: Wang wurde im Dezember 1974 zum ersten Vizevorsitzenden der Partei ernannt und war nun drittmächtigster Mann Chinas. Deng wurde erster Vizepremier und automatischer Nachfolger des schwerkranken Zhou Enlai. Im Januar 1975 erhielt er noch das Amt des Vizevorsitzenden des Verteidigungsrates und das des Generalstabschefs der Volksbefreiungsarmee.[40][41] Mit dem radikalen Maoisten Wang in der höheren Position und mit dem gesamten Propagandaapparat in den Händen der Radikalen, der Außenpolitik und der Regierungsarbeit in den Händen Dengs hoffte Mao, eine Machtbalance geschaffen zu haben, die die Weiterführung seines Erbes sicherstellte.[42] Mao behielt sich aber immer noch die Möglichkeit offen, seine Nachfolger wieder abzusetzen, wenn sie nicht seinen Vorstellungen gemäß handelten.[40]

Als Generalstabschef hatte Deng auch die Aufgabe bekommen, die Schlagkraft der Volksbefreiungsarmee zu erhöhen, eine Aufgabe, die angesichts der Befürchtung eines sowjetischen Angriffs besondere Dringlichkeit hatte. Deng nannte sein Maßnahmenprogramm zhengdun (Konsolidierung); es umfasste die Verbesserung der Führung, der Ausrüstung, den Rückzug aus zivilen Bereichen, die Stärkung der See- und Luftstreitkräfte gegenüber den Landstreitkräften und eine Verringerung der Truppenstärke um 1,6 Millionen Soldaten.[43] Mit Billigung Maos wurden Hunderte Armeeoffiziere, die während der Kulturrevolution ihre Posten verloren hatten, wieder eingesetzt.[44] Die militärische Forschung konnte ebenso wieder aufgenommen werden, nachdem Deng in Zusammenarbeit mit den Veteranen Nie Rongzhen und Zhang Aiping die Voraussetzungen dazu geschaffen hatten. Deng fiel es leicht, die Verantwortlichen in den Ministerien zu kritisieren und zu ersetzen, da im Jahre 1974 alle Versuche, eine interkontinentale ballistische Rakete zu starten, gescheitert waren.[45]

Parallel dazu musste Deng die nach den Wirren der Kulturrevolution darniederliegende Eisenbahn effizienter machen. Sie war in Ermangelung eines Autobahnnetzes im Kriegsfall das einzige zur Verfügung stehende Transportmittel, blieb 1973 jedoch weit hinter ihrer Transportkapazität zurück und war von zahlreichen Unglücken geplagt. Auf Vorschlag Dengs wurde Wan Li zum Eisenbahnminister ernannt.[46] Wan und Deng kümmerten sich persönlich um die Probleme des Knotenpunktes Xuzhou, wo die lokale Eisenbahnverwaltung von Rebellen gehalten wurde, die bewaffnet waren und sogar KP-Funktionäre festgesetzt hatten. Deng verlagerte alle politische und militärische Macht über das Eisenbahnsystem ins Ministerium, kündigte Strafen für Fraktionismus an und unterschrieb persönlich den Haftbefehl für den Chef der Bahnverwaltung Xuzhou. Er unterstützte Wan Li, wo nötig mit Gewalt, bei der Herstellung von Disziplin und Ordnung bei der Eisenbahn. Ähnliche Ansätze wurden auf andere Wirtschaftsbereiche ausgeweitet, allen voran Kohlebergbau und Stahlproduktion.[47] Im Industriesektor schuf Deng zusammen mit Hu Qiaomu die Grundlagen, dass man sich auf nüchterne Zahlen und nicht mehr auf die Macht des Willens verließ;[48] nationale Planungskonferenzen wurden abgehalten und erste Technologieimporte ermöglicht.[49]

Deng erreichte diese Erfolge dadurch, dass er die offensichtlichen Probleme, die selbst Mao persönlich zu spüren bekommen hatte, zuerst anpackte. Daneben verband er geschickt maoistische Slogans zu eigenen Parolen, wie etwa die „drei Direktiven“, die er in einer Rede im Mai 1975 ausgab:

  • Revisionismus bekämpfen
  • Stabilität und Einheit fördern
  • Wirtschaft stärken

Wenngleich Mao diese drei Slogans nie im Zusammenhang benutzt hatte, sicherte Deng sich dadurch Maos Rückendeckung.[50] Radikale Maoisten, die Deng oder andere pragmatische Kräfte bekämpften, wurden durch Mao persönlich mehrmals zurückgepfiffen, wie etwa in einer Politbürositzung am 3. Mai 1975: Jiang Qing solle nicht Dengs „Empirizismus“ kritisieren, ohne auch den „Dogmatismus“ zu kritisieren, und sie solle „keine Viererbande bilden“.[51]

Wang Hongwen wurde derweil mit der Aufgabe betraut, sich um die Probleme in der Provinz Zhejiang zu kümmern, wo nach der Kulturrevolution nach wie vor starke Spannungen herrschten und die Wirtschaft schrumpfte. Mitte 1975 wurde Wang für seine Misserfolge in dieser Tätigkeit und dafür, dass er sich zu eng an Jiang Qing hielt, kritisiert. Zu Ende des Jahres wurde er aus allen Führungspositionen entfernt, wenngleich er vorerst seine Ämter behielt.[52] Somit führte Wangs Unfähigkeit zur vorerst größten Machtfülle Dengs: Am 27. Mai 1975 übernahm Deng auch den Vorsitz des Politbüros und zwang Jiang und Wang, Selbstkritik zu üben.[53]

Deng nutzte diese neugewonnenen Kompetenzen, um die Parteistrukturen zu stärken, „Fraktionismus“ zu kritisieren und „erfahrenen Kadern“ die Führungsrolle zurückzugeben. Ohne es explizit zu erwähnen, schwächte er damit die Radikalen, die erst in den Jahren der Kulturrevolution in ihre Positionen gekommen waren.[54] Er schuf in Zusammenarbeit mit Hu Yaobang[55] auch die Voraussetzungen, das wissenschaftliche Leben der Volksrepublik wiederzubeleben: zunächst das Büro für politische Forschung innerhalb der Partei, das theoretische Arbeit leistete und die Grundlage für die Wiederbelebung der höheren Bildung bilden sollte, später die Neugründung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Wissenschaftler wurden rehabilitiert. Ansätze zur Steigerung der Standards der universitären Ausbildung, die in Zusammenarbeit mit Zhou Rongxin erarbeitet wurden, wie die Abschaffung der körperlichen Arbeit vor dem Universitäts-Eintritt, die Rehabilitierung zahlreicher Professoren oder die Neugründung der Akademie der Sozialwissenschaften waren jedoch nicht umsetzbar.[56] Bereits hier warnte Zhou Enlai Deng davor, in Angelegenheiten, die Mao sehr am Herzen lagen, zu forsch vorzugehen.

Dritte Absetzung[Bearbeiten]

Bereits im Sommer 1975 äußerte Mao die Besorgnis, Deng könnte nach seinem Tod sein Erbe rückgängig machen und seine Reputation schänden. Er unterstützte Dengs erfolgreiche Politik jedoch weiterhin. Dies änderte sich, als Deng seine Konsolidierung auch in der Qinghua-Universität vorantreiben wollte, um den Schwerpunkt auf die akademische statt auf die politische Bildung zu legen. Die in der Kulturrevolution eingesetzte Führung der maoistischen Modell-Einrichtung (Chi Qun und Xie Jingyi) wehrte sich in Briefen an Mao gegen Dengs Vorgehen.[57] Etwa zur gleichen Zeit begann Mao, seinen Neffen Mao Yuanxin als Mittelsmann einzusetzen. Mao Yuanxin, ein Aufsteiger der Kulturrevolution, schwärzte Deng bei Mao an, dass „er nicht die Kulturrevolution lobt“, „nicht Liu Shaoqui, Lin Biao und Konfuzius kritisiert“, „Klassenkampf nicht erwähnt“ und nach Maos Tod die „Strukturen vor der Kulturrevolution wiederherstellen würde“.[58][59]

Deng Xiaoping und US-Präsident Gerald Ford am 3. Dezember 1975 in Peking

Mao versuchte ab diesem Zeitpunkt, Deng eine öffentliche und schriftliche Erklärung abzuringen, in der er die Kulturrevolution billigte und den Klassenkampf als zentrales Element der chinesischen Entwicklung darstellte. Deng verweigerte dies jedoch auch dann noch, als Mao begann, Dengs Unterstützer in die Kritik einzubeziehen. Einen Höhepunkt erreichte der Druck auf Deng am 24. November, als die Kritik in die Medien kam, vorerst jedoch noch ohne Dengs Namen zu nennen.[60] Als Ende des Jahres zunächst Henry Kissinger und später Gerald Ford Peking besuchten, merkten sie jedoch nichts davon, dass Deng in der Kritik stand, und schlussfolgerten, dass aufgrund Maos schlechten Gesundheitszustandes Deng nun der Schlüsselpolitiker sei.[61] Ab Dezember 1975 wurden sämtliche Initiativen, die von Deng ausgingen, nicht mehr weitergeführt. Der Grund, dass Deng sich weigerte, die Kulturrevolution gutzuheißen, dürfte zum einen in seinem persönlichen Schicksal gelegen haben; andererseits dürfte auch ein Kalkül, dass er sich für seine Pläne für ein China nach Mao von der Kulturrevolution distanzieren müsse, eine Rolle gespielt haben.[62]

Im Januar 1976 starb mit Zhou Enlai einer der populärsten Politiker des maoistischen China. Mao wollte die Trauerfeiern bewusst klein halten; als Zhous Sarg durch die Straßen Pekings zum Friedhof gefahren wurde, säumten jedoch etwa zwei Millionen Menschen die Straßen. Deng hielt die Trauerrede für Zhou.[63]

Am Ende des Monats reichte er, nachdem er zwei Monate ununterbrochen in der Kritik gestanden hatte, seinen Rücktritt bei Mao ein. Mao übergab das Amt des Premierministers interimistisch an den bis dahin weitgehend unbekannten Hua Guofeng.[64] Die Kritik an Deng wurde weitergeführt, aber auf Kreise innerhalb der Partei beschränkt. Wandzeitungen gegen Deng wurden nicht zugelassen.[65] Am 4. April 1976, dem Qingming-Fest, wollten viele Bürger Zhou Enlai würdigen, weil er ihrer Meinung nach unfair behandelt worden war.[66][67] Als die Regierung versuchte, dies einzudämmen, kam es zur Konfrontation, womit zum ersten Mal seit der kommunistischen Machtergreifung das Volk offen gegen Mao rebellierte. Deng wurde beschuldigt, an der Organisation des Tian’anmen-Zwischenfalls beteiligt gewesen zu sein, und verlor noch im selben Monat alle Ämter.[68] Er wurde jedoch nicht aus der Partei ausgeschlossen, sondern an einem geheimen Ort, an dem er vor seinen Kritikern sicher war, unter Hausarrest gestellt.[69]

Während Dengs Abwesenheit aus der Politik starben zunächst Zhu De und am 9. September 1976 Mao Zedong. Deng war es nicht erlaubt, an den Begräbnissen teilzunehmen.[70] Wenngleich Mao Deng mehrmals gestürzt und verbannt hatte, stellte Deng zu Hause eine Art Altar zu Ehren Maos auf.[71]. Dengs Leben konzentrierte sich in dieser Zeit wiederum auf die Familie. Hua Guofeng wurde automatisch Maos Nachfolger. Nachdem er seine Nachfolge legitimiert hatte, ließ er die Viererbande verhaften, gab den radikalen Maoismus auf, begann eine Politik des Lernens vom Ausland und erlaubte erste Experimente mit Sonderwirtschaftszonen, während er gleichzeitig mit theoretischen Texten seine Politik als Fortführung von Maos Erbe rechtfertigte. Seine Versuche, einen Personenkult nach Maos Vorbild aufzubauen, scheiterten aber, und auch von ausländischen Beobachtern wurde ihm nur das Potenzial einer Übergangslösung zugebilligt.[72]

Deng an der Macht[Bearbeiten]

Weg zur vollständigen Macht[Bearbeiten]

Die Kritik an Deng, die Mao begonnen hatte, wurde durch Hua fortgeführt, denn Hua wusste, dass Deng fähiger und mit einer stärkeren Machtbasis ausgestattet war als er selbst.[73] Den durch Jiang Qing geforderten Parteiausschluss lehnte aber auch Hua ab.[70] Ab Ende 1976 begannen altgediente Funktionäre wie Ye Jianying jedoch, Dengs Rückkehr zu fordern.[73] Der Entscheid, Deng zurückzuholen, fiel im Januar 1977; Hua zog es jedoch vor, noch ein halbes Jahr zu warten, um seine eigene Position zu festigen.[74] Im Mai 1977 legte Deng schriftlich dar, dass er Huas Führung akzeptierte, und bot an, sich um Wissenschaft und Forschung zu kümmern.[75] So erhielt er am 17. Juli 1977 auf dem 10. Parteikongress alle Positionen, die er bis 1976 bekleidet hatte, zurück und wurde nach Hua und Ye Jianying der drittmächtigste Mann Chinas.[76]

In den Jahren 1977 bis 1980 war für Deng das wichtigste Ziel, Hua Guofeng von der Macht zu verdrängen. Dies wollte er einerseits um seiner selbst willen, jedoch auch, um seine Vorstellungen von Entwicklung, Wirtschaft und Politik in der Volksrepublik China umzusetzen. Es gab aber auch persönliche Animositäten. Während Deng durch die Kulturrevolution gestürzt und in ein Umerziehungslager gebracht wurde und sein Sohn Deng Pufang nach einem Fluchtversuch vor den Roten Garden querschnittsgelähmt war, verdankte Hua seinen politischen Aufstieg seiner Unterstützung der Kulturrevolution.

Die Epoche Dengs begann offiziell in der 3. Plenarsitzung des 11. Parteitages im Dezember 1978. Die Rede, die Deng hier hielt, enthielt keine der aus Maos Epoche gewohnten Losungen von Klassenkampf und Revolution mehr. In dieser Rede verurteilte Deng die Kulturrevolution und forderte, dass ökonomische Entwicklung die Hauptaufgabe für die Partei werden müsse.

Dengs gesellschaftliches Ziel einer starken Wirtschaft mit einer effizienten Verwaltung bei großer Skepsis gegenüber demokratischen Experimenten stellte er in einer späteren Rede folgendermaßen dar:

„Die gesellschaftliche Ordnung Singapurs kann man getrost als hervorragend bezeichnen. Dort existiert ein strenges System der Verwaltung und Kontrolle. Das sind Erfahrungen, die wir übernehmen und verbessern sollten. Historische Erfahrungen haben gezeigt, daß unsere politische Macht nur mit Diktatur zu konsolidieren ist. Eigentlich sollten wir unser Volk Demokratie genießen lassen. Um aber unseren Feinden überlegen zu sein, müssen wir Diktatur praktizieren - die demokratische Diktatur des Volkes.[77]

Zur gleichen Zeit begannen Bürger in Peking, auf der Chang’an-Straße in Peking Plakate aufzuhängen, die zunächst eher private Beschwerden ausdrückten, später jedoch so weit gingen, Mao zu verurteilen und Demokratie zu fordern. Deng unterstützte die Demokratiemauer zunächst, denn ihr Hauptdruck richtete sich gegen Hua Guofeng und die konservativen Kräfte in der Regierung.

Deng Xiaoping im Johnson Space Center 1979

Am 17. Februar 1979 brach der Chinesisch-Vietnamesische Krieg aus. Zuvor hatte Deng den amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter besucht und von ihm zumindest moralische Unterstützung versprochen bekommen; dann brachte er seine Armeeführung dazu, Vietnam anzugreifen. Der Krieg dauerte zwar nur einen Monat und war für die chinesische Armee mit dem Tod von 30.000 Soldaten alles andere als ein Erfolg. Deng nutzte die Phase jedoch, um in Peking politische Aktivisten (allen voran Wei Jingsheng) verhaften zu lassen und die Demokratiemauer zu verbieten. In der Folge bestand Deng auf Einhaltung der Vier Grundprinzipien, nämlich: der sozialistische Weg, die Diktatur des Proletariats, der Führungsanspruch der KP sowie die Ideologie des Marxismus-Leninismus und das Mao-Zedong-Denken.

Im Jahre 1979 wurden unter Dengs Federführung reihenweise Ereignisse wie die Tian’anmen-Proteste von 1976, die Kulturrevolution oder die Kampagne gegen die Rechten verurteilt und deren Opfer rehabilitiert; ausgespart blieben lediglich jene Ereignisse, an denen Deng direkt beteiligt war. Durch die Rehabilitierung der Opfer gelang es Deng, mehr Unterstützer der eigenen Linie in hohe Partei- und Regierungspositionen zu bringen, wodurch zahlreiche Mitglieder des Hua-Lagers aus ihren Posten verdrängt wurden.

Schließlich wurde ein Bericht über die Wirtschaftsplanung zum Vorwand genommen, um Hua von seiner Macht zu verdrängen. Dieser Bericht, der Ziele setzte, wie man sie aus Maos Zeiten gewohnt war, wurde benutzt, um Huas Unfähigkeit zu demonstrieren und ihn zu ersetzen. Im August 1980 musste er sein Amt als Premierminister an Zhao Ziyang, einen von Dengs potenziellen Nachfolgern, abgeben. Nach und nach wurden ihm auch alle anderen Funktionen abgenommen, und er wurde in den Ruhestand geschickt.

Höhepunkt der Macht[Bearbeiten]

Obwohl Deng das Premierministeramt nicht persönlich übernommen, sondern es einem seiner Protegés überlassen hatte, befand er sich etwa mit Mitte des Jahres 1981 in einer unumschränkten Machtposition. Zu Hongkonger Medien meinte er dazu „Ich habe doch schon Namen und Ruhm, oder? Mehr brauche ich nicht! Man muss weitsichtig, nicht kurzsichtig sein!“[78] Ab diesem Zeitpunkt bekamen politische und wirtschaftliche Reformen eine höhere Priorität.

1981 begann Deng die Kulturrevolution auch in der Hinsicht rückgängig zu machen, dass er der Viererbande sowie weiteren führenden Persönlichkeiten aus der Kulturrevolution den Prozess machen ließ.

Auf dem 12. Parteitag im September 1982 ließ Deng dann die folgenden drei Ziele für die Arbeit der KP in den 1980er Jahren ausgeben:

  • Aufbau eines Sozialismus chinesischer Prägung
  • Wiedervereinigung mit Taiwan und Widerstand gegen die Hegemoniebestrebungen der Supermächte
  • Wirtschaftlicher Aufbau, um im Jahr 2000 ein Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 1000 Dollar zu erreichen
Deng Xiaoping 1985 im Gespräch mit Staatsgast Hans-Dietrich Genscher

Deng präzisierte seine Ziele über die Wirtschaftsentwicklung in der sogenannten „Drei-Schritte-Theorie“ folgendermaßen: Von 1980 bis 1990 sollte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln und damit die Nahrungs- und Kleidungsprobleme der Bevölkerung behoben werden. Von 1990 bis 2000 sollte sich das Bruttoinlandsprodukt noch einmal verdoppeln und damit bescheidener Wohlstand für die Bevölkerung erreicht werden. In den nächsten 50 Jahren sollte dann der Anschluss an die gemäßigt entwickelten Länder erreicht werden.[79]

Der wirtschaftliche Aufbau begann mit Reformen in der Landwirtschaft. Bereits seit Ende der 1970er Jahre wurde auf regionaler Ebene mit Haushaltsverantwortlichkeit und ähnlichen Systemen experimentiert. Es stellte sich heraus, dass die Bauern ohne staatliche Einmischung die höchsten Produktivitätsgewinne erzielten. Bis zum Januar 1982 wurden die Volkskommunen aus der Politik der vier Banner abgeschafft, anstelle dessen hatten die Bauern Mieten und Steuern abzuliefern, während sie bei der Bebauung ihres Landes relativ freie Hand hatten.

Eine weitere bedeutende Neuerung, die maßgeblich auf Deng zurückging, waren die Sonderwirtschaftszonen, die seit 1979 zunächst in den vier Küstenstädten Shenzhen, Xiamen, Shantou und Zhuhai in unmittelbarer Nähe zu Hongkong, Taiwan bzw. Macao eingerichtet wurden. Sie stellten die Umkehrung von Maos Autarkiepolitik dar; gleichzeitig erlaubten sie der chinesischen Wirtschaft, ausländische Investitionsgüter und Know-How zu importieren und eigene Produkte zu exportieren, womit die Zahlungsbilanz durch die Importe weniger belastet wurde.

In der Außenpolitik gelang Deng ein sehr positives Ergebnis in den Verhandlungen mit der britischen Regierung um die Rückgabe Hongkongs. Die Losung, gemäß der die Wiedereingliederung der Kolonie in das chinesische Mutterland erfolgen sollte, nämlich „Ein Land, zwei Systeme“, war ursprünglich als Ansatz für die Lösung des Taiwan-Problems entwickelt worden. Deng war sehr stolz auf diesen Slogan, denn er liebte es, komplexe politische Zusammenhänge in eine einfache Phrase zu pressen.

Wirtschaftsreformen in den Städten und in der Industrie wurden erst ab etwa 1986 angegangen. Hier war die Verflechtung zwischen Partei und Wirtschaft zu stark: Um Unternehmen zu privatisieren, mussten tausende von Parteikadern aus den Unternehmen entfernt und anderweitig beschäftigt werden. Die Lösung dieser undankbaren Aufgabe musste Hu Yaobang übernehmen, der ursprünglich ein aussichtsreicher Kandidat für Dengs Nachfolge war, jedoch nach Studentenprotesten im Jahr 1987 zum Rücktritt von seinem Posten als Generalsekretär der KP gezwungen wurde.

Das wichtigste Projekt zu Ende der 1980er Jahre war die Abschaffung der vom Staat festgesetzten Preise. Diese Preisreform verursachte einen tiefen Riss in der Staatsführung zwischen konservativen Kräften um Li Peng und Chen Yun und reformorientierten Kräften um Zhao Ziyang und Deng. Die Reform, die für die hohe Inflation zu Ende der 1980er Jahre verantwortlich gemacht wird und die zu den Auslösern der Proteste auf dem Tian’anmen-Platz zählt, wurde letzten Endes von Deng persönlich durchgesetzt.

Rückzug[Bearbeiten]

Nach dem offiziellen Rückzug aus der Politik 1990 blieb Deng zunächst für wenige Jahre noch politisch aktiv. Unterstützt durch seine Familie, vor allem von seinem ältesten Sohn Deng Pufang, fungierte er weiterhin als Berater für die Regierung, vor allem Jiang Zemins.

Deng mischte sich jedoch wiederholt in dessen Geschäfte ein, wenn er der Meinung war, dass sein politisches Erbe in Gefahr war. Besonders bei der Formulierung der offiziellen Stellungnahmen während und nach dem Fall der kommunistischen Regierungen in Ost- und Mitteleuropa sowie dem Putsch in Moskau 1991 wollte Deng nach wie vor Einfluss ausüben. Die konservativen Kräfte in der Regierung zwang er häufiger dazu, aus ihren Reden „antikapitalistische“ Passagen zu entfernen. Er setzte sich auch persönlich für die Aufhebung der Sanktionen ein, die vom Ausland nach der Niederschlagung der Tian’anmen-Proteste verhängt wurden, und empfing ausländische Ehrengäste.

Die Reise durch die Sonderwirtschaftszonen in Südchina im Jahr 1992 unternahm Deng, um den wirtschaftlichen Reformkurs zu stärken und die Partei – etwa gegen den Widerstand konservativer Strömungen um Li Peng – endgültig auf eine Linie zu bringen. Mit Blick auf die Zeit nach seinem Tod schlug Deng, ebenfalls im Jahr 1992, den bis dahin eher unbekannten Hu Jintao, dessen Aufnahme in den ständigen Ausschuss des Politbüros er förderte, als Nachfolger von Jiang Zemin nach dessen Amtszeit vor. Diesem Vorschlag wurde im Jahr 2002, nach dem Ausscheiden Jiang Zemins, entsprochen.

Dengs Reise in den Süden Chinas[Bearbeiten]

Ab den Ereignissen rund um den Tian’anmen-Platz im Jahr 1989 gingen die reformorientierten Kreise, aufgrund des erneuten Erstarkens der Parteilinken, in eine Wartestellung. Nach einer innerparteilichen Stabilisierung seines Kurses bereiste im März und April 1992 der damals bereits 87-jährige Deng den Süden Chinas, um sowohl die Parteifunktionäre wie auch die übrige Bevölkerung zu Reformschritten zu ermutigen. Er legte dort seine Vorstellung von einer „sozialistischen Marktwirtschaft“ dar. Er sagte:

„Man muss etwas mehr Mut bei der Reform- und Öffnungspolitik an den Tag legen, Mut zum Experiment, nicht wie Frauen mit gebundenen Füßen. Wenn man das Ziel erkannt hat, dann mutig versucht, dann mutig drauflos! Ohne Draufgängertum, ohne ‚Abenteurertum‘ bleibt alles saft- und kraftlos, dann werden wir keinen guten Weg, keinen neuen Weg nehmen und auch nichts Neues zustande bringen können. … Bei der Reform der Städte wie der ländlichen Gebiete geht es nicht um Debatten, sondern um mutige Versuche, mutiges Drauflosgehen; unsere Politik lässt Versuche zu, das Zulassen von Versuchen ist viel besser als jeder Zwang. … Man muss die Gelegenheit beim Schopfe packen und jetzt ist so eine Gelegenheit. Ich mache mir Sorgen, dass die Gelegenheit verpasst, die Gelegenheit nicht beim Schopfe gepackt wird; wenn man eine Chance sieht und sie nicht nutzt, ist auf einmal der richtige Zeitpunkt vorbei.“[80]

Eine besondere Wichtigkeit bekamen Dengs Ausführungen dadurch, dass viele der Reformen erst einmal in kleinen Bezirken ausprobiert wurden, dort aber oft gegen landesweit bestehende Gesetze verstießen. In diesem Zusammenhang war die Unterstützung Dengs, der vom Zulassen von Versuchen und mutigem Vorangehen redete, von hoher Bedeutung.[81]

Ruhestand[Bearbeiten]

Dengs Gesundheitszustand verschlechterte sich ständig, und die Bilder, die 1994 zu seinem 90. Geburtstag im Fernsehen übertragen wurden, zeigten einen Mann, der ohne die Hilfe seiner Töchter nicht mehr handlungsfähig war. Seine jüngste Tochter Deng Rong war in diesen letzten Jahren seine Sekretärin und offizielle Sprecherin, da er selbst wegen seiner Parkinson-Krankheit nicht mehr sprechen konnte. Öffentliche Auftritte wurden immer seltener. Deng starb 1997 schließlich an Komplikationen der Parkinson-Krankheit und einer Lungeninfektion.

China nach Deng[Bearbeiten]

Nach Dengs Tod wurde seine Politik nicht revidiert, wie dies mit der Politik seines Vorgängers Mao Zedong geschah. Deng hatte eine durch den Erfolg legitimierte Politik vorzuweisen, und er hinterließ Machtstrukturen, die stabiler waren als jene, die Mao geschaffen hatte. Da die Institutionen und die Rolle des Rechts unter Deng gestärkt worden waren, brach nach Dengs Tod nicht sofort ein Machtkampf wie nach Maos Tod aus. Machtkämpfe spielten sich nach Dengs Tod vor allem innerhalb der Parteigremien ab, nicht in der Öffentlichkeit wie in der Kulturrevolution. Der Übergang zur Zeit nach Deng lief auch deshalb recht reibungslos ab, weil Deng in seinen letzten Lebensjahren nur noch die Rolle des „Aufpassers“ einnahm, aber bereits seine Nachfolger aufbaute.

Ein wesentlicher Unterschied der Zeit nach Deng zu der Zeit nach Mao war, dass Mao eine kommunistische Gesellschaft herbeizwingen wollte, während es bei Deng nicht klar war, ob er nicht eher Konfuzianer war. Als der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt Deng darauf ansprach, dass die Kommunistische Partei doch gar nicht mehr kommunistisch sei und er selbst doch kein Kommunist sondern eher ein Konfuzianer sei, antwortete Deng das berühmte: „So what?“ (englisch für „Na und?“).[82]

Sowohl der kommunistische Mao als auch der nationalistische Chiang hatten die Notwendigkeit des Wirtschaftsaufbaues erkannt und nach ihren Vorstellungen umzusetzen versucht; Deng war jedoch jener, dem dies am eindrucksvollsten gelang. Für Hunderte Millionen von Menschen verbesserte sich während Dengs Regierungszeit die Lebensqualität spürbar. Über die Reformen Deng Xiaopings sagt man deshalb, dass sie den größten Wohlfahrtsgewinn aller Zeiten erreicht haben, den ein einzelner je zustande gebracht hat. Unter Deng schaffte man es, hinsichtlich der Personalauswahl den Übergang von Revolutionären zu professionellen Technokraten zu bewerkstelligen.

Andererseits verschärfen sich die Gegensätze zwischen arm und reich in China so schnell wie in kaum einem anderen Land, sowohl geographisch wie auch sozial. Von der egalitären Gesellschaft, die Mao vorgeschwebt hatte, entfernt sich China seit den Reformen Dengs in großem Tempo.

Die Reformen Deng Xiaopings stellten Pragmatismus über die Werte des Maoismus und Kommunismus. Der sogenannte „Dengismus“ wird deshalb auch als „Philosophie ohne Philosophie“ bezeichnet. Die Gesammelten Werke des Deng Xiaoping beinhalten auch keine philosophischen Abhandlungen, wie sie etwa Mao der Nachwelt hinterlassen hat, sondern meist administrative Anweisungen und Reden auf diversen Kongressen, wobei durch die Parteizensur die teils deftige Sprache Dengs geglättet wurde. Dies zeigt, dass Deng weniger jemand war, der neue Wege suchte, als jemand, der Forderungen nachkam und diese effizient umzusetzen vermochte.

Ehrungen[Bearbeiten]

1978 und 1985 war er Mann des Jahres des Time Magazine.

Als Vorbild für alle Chinesen wurde ein sehr großes Denkmal aus Eisen in seiner Ehrenstätte errichtet. Deng war Kettenraucher, die Zigarette wurde jedoch im Jahr 2000 aus seiner linken Hand herausgeschnitten.

In mehreren Städten Chinas wird Deng Xiaoping auch mit Hilfe von großen Plakatwänden mit seinem Bildnis auf zentralen Straßen geehrt.

Literatur[Bearbeiten]

Für die Erstellung dieses Artikels wurden die folgenden Quellen herangezogen:

  • Benjamin Yang: Deng. A political biography. New York 1998, ISBN 1-56324-722-4 (Detaillierte Biographie, deren größtes Verdienst darin besteht, den Weg Dengs an die Macht und dessen Beziehung zu Mao darzustellen).
  • Richard Evans: Deng Xiaoping and the Making of Modern China. New York 1994, ISBN 0-14-026747-6. (Neutral und sachlich geschriebene Biographie des früheren britischen Botschafters in Peking).
  • Helmut Schmidt, Frank Sieren: Nachbar China. Helmut Schmidt im Gespräch mit Frank Sieren. Berlin 2006, ISBN 3-430-30004-5 (Aufschlussreiches Buch, das auch über die persönlichen Kontakte zwischen Alt-Bundeskanzler Schmidt und Deng sowie die globalen Zusammenhänge schildert).

Weitere Literatur:

  • Uli Franz Deng Xiaoping, Chinas Erneuerer - Eine Biographie DVA, Stuttgart 1987 (Sehr spannend zu lesen).
  • David S.G. Goodman Deng Xiaoping and the Chinese Revolution – A Political biography Routledge, London 1994.
  • Wei Jingsheng Deng Xiaoping In: Time (23. August 1999), Onlinequelle: http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2054309,00.html (Persönlicher Nachruf des berühmten chinesischen Dissidenten).
  • Deng Maomao (Deng Rong): My Father Deng Xiaoping. New York 1995, ISBN 0-465-01625-1 (Nette Biographie der Tochter Dengs, aber naturgemäß nicht neutral).
  • Barry Naughton Deng Xiaoping: The Economist In: David Shambaugh (Hrsg.) Deng Xiaoping – Portrait of a Chinese Statesman Clarendon 1995, S. 83–106 (Schöne Zusammenfassung von Dengs Wirtschaftspolitik).
  • Lucian W. Pye An Introductory Profile: Deng Xiaoping and China’s Political Culture In: David Shambaugh (Hrsg.) Deng Xiaoping – Portrait of a Chinese Statesman Clarendon 1995, S. 4–35.
  • Jonathan Spence Deng Xiaoping - The Maoist who reinvented himself, transformed a nation, and changed the world In: Time (2006), Onlinequelle: http://www.time.com/time/asia/2006/heroes/nb_deng.html
  • Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping and the Transformation of China, Harvard University Press 2011.
  • Jiang Zemin Our Beloved Leader: Speech Given at Deng Xiaoping's Memorial Meeting In: Asian Affairs, Jahrgang 24, Ausgabe 2 (1997), S. 113–124 (Gibt Auskunft über die offizielle Rezeption Dengs in der VR).

Veröffentlichungen Deng Xiaopings[Bearbeiten]

  • Selected works of Deng Xiaoping. (englisch; 3 Bände) Foreign Languages Press, Beijing, 1995/1995/1994.
  • Bericht über die Abänderung des Parteistatuts. In: Der VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, Dokumente, Band I. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking, 1956.
  • Die Geschlossenheit des chinesischen Volkes und aller Völker der Welt. Aus Anlaß des 10. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik China für die „Prawda“ geschrieben. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking, 1959.
  • Rede von Deng Hsiao-ping, dem Leiter der Delegation der Volksrepublik China, auf der Sondertagung der UNO-Vollversammlung (10. April 1974). Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking, 1974.
  • Ausgewählte Schriften (1975–1982). Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking, 1985.
  • Nachruf des Genossen Teng Hsiao-ping auf der grossen Trauerfeier zu Ehren des Genossen Tschou En-lai. In: „Roter Morgen“, Zentralorgan der KPD/Marxisten-Leninisten, 31. Januar 1976, S. 9.
  • Schlussrede auf dem XI. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas. In: Der XI. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, Dokumente. Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking, 1977.
  • Die Reform der Revolution. Eine Milliarde Menschen auf dem Weg. Siedler, Berlin, 1988, ISBN 3-88680-316-3.

Zitate[Bearbeiten]

„Reich werden ist ruhmvoll!“

– Vor der KP in den 1980er Jahren erfolgte Äußerung Dengs

„Dieser Mensch fasst den Klassenkampf nicht an.“

– Mao über Deng

„Seht euch Deng Xiaoping an, er ist klein und macht vielleicht keine Erscheinung, aber er ist ein guter und fähiger Genosse.“

– Mao über Deng

„Unsere chinesischen Esel sind zwar langsam, doch Langsamkeit hat auch ihre Vorteile -- ein Auto fährt zwar schnell, wenn man es aber umwirft, so muß man das mit dem Tode bezahlen; ein Esel geht langsam, er kommt aber auf jeden Fall an sein Ziel.“

– Deng über die übereilten Aktionen beim „Großen Sprung nach vorn“[21]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yang Shengqun, Yan Jianqi: Deng Xiaoping nianpu (邓小平年谱), Peking (Zhongyang wenxian chubanshe) 2009, ISBN 978-7-5073-2767-0, S. 1
  2. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 15
  3. Yang Shengqun, Yan Jianqi: Deng Xiaoping nianpu (邓小平年谱), Beijing (Zhongyang wenxian chubanshe) 2009, ISBN 978-7-5073-2767-0, S. 2
  4. Geneviève Barman und Nicole Dulioust: Les années françaises de Deng Xiaoping, in: Vingtième Siècle. Revue d'histoire. N°20, Oktober/Dezember 1988, S.17
  5. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 16
  6. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 16–17
  7. Yang Shengqun, Yan Jianqi: Deng Xiaoping nianpu (邓小平年谱), Beijing (Zhongyang wenxian chubanshe) 2009, ISBN 978-7-5073-2767-0, S. 2–3
  8. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 17
  9. Geneviève Barman und Nicole Dulioust: Les années françaises de Deng Xiaoping. In: Vingtième Siècle. Revue d’histoire, Nr. 20, Oktober/Dezember 1988, S. 18
  10. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 18
  11. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 19
  12. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 19, 20, 21, 25
  13. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 20
  14. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 21–23
  15. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 23
  16. Benjamin Yang: Deng. A political biography. New York 1998, ISBN 1-56324-722-4, S. 39
  17. Benjamin Yang: Deng. A political biography. New York 1998, ISBN 1-56324-722-4, S. 151
  18. Originalzitat und Kontext:
    我们的人民是团结的,是相信党,相信毛主席能够领导大家克服困难好起来的。经济形势是不大好,情况还不能一下子改变过来,主要决定于农业的恢复。农业要恢复,主要是两个方面的政策,一是把农民的积极性调动起来,一是工业支援农业。调动农民的积极性,主要还得从生产关系上解决。生产关系究竟以什么形式为最好,恐怕要采取这样一种态度,就是哪种形式在哪个地方能够比较容易比较快地恢复和发展农业生产,就采取哪种形式;群众愿意采取哪种形式,就应该采取哪种形式,不合法的使它合法起来,就像四川话“黄猫、黑猫,只要捉住老鼠就是好猫”。现在看来,不论工业还是农业,非退一步不能前进。
    „Unser Volk ist vereint, es vertraut der Partei und es vertraut darauf, dass der Vorsitzende Mao alle durch die Schwierigkeiten führen kann. Die wirtschaftliche Lage ist nicht besonders gut, und man kann die Situation nicht im Nu verändern, die wichtigsten Beschlüsse gelten deshalb der Erholung der Landwirtschaft. Der Erholung der Landwirtschaft gelten zwei Maßnahmen, die Anpassung der Motivation der Bauern und die Unterstützung durch die Industrie. Bezüglich der Motivation der Bauern muss man bei den Produktionsbeziehungen ansetzen. Bei der Entscheidung, welche Produktionsbeziehungen die besten sind, so muss man wohl mit folgender Einstellung herangehen: Das System, mit dem man überall einfach und schnell die Erholung und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion herbeiführen kann, soll man einsetzen, wenn die Massen ein bestimmtes System wollen, so soll man dieses System einsetzen, und wenn es nicht legal ist, so muss man es legalisieren, genau wie man in Sichuan sagt: ‚Gelb oder schwarz, eine Katze, die Mäuse fängt, ist eine gute Katze‘.“
    Zitiert nach: Yang Shengqun, Yan Jianqi: Deng Xiaoping nianpu (邓小平年谱), Peking (Zhongyang wenxian chubanshe) 2009, ISBN 978-7-5073-2767-0, S. 1714
  19. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 43
  20. a b c Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 57
  21. a b c d e  Teng: Hauptsache, die Katze fängt Mäuse. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1976, S. 68–76 (12. Januar 1976, online).
  22. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 53
  23. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 45
  24.  Schwarze Katze. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1974, S. 76–78 (24. Januar 1974, online).
  25. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 68
  26. a b c Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 44
  27. Yang Shengqun, Yan Jianqi: Deng Xiaoping nianpu (邓小平年谱), Beijing (Zhongyang wenxian chubanshe) 2009, ISBN 978-7-5073-2767-0, S. 1950
  28. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 51
  29. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 64
  30. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 52
  31. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 60
  32. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 70
  33. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 71
  34. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 74
  35. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 76
  36. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 78
  37. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 84
  38. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 86
  39. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 94
  40. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 92
  41. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, S. 176
  42. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 93
  43. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 98
  44. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 97
  45. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 102
  46. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 104
  47. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 110
  48. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 126
  49. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 128
  50. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 95
  51. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 117
  52. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 119
  53. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 118
  54. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 121
  55. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 129
  56. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 139
  57. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 145
  58. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 140
  59. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, S. 188
  60. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 152
  61. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 154
  62. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 149
  63. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 159
  64. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 161
  65. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 165
  66. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 167
  67. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, S. 67
  68. Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, S. 193
  69. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 170
  70. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 171
  71. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 175
  72. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 172–190
  73. a b Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 181
  74. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 183
  75. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 197
  76. Ezra F. Vogel: Deng Xiaoping; S. 200
  77.  Reform oder Untergang. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1992, S. 178–179 (30. März 1992, online).
  78. Benjamin Yang: Deng. A political biography. New York 1998, ISBN 1-56324-722-4, S. 214
  79. Review and Prospects: 1980–2020 (Part I). China’s Comprehensive National Strength Keeps Rising In: China Nachrichten, 15. September 2004
  80. Zur Lage der chinesischen Bauern, Chen Guidi und Wu Chuntao, 2004, Seite 354
  81. Zur Lage der chinesischen Bauern, Chen Guidi und Wu Chuntao, 2004, Seite 363
  82. Heinz-Norbert Jocks: Interview: „China ist ein gigantisches Experiment“. Interview mit Helmut Schmidt im Tagesspiegel, 6. April 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deng Xiaoping – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Dieser Artikel wurde am 28. September 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Deng ist hier somit der Familienname, Xiaoping ist der Vorname.