Murgtalbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rastatt–Freudenstadt Hbf
Strecke der Murgtalbahn
Kursbuchstrecke (DB): 710.41
Streckennummer (DB): 4240
Streckenlänge: 58,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: Adhäsion 1:20 = 50 
Zahnstange 1:20 = 50 
Minimaler Radius: 200 m
Zahnstangensystem: ehem. Riggenbach-Klose
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Rheintalbahn von Karlsruhe S 31 S 32
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Rheinbahn von Karlsruhe S 4S 41
Bahnhof, Station
0,0 Rastatt 120 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Rheintalbahn nach Basel S 4S 32
Haltepunkt, Haltestelle
1,4 Rastatt Beinle
Haltepunkt, Haltestelle
4,4 Kuppenheim 125 m
Bahnhof, Station
6,0 Bischweier (Baden) 128 m
Haltepunkt, Haltestelle
8,0 Bad Rotenfels Schloss
Haltepunkt, Haltestelle
8,6 Bad Rotenfels 136 m
Haltepunkt, Haltestelle
9,5 Bad Rotenfels Weinbrennerstraße
Bahnhof, Station
10,4 Gaggenau 142 m
Haltepunkt, Haltestelle
11,3 Gaggenau Mercedes-Benz-Werk
Haltepunkt, Haltestelle
12,3 Ottenau
   
13,1 Hörden-Ottenau
Bahnhof ohne Personenverkehr
13,3 Hörden
Haltepunkt, Haltestelle
13,7 Hörden
Bahnhof, Station
15,5 Gernsbach 160 m
Haltepunkt, Haltestelle
16,1 Gernsbach Mitte
Haltepunkt, Haltestelle
18,2 Obertsrot
Bahnhof, Station
19,1 Hilpertsau 183 m
   
20,0 Reichentaler Straße bis 1921
Bahnhof, Station
20,7 Weisenbach 197 m
Haltepunkt, Haltestelle
21,8 Au im Murgtal
   
22,8 Au (Murgtal)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
22,9 Füllentunnel (215 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
23,3 Harttunnel (158 m)
Bahnhof, Station
23,9 Langenbrand
Tunnel
24,4 Brachtunnel (160 m)
Brücke (groß)
24,8 Tennetschlucht-Viadukt (183 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
25,3 Stiehltunnel (355 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
25,7 Rappentunnel (95 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
25,9 Hackentunnel (177 m)
Haltepunkt, Haltestelle
26,1 Gausbach
Tunnel
26,4 Gausbacher Tunnel (180 m)
Bahnhof, Station
26,8 Forbach (Schwarzwald) Endbahnhof S 31 303 m
Tunnel
28,6 Haulertunnel (364 m)
Bahnhof, Station
31,4 Raumünzach 391 m
Tunnel
32,0 Spielraintunnel (104 m)
Haltepunkt, Haltestelle
34,2 Kirschbaumwasen
Bahnhof, Station
36,5 Schönmünzach 462 m
Haltepunkt, Haltestelle
37,9 Schwarzenberg 473 m
Tunnel
38,2 Mähderbucktunnel (215 m)
Haltepunkt, Haltestelle
39,9 Huzenbach 481 m
Haltepunkt, Haltestelle
43,0 Röt 495 m
Bahnhof, Station
45,2 Heselbach
Haltepunkt, Haltestelle
46,4 Klosterreichenbach 515 m
Haltepunkt, Haltestelle
48,9 Baiersbronn Schule
Bahnhof, Station
49,7 Baiersbronn 547 m
   
51,3 Friedrichstal/Württ.
Haltepunkt, Haltestelle
52,2 Friedrichstal
   
52,4 Friedrichstal Eisenwerk
Bahnhof, Station
55,4 Freudenstadt Stadt 739 m
Haltepunkt, Haltestelle
56,2 Freudenstadt Schulzentrum/Panoramabad
Haltepunkt, Haltestelle
57,5 Freudenstadt Industriegebiet
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Gäubahn von Eutingen im Gäu S 41
Bahnhof, Station
58,2 Freudenstadt Hbf Endbahnhof S 31 S 41 664 m
Strecke – geradeaus
Kinzigtalbahn nach Hausach

Die Murgtalbahn ist eine Eisenbahnstrecke in Baden-Württemberg, die Rastatt mit Freudenstadt verbindet und größtenteils im Tal des Schwarzwaldflusses Murg verläuft. Die 58 Kilometer lange Strecke ist überwiegend eingleisig und zählt zu den Nebenbahnen.

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) übernahm die Strecke im Jahr 2000 und integrierte sie in das Netz der Stadtbahn Karlsruhe. Von 2000 bis 2004 wurde die Strecke elektrifiziert und ausgebaut. Seither werden stündlich durchgehende Züge bis ins Zentrum von Karlsruhe geführt, was zu einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen auf der – zuvor von der Stilllegung bedrohten – Strecke führte.

Nach einer langen Baugeschichte konnte die Strecke 1928 erstmals durchgehend befahren werden. Sie ging aus separaten Bahnprojekten hervor, die im 19. Jahrhundert in den Ländern Baden und Württemberg geplant wurden. Technisch einfach zu bauen war die Strecke im unteren Murgtal, die ab 1868 entstand und an die Rheintalbahn angeschlossen wurde. Eine Herausforderung bildete dagegen der Höhenunterschied zwischen Freudenstadt und dem oberen Murgtal, der die Bahnstrecke kennzeichnet, welche die Württembergischen Staats-Eisenbahnen ab 1894 baute. Um den steilsten Abschnitt zu bewältigen, wurde dort eine Zahnstange eingebaut.

Zwischen diesen Strecken liegt ein schluchtartiger Talabschnitt (in der Karte hervorgehoben), der den Bau zahlreicher Tunnel und Brücken erforderlich machte. Der 1908 vereinbarte Lückenschluss konnte erst nach dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen dem ersten Spatenstich und der Vollendung der Eisenbahnstrecke vergingen 60 Jahre. Dies lag zum einen an der schwierigen Topografie des Murgtals, die zahlreiche Kunstbauten erforderte, zum anderen an der Zugehörigkeit des unteren Murgtals zum Großherzogtum Baden, während das obere Murgtal zum Königreich Württemberg gehörte. Daraus ergaben sich unterschiedliche verkehrspolitische Interessen, die einer einheitlichen Planung lange Zeit im Weg standen. So waren es zunächst lokale Interessen im unteren Murgtal, die zu den ersten Schritten beim Bau der Murgtalbahn führten. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte wuchsen auf diese Weise von Rastatt und Freudenstadt ausgehend zwei Stichbahnen aufeinander zu, bis zuletzt die verbliebene Lücke über die damalige Landesgrenze, die zwischen Kirschbaumwasen und Schönmünzach liegt, geschlossen werden konnte.

Murgthal-Eisenbahn-Gesellschaft (1868–1894)[Bearbeiten]

Der seit Jahrhunderten von der Flößerei abhängige Murgtäler Holzhandel war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr zur Verarbeitung der Baumstämme zu höherwertigen Produkten übergegangen, die nicht als Floß transportiert werden konnten, darunter Eisenbahnschwellen. Der Straßenbau war im engen Murgtal besonders aufwändig. Da im benachbarten Württemberg in den 1860er Jahren bereits die Planungen zur Enztalbahn und Nagoldtalbahn liefen, befürchtete man, die Konkurrenzfähigkeit gegenüber der dortigen Holzindustrie zu verlieren.[2]

Es ergab sich das Bedürfnis nach einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung mittels einer eigenen Eisenbahn. Die Badischen Staatseisenbahnen hatten allerdings am Bau einer derartigen Strecke seinerzeit kein Interesse, da ihre finanziellen Möglichkeiten durch den Bau wichtiger Hauptstrecken erschöpft waren. Als Ausweg gründete sich im Jahr 1867, hauptsächlich auf Betreiben des Gernsbacher Holzindustriellen Casimir Rudolf Katz, die private Murgthal-Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Ziel des Baus einer Eisenbahn-Stichstrecke von Rastatt nach Gernsbach.

Nach Erhalt der Konzession begann der Bau am 19. August 1868. Neun Monate später, am 31. Mai 1869 wurde die 15 Kilometer lange Strecke eröffnet. Den Betrieb führten die Badischen Staatsbahnen auf Rechnung der Murgthal-Eisenbahn-Gesellschaft.

Der Bau der Bahnstrecke beschleunigte im unteren Murgtal rings um die Städte Gaggenau und Gernsbach die Industrielle Revolution. Ab 1873 wurden die Eisenwerke Gaggenau zum ersten industriellen Großbetrieb der Region. Weiter flussaufwärts entwickelte sich, begünstigt durch die wald- und wasserreiche Umgebung, ab den 1880er Jahren mit der Ansiedlung mehrerer Fabriken ein Zentrum der Papierherstellung. Schon bald wurde gefordert, auch den Industriebetrieben südlich von Gernsbach einen Eisenbahnanschluss zu verschaffen. Anfängliche Überlegungen, eine Pferdebahn zu bauen, scheiterten an fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten. Erst 1888 erbrachte eine erneute Initiative die Konzession und die Bahnanlagen konnten von Gernsbach nach Weisenbach am 1. Mai 1894 verlängert werden. Eigentümer war wiederum die Murgthal-Eisenbahn-Gesellschaft, den Betrieb übernahmen die Badischen Staatsbahnen.

Bahnbau durch die Staatsbahnen von Württemberg und Baden (1894–1919)[Bearbeiten]

Freudenstadt, hoch über dem oberen Murgtal gelegen, hatte 1879 durch die Gäubahn Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz in Richtung Stuttgart erhalten. Wegen der schwierigen topografischen Verhältnisse lag der Bahnhof, der heutige Hauptbahnhof, abgelegen südlich der Stadt. Um die Anbindung Freudenstadts zu verbessern und das obere Murgtal besser zu erschließen, beschloss der Landtag des Königreichs Württemberg 1898 den Bau einer Zweigstrecke vom Hauptbahnhof Freudenstadt über Baiersbronn nach Klosterreichenbach.

Murgbrücke bei Weisenbach im Bau (1909)

Wegen der großen Höhenunterschiede zwischen Freudenstadt und Baiersbronn wurde der Abschnitt Freudenstadt Hauptbahnhof–Freudenstadt Stadt–Baiersbronn über Maximalsteigungen bis 50 Promille als Zahnradbahn mit einer Zahnstange des Systems Riggenbach-Klose angelegt. Als Bahnhofsgebäude wurden verschiedene Typen der standardisierten, kostengünstigen württembergischen Einheitsbahnhöfe errichtet. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen eröffneten den Betrieb bis Klosterreichenbach am 20. November 1901.

Zum 1. Juli 1904 übernahmen die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen die untere Murgtalbahn von der Murgthal-Eisenbahn-Gesellschaft, so dass sich Eigentum und Betriebsführung von nun an in einer Hand befanden. Mit dem Beschluss des Badischen Landtags zur Vervollständigung des Eisenbahnnetzes im Jahr 1900 wurden die Grundlagen für den Weiterbau der Murgtalbahn von Weisenbach bis zur Landesgrenze geschaffen. Allerdings erwies sich die Trassierung der Strecke aufgrund der topografischen Gegebenheiten als schwierig: allein der sechs Kilometer lange Abschnitt von Weisenbach bis Forbach erforderte den Bau von sieben Tunneln, drei großen Brücken und erhebliche Erdarbeiten. Am 14. Juni 1910 konnte der Abschnitt Weisenbach–Forbach nach dreijähriger Bauzeit in Betrieb genommen werden, am 4. Mai 1915 folgte die Teilstrecke bis Raumünzach. Den Weiterbau bis zur Landesgrenze verhinderte der Erste Weltkrieg.

Lückenschluss durch die Deutsche Reichsbahn[Bearbeiten]

Während der Wunsch nach einer durchgehenden Murgtalbahn von Rastatt bis Freudenstadt im Land Baden schon recht früh geäußert wurde, verhielt sich das Land Württemberg eher ablehnend, da man eine Abwanderung des Verkehrs aus dem Nordschwarzwald in Richtung Karlsruhe fürchtete, während bis dahin Güter und Personen hauptsächlich den Weg über Stuttgart wählen mussten. Erst in einem im Entwurf des Staatsvertrages zur Vervollständigung der grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecken, war Württemberg 1908 bereit, einer durchgängigen Murgtalbahn zuzustimmen. Die Ratifikation dieses Vertrags zog sich allerdings noch bis 1912 hin. Trotz der vertraglichen Vereinbarungen des Lückenschluss bis zum Jahr 1916 gab es jedoch auf dem württembergischen Abschnitt keinerlei Baumaßnahmen.

Mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1920 konnten die Interessenkonflikte zwischen Baden und Württemberg überwunden werden, so dass das noch fehlende Zwischenstück Raumünzach–Klosterreichenbach letztendlich am 13. Juli 1928 in Betrieb ging. Damit waren durchgehende Züge von Rastatt bis Freudenstadt möglich geworden, allerdings musste für die Fahrt auf der Freudenstädter Steilstrecke weiterhin die Lokomotive gewechselt werden.

Beim Bau der Schwarzenbachtalsperre zwischen 1922 und 1926 erlangte außerdem der Bahnhof Raumünzach eine größere verkehrliche Bedeutung, da von hier eine Feldbahn den Antransport der Baumaterialien übernahm.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Murgtalbahn zunächst von Schäden verschont. Erst mit dem Vorrücken der Front führten ab September 1944 mehrfach Jagdbomber- und Artillerieangriffe zu Schäden und Streckensperrungen, wobei vor allem der Bahnhof Rastatt betroffen war.[3] Mit dem Angriff auf Freudenstadt wurden ab Ende 1944 auch die Bahnanlagen am südlichen Streckenendpunkt schwer beschädigt, der Stadtbahnhof Freudenstadt wurde vollkommen zerstört. Die schwerwiegendsten Beschädigungen allerdings wurden der Murgtalbahn nicht durch die alliierten, sondern durch die sich zurückziehenden deutschen Truppen zugefügt, die im April 1945 die Murgbrücken bei Weisenbach, Langenbrand und Forbach sowie das Christophstalviadukt zerstörten.

Nach Kriegsende zog sich der Wiederaufbau der zerstörten Brücken und Bahnanlagen über fünf Jahre hin. Zunächst konnten die Züge nur zwischen Rastatt und Weisenbach verkehren, ab Ende 1945 wurde zusätzlich ein Pendelverkehr zwischen Raumünzach und Baiersbronn eingerichtet.[4] Nach Wiederherstellung der Murgbrücken in Weisenbach und Langenbrand konnte der Verkehr im Juli 1947 zwischen Weisenbach und Forbach wieder aufgenommen werden, im November 1947 folgte der Lückenschluss zwischen Forbach und Raumünzach. Der Freudenstadter Stadtbahnhof war seit Oktober 1948 wieder von Süden her erreichbar. Nach der Wiederherstellung des Christophstalviadukts konnten die Züge die Murgtalbahn ab dem 14. Mai 1950 wieder durchgehend befahren.

Im Betrieb der Deutschen Bundesbahn nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Wendezug mit Baureihe 218 bei Gausbach (2001)

Im Jahr 1966 wurden die Dampflokomotiven auf der Murgtalbahn durch steilstreckentaugliche Diesellokomotiven ersetzt. So konnten die Fahrzeiten von rund zweieinhalb Stunden für die Strecke Rastatt–Freudenstadt zur Dampflokzeit auf rund eine Stunde und 20 Minuten verkürzt werden.[5][6]

Der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Deutsche Bundesbahn führte in den 1980er Jahren zu Rationalisierungsmaßnahmen. Daher wurden die wenig frequentierten Haltepunkte Friedrichstal, Kirschbaumwasen, Raumünzach und Au aufgegeben und die Kreuzungsgleise in Hilpertsau, Raumünzach und Klosterreichenbach rückgebaut. Vor allem die parallel verlaufende Bundesstraße 462 machte der Murgtalbahn zunehmend Konkurrenz.[7]

Ab Ende der 1980er Jahre kamen neben den Lok-bespannten Zügen Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 628 auf der Murgtalbahn zum Einsatz, die jedoch keine Steilstreckenzulassung besaßen und deshalb nur zwischen Rastatt und Baiersbronn verkehren konnten.[8] Zwischen Baiersbronn und Freudenstadt übernahm die Baureihe 627.0 den Betrieb.[9]

1995 wurde das Fahrplanangebot mit einem angenäherten Stundentakt verbessert. Ebenso wurden die Dieseltriebwagen weitestgehend wieder durch lokbespannte Züge ersetzt.[9] Daneben fuhren bis Mitte der 1990er Jahre einzelne D-Züge, später Interregio, die vor allem die für den Tourismus wichtigen Verbindungen aus dem Ruhrgebiet bzw. Hamburg in den Nordschwarzwald herstellten.

Modernisierung und Umstellung auf Stadtbahnbetrieb[Bearbeiten]

Erste Überlegungen zur Integration der Murgtalbahn in das Karlsruher Stadtbahnsystem wurden Anfang der 1990er Jahre vorgestellt. Da die Murgtalbahn zentral in der Siedlungsachse des Murgtals verläuft, wurden ihr große Fahrgastpotentiale zugeschrieben, die vom bestehenden Eisenbahnbetrieb nur unzureichend erschlossen wurden.

Der Fahrleitungsbau in den zahlreichen Tunneln erforderte besondere technische Lösungen: Deckenstromschiene zwischen Stiehltunnel und Rappentunnel

Mit der politischen Unterstützung der Landkreise Rastatt und Freudenstadt konnte die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) die Murgtalbahn im Jahr 2000 langfristig von der DB AG pachten und in den Folgejahren für den Stadtbahnbetrieb ausbauen. Dazu wurde die Strecke mit dem Bahnstromsystem 15 Kilovolt Wechselspannung mit einer Frequenz von 16,7 Hertz elektrifiziert, zwischen Kuppenheim und Bad Rotenfels zweigleisig ausgebaut, in Hörden, Hilpertsau, Langenbrand, Raumünzach und Heselbach wieder Kreuzungsmöglichkeiten geschaffen, 14 neue Haltepunkte gebaut sowie die bestehenden Haltepunkte modernisiert, Signal- und Sicherungstechnik ersetzt und Brücken- und Tunnelbauwerke saniert. Bei der Elektrifizierung der Tunnelabschnitte wurde erstmals in Deutschland auf freier Strecke eine Deckenstromschiene eingebaut. Dabei kam es außerhalb der Tunnel zu einer Schrägabspannung der Deckenstromschiene, wodurch die Anzahl der Maste deutlich reduziert werden konnte. Insgesamt wurden rund 53 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert.

Am 15. Juni 2002 konnte der Stadtbahnbetrieb im unteren Murgtal zwischen Rastatt und Raumünzach aufgenommen werden, vorübergehend wurde Raumünzach zum Umsteigebahnhof. Die Umstellung des Abschnitts bis Freudenstadt Stadt folgte am 14. Dezember 2003, der Restabschnitt bis zum Hauptbahnhof Freudenstadt am 20. Mai 2004. Der Stadtbahnverkehr ermöglichte eine Verdichtung des Angebots und eine Reduzierung der Fahrzeiten. So benötigen die Stadtbahn-Eilzüge zwischen Rastatt und Freudenstadt nur noch 67 Minuten. Auf diese Weise konnten die Fahrgastzahlen erheblich gesteigert werden: fuhren vor der Umstellung werktags rund 2.700 Fahrgäste mit den Zügen der Murgtalbahn, so waren es 2009 knapp 13.000 Fahrgäste.[10]

Im Zuge der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb wurde die Murgtalbahn außerdem in die örtlichen Verkehrsverbünde integriert. Zwischen Rastatt und Kirschbaumwasen gilt der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), zwischen Schönmünzach und Freudenstadt derjenige der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt (VGF). Darüber hinaus besteht ein Übergangstarif, so dass VGF-Fahrkarten über die eigentliche Verbundgrenze hinaus bereits ab und bis Forbach anerkannt werden.

Heute wird der Personenverkehr auf der Murgtalbahn von der AVG betrieben. Es verkehren die Stadtbahnlinien S31 (Odenheim–Ubstadt Ort–) Karlsruhe Hauptbahnhof–Rastatt–Freudenstadt und S41 Karlsruhe Innenstadt–Rastatt–Freudenstadt(–Eutingen), wobei ein Teil der Züge auf der S31 als Eilzüge verkehrt und dadurch etwa 25 Minuten schneller ist. Zum Einsatz kommen Zweisystemstadtbahnwagen GT8-100C/2S und GT8-100D/2S-M. Die Züge verkehren mindestens im Stundentakt, die Eilzüge im Zweistundentakt. An Sonn- und Feiertagen -in den Sommermonaten- verkehrt ein Fahrradexpress von Mannheim nach Freudenstadt über Karlsruhe mit einer Lok der DB-Baureihe 111, zwei modernisierten n-Wagen mit automatischen Türen und zwei konventionellen n-Wagen.

Den Güterverkehr führt die AVG mit Diesellokomotiven durch. Werktäglich verkehrt ein Güterzug von Karlsruhe über Rastatt ins Murgtal. Im zweigleisigen Abschnitt Kuppenheim–Bad Rotenfels befinden sich zwei wichtige Anschlussgleise: bei Bischweier wird das Unternehmen Kronospan versorgt, in Bad Rotenfels das Unternehmen Lang Recycling. Diese beiden Unternehmen stellen heute die Hauptkunden im Güterverkehr dar.

Umstellung auf Vollbahnbetrieb[Bearbeiten]

Auf der Strecke Freudenstadt-Karlsruhe können die Elektrotriebzüge zwischen Rastatt und Karlsruhe dann 160 km/h schnell fahren. Die heutigen AVG-Stadtbahnen erreichen maximal 100 km/h, fahren in Karlsruhe aber via Straßenbahn-Netz bis in die Innenstadt. Dies ist künftig nicht mehr möglich; die Eisenbahn-Triebzüge müssen zum Karlsruher Hauptbahnhof fahren. Somit wird einem Fahrzeitgewinn ein Umsteigezwang gegenüber stehen; Fahrgastbefragungen zufolge sollen aber nur ca. acht Prozent der Fahrgäste im Murgtal die Karlsruher Innenstadt als Ziel haben.[11]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Murgtalbahn verläuft durch ein teilweise schluchtenartig eingeschnittenes Schwarzwaldtal, das im mittleren Abschnitt bis ins 18. Jahrhundert verkehrstechnisch kaum erschlossen war. Teilweise bleibt zwischen Murg und Felswänden sehr wenig Raum für die Strecke. Mit ihren zehn Tunneln, acht Brücken und dem Steilstreckenbetrieb weist die Verbindung eine Reihe technisch aufwändiger Lösungen auf.

Tennetschluchtbrücke zwischen Langenbrand und Gausbach

Die Strecke beginnt im Bahnhof von Rastatt und wendet sich bereits im südlichen Gleisvorfeld nach Osten, um nördlich der Murg ein Industriegebiet zu durchqueren. Nach etwa anderthalb Kilometern erreicht sie den 2002 eingerichteten Haltepunkt Rastatt Beinle. Im weiteren Streckenverlauf durchquert sie auf freiem Feld die Oberrheinische Tiefebene bis zum Haltepunkt Kuppenheim. Ab hier verlässt sie die Ebene und fährt nun im eigentlichen Murgtal und passiert die Haltepunkte Bischweier sowie Bad Rotenfels Schloss.

Der Abschnitt von Kuppenheim bis zum Bahnhof Bad Rotenfels wurde zur Aufnahme des Stadtbahnverkehrs zweigleisig ausgebaut und bildet betrieblich den Bahnhof Bischweier (Baden) der ansonsten eingleisigen Murgtalbahn. Ab Bad Rotenfels durchquert die Murgtalbahn die Bebauung von Gaggenau, passiert den Haltepunkt Bad Rotenfels Weinbrennerstraße und den dreigleisigen Bahnhof von Gaggenau. Südlich des Bahnhofs Gaggenau durchquert die Bahn das Werksgelände der Daimler AG mit dem Mercedes-Benz-Werk, wo neben einem Anschlussgleis ein allgemein zugänglicher Haltepunkt für Werksangehörige eingerichtet wurde.

Weiter folgt die Strecke dem Murgtal in südlicher Richtung, passiert die Haltepunkte Gaggenau Ottenau und Gaggenau Hörden und erreicht schließlich den Bahnhof Gernsbach, der über mehrere Gleise für den Güter- und Personenverkehr verfügt. Zwischen den Haltepunkten Ottenau und Hörden befindet sich ein zweigleisiger Betriebsbahnhof mit Anschlussgleis, an dem sich verspätete Züge kreuzen können.

Südlich von Gernsbach folgen die Haltepunkte Gernsbach Mitte, Gernsbach Obertsrot und die Kreuzungsbahnhöfe Gernsbach Hilpertsau und dann Weisenbach. In Weisenbach beginnt der landschaftlich reizvollste und technisch anspruchsvollste Teil der Murgtalbahn. Bis Schönmünzach verengt sich das Murgtal zu einer Schlucht, so dass die Eisenbahnstrecke an den steilen Talhängen geführt werden musste. Neun Tunnel und fünf Talbrücken waren in diesem Abschnitt notwendig.

Murgbrücke bei Raumünzach

Südlich des Bahnhofs Weisenbach überquert die Bahn die Murg auf einer 76 Meter langen Stahlfachwerkbrücke und steigt am westlichen Hang des Murgtals an. Nach dem Passieren des Haltepunkts Weisenbach Au und dem Durchqueren des Füllen- und Harttunnels, überquert die Bahn die Murg erneut auf einer 127 Meter langen Brücke. Diese war ursprünglich vollständig als gemauerte Gewölbebrücke ausgeführt, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und erhielt danach ein stählernes Mittelteil, während die gemauerten äußeren Teile der Brücke beibehalten wurden. Danach wird der zweigleisige Bahnhof Langenbrand erreicht.

Weiter führt die Bahn am östlichen Hang des Murgtals, durchquert einen Bergsporn im Brachtunnel und erreicht die imposante, 183 Meter lange und 27 Meter hohe gemauerte Brücke über die Tennetschlucht. Direkt daran schließen sich der Stiehltunnel, der Rappentunnel und der Hackentunnel an, bevor der 2002 eingerichtete Haltepunkt von Forbach Gausbach erreicht wird. Nach Unterquerung der Dorfkirche im Gausbacher Tunnel erreicht die Murgtalbahn den AVG-Bahnhof von Forbach, der neben den beiden durchgehenden Gleisen 2002 ein zusätzliches Stumpfgleis für hier endende Züge und eine zweigleisige Triebwagen-Abstellhalle erhielt. In Forbach wurde zudem von der AVG eine Bahnmeisterei eingerichtet. Von Weisenbach bis Forbach überwindet die Strecke einen Höhenunterschied von 123,5 Metern, was einer durchschnittlichen Steigung von 20 Promille entspricht.

Der Bahnhof Freudenstadt Stadt ist der höchste Punkt der Murgtalbahn

Südlich von Forbach folgt ein zehn Kilometer langer Abschnitt bis zum Bahnhof Schönmünzach, der durch nahezu unbesiedeltes, bewaldetes Gebiet führt. Der Bahnhof Raumünzach sowie der Bedarfshaltepunkt Kirschbaumwasen dienen fast ausschließlich als Ausgangspunkte für den Ausflugsverkehr. Der Bahnhof Raumünzach hat darüber hinaus betriebliche Bedeutung als Kreuzungsbahnhof. Südlich von Forbach und bei Raumünzach überquert die Murgtalbahn die Murg auf einer Brücke. Während die steinerne Brücke bei Forbach während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde und als Stahl-Fachwerkkonstruktion wieder aufgebaut wurde, ist die Brücke bei Raumünzach bis heute eine gemauerte Gewölbebrücke. Jeweils südlich an die beiden Brücken schließen sich Tunnel an: der Haulertunnel, mit 364 Metern Länge längster Tunnel der Murgtalbahn, sowie der Spielraintunnel. Zwischen Kirschbaumwasen und Schönmünzach quert die ehemalige badisch-württembergische Grenze das Murgtal.

Südlich von Schönmünzach folgen die Haltepunkte Schwarzenberg, Huzenbach, Röt, der neu errichtete Kreuzungsbahnhof Heselbach, die Haltepunkte Klosterreichenbach, Baiersbronn Schule sowie der Bahnhof Baiersbronn. Südlich von Schwarzenberg wird ein Felsvorsprung im Mähderbuckeltunnel unterquert, südlich von Huzenbach sowie nördlich von Heselbach überquert die Bahnstrecke die Murg.

Der letzte Abschnitt der Murgtalbahn führt von Baiersbronn aus dem Murgtal heraus zum Kulminationspunkt der Strecke am Bahnhof Freudenstadt Stadt, um anschließend zum Hauptbahnhof von Freudenstadt abzufallen. Um diese Höhenunterschiede bewältigen zu können, wurde dieser Streckenabschnitt mit einer Maximalsteigung von 50 Promille ausgeführt. Zunächst als Zahnradbahn erbaut, wurde zwischen 1924 und 1926 auf Reibungsbetrieb umgestellt und die Zahnstange entfernt. Noch heute gelten in diesem Abschnitt besondere Betriebsvorschriften und nur Fahrzeuge mit besonderer Zulassung dürfen diesen Streckenabschnitt befahren. Innerhalb der Steilstrecke befinden sich die 84 Meter lange steinerne Christophstalbrücke sowie die Haltepunkte Friedrichstal, Freudenstadt Schulzentrum und Freudenstadt Industriegebiet.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die neugebaute Triebwagenhalle im Bahnhof Forbach

Die Streckeninfrastruktur wird seit dem Jahr 2000 durch die AVG unterhalten, für die Endbahnhöfe in Rastatt und Freudenstadt ist DB Netz zuständig. Eine Bahnmeisterei befindet sich in Forbach. Die Strecke ist elektrifiziert und mit Lichtsignalen ausgerüstet, die zentral vom Stellwerk in Gernsbach gesteuert werden. Mit Ausnahme des zweigleisigen Abschnitts zwischen Kuppenheim und Bad Rotenfels ist die Strecke eingleisig. Kreuzungsbähnhöfe befinden sich in Gaggenau, Hörden (Betriebsbahnhof), Gernsbach, Hilpertsau, Weisenbach, Langenbrand, Forbach, Raumünzach, Schönmünzach, Heselbach, Baiersbronn und Freudenstadt Stadt. Die Strecke wird als Nebenbahn betrieben, die Streckenhöchstgeschwindigkeit liegt, je nach Streckenabschnitt, zwischen 60 und 100 km/h. Für die Steilstrecke zwischen Freudenstadt und Baiersbronn gelten besondere Betriebsvorschriften. Die Haltepunkte sind mit 120 Meter langen, 55 Zentimeter hohen Bahnsteigen ausgestattet, so dass ein ebenerdiger Einstieg in die Stadtbahnwagen möglich ist.

Anschlussgleise für den Güterverkehr bestehen zu den Unternehmen Kronospan (Bischweier), Lang Recycling (Bad Rotenfels), Hördener Holzwerk (am Betriebsbahnhof Hörden), Mercedes-Benz (Gaggenau), Mayr-Melnhof (Obertsrot), Smurfit-Kappa (Weisenbach) und Stora Enso (Langenbrand). Während Kronospan und Lang Recycling noch regelmäßig bedient werden, sind die anderen Anschlussgleise außer Betrieb. Zudem befand sich bis Anfang der 1990er Jahre ein mehrere Kilometer langes Anschlussgleis südlich des Bahnhofs Weisenbach, das östlich der Murg bis unterhalb des Füllentunnels führte. Bahneigene Ladegleise sind an den Bahnhöfen in Kuppenheim, Gernsbach, Schönmünzach und Baiersbronn vorhanden.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Die preußischen T 16.1 lösten 1924 die Zahnradlokomotiven ab
Triebwagen Baureihe 627.0 (Freudenstadt, 2004)
Stadtbahnwagen GT8-100C/2S der AVG

Die Fahrzeuge für den unteren Abschnitt der Murgtalbahn wurden stets vom Bahnbetriebswerk Karlsruhe gestellt. Zunächst kamen Dampflokomotiven der Badischen Baureihen V c und V b zum Einsatz, die 1914 durch die Baureihen VI b und VI c abgelöst wurden[12]. 1953 (VI b) beziehungsweise 1961 (VI c) endete der Einsatz dieser Baureihen im Murgtal und Lokomotiven der Gattung T 18 übernahmen die Bespannung der Personenzüge (1959–1966)[13]. Im Güterverkehr wurden bis 1970 Lokomotiven der Baureihe 50 eingesetzt.

Die Lokomotiven für den Betrieb auf den Freudenstädter Steilstrecken wurden im Betriebswerk Freudenstadt beheimatet. Bis 1924 wurden ausschließlich Zahnradlokomotiven der württembergischen Bauart Fz eingesetzt. Nach erfolgreichen Testfahrten mit Lokomotiven der preußischen Bauart T 161 wurde der Betrieb auf den Steilstrecken auf diese Bauart umgestellt. Der Zahnradbetrieb wurde daher schrittweise bis 1926 aufgegeben. In Freudenstadt waren sechs Maschinen dieser Bauart beheimatet. Ab 1955 kamen zusätzlich zwei neugebaute Lokomotiven der Baureihe 82 zum Einsatz. Da die Anhängelast der Dampflokomotiven auf den Steilstrecken nur 160 Tonnen (T 161) beziehungsweise 180 Tonnen (Baureihe 82) betrug, mussten viele Züge nachgeschoben werden, das heißt die Züge wurden mit je einer Lokomotive an der Zugspitze und einer am Zugschluss gefahren.

Mit der Ablieferung von vier steilstreckentauglichen Schienenbussen der Baureihe VT 98.9 (798) an das Bw Karlsruhe begann 1956 das Zeitalter des Dieselbetriebs auf der Murgtalbahn. Allerdings reichten diese vier Garnituren nicht aus, um alle Züge zu fahren, so dass weiterhin dampfbespannte Züge verkehrten. 1966 veränderte sich das Bild auf der Murgtalbahn erneut, als zehn neu an das Bw Karlsruhe gelieferte Lokomotiven der Baureihe V 10023 (V 100 2332 bis 2341, später 213 332 bis 341) die Bespannung der Züge im Murgtal übernahmen und damit die Dampflokomotiven und die Schienenbusse ablösten.

Der bis dahin bei den dampfbespannten Zügen notwendige Lokwechsel entfiel. Allerdings konnte eine einzelne V 100 auf den Steilstrecken nur 150 Tonnen Anhängelast befördern, so dass ab Baiersbronn weiterhin in Doppel- oder Dreifachtraktion gefahren werden musste. Dies änderte sich erst mit Indienststellung von neun für den Steilstreckendienst hergerichteten Lokomotiven der Baureihe 218 (218 160 bis 168), die 1972 die Baureihe V 100 ablösten. Dank einer maximalen Anhängelast von 225 Tonnen auf den Steilstrecken entfielen die Nachschiebedienste fast vollständig.

Seit Ende der 1980er Jahre kamen auf dem unteren Abschnitt bis Baiersbronn teilweise Dieseltriebwagen der Baureihe 628/928 zum Einsatz. Da diese auf den Steilstrecken nicht zugelassen sind, musste in Baiersbronn in Triebwagen der Baureihe 627.0 umgestiegen werden, die ebenfalls ab den 1980er Jahren im Murgtal zu finden waren.

Mit Aufnahme des Stadtbahnbetriebs ging der Personenverkehr vollständig auf die Karlsruher Stadtbahnwagen des Typs GT8-100D/2S-M der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft über, die für die Freudenstädter Steilstrecken zugelassen wurden. Die Triebwagen verkehren zum Teil in Einzel-, zum Teil in Doppeltraktion. Zwischen Rastatt und Forbach kommen teilweise auch die etwas älteren Triebwagen der Bauart GT8-100C/2S zum Einsatz, die jedoch über keine Zulassung für die Steilstrecke verfügen.

Mehrmals jährlich werden von den Ulmer Eisenbahnfreunden Sonderfahrten mit Dampfzügen zwischen Karlsruhe und Baiersbronn durchgeführt, die mit Lokomotiven der Baureihen 50 und 58 bespannt sind. Außerdem setzte die Schienenverkehrsgesellschaft Stuttgart zeitweise einen historischen Elektrotriebwagen der Baureihe ET 25 zwischen Karlsruhe und Baiersbronn ein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Bindewald: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Weltweit vorbildliches Nahverkehrssystem. verlag regionalkultur, Heidelberg u.a., 2007. - ISBN 3-89735-475-6 und ISBN 978-3-89735-475-3
  • Klaus Scherff: Die Murgtalbahn : von den Anfängen bis heute : 75 Jahre durchgehender Eisenbahnverkehr von Rastatt nach Freudenstadt. Verlag Regionalkultur, Heidelberg , 2003,ISBN 3-89735-231-1
  • Herbert Stemmler: Wandel im Schwarzwald – Als die Murgtalbahn noch dampfte. In: LOKMagazin 11/2003, GeraNova Verlag. ISSN 0458-1822
  • Hans-Wolfgang Scharf, Burkhard Wollny: Die Eisenbahn im Nordschwarzwald. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag. Freiburg 1995, ISBN 3-88255-763-X.
  • Hans-Wolfgang Scharf, Burkhard Wollny: Die Eisenbahn im Nordschwarzwald. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst. EK-Verlag. Freiburg 1995, ISBN 3-88255-764-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Murgtalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streckenkarte Murgtal 2012. Abgerufen am 25. März 2013 (PDF; 13 kB).
  2. [1]Die Geschichte der Murgthalbahn. forbach-online.de, archiviert vom Original am 11. Oktober 2009, abgerufen am 23. August 2013.
  3. Scharf und Wollny, Bd. 2, S. 73-76
  4. Scharf und Wollny, Bd. 2, S. 79-83
  5. Scherff, S. 75
  6. Scherff, S. 170
  7. Scherff, S. 82
  8. Scherff, S. 78f
  9. a b Scherff, S. 79
  10. Schwarzwälder Bote online (Abgerufen am 17. November 2010)
  11. eisenbahn magazin, Alba-Verlag, Düsseldorf, Juli 2014, S. 18
  12. Scharf und Wollny, Bd. 2, S. 141
  13. Scharf und Wollny, Bd. 2, S.190
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 5. April 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.