Norweger

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Dieser Artikel beschreibt die Titularnation Norwegens. Für weitere Bedeutungen siehe Norweger (Begriffsklärung)
Neben Mutter Norge gilt auch Ola Normand als nationale Personifikation Norwegens (Karikatur auf die mit dem Referendum von 1905 verbundene Bürde der Unabhängigkeit)

Die Norweger sind ein germanisches Volk in Skandinavien. Sie sind die Titularnation des Königreichs Norwegen. Norweger waren auch die Vorfahren der Färinger, der Isländer und der mittelalterlichen Grænlendingar. Zu den Staatsbürgern Norwegens gehören außerdem im Landesnorden lebende ethnische Minderheiten finnischer Völker, wie Samen (Lappen), Kvenen, Waldfinnen usw.

Sprache[Bearbeiten]

Noch im 20. Jahrhundert nutzten auf der russischen Halbinsel Kola lebende Norweger (Kolanordmenn) auch die Mischsprache Russenorsk.

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache. Anders jedoch als Dänisch oder Schwedisch, die sich aus dem östlichen Zweig der altnordischen Sprachen herausbildeten, entwickelte sich die Altnorwegische Sprache aus dessen westlichem Zweig und löste sich daher früher vom Schwedischen und Dänischen als sich diese beiden Sprachen ihrerseits voneinander trennten.

Die altnorwegische Sprache wurde jedoch in der langen Zeit der Union mit Dänemark (1380 bis 1814) vor allem in Christiania/Oslo und den westnorwegischen Küstenstädten stark vom Dänischen überlagert bzw. verdrängt, während die ostnorwegischen Dialekte weiter stärker dem benachbarten Schwedischen ähnelten. Heute gibt es vier regionale Norwegische Dialekte.

Als Abgrenzung vom Dänischen entwickelten nationalistische Linguisten in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Sprache der Landbevölkerung, dem Landsmål, das neunorwegische Nynorsk, das teilweise dem Schwedischen näher ist. Demgegenüber steht die norwegisierte Variante der ehemaligen dänischen Reichssprache, des Riksmål, aus dessen Osloer Dialekt ebenfalls in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Bokmål entstand. Obwohl nur etwa 15 Prozent der Norweger Nynorsk als Schriftsprache verwenden - gegenüber 85 Prozent, die Bokmål verwenden, sind beide Varianten gleichberechtigte Amtssprachen in Norwegen.

Geschichte der Norweger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Norwegens

Obwohl im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung römische Schiffe den Kattegat erreicht und römische Chronisten die germanischen Völker Skandinaviens beschrieben hatten (Tacitus' Germania ), so wurden die Norweger erst nach der Völkerwanderung als Normannen (von norwegisch Nordmenn, "Nordmannen", Männer aus dem Norden) im 9. Jahrhundert in fränkischen Chroniken über die Wikinger erstmals erwähnt.

Mythologie[Bearbeiten]

Ynglingasaga: König Olaf Trätelgja floh von Schweden nach Norwegen (Illustration von Gerhard Munthe, 1899)
Hauptartikel: Ynglingatal und Ynglingasaga

Über die Herkunft der Norweger gibt es mehr Legenden als gesicherte Angaben. Dänischen Überlieferungen (Chronicon Lethrense) zufolge soll der König von Alt-Uppsala drei Söhne gehabt haben, die zu den Stammvätern der Dänen, Norweger und Schweden geworden seien: Dan, Nór und Østen.[1] Alternative isländische Legenden (wie die Jüngere Edda) machten Odins Söhne Skjöld, Yngvi und Sæming (Säming) zu den Ahnherren der dänischen, schwedischen und norwegischen Könige.[2]

Schwedische Überlieferungen berichten, daß der Ynglinger-König Olaf Trätelgja um 600 aus Uppsala geflohen bzw. vertrieben worden sein soll und eine neue Herrschaft sowie eine neue Kultstätte im norwegischen Skiringssal begründet habe.[3] Von dort aus soll er dann versucht haben, auch Jütland zu erobern, mußte es aber schließlich den Dänen überlassen. Historisch läßt sich dieser legendäre Olaf zwar nicht belegen, doch auch der erste historisch faßbare König und Reichseiniger Harald Schönhaar soll dem norwegischen Zweig der Ynglinger entstammen.

Landnahme[Bearbeiten]

Hauptartikel: Völkerwanderung

Die ethnischen Norweger sind Nachfahren aus Südwestschweden (Bohuslän, Västergötland, Halland) eingewandeter Germanen, die sich etwa in der Zeit zwischen den Jahren 150 vor unserer Zeitrechnung und 400 unserer Zeitrechnung in den Tälern an der norwegischen Süd- und Westküste und entlang der Fjorde niedergelassen hatten. Statt sich mit der zuvor aus Nordosteuropa eingewanderten Vorbevölkerung finnisch-samischer Stämme zu vermischen, drängten sie diese immer weiter nach Norden ab.

Normannen[Bearbeiten]

Synonym zu Normannen wurden im mittelalterlichen Westeuropa zunächst alle Wikinger als Dänen bezeichnet - unabhängig davon, ob es sich um dänische, norwegische oder schwedische Wikinger handelte.

Norwegische Wikinger siedelten ab 825 auf den Färöern (und hießen dann „Färinger“), ab 874 auf Island („Isländer“) und ab 986 in Grönland („Grænlendingar“). Auch in anderen Teilen Nordwesteuropas hinterließen sie ihre Spuren (z. B. Großbritannien und Normandie).

Nationalbewußtsein[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Auslandsnorweger[Bearbeiten]

Von den 9,5 Millionen Menschen ethnisch-norwegischer Herkunft leben 4,4 Millionen in Norwegen selbst. Zahlreiche Norweger und Nachkommen norwegischer Auswanderer leben zudem in Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien, den USA, Kanada und Australien, einige aber auch in den Niederlanden, Südafrika, Brasilien, Neuseeland und Russland.

Norweger in Nordamerika[Bearbeiten]

Anzahl der Norweger und Norwegischstämmigen in den Bundesstaaten der USA und den Provinzen bzw. Territorien Kanadas

Da den mittelalterlichen Ansiedlungsversuchen norwegischer Grænlendingar in Nordamerika kein dauerhafter Erfolg beschieden war, lebten im Jahr 1790 erst rund 8.000 Norweger (und ebenso viele Dänen) in den USA.[4] Zwischen 1820 und 1993 wanderten etwa 755.000 Norweger in die USA ein (dazu 1,395 Millionen Schweden, mit denen zusammen die Norweger zwischen 1820-1868 erfasst wurden).[5] Daraus ergab sich für das Jahr 2010 eine Zahl von etwa 4,3 Millionen Einwohnern norwegischer Abstammung (gegenüber 4,1 Mio Amerikanern schwedischer Abstammung), doch nur noch 131.000 aller skandinavischen Abkömmlinge sprechen eine der skandinavischen Sprachen als Muttersprache.[6] Die Tendenz ist rückläufig: Im Jahr 2007 gab es noch fast 135.000 Sprecher skandinavischer Sprachen (bei 4,66 Mio Norwegischstämmigen und 4,34 Mio Schwedischstämmigen)[7], 1990 sprachen von damals 3,87 Millionen norwegischstämmigen Amerikanern 80.723 Norwegisch und 1980 sogar noch 113.227 (gegenüber 77.511 bzw. 100.886, die damals Schwedisch sprachen).[8]

In Kanada wurden 2006 fast 45.000 Norweger sowie weitere 388.000 Norwegischstämmige gezählt.[9]

Senioren in Spanien[Bearbeiten]

Norwegischer Markt in Alfaz del Pi

Nennenswerte Gemeinschaften skandinavischer beziehungsweise norwegischer Staatsbürger gibt es auch in Spanien. Bis zu 50.000 Norweger sollen in dem südeuropäischen Land leben und arbeiten - das sind etwa 1 Prozent aller norwegischen Staatsbürger.[10][11] Sie konzentrieren sich auf die Provinz Alicante an der Mittelmeerküste (Costa Blanca), vor allem in den Küstenstädten Alfaz del Pí bzw. L' Albir (Vorort von Alfaz del Pi) und Torrevieja (dort zusammen mit Schweden). Bei den an der Costa Blanca ansässigen norwegischen Residenten handelt es vor allem um Pensionäre. Betrug ihre Anzahl in der Provinz Alicante 1999 erst 2.190[12], so stieg sie bis 2011 auf 9.939 an[13] - und ist seitdem weiter angestiegen. Allein in dem Bezirk Marina Baja (zu dem Alfaz del Pi gehört) lebten schon im Jahr 2005 rund 10.000 Norweger.[14]

Nach London und New York ist Alfaz del Pi jener Ort mit der drittgrößten Anzahl an Auslandsnorwegern weltweit. Anfang 2014 lebten zwischen 7.000[15] und 8.000[16] Norweger in Alfaz del Pi, wo ihnen ein norwegisches Krankenhaus, eine norwegische Sozialstation und norwegische Schulen zur Verfügung stehen. Zur gleichen Zeit gab es in Torrevieja 2.397 Norweger.[17]


Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Norwegen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Norwegen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Blangstrup: Salmonsens Konversationsleksikon, Anden Udgave, Band XVII, Seite 1011. Kopenhagen 1924
  2. Wilhelm Wägner: Unsere Vorzeit, Band 1 (Germanische Göttersagen), Seite 256. Neufeld und Henius Verlag, Berlin 1922
  3. Christian Blangstrup: Salmonsens Konversationsleksikon, Anden Udgave, Band XVIII, Seite 471. Kopenhagen 1924
  4. PLOETZ Große Illustrierte Weltgeschichte, Band 6, Seite 239. Ploetz, Freiburg und Würzburg 1984
  5. Otto Johnson: Information please! Almanac, Atlas and Yearbook 1995, Seite 832. Houghton Mifflin Company, Boston und New York 1995
  6. Sarah Janssen: The World Almanac and Book of Facts 2012, Seiten 615 und 620. World Almanac Books, New York und Crawfordsville 2012
  7. Sarah Janssen: The World Almanac and Book of Facts 2009, Seiten 596 und 601. World Almanac Books, New York und Crawfordsville 2008
  8. Otto Johnson: Information please! Almanac, Atlas and Yearbook 1995, Seite 834f. Houghton Mifflin Company, Boston und New York 1995
  9. Statistics Canada: Ethnocultural Portrait of Canada
  10. Stian Gulliksen: Norwegians in Spain - A society in limbo
  11. David Nikel: Norwegians living in Spain
  12. Andreas Huber: Altersmigration von der Schweiz nach Spanien am Beispiel Costa Blanca, Seite 127. Seismo-Verlag, Zürich 2002
  13. Instituto Nacional de Estadítistica: Explotación estadística del censo a 01-01-2011
  14. Costa Blanca Info vom 9. Seotember 2005: Erste offizielle Norwegische Vertretung in Alfaz del Pí
  15. costa-info.de: Ortsportrait von Alfaz del Pí
  16. Costa Blanca Nachrichten vom 8. Januar 2014: Norweger anlocken
  17. Ayuntamiento de Torrevieja: Torrevieja inicia el año con ciento siete mil habitantes