Permutation
Unter einer Permutation (von lateinisch permutare vertauschen) versteht man in der Kombinatorik eine Anordnung von Objekten in einer bestimmten Reihenfolge. Je nachdem, ob manche Objekte mehrfach auftreten dürfen oder nicht, spricht man von einer Permutation mit Wiederholung oder einer Permutation ohne Wiederholung. Die Anzahl der Permutationen ohne Wiederholung ergibt sich als Fakultät, während die Anzahl der Permutationen mit Wiederholung über Multinomialkoeffizienten angegeben wird.
In der Gruppentheorie ist eine Permutation ohne Wiederholung eine bijektive Selbstabbildung einer in der Regel endlichen Menge, wobei als Referenzmengen meist die ersten natürlichen Zahlen verwendet werden. Die Menge der Permutationen der ersten
natürlichen Zahlen bildet mit der Hintereinanderausführung als Verknüpfung die symmetrische Gruppe vom Grad
. Das neutrale Element dieser Gruppe stellt die identische Permutation dar, während das inverse Element die inverse Permutation ist. Die Untergruppen der symmetrischen Gruppe sind die Permutationsgruppen.
Wichtige Kenngrößen von Permutationen sind ihr Typ, ihre Ordnung und ihr Vorzeichen. Mit Hilfe der Fehlstände einer Permutation lässt sich auf der Menge der Permutationen fester Länge eine partielle Ordnung definieren. Über ihre Inversionstafel kann zudem jeder Permutation eine eindeutige Nummer in einem fakultätsbasierten Zahlensystem zugeordnet werden. Wichtige Klassen von Permutationen sind zyklische, fixpunktfreie, selbstinverse und alternierende Permutationen.
Permutationen besitzen vielfältige Einsatzbereiche innerhalb und außerhalb der Mathematik, beispielsweise in der linearen Algebra (Leibniz-Formel), der Analysis (Umordnung von Reihen), der Graphentheorie und Spieltheorie, der Kryptographie (Verschlüsselungsverfahren), der Informatik (Sortierverfahren) und der Quantenmechanik (Pauli-Prinzip).
Inhaltsverzeichnis |
Kombinatorische Grundlagen [Bearbeiten]
Problemstellung [Bearbeiten]
Eine Permutation ist eine Anordnung von Objekten in einer bestimmten Reihenfolge oder eine Umordnung von Objekten aus einer vorgegebenen Reihung. Beispiele für Permutationen sind:
- Ein Anagramm ist eine Permutation der Buchstaben eines Wortes, wie beispielsweise ENKEL und NELKE.
- Das Mischen der Karten eines Kartenspiels ist (im Idealfall) eine zufällige Permutation der Karten.
- Im Volleyball ist der Stellungswechsel nach Eroberung des Aufschlagsrechts eine zyklische Permutation der Spieler.
- Viele Sortierverfahren arbeiten mit sukzessiven Transpositionen, also Permutationen, die genau zwei Objekte vertauschen.
Werden in einer solchen Anordnung nicht alle Objekte ausgewählt, spricht man statt von einer Permutation von einer Variation, spielt die Reihenfolge bei der Auswahl keine Bedeutung von einer Kombination. In der abzählenden Kombinatorik stellt sich nun die Frage nach der Anzahl möglicher Permutationen. Hierbei unterscheidet man den Fall, dass alle Objekte verschieden sind, von dem Fall, dass manche der Objekte identisch sind.
Permutation ohne Wiederholung [Bearbeiten]
Eine Permutation ohne Wiederholung ist eine Anordnung von
Objekten, die alle unterscheidbar sind. Nachdem es für das erste Objekt
Platzierungsmöglichkeiten gibt, kommen für das zweite Objekt nur noch
Möglichkeiten in Betracht, für das dritte Objekt nur mehr
und so weiter bis zum letzten Objekt, dem nur noch ein freier Platz bleibt. Die Anzahl der möglichen Permutationen von
Objekten wird demnach durch die Fakultät
angegeben.
Beispielsweise gibt es
mögliche Anordnungen von vier verschiedenfarbigen Kugeln in einer Reihe.
Permutation mit Wiederholung [Bearbeiten]
Eine Permutation mit Wiederholung ist eine Anordnung von
Objekten, von denen manche nicht unterscheidbar sind. Sind genau
Objekte identisch, dann sind diese auf ihren Plätzen vertauschbar, ohne dass sich dabei eine neue Reihenfolge ergibt. Auf diese Weise sind genau
Anordnungen gleich. Die Anzahl der Permutationen von
Objekten, von denen
identisch sind, ist demnach durch die fallende Faktorielle
gegeben. Gibt es nicht nur eine, sondern
Gruppen mit jeweils
identischen Objekten, so können all diese Objekte auf ihren Plätzen vertauscht werden, ohne dass sich neue Anordnungen ergeben. Zählt man auch die Objekte, die nur einmal vorkommen, mit Vielfachheit
, dann gilt
und die Anzahl der möglichen Permutationen wird durch den Multinomialkoeffizient
angeben.
Beispielsweise gibt es
mögliche Anordnungen von vier farbigen Kugeln in einer Reihe, wenn genau zwei der Kugeln die gleiche Farbe aufweisen, und
mögliche Anordnungen, wenn jeweils zwei Kugeln gleichfarbig sind.
Definition [Bearbeiten]
Sei
eine Menge mit
Elementen, dann ist eine
-stellige Permutation (ohne Wiederholung) eine bijektive Abbildung
,
die jedem Element der Menge ein Element der gleichen Menge zuordnet. Anschaulich nimmt durch die Permutation jedes Element
für
den Platz des ihm zugeordneten Elements
ein. Aufgrund der Bijektivität der Abbildung werden dabei zwei verschiedene Elemente niemals auf das gleiche Element abgebildet.
Da auf jeder endlichen Menge eine lineare Ordnung festgelegt werden kann (beispielsweise die durch die Indizierung der Elemente gegebene), kann man sich bei der mathematischen Betrachtung von Permutationen stets auf die ersten
natürlichen Zahlen als Referenzmenge beschränken. Eine Permutation ist dann eine bijektive Abbildung
,
die jeder natürlichen Zahl zwischen
und
genau eine Zahl im gleichen Bereich zuordnet. Stellt man sich alle
Zahlen in einer Liste aneinandergereiht vor, dann nimmt die Zahl
durch die Permutation den Platz mit der Nummer
ein.
Darstellungen [Bearbeiten]
Matrixdarstellung [Bearbeiten]
In der ausführlichen Darstellung einer
-stelligen Permutation
schreibt man diese als Matrix mit zwei Zeilen und
Spalten. In der oberen Zeile stehen die Zahlen von
bis
(in beliebiger Reihenfolge). Unter jeder Zahl
steht dann in der zweiten Zeile der Funktionswert
:
Auch in der zweiten Zeile steht somit jede Zahl von
bis
genau einmal.
Beispiel
Die Permutation
mit
und
wird in der Matrixdarstellung durch
notiert.
Tupelschreibweise [Bearbeiten]
Bei der kompakteren Tupelschreibweise schreibt man lediglich die Funktionswerte
in eine Zeile:
Diese Schreibweise verwendet somit lediglich die zweite Zeile der Matrixdarstellung. Da so die Information über die Zahl
, die auf
abgebildet wird, verloren geht, kann die Tupelschreibweise nur verwendet werden, wenn die Reihenfolge der Zahlen in der ersten Zeile festgelegt wurde. In der Regel ist dies die natürliche Reihenfolge. Die Tupelschreibweise kann leicht mit der folgenden Zykelschreibweise verwechselt werden, besonders da manche Autoren die Kommata weglassen.
Beispiel
Für die obige Beispielpermutation erhält man die Tupelschreibweise
.
Zykelschreibweise [Bearbeiten]
Die Zykelschreibweise benötigt ebenfalls nur eine Zeile. Man beginnt mit einer beliebigen Zahl
und schreibt
,
wobei
die
-fache Hintereinanderausführung von
bezeichnet und
die kleinste natürliche Zahl mit
ist. Eine solche Klammer heißt Zyklus und
ist seine Länge. Gibt es weitere Zahlen, die noch nicht notiert wurden, so wählt man eine solche Zahl
und schreibt einen weiteren Zyklus
der Länge
dahinter. Man fährt so lange fort, bis jede Zahl genau einmal notiert wurde. Klammern, in denen nur eine Zahl steht, können anschließend wieder gestrichen werden. Diese Darstellung ist nicht eindeutig, denn die Reihenfolge der Zyklen ist beliebig wählbar und in jedem Zyklus dürfen die Zahlen zyklisch vertauscht werden.
Beispiel
Für die obige Beispielpermutation verwendet man die folgenden Zykelschreibweisen:
Graphdarstellung [Bearbeiten]
Der Graph einer
-stelligen Permutation
ist ein gerichteter Graph
mit Knotenmenge
und Kantenmenge
.
In einem solchen Graphen besitzt jeder Knoten genau eine ausgehende und genau eine eingehende Kante. Die Zyklen des Graphen sind gerade die Zyklen der Permutation, wobei diejenigen Zahlen, die durch die Permutation festgehalten werden, Schleifen an den zugehörigen Knoten erzeugen. Der Graph einer Permutation ist nur dann zusammenhängend, wenn die Permutation aus einem einzelnen Zyklus der Länge
besteht.
Permutationsmatrizen [Bearbeiten]
Permutationsmatrix der Permutation
![]() |
Die Permutationsmatrix
einer
-stelligen Permutation
ist durch
definiert. Die Elemente eines Vektors
werden in der linearen Algebra dadurch permutiert, dass der Vektor als Spaltenvektor von links mit der Permutationsmatrix
multipliziert wird:
Permutationen als Gruppe [Bearbeiten]
Die Permutationen der Menge
bilden mit der Hintereinanderausführung als Verknüpfung eine Gruppe, die symmetrische Gruppe
. Die symmetrischen Gruppen spielen in der Mathematik eine bedeutende Rolle. Beispielsweise ist nach dem Satz von Cayley jede endliche Gruppe zu einer Untergruppe einer symmetrischen Gruppe isomorph. Die Untergruppen der symmetrischen Gruppe heißen Permutationsgruppen.
Komposition [Bearbeiten]
Zwei
-stellige Permutationen
lassen sich hintereinander ausführen, indem man zunächst die erste Permutation anwendet und auf das Resultat dann die zweite Permutation. Man schreibt die Hintereinderausführung als
,
wobei erst
und dann
angewandt wird. Diese Hintereinanderausführung wird auch Komposition, Verknüpfung oder Produkt zweier Permutationen genannt und das Ergebnis ist wieder eine
-stellige Permutation. Die Komposition von Permutationen ist allerdings nicht kommutativ, das heißt im Allgemeinen liefern
und
verschiedene Resultate. Die symmetrische Gruppe
ist demnach für
nicht abelsch. Allerdings ist die Komposition immer assoziativ, das heißt für alle Permutationen
gilt
.
Beispiele
Es ist beispielsweise
.
Um das Ergebnis zu erhalten wendet man die Permutationen von rechts nach links an und verfolgt den Weg der einzelnen Zahlen. Die
wird in der zweiten Permutation auf sich selbst abgebildet und in der ersten Permutation dann auf die
, das heißt
, insgesamt
. Der Weg der
ist entsprechend
, also
. Die
geht schließlich den Weg
, im Ergebnis
.
In der Zykeldarstellung geht man analog vor, wobei Zahlen, die nicht in einem Zyklus vorkommen, festgehalten werden. Beispielsweise ist
.
Hier ermittelt man die Wege
,
,
und
.
Identische Permutation [Bearbeiten]
Das neutrale Element der symmetrischen Gruppe
ist die identische Permutation
,
also diejenige Permutation, die alle Zahlen an ihrem Platz belässt. Für jede Permutation
gilt damit
.
Die identische Permutation notiert man auch als leere Klammer
, als
oder als
. Die Permutationsmatrix der identischen Permutation ist die Einheitsmatrix. Der Graph der identischen Permutation weist lediglich eine Schleife an jedem Knoten auf.
Inverse Permutation [Bearbeiten]
Zu jeder Permutation
gibt es genau ein inverses Element, die inverse Permutation
, mit
.
Die inverse Permutation erhält man, indem man in der Matrixschreibweise die obere mit der unteren Zeile vertauscht:
In der Zykelschreibweise erhält man die inverse Permutation, indem man in jedem Zyklus die Zahlen in der umgekehrten Reihenfolge schreibt. In der Graphdarstellung der inversen Permutation werden lediglich die Richtungen aller Kanten umgedreht. Die Permutationsmatrix der inversen Permutation ist die transponierte Matrix der Ausgangspermutation.
Beispiel
Die inverse Permutation zu
ist
.
Kenngrößen [Bearbeiten]
Typ [Bearbeiten]
![]() |
Typ | Zykelstruktur | Anzahl | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 11 | (1) | ( • ) | 1 |
| 2 | 12 | (1,1) | ( • ) ( • ) | 1 |
| 21 | (2) | ( • • ) | 1 | |
| 3 | 13 | (1,1,1) | ( • ) ( • ) ( • ) | 1 |
| 11 21 | (2,1) | ( • • ) ( • ) | 3 | |
| 31 | (3) | ( • • • ) | 2 | |
| 4 | 14 | (1,1,1,1) | ( • ) ( • ) ( • ) ( • ) | 1 |
| 12 21 | (2,1,1) | ( • • ) ( • ) ( • ) | 6 | |
| 22 | (2,2) | ( • • ) ( • • ) | 3 | |
| 11 31 | (3,1) | ( • • • ) ( • ) | 8 | |
| 41 | (4) | ( • • • • ) | 6 | |
Bezeichnet
für
die Anzahl der Zyklen der Länge
in einer Permutation
, dann ist der Typ dieser Permutation der formale Ausdruck
,
wobei die Terme mit
nicht aufgeführt werden müssen. Formal heißt hier, dass das Produkt und die Potenzen nicht tatsächlich ausgerechnet werden. Die Anzahl der möglichen Typen
-stelliger Permutationen entspricht gerade der Anzahl der Partitionen der Zahl
. Die Anzahl der Permutationen pro Typ kann aus der Typbeschreibung errechnet werden. Die inverse Permutation weist immer den gleichen Typ wie die Ausgangspermutation auf. Zudem hat das Resultat der Komposition zweier Permutationen unabhängig von der Reihenfolge der Operanden ebenfalls den gleichen Typ. Zwei Permutationen sind demnach genau dann zueinander konjugiert, wenn sie vom gleichen Typ sind. Die Permutationen gleichen Typs bilden daher die Konjugationsklassen der symmetrischen Gruppe
. Die Permutationen mit gleicher Zyklenzahl werden durch die Stirling-Zahlen erster Art gezählt.
Ordnung [Bearbeiten]
Die Ordnung einer Permutation
ist die kleinste natürliche Zahl
derart, dass die
-malige Hintereinanderausführung von
die identische Permutation ergibt:
.
Die Ordnung einer Permutation
ist damit die Elementordnung von
als Gruppenelement der symmetrischen Gruppe. Aus der Zykeldarstellung einer Permutation lässt sich die Ordnung als das kleinste gemeinsame Vielfache der Längen der disjunkten Zyklen ermitteln. Beispielsweise ist die Ordnung der Permutation
das kleinste gemeinsame Vielfache von drei und zwei, also sechs.
Fehlstände [Bearbeiten]
| Nr. | Permutation | Fehlstände | Anzahl |
|---|---|---|---|
| 0 | (1,2,3) | – | 0 |
| 1 | (1,3,2) | (2,3) | 1 |
| 2 | (2,1,3) | (1,2) | 1 |
| 3 | (2,3,1) | (1,3),(2,3) | 2 |
| 4 | (3,1,2) | (1,2),(1,3) | 2 |
| 5 | (3,2,1) | (1,2),(1,3),(2,3) | 3 |
Man nennt ein Zahlenpaar
Fehlstand oder Inversion einer Permutation
, falls
und
gilt. Zwei Zahlen bilden also genau dann einen Fehlstand, wenn nach Anwenden der Permutation die größere vor der kleineren steht. Die Menge der Fehlstände einer Permutation
ist damit durch
gegeben. Die Anzahl der Fehlstände
einer Permutation heißt Fehlstandszahl oder Inversionszahl der Permutation. Die Fehlstandszahl kann als Maß für die Unordnung der durch die Permutation vertauschten Zahlen angesehen werden.
Vorzeichen [Bearbeiten]
Das Vorzeichen oder Signum einer Permutation
ist die Zahl
.
Eine Permutation hat damit das Vorzeichen
, falls ihre Fehlstandszahl gerade ist, ansonsten das Vorzeichen
. Im ersten Fall spricht man von einer geraden und im zweiten Fall von einer ungeraden Permutation. Die Menge der geraden Permutationen bildet eine Untergruppe der symmetrischen Gruppe
, die alternierende Gruppe
.
Anstiege und Abstiege [Bearbeiten]
Ein Anstieg in einer Permutation
ist eine Zahl
, für die
gilt. Die Menge der Anstiege in einer Permutation ist damit durch
gegeben. Entsprechend dazu gilt für einen Abstieg
. Die Anzahl der Permutationen in
mit genau
Anstiegen bzw. Abstiegen wird durch die Euler-Zahlen
angegeben. Eine maximale, das heißt beidseitig nicht mehr verlängerbare Folge
sukzessive steigender bzw. fallender Zahlen in einer Permutation wird ansteigender bzw. absteigender Lauf der Länge
genannt. Für
kann eine solche Folge auch nur aus einer Zahl bestehen. Weist eine Permutation insgesamt
Anstiege bzw. Abstiege auf, so ist sie aus
absteigenden bzw. ansteigenden Läufen zusammengesetzt. Demnach ist die Anzahl der Permutationen in
mit genau
ansteigenden bzw. absteigenden Läufen durch
gegeben.
Ordnungseigenschaften [Bearbeiten]
Anordnung [Bearbeiten]
Mit Hilfe der Fehlstände lässt sich auf der Menge der
-stelligen Permutationen eine partielle Ordnung durch
,
definieren, wobei
sind. Das minimale Element bezüglich dieser Ordnung ist die identische Permutation, während das maximale Element diejenige Permutation ist, die die Reihenfolge aller Zahlen umkehrt. In dem zugehörigen Hasse-Diagramm sind zwei Permutationen durch eine Kante verbunden, wenn sie durch eine Nachbarvertauschung auseinander hervorgehen. Die Knoten und Kanten des Hasse-Diagramms bilden einen Cayley-Graphen, der isomorph zum Kantengraphen des entsprechenden Permutaeders ist. Der Permutaeder ist ein konvexes Polytop im
-dimensionalen Raum, das daraus entsteht, dass die Permutationen der Menge
als Koordinatenvektoren interpretiert werden und dann die konvexe Hülle dieser Punkte gebildet wird.
Aufzählung [Bearbeiten]
Die Inversionstafel oder der Inversionsvektor einer Permutation
ordnet jeder Zahl
die Anzahl der Fehlstände zu, die sie erzeugt. Bezeichnet
die Anzahl der Zahlen, die in der Tupeldarstellung von
links von
stehen und größer als
sind, dann ist der Inversionsvektor einer Permutation durch
gegeben. Aus dem Inversionsvektor
lässt sich umgekehrt die zugrundeliegende Permutation
eindeutig ermitteln. Fasst man die Inversionsvektor als Zahl in einem fakultätsbasierten Zahlensystem auf, lässt sich jeder Permutation
eine eindeutige Nummer
durch
zuweisen. Statt des Inversionsvektors wird auch der Lehmer-Code zur Nummerierung von Permutationen verwendet.
Spezielle Permutationen [Bearbeiten]
Zyklische Permutationen [Bearbeiten]
Eine Permutation, die
Zahlen zyklisch vertauscht und die übrigen Zahlen fest lässt, heißt zyklische Permutation oder
-Zyklus und wird als ein einzelner Zyklus der Länge
geschrieben. Ein
-Zyklus, also eine Vertauschung zweier Zahlen, heißt auch Transposition. Die Verkettung zyklischer Permutationen ist kommutativ, wenn diese disjunkte Träger besitzen. Die Inverse einer zyklischen Permutation ist immer ebenfalls zyklisch, ebenso wie Potenzen einer zyklischen Permutation, deren Länge eine Primzahl ist. Jede zyklische Permutation kann in einzelne (nicht disjunkte) Transpositionen zerlegt werden und weist genau dann ein gerades Vorzeichen auf, wenn ihre Länge ungerade ist.
Fixpunktfreie Permutationen [Bearbeiten]
Zahlen, die durch eine Permutation festgehalten werden, nennt man Fixpunkte der Permutation. In der Matrixdarstellung erkennt man Fixpunkte daran, dass der obere und untere Eintrag der jeweiligen Spalte gleich ist. In der Zykelschreibweise sind Fixpunkte genau die Einerzyklen beziehungsweise die Zahlen, die nicht erscheinen. In der Permutationsmatrix sind die den Fixpunkten zugewiesenen Einträge der Hauptdiagonale
. Eine fixpunktfreie Permutation hält keine der Zahlen fest und wird auch Derangement genannt. Die Anzahl der fixpunktfreien Permutationen der Zahlen von
bis
kann durch die Subfakultät
berechnet werden. Für wachsendes
strebt der Anteil der fixpunktfreien Permutationen sehr schnell gegen den Kehrwert der eulerschen Zahl
. Sollen in einer Permutation manche der Elemente an ihrem alten Platz verbleiben, spricht man von einem partiellen Derangement, deren Anzahl durch die Rencontres-Zahlen ermittelt werden kann.
Selbstinverse Permutationen [Bearbeiten]
Eine Permutation
mit
oder äquivalent dazu
heißt Involution oder selbstinvers. Die Involutionen sind genau die Permutationen der Ordnung zwei sowie die Identität selbst (die einzige Permutation der Ordnung eins). Eine Permutation ist genau dann eine Involution, wenn ihre Zykeldarstellung maximal Zyklen der Länge zwei, also Transpositionen, enthält. Die Permutationsmatrix einer selbstinversen Permutation ist immer symmetrisch. Selbstinverse Permutationen spielen in der Kryptographie eine wichtige Rolle, wird nämlich eine Nachricht mit Hilfe einer selbstinversen Permutation verschlüsselt, dann lässt sich die Nachricht mittels der gleichen Permutation auch wieder entschlüsseln.
Alternierende Permutationen [Bearbeiten]
Man nennt eine Permutation alternierend, wenn in ihrer Tupeldarstellung keine Zahl
von ihrer Größe her zwischen der vorangehenden Zahl
und der nachfolgenden Zahl
steht. In einer alternierenden Permutation sind demnach die durch die Permutation vertauschten Zahlen immer abwechselnd größer und kleiner als die jeweils vorangegangene Zahl. Beginnt die Folge der Zahlen mit einem Anstieg, so spricht man von einer Up-Down-Permutation, beginnt sie mit einem Abstieg von einer Down-Up-Permutation. Jede alternierende Permutation ungerader Länge entspricht einem vollen partiell geordneten Binärbaum und jede alternierende Permutation gerader Länge einem fast vollen solchen Baum. Die Anzahlen der alternierenden Permutationen fester Länge treten als Koeffizienten in der Maclaurin-Reihe der Sekans- und der Tangensfunktion auf und stehen in engem Zusammenhang mit den Euler- und den Bernoulli-Zahlen.
Literatur [Bearbeiten]
- Martin Aigner: Diskrete Mathematik. Vieweg, 2006, ISBN 3-834-89039-1.
- Michael Artin: Algebra. Birkhäuser, 1998, ISBN 3-764-35938-2.
- Albrecht Beutelspacher: Lineare Algebra. 6. durchgesehene und ergänzte Auflage. Vieweg, 2003, ISBN 3-528-56508-X.
- Konrad Jacobs, Dieter Jungnickel: Einführung in die Kombinatorik. de Gruyter, 2003, ISBN 3-110-16727-1.
- Hans Kurzweil, Bernd Stellmacher: Theorie der endlichen Gruppen: eine Einführung. Springer, 1998, ISBN 3-540-60331-X.
- Kristina Reiss, Gernot Stroth: Endliche Strukturen. Springer, 2011, ISBN 3-642-17181-8.
Weblinks [Bearbeiten]
- D.A. Suprunenko: Permutation of a set. In: Michiel Hazewinkel (Hrsg.): Encyclopaedia of Mathematics. Springer-Verlag, Berlin 2002, ISBN 1-4020-0609-8 (Online).
- alozano, Pedro Sanchez, Raymond Puzio, J. Pahikkala: Permutation. In: PlanetMath. (englisch)
- Eric W. Weisstein: Permutation. In: MathWorld. (englisch)



,
,


.
,


.



.
.
.
,
.
.

.
,
.
.

,



