Playmobil

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Dieser Artikel behandelt das System-Spielzeug der geobra Brandstätter GmbH & co. KG; zum ehemaligen Playmobil-Stadion des SpVgg Greuther Fürth siehe Stadion am Laubenweg
Playmobil
Das Logo von Playmobil
Aktueller Besitzer Geobra Brandstätter GmbH
Einführungsjahr 1974
Produkte Spielwaren

Playmobil ist ein System-Spielzeug des deutschen Unternehmens Geobra Brandstätter mit Sitz in Zirndorf. Hauptelement ist eine 7,5 cm große Spielfigur aus Kunststoff. Hände, Arme, Beine und der Kopf lassen sich bewegen. An die Hände können verschiedene Teile, wie Werkzeuge oder Waffen, angesteckt werden. Zurzeit gibt es etwa 2,7 Milliarden Klicky-Figuren.

Die Markteinführung erfolgte 1974 mit den ersten Figuren Ritter, Indianer und Bauarbeiter. Erfinder von Playmobil ist der Mustermacher und damalige Chefentwickler Hans Beck, der die Idee eines neuen Spielsystems auf Wunsch von Firmeneigentümer Horst Brandstätter realisierte. Der Markenname „Playmobil“ geht ebenfalls auf Hans Beck und Horst Brandstätter zurück.

Der charakteristische blaue Schriftzug wurden von dem Künstler und Grafikdesigner Rainer Willingstorfer entworfen.

Geschichte[Bearbeiten]

Diorama im Historischen Museum der Pfalz in Speyer (2014)
Zentrale in Zirndorf
Magdeburger Reiter und sein Abbild von Playmobil

Die Markteinführung von Playmobil erfolgte 1974. Hans Beck begann bereits 1971 mit der Entwicklung des System-Spielzeugs, doch erst als die steigenden Ölpreise den Kunststoffpreis verzehnfachten, wagte Horst Brandstätter die Markteinführung, denn die damals von Geobra produzierten Großkunststoffartikel (Deckenverkleidungen, Kindermöbel etc.) wurden unrentabel und für die kleinen Figuren wurde wesentlich weniger des teuren Rohstoffs gebraucht.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer (2014)

Das Unternehmen Geobra Brandstätter stellte das neu entwickelte Spielzeug erstmals 1974 auf der Nürnberger Spielwarenmesse vor. Den ersten Themen Baustelle, Wilder Westen und Ritterzeit folgten über 20 verschiedene Themen mit umfangreichem Zubehör. 1976 kamen weibliche Figuren dazu, Kinder- und Babyfiguren wurden erstmals 1981 bzw. 1983 verkauft. Die Figuren wurden im Laufe der Jahre nur leicht modifiziert – so kamen bewegliche Hände und verschiedene „Haartrachten“ hinzu –, blieben aber immer an den ursprünglichen, in ihrer Reduziertheit unverkennbaren Formen ausgerichtet.

Ab 1976 fertigte die griechische Firma Lyra das Playmobilsortiment in Lizenz von Geobra für den dortigen Markt und entwickelte auch eigene Produkte zu dem System. Das Unternehmen exportierte wohl auch in den Nahen Osten, 1986 wurde die Produktion jedoch eingestellt.[1] Ab 1982 fertigte die Firma Schaper die Produkte in Lizenz in den USA.[2]

Nur wenige Jahre nach der Markteinführung von Playmobil wurde das Unternehmen Geobra Brandstätter der umsatzstärkste deutsche Spielwarenhersteller und rangiert seitdem an der Spitze. Das Unternehmen beschäftigt weltweit in vier Fertigungsstätten 4069 Mitarbeiter, davon 2303 in Deutschland.[3] Das Sortiment besteht aus etwa 300 verschiedenen Artikeln.

1975 brachte das Unternehmen BIG das Konkurrenzprodukt Play-BIG heraus. Zwar unterlag Geobra in einem durch die Markteinführung verursachten, jahrelangen Rechtsstreit, Playmobil konnte sich jedoch letztendlich auf dem Markt durchsetzen; BIG – auch bekannt durch ihr Bobby-Car – stellte die Produktion von Play-BIG 1979 ein.

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Zirndorf auch einen eigenen Playmobil-Freizeitpark, der Playmobil FunPark. Inzwischen wurden weitere Playmobil FunParks in Paris, auf Malta, in Athen und in Palm Beach eröffnet.

2004 feierten die Playmobil-Figuren ihren 30. Geburtstag. Im Historischen Museum der Pfalz (Speyer) waren nicht nur viele Figuren, sondern auch deren oft ungewöhnliche Verwendungen von Sammlern und Künstlern zu besichtigen. Die Ausstellung mit dem Titel „Playmobil - Entdecke die Welt“ tourte bis 2007 durch Deutschland und war im Stadtmuseum Zirndorf, Maximilianpark Hamm, Niederrheinischen Museum Kevelaer, Bilderbuchmuseum Troisdorf, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim und Kulturhistorisches Museum Magdeburg zu sehen.

Im Juli 2006 stellte Playmobil erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Figur vor, die ein historisches Wahrzeichen einer Stadt porträtiert. Anlässlich der 29. Ausstellung des Europarates Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation in Magdeburg veröffentlichte Playmobil eine eigene Version des Magdeburger Reiters, eines steinernen Standbildes aus der Zeit der Staufer.

Zum Jubiläum 40 Jahre Playmobil im Jahr 2014 findet seit Dezember 2013 bis November 2014 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer erneut eine Sonderausstellung statt. Sie trägt den Titel „Eine Abenteurreise durch die Zeit“. [4] Diese Ausstellung wird im März 2015 wegen so großen Besucherrekorde an die Landesmuseum Koblenz weitergegeben sein. [5]. Derzeit gab's die Playmobil-Jubiläumsausstellungen auch noch beim Spielzeugmuseum Nürnberg [6], Spielzeugmuseum Deventer [7], Niederrheinisches Museum Kevelaer [8] und Stadtmuseum Zirndorf [9].

Umsatzentwicklung[Bearbeiten]

Geschäftsjahr Brandstätter Group
Mio. €
Playmobil
Umsatz weltweit

Mio. €
Quelle
2013 612 552 [3]
2012 591 531 [3]
2010 560 507 [10]
2009 518 474 [11]
2008 496 452 [12]
2007 459 427 [13]
2006 402 379 [14]
2005 377 361

Etwa 70 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Es gibt Playmobil-Vertriebsstätten in vielen Ländern Europas und in den USA, Kanada und Mexiko.[3]

Produktentwicklung[Bearbeiten]

Playmobil System (1974–1980)[Bearbeiten]

Logo Playmobil System (1974–1980)

Die ersten produzierten Figuren waren relativ schlicht gestaltet und einfarbig. Die Köpfe hatten nach unten einen spitz zulaufenden Verbindungsstecker, waren von innen nicht verstärkt und hatten keine Steckkerben, die erst später für Accessoires wie Bärte, Brillen und Ohrringe eingeführt wurden. Es gab nur einen Frisurentyp in den Farben Schwarz, Braun und Blond (Gelbton). Hände und Arme waren ein zusammenhängendes Figuren-Element, wodurch die Hände unbeweglich waren.

Playmobil-Diorama

Erste Handmuster für Produktpräsentationen sowie die ersten Serienproduktionen hatten zunächst glatte Fußsohlen mit einem kleinen Loch. Danach hatten die Figuren für eine kurze Zeit auf den Fußsohlen die Kennzeichnung „b“ - das Markenzeichen für „brandstätter“, welches in den ersten Jahren auch auf den Packungen in Weiß-Schwarz-Rot direkt unter dem Playmobil-Logo gedruckt war. Dieses war auch eine Folge aus dem in dieser Zeit geführten Rechtsstreit mit der Firma Big (siehe oben). Ab Mitte 1975 wurden diese Marken- und Copyright-Kennzeichnungen auf den Fußsohlen erweitert. Auf der linken Fußsohle stand b geobra auf der rechten (C)opyright 1974. Diese Kennzeichnung gab es, bis die Figuren mit dem ausgestalteten Schuhwerk eingeführt wurden.

Außerdem kann man die unterschiedlichen Figuren-Generationen am inneren Verbindungselement erkennen, das in den ersten Jahren noch farbig passend zur Figurenfarbe gestaltet war, später aber einheitlich ungefärbt in allen Figuren eingebaut wurde. Dieses Verbindungselement wurde nach der Einführung der ersten Serienfiguren für einen stabileren Zusammenhalt und eine bessere Beweglichkeit der Figuren regelmäßig weiterentwickelt.

Es gab zu Anfang drei Spielwelten und noch keine einheitliche Verpackungen. Die Packungen wurden in Blister und Kartonagen in je drei verschiedenen Farben bis 1975 produziert.

  • Bau (blau)
  • Indianer (rot)
  • Ritter (grün)

Die Ritterfiguren waren somit auch die ersten Figuren, die mit ihrem chromfarbenen Oberkörper quasi zweifarbig gestaltet waren. Die Indianerfiguren waren bis 1975 mehrheitlich pastellfarben und die Bauarbeiterfiguren waren aus kräftigen Farben gegossen, wie sie bis in die 1980er-Jahre üblich waren.

Mit dem Indianer-Set 3255, dem Ritter-Set 3265 und dem Set 3270 wurden parallel auch die ersten Pferde-Figuren eingeführt.

Ab 1975 war die Verpackungsfarbe Blau. Der Name der Figuren war Klicky und bekam diesen in Form eines Stempelsymbols von 1976 bis 1980/81 mit der jeweiligen Figurenanzahl auf die Verpackungen aufgedruckt.

Es folgten folgende Sortimentserweiterungen:

  • ab 1975: Ausbau der Westernwelt (inkl. Nordstaatler-Soldaten und Mexikaner) und Gegenwartsmodelle (u. a. Polizist 3324)
  • ab 1976: Polizei, Feuerwehr und Mittelalter-Figuren sowie die Western-Häuser
  • ab 1977: Rettungswesen und Freizeit/Camping sowie Burgen und mittelalterliche Fachwerkhäuser
  • ab 1978: Bauernhof/Farm, Zirkus, Wintersport und Piraten

Playmobil Color (1978–1993)[Bearbeiten]

Logo Playmobil Color (1978–1982)

Im Jahr 1978 führte Playmobil parallel zum Grundsortiment bemalbares Playmobil ein, zu denen auch Stifte in zwei Anzahlvarianten vertrieben wurden. Die letzten dieser Produkte bildeten Tiermodelle wie Giraffen, Pinguine oder Zebras bis 1993.

Playmo Space (1980–1994)[Bearbeiten]

Logo Playmo Space bis 1988

Im Zuge des Science-Fiction-Booms durch den Film Krieg der Sterne führte Playmobil einige Astronauten und Raumschiff-Sets mit eigenen Logo ein. Nach den letzten Produkten der Serie, die längst das normale Firmenlogo auf der Packung trugen, ließ Playmobil mit ähnlichen Welten erst wieder zu Anfang des 21. Jahrhunderts den Weltraumsektor beleben.

Playmobil (1981–1989)[Bearbeiten]

Playmobil-Logo (1980–1990)

Mit dem größeren Bekanntheitsgrad Playmobils begann eine neue Epoche ab 1981, die die drehbaren Hände, zuerst bei den neuen Kindermodellen (ab 1981) und dann den normalen Figuren (ab 1982) mit sich brachte. Dies war notwendig, um Gegenstände einfacher gestalten zu können ohne diese kompliziert mit zusätzlichen (in der Realität nicht vorhandenen) Griffen zu versehen. Zusätzlich tauchten ab 1983 einhängbare Bärte und eingestanzte Brillen bei den Figuren auf. Ab 1986 wurden dicke Männer und Frauen mit langen Röcken eingeführt. Bei den Brillen ging man auch auf austauschbare Modelle über.

  • Safari-Welt (ab 1980)
  • Elektrische Eisenbahn (ab 1980)
  • Kindergarten/Schule (ab 1981)
  • Seefahrt (ab 1983)
  • Winter und Wintersport (ab 1984)
  • Arktis und Eskimos (auch: Inuit; ab 1985)

Playmobil Puppenhaus (ab 1989)[Bearbeiten]

Logo Playmobil Puppenhaus

Die Einführung der Puppenhaus-Serie wurde zu Beginn in der viktorianischen-wilhelminischen Zeitalter angesiedelt und ab zirka 2002/03 in die Gegenwart umgeändert. Die Verpackungen sind rosa, um speziell Mädchen als Zielgruppe anzusprechen. Über den Ersatzteilkatalog kann man auch ein weiteres Stockwerk erwerben, mit dem dieses erweitert werden kann.

Playmobil (seit 1990)[Bearbeiten]

Playmobil-Logo seit 1991

Um 1990 wurde das Logo abgerundet und die Erneuerungen der Puppenhaus-Welt auch bei anderen Welten angewandt. Seitdem kommen jährlich immer neue Welten hinzu oder werden durch andere abgelöst. Die Figuren bekamen neue Kleidung wie Westen, Frisuren oder neue Anzugsmodelle, die im Gegensatz zu früher meist nicht mehr abnehmbar sind. Die Bedruckungen auf den Figuren haben soweit zugenommen, dass es schwierig ist, andere Varianten zu erstellen.

Veröffentlichte Themen:

  • ab 1993: Wildnis/Outdoor
  • ab 1995: Märchenwelt
  • ab 1996: Weihnachten
  • ab 1997: Zauberwelt
  • ab 1998: Abenteuerwelt
  • ab 1999: Märchenschloss
  • ab 1999/2000: Weltraum
  • ab 2002: Wikinger und Supermarkt
  • ab 2004: Dinosaurier
  • ab 2006: Altes Rom/Römer
  • ab 2008: Altes Ägypten
  • ab 2009: Wohnhaus und Schule
  • ab 2010: Top Agents und Moderner Tierpark (Zoo)
  • ab 2011: Steinzeit, Bauernhof, Future Planet sowie die Sammelserie Playmobil Figures
  • ab 2012: Top Agents 2, Hotel, Reiterhof, Hafen sowie Neuauflagen der Themen Dinosaurier, Fußball, Polizei und Western; Wild Life (in Kooperation mit dem WWF); außerdem Einführung der Kleinpackungen Special Plus
  • ab 2013: Sports und Action, Racing Karts, Bergwelt, Feenwelt, Camping, Shopping-Center, Asia Drachenland sowie Neuauflage des Themas Baustelle
  • ab 2014: Freizeitpark, Küstenwache, Tierklinik

Playmobil 1.2.3 (ab 1990)[Bearbeiten]

Um auch den Kindern unter vier Jahren die Playmobilwelt zu eröffnen, begann man ab 1990 eine Serie in gelben Verpackungen zu produzieren. Die Produkte sind stark vereinfacht. Nur der Kopf und die zusammenhängenden Beine sind drehbar. Die Gegenstände sind auf das Notwendigste reduziert, um ein Verschlucken zu verhindern.

Speyer (2014)

Playmobil Special (ab 1993)[Bearbeiten]

Nachdem bereits einige Welten über Einzelfigurpackungen verfügten, führte man ab 1993 eine unabhängige Einzelfigur-Serie mit dem Namen Playmobil Special ein. Die Figuren werden regelmäßig getauscht und dienen meist auch als Test für neue Welten, die einige Jahre später im größeren Umfang eingeführt wurden. Seit 2012 wird diese Reihe als Playmobil Special Plus fortgeführt, wobei der Packungsinhalt gegenüber den alten Special-Sets erweitert wurde.

Playmobil-Weihnachten (seit 1996)[Bearbeiten]

Seit 1996 werden auch jedes Jahr Weihnachtsartikel und Adventskalender produziert. Am Anfang wurden die Adventskalender nur als Weihnachtswelt dargestellt. Später wurden auch noch andere Playmobil-Spielwelten wie zum Beispiel Ritter, Feenwelt, Polizei usw. dargestellt. Auch spezielle Weihnachtsprodukte werden hergestellt wie zum Beispiel Rentierschlitten, Baumschmuck, Weihnachtskrippen usw.

Playmobil-Ostern (seit 1997/2004)[Bearbeiten]

Seit 1997 werden auch Ostereier produziert, die es meistens nur zur Osterzeit im Sortiment gibt. Ab 2004 kamen auch noch andere Osterartikel mit hasenköpfigen Playmobil-Figuren in die Sortiment. Ab 2009 wurden die Ostereier komplett überarbeitet, weil am Anfang die Ostereier klein waren und es nur eine Figur in den Eiern gab. Seit 2013 gibt es auch einen Osterkalender.

Playmobil RC-Train (seit 1997)[Bearbeiten]

Playmobil produziert seit 1997 seine eigenen Playmobil-Schienen und auch seine ersten RC-fährigen Eisenbahnzüge, wo es vor 1997, also von Jahren 1980–1996 die Schienen zuerst von Lehmann-Groß-Bahn waren und die Eisenbahnzüge mit Freilandregler und später mit Motorantrieb bespielbar waren.

Playmobil-Space (1999–2003)[Bearbeiten]

Beim 1980er Jahre gab's die Playmo-Space auf dem Markt, da es dort nur einfache Figuren und Zubehörteile gab. Im Jahr 1999 kam die Playmobil-Space auf dem Spielzeugmarkt, und sogar mit großartige und elektronische Spieleffekte und alienköpfige Playmobil-Figuren. Wegen so großen Verkaufserfolg kam im Jahr 2000 als Erweiterung für die Playmobil-Space, die Alien Toxiplant und noch ein Jahr später im Jahr 2001 die Dark Scorpions auf dem Spielzeugmarkt. Diese Spielwelt wurde ab 2003 abgeschaltet worden.

Playmobil First Smile (2000–2004)[Bearbeiten]

Neben Playmobil 1.2.3, die ab einundhalb bis 3 Jahren geeignet ist, produzierte der Playmobil ab 2000 bis 2004 noch eine spezielle Spielwelt, die speziell für 0 bis 3-jährige Kinder geeignet war. Die Teile von diesen Sets aus dieser Spielwelt waren noch größer als die Teile des Playmobil-1.2.3 und waren nicht wie die normale Playmobil und auch nicht wie die Playmobil-1.2.3, sondern es waren zum Beispiel Stapelfigur, Greifring, Tanzkugel, usw. Diese Spielwelt wurde ab 2004 ausgeschaltet.

Playmobil RC-Modul (seit 2001)[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 kam die RC-Model-Artikel auf dem Markt. Seither kann man die Playmobil-Fahrzeuge sogar mit RC-Modul-Sets kombinieren und damit von der Ferne mit einer RC-Modul-Funktion durch die Playmobil-Welten fahren, ohne dass man selber von der Nähe die Fahrzeug bewegen muss.[15]

Playmobil Top Agents (seit 2010/2012)[Bearbeiten]

Top Agents von Playmobil war auch ein Fantasy-Spielwelt von Playmobil wie die Space und Future Planet. Im Jahr 2010 kam die Top Agents zum ersten Mal auf dem Markt, beim ersten Serie ging es um die Kampf der Weltherrschaft von Spy Team gegen Robo Gangster. Auch da gab's tolle Spielffekte, von Spionage Kameraset und UV-Multifunktiontaschenlampe bis zur Agenten-Alarmanlage und Agenten-Metalldetektor. Wegen der erfolgreichen von Weihnachten 2010 und Jahr 2011, wurde die zweite Serie, die Top Agents 2, produziert. Und da ging es auch um die Kampf der Weltherrschaft, aber von Spy Team gegen Mega Masters. Auch da gab es tolle Spieleffekte, nämlich die Fahrzeuge haben reflektierende Oberflächen, sodass sie mit einer, von Playmobil produzierten, UV- und -Weißlichttaschenlampe leuchten können.

Playmobil Future Planet (seit 2011)[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurde erneut eine Spielwelt produziert, welche das Thema Weltraum aufgreift. Das Zubehör dieser,reicht von K.O.-Leuchtkanonen und Turbojets bis hin zu Energiesteinen und Solarzellen. Es ist unklar, ob die Serie seit 2013 eingestellt wurde, oder ob wie bei den Top Agents eine Fortsetzung geplant ist.

Playmobil RC-Unterwassermotor (seit 2013)[Bearbeiten]

Neben der RC-Modul und RC-Train gibt es seit 2013 auch eine RC-Unterwassermotor, denn bei den frühere Unterwasser konnte man sich nicht so einfach die Richtungen sich aussuchen. Aber das veränderte sich mit der RC-Unterwassermotor, denn da kann man die Richtungen ganz einfacher sich aussuchen. Am Anfang gab's die RC-Unterwassermotor das nur beim Piratensegleer (5258) als limitierte Auflage, erst seit 2014 kann man den RC-Unterwassermotor einzeln kaufen.[16]

Merchandise und Accessories[Bearbeiten]

Playmobil lässt zu anderen Firmen auch andere Artikel außer seine Produkte produzieren, das sind zum Beispiel Laubsäge-Sets, Kindergeschirr, Plakate, Taschen & Tüten, Buttons, Originalkataloge, FunCards, Schlüsselanhänger usw.

Promotion-Packungen[Bearbeiten]

Neben den Einzelpackungen und Set-Packungen zu den verschiedenen Themenwelten führte Playmobil seit 1980 immer neue Varianten verschiedener Promotion-Packungen ein. So gab es regelmäßig ein „Super-Set“, „Starter-Set“ und „Jubiläums-Sets“. Außerdem wurden auch „Playmobil-Micro“-Sets, Spielkoffer-Sets und „Duo-Packs“ eingeführt. Für besonderen Anlässen und Verkäufe wurden auch Werbefiguren bzw. Werbeartikel, wie zum Beispiel Albrecht Dürer für Albrecht-Dürer-Haus, Zirndorfer Gendarm Bolli für 100. Stadtjubiläum, für Funpark-Bistro verschiedene Werbefiguren als Gratis, usw. Jedes Jahr gab es auch Artikel, die ihre Auflage Limitiert war, also (meistens) nur einen Jahr lang gültig.

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Anders als bei der Konkurrenz, wie z. B. Lego, gibt es bei Playmobil bewusst keine lizenzierten Merchandising-Produkte, also Sets, die im Rahmen einer gemeinsamen Vermarktung mit Filmen oder anderen Medien angeboten werden. Dafür gibt es allerdings spezielle markenorientierte Sets, wie beispielsweise Flugzeuge mit Airline-Logo, die nur auf den Flügen der entsprechenden Airline verkauft werden.
  • Im Gegensatz dazu versucht Playmobil neutral medialen Trends zu folgen, so dass die Western-Welt (seit 2012 wieder komplett im Programm) für Jahre aus dem Programm verschwand, da es kaum noch massenwirksame mediale aktuelle Vorbilder gab. Die Welt der Piraten bekam hingegen einen Aufschwung durch die Fluch-der-Karibik-Reihe, in der sogar Geisterpiraten-Sets angeboten wurden. Die Wiederentdeckung der Dinosaurier war Filmen wie Jurassic Park geschuldet.
  • Ein anderer Aspekt ist die Darstellung von Waffen, die bis 1997 nur auf historische Welten beschränkt war. Polizisten der Gegenwartswelt wurden bis dort nur mit Knüppel und Kelle ausgestattet. Das einzige moderne Gewehr fand sich in der Safari-Welt (1980–1988). Erst mit der Einführung der neuen realitätsnahen Polizeifiguren ab 1997 führte man auch eine moderne Handfeuerwaffe ein.

Individuelle Gestaltung von Playmobil-Figuren (Customizing)[Bearbeiten]

Methoden des Customizing[Bearbeiten]

Viele Sammler von Playmobil-Figuren gestalten individuelle Figuren, die es so nicht im Handel zu kaufen gibt, z. B. für Modelle oder Trickfilme.[17]

Bei diesem so genannten „Customizing“ werden vier Stufen unterschieden:

1. Stufe: Original-Figuren und Zubehörteile unterschiedlicher Themenwelten aber aus gleicher Playmobil-Zeit werden kombiniert.

Beispiel: Eine rot-schwarze Klicky-Figur von 1976 wird mit Federband, Feder-, Hand- und Fußschmuck zu einem Indianer.

2. Stufe: Original-Figuren und Zubehörteile unterschiedlicher Themenwelten und Playmobil-Zeiten werden kombiniert.

Beispiel: Aus einer Piraten-Figur mit Holzbein wird mit Kleidungsstücken von Soldaten eine Kriegsversehrtenfigur. So eine Figur würde Playmobil nie produzieren, da sie unvereinbar mit der eigenen Spiel- und Produktphilosophie wäre.

3. Stufe: Original-Figuren werden zerlegt und mit anderen Figurteilen (Kopf, Körper, Arme, Beine) anderer Original-Figuren kombiniert und zusätzlich mit Zubehörteilen aus unterschiedlichen Themenwelten und Playmobil-Zeiten bestückt.

4. Stufe: ähnlich Stufe 3; Die Figuren und Zubehörteile werden noch handwerklich verändert oder individuell bemalt.

In gleicher Weise werden von Sammlern auch Pflanzen, Fahrzeuge, Schiffe und Gebäude teilweise mit enorm hohem materiellen und handwerklichen Aufwand verändert.

Darüber hinaus werden zur Darstellung der verschiedenen Playmobil-Welten und Inszenierung der entsprechenden Figuren mitunter auch sehr große Kulissen mit Landschaften und Gebäuden erstellt, die fast ausschließlich aus „Fremdmaterialien“ wie handelsübliche Bastel- und Modellbaumaterialien hergestellt werden. Hierbei ist die Grenze zwischen Customizing und dem klassischen Modellbau fließend.

Vor allem auf überregionalen Playmobil-Tauschbörsen oder in Internet-Foren (z. B. Klickywelt, Playmo-Treff) tauschen Sammler Informationen und Tipps zu speziellen Customizing-Techniken aus.

Umgang der Firma Geobra Brandstätter mit veränderten Playmobil-Artikeln[Bearbeiten]

Die Kreativität der Playmobil-Customizer nutzt die Firma Geobra Brandstätter für neue Produktideen. Unter anderem wurde auch das System X zur individuellen Gestaltung und Erweiterung von Gebäuden hieraus entwickelt.

Im Sinne der Produkthaftung lehnt die Firma Geobra aus Sicherheitsgründen allerdings materielle Ansprüche grundsätzlich ab, wenn Playmobil-Artikel handwerklich verändert wurden (z. B. durch Erhitzen, Verbiegen oder Bemalen).

Außerdem machte die Firma Geobra in einer offiziellen Stellungnahme deutlich, dass sie Veränderungen von Playmobil-Figuren und anderen Playmobil-Bauteilen sowie deren öffentliche Darstellung im Sinne des Urheberrechts nur unter bestimmten Bedingungen toleriert. [18]

Demnach will die Firma Geobra vor allem gegen die Nutzung von Playmobil-Artikeln zur Darstellung ideologischer, politischer, diskriminierender, kriegerischer, gewaltverherrlichender und nicht kindgerechter Inhalte, Themen und Szenen vorgehen, wenn „diese öffentlich werden oder in anderer Weise eine relevante Bedeutung erlangen“.

In diesem Zusammenhang gibt es unter Sammlern, Kunstschaffenden und Ausstellern eine andauernde und sehr kontroverse Diskussion über den Eingriff der Firma Geobra in die Kunstfreiheit.

Im April 2012 bat Geobra Brandstätter die Piratenpartei Deutschland keine Playmobil Piratenfiguren als Symbol oder Werbeträger der Partei zu nutzen, da Playmobil „ein politisch neutrales Spielzeug“ sei. Anita Möllering, Bundespressesprecherin der Piratenpartei, antwortete, dass nicht die Piratenpartei, sondern die berichtenden Medien für diese Darstellungen verantwortlich seien und die Piratenpartei es auch „nicht toll“ fände, wenn sie mit Spielzeugen dargestellt werde.[19]

Da einige Themen (z. B. Römer, Ritter, Piraten, Western), die unter historischen Aspekten häufig mit dem Einsatz von Waffen und kriegerischen Handlungen verbunden sind, von der Firma Geobra als Playmobil-Themenwelten produziert und veröffentlicht wurden, besteht diesbezüglich zudem eine Diskrepanz zu dem Anspruch der Firma Geobra, ein „gewaltfreies Kinderspielzeug“ zu produzieren.

Hierzu argumentiert die Firma Geobra, dass es vielmehr darum gehe, mit den Playmobil-Artikeln keine brutalen Kampfszenen und keine blutigen Verwundungen, Verstümmelungen oder Enthauptungen darzustellen.

Darüber hinaus steht vor allem die Gestaltung von Militärszenen in kontroverser Diskussion, die Streitkräfte aus der Zeit nach dem Jahr 1900 sowie deren Ausrüstung, Waffen und Militärfahrzeuge zeigt („Modernes Militär“).

Kritiken[Bearbeiten]

Rechtsstreit um die „Playmo-Bibel“[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 begann ein Pfarrer aus Steinbach im Taunus, Szenen aus dem Alten und Neuen Testament mit Playmobil-Figuren nachzubauen. Er fotografierte die einzelnen Szenen und veröffentlichte die Bilder unter der Bezeichnung „Playmo-Bibel“ auf einer eigenen Website im Internet. Aufgrund der Originalität dieser Bibel-Umsetzung zeichnete die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) das Projekt im gleichen Jahr mit einem Innovationspreis aus. Nach anfänglicher Unterstützung für dieses Projekt nahm die Firma Geobra Brandstätter immer stärkeren Einfluss auf die Umsetzung und Veröffentlichung und wollte diverse Einschränkungen durchsetzen. Einerseits ging es dabei um die Darstellung nackter und modellierter Adam- und Eva-Figuren und andererseits um eine mit ausgebreiteten Armen am Kreuz hängende Jesus-Figur, deren Arme durch Erhitzen mit einem Haartrockner verbogen wurden. Zudem hat die Firma Geobra den Pfarrer aufgefordert, nicht mehr den Begriff „Playmo-Bibel“ zu verwenden. [20] Nach gescheiterten Vermittlungsversuchen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in diesem Rechtsstreit, beendete im Mai 2009 der Pfarrer sein „Playmobil-Bibel-Projekt“, schloss seine Internet-Seite und verkaufte auf Betreiben des Waldenbucher Museum für Alltagskultur das gesamte Kunstwerk schließlich an das übergeordnete Landesmuseum Württemberg.[21] Im Herbst 2011 eröffnete das Waldenbucher Museum für Alltagskultur nun unter der Bezeichnung „Die Klicky-Bibel“ eine inhaltlich identische Playmobil-Ausstellung („adam, eva + co - Die Bibel in Spielfiguren“), die auch die umstrittenen Szenen enthielt. Hier war ein Unterlassungseinspruch der Firma Geobra Brandstätter jedoch gescheitert, weil „die Frist für Einwendungen gegen die Ausstellung nicht eingehalten wurde“.[22][23]

Anpassung an den Zeitgeist[Bearbeiten]

Regelmäßig werden bestimmte Szenen und Figuren in Playmobil-Sets kritisiert. So musste der Plastik-Bierkasten aus dem Bauarbeiter-Set verschwinden, da dies nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Arbeitssicherheit entspricht. Auch ein Tanzbär wurde einem Mittelalter-Satz entnommen, nachdem es Proteste von Tierschützern gabt. Im Gegenzug wurden auch weibliche Bankräuber eingeführt, um die Gleichheit der Geschlechter zu praktizieren.[24]

Playmobil ohne Waffen[Bearbeiten]

Nach Beginn des Playmobils gab es von Fachhändlern und Playmobil-Fans auch noch die Waffen-Kritik. Als aber am Anfang die Ritter keine Ausrüstung und die Cowboys sowie die Polizisten keine Pistolen hatten, protestierten die Kunden, Fachhändler und Playmobil-Fans den Playmobil und sagten ,,Eine Cowboy und Polizist ohne Pistole und Ritter ohne Ausrüstung, das gibt's doch nicht!. Seither dürfen die Pistolen beim Cowboy- und Polizist-Welt und Ausrüstungen beim Ritter-Welt niemals fehlen.

Namensstreit um Ronhof[Bearbeiten]

Angefangen hat alles im Ronhof – die traditionelle Spielstätte war das erste Stadion, das den Namen eines Sponsors trug: 1996, der Verein stieg damals in die Zweite Bundesliga auf, wurde das Fürther Fußballstadion auf den Namen „Playmobil-Stadion“ getauft. Eben dieser Stadion-Name beschäftigt nun das Landgericht Nürnberg-Fürth. Denn am 1. Juli 2010 wurde aus dem „Playmobil-Stadion“ die „Trolli-Arena“ – und die Süßwarenfirma Trolli ließ sich die Namensrechte einiges kosten. Und das wurmt Conny Brandstätter gewaltig. „Um Erbschaftssteuer zu sparen“, so der Sohn des Playmobil-Gründers vor Gericht, bekam er das Areal am Ronhof vor rund sechs Jahren von seinem Vater überschrieben. Und nun verlangt er zwei Drittel der Einkünfte aus den Verträgen mit Trolli. Als Eigentümer hätte er die Namensrechte, meint der Brandstätter-Junior, die Umbenennung hält er für rechtswidrig. Die Spielvereinigung winkt ab: Als Betreiber des Stadions könnte sie auch die Namensrechte veräußern. Kleeblatt-Boss Helmut Hack traf sich mehrfach mit Conny Brandstätter, um den ärgerlichen Namensstreit beizulegen. Doch vergeblich. Nun zog Brandstätter vor Gericht, „Spielfeld“ ist in diesem Fall die 7. Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth, als „Schiedsrichter“ agiert Richter Rolf von Kleist. Bislang, so der Richter, habe es in der Rechtsprechung noch keinen Benennungsstreit um ein Fußballstadion gegeben. Der Konflikt könne daher „Rechtsgeschichte schreiben“ – es sei denn, es käme doch noch eine „vernünftige Einigung“ zustande. Fest steht: Der Sponsoring-Vertrag zwischen Playmobil und dem Verein ist längst abgelaufen. Und unter keinem der Pachtverträge findet sich die Unterschrift von Conny Brandstätter – er kam allein als Rechtsnachfolger seines Vaters ins Spiel. Angesichts der offenen Rechtslage gibt der Richter den Kontrahenten bis September Bedenkzeit. Ob ein Kompromiss zustande kommt? Brandstätter beeindruckt die komplexe Sachlage kaum: Er habe sich bei einem Manager des 1. FC Nürnberg informiert, schildert er. Auch beim Club sei man überzeugt, dass der Eigentümer das Recht habe, dem Stadion einen Namen zu verpassen. Jurist Horst Kletke, Anwalt der Spielvereinigung, sieht dies anders. Er verweist auf die gesetzlichen Regelungen zum Pachtvertrag: Demnach ist der Verpächter verpflichtet, dem Pächter „den Genuss der Früchte während der Pachtzeit zu gewähren“. Und bei dieser abstrakten Formulierung handelt es sich keineswegs um Obstbäume – wie Brandstätter („Auf unserem Fußballplatz wachsen keine Früchte!“) annimmt. Kletke: „Der sportliche und damit auch der wirtschaftliche Erfolg rührt doch nicht aus Ihrem Eigentum, sondern aus dem Talent der Spieler.“ Und auch Richter von Kleist müht sich in der ihm eigenen Besonnenheit um Ruhe. Wer weiß, ob die Einnahmen aus der Namensgebung so hoch bleiben würden, „heute steht der Verein in der Ersten Liga, Nürnberg weiß, dass dies nicht dauerhaft sein muss“. Im November 2012 blieb die Name von Ronhof als ,,Trolli Arena. Im Juni 2014 aber wurde die Stadion zur Stadion am Laubenweg umbenannt. [25]

Playmobil und Piratenpartei[Bearbeiten]

Doch neuerdings tauchen die Plastikmenschen mit dem ewigen Lächeln auch im Zusammenhang mit Politik auf: Ihre Piraten-Figuren werden gern als Symbol für die aufstrebende Piratenpartei verwendet - zum Missfallen des Herstellers. "In letzter Zeit waren die Piraten in der Presse gehäuft in Verbindung mit Playmobil-Figuren (...) abgebildet", erklärte das Unternehmen in einer E-Mail an die Partei, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Die Figuren seien auch mit Aufklebern der Piraten versehen gewesen. "Playmobil ist aber ein politisch neutrales Spielzeug", sagte eine Unternehmenssprecherin. Kinder sollten nicht beeinflusst werden, indem sie die Figuren in einem politischen Zusammenhang sähen. "Wir möchten deshalb nicht, dass die Piraten die Figuren bewusst für ihre Werbung einsetzen." Die Piratenpartei reagierte mit Unverständnis auf die Aussage des Unternehmens. "Wenn jemand Eigentümer von solchen Figuren ist, kann er meiner Meinung nach damit machen, was er will", sagte Matthias Schrade, Beisitzer im Bundesvorstand der Piraten. Dass Medien bei der Berichterstattung über die Piraten Beiträge bisweilen mit Playmobil-Figuren bebildern, sei der Partei bekannt. Die Piratenpartei selbst habe die Figuren aber nicht zu Werbezwecken eingesetzt, sagte Schrade. "Als ernstzunehmende Partei wollen wir ohnehin nicht unbedingt, dass man uns mit Spielzeug darstellt." Das Schreiben an die Piraten habe nichts mit politischer Gesinnung zu tun, sagte eine Playmobil-Sprecherin. Man wolle das Spielzeug grundsätzlich von der Politik fernhalten. Weitergehende Schritte schloss Playmobil allerdings aus. [26]

Online-Aufstand gegen Playmobil-Spielzeug[Bearbeiten]

Das populäre System-Spielzeug Playmobil hat mit einem Set zum Thema Flughafen-Sicherheitskontrolle den Unmut vieler Eltern erregt. Playmobil, das traditioneller Weise auf die Abbildung von realistischen Situationen und Szenarien setzt, hat mit der Darstellung eines Sicherheits-Checks seine Philosophie für einige offenbar zu sehr ausgereizt. Wie die New York Times berichtet, löste das betreffende Spielzeugset - bestehend aus bewaffneten Flughafenpolizisten, Metalldetektor und Röntgenmaschine - in den USA einen kleinen Online-Aufstand im Forum des Internethändlers Amazon aus. In zahlreichen Produktbewertungen und Kommentaren kritisierten Eltern die realitätsgetreue Abbildung des Sicherheitsapparats mit teils bissigem Unterton. "Ich gratuliere Playmobil dazu, uns mit Werkzeugen zu versorgen, die uns dabei helfen, unseren Kindern das unhinterfragte Befolgen von Anordnungen des staatlichen Sicherheitsapparats beizubringen", schreibt ein Amazon-Nutzer. Die Kritik an Playmobil erscheint zugleich überraschend als auch ungewöhnlich. In der Regel ist das Spielzeug des deutschen Herstellers Brandstätter eher mit positiven Assoziationen und pädagogisch wertvollen Prädikaten besetzt. "Die negative Rückmeldung auf diesen einzelnen Artikel beschränkte sich ausschließlich auf die USA. In keinem anderen Land gab es solche Reaktionen", erklärt Judith Schweinitz von der Pressestelle Playmobil Deutschland. Das Unternehmen versuche mit dem Spielzeug immer, Szenarien möglichst realistisch nachzustellen - so eben auch die Situation auf dem Flughafen. "Es wäre schade, wenn der ansonsten breite Zuspruch und das positive Image von Playmobil dadurch verfälscht würde", so Schweinitz weiter. Mittlerweile wird das in die Kritik geratene Spielzeugset gar nicht mehr hergestellt, wie auch Schweinitz bestätigt. "Hier besteht allerdings überhaupt kein kausaler Zusammenhang zu der Kritik in den USA. Der Artikel wurde wie viele andere aus dem Sortiment genommen, um neuen Platz zu machen." Es geschehe regelmäßig, dass neue Produkte eingeführt und alte dafür aus dem Regal genommen würden. "Der Bereich Flugzeug wurde insgesamt zusammengeschrumpft", erklärt Schweinitz. Das Aus der Playmobil-Sicherheitskontrolle dürfte bei den aufgebrachten Eltern in jedem Fall für Wohlgefallen sorgen. "Es geht darum, welches Bild von der Welt man seinem Kind vermitteln will", schreibt Greg Allen, Betreiber eines Eltern-Blogs. Allen betrachtet den Playmobil-Aufruhr eher pragmatisch. Ein Sicherheits-Checkpoint kann sagen 'Das ist es, was wir das nächste Mal auf dem Weg zu Oma sehen werden' oder aber 'Das ist die Fehlfunktion des Sicherheitsstaats'. Es kommt darauf an, wie man das Spielzeug sehen und interpretieren will." [27]

Schichtwechsel von Andrea Schauer im geobra Brandstätter[Bearbeiten]

Der erste Bevollmächtigte der Fürther IG Metall, Reiner Gehring, stellt die Gründe für den Wechsel in der Geschäftsleitung beim Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter in Frage. Das Unternehmen hatte am 22. Juli 2014 bekannt gegeben, dass Playmobil-Chefin Andrea Schauer die Unternehmensführung in einem Jahr abgeben wird. Das Ausscheiden der Managerin zum 1. Juli 2015 habe "persönliche, vorwiegend gesundheitliche Gründe", hieß es. Gehring mutmaßt stattdessen, dass Firmen-Inhaber Horst Brandstätter "Wind von einigen Sachen bekommen hat, die er bisher nicht wusste". Er sagte weiter, die Firma versuche mit aller Kraft, die IG Metall aus dem Unternehmen heraus zu halten. "Alles ist gut, nichts läuft schief", sagte Pressesprecherin Judith Weingart im Bayerischen Rundfunk. Das laufende Verfahren um die Betriebsratswahlen werde das Unternehmen nicht kommentieren. Ein Zusammenhang zwischen dem Prozess und dem Führungswechsel bestehe nicht. Zum Nachfolger der Geschäftsführerin habe Alleininhaber Horst Brandstätter den kaufmännischen Geschäftsführer Steffen Höpfner berufen. Die zweite Position in der Geschäftsführung übernehme Pressesprecherin Judith Weingart. Sie ist ab kommendem Jahr für Entwicklung, Marketing und Vertrieb zuständig. Sie sei froh, dass der Wechsel so geordnet ablaufe, erklärte Weingart. Als Teil der Geschäftsführung wolle sie mit dem Betriebsrat "konstruktiv im Sinne der Mitarbeiter und des Unternehmens umgehen. So wie bisher auch." Das Unternehmen, das mit seinen Playmobil-Figuren Weltruf erlangt hat, hatte im Jahr 2013 einen Rekordumsatz von 552 Millionen Euro erwirtschaftet. Fast drei Viertel seines Umsatzes macht das Unternehmen aus Zirndorf im Ausland. Die Playmobilfigur feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. [28]

Ausstellungen und Stammtische[Bearbeiten]

Von Fans, Sammlern und anderen Firmen organisiert[Bearbeiten]

  • Die Allgäu-Börse, seit Oktober 2013.
  • Zirndorfer Playmobil-Stammtisch, seit September 2014.
  • LuxPlaymoDays, seit Oktober 2006.

Von Playmobil organisiert[Bearbeiten]

Bisherige Ausstellungen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • 40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit, Landesmuseum Koblenz, 28. März – 31.Oktober 2015
  • Happy Birthday! 40 Jahre Playmobil, Städtisches Museum Zirndorf, 28. Juni 2014 – 22. Februar 2015
  • Playmobil-Abenteuer ohne Ende, Niederrheinisches Museum Kevelaer, 6. Dezember 2014 – 15. Februar 2015
  • Abenteuer mit Playmobil – 40 Jahre ein Fest! Spielzeugmuseum Deventer, bis 31. Dezember 2014
  • 40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit, Historisches Museum der Pfalz, 1. Dezember 2013 – 2. November 2014
  • Die Welt im Spiel – 40 Jahre Playmobil, Spielzeugmuseum Nürnberg, 10. April – 19. Oktober 2014
  • 40. Jubiläumsaktion Share the Smile, seit 2014
  • Playmobil-Tour, 2005–2010
  • Playmobil – Entdecke die Welt, Kulturhistorisches Museum Magdeburg, 7. Juli – 21. Oktober 2007
  • 30 Jahre Playmobil, Niederrheinisches Museum Kevelaer, 2005–2006
  • 30 Jahre Playmobil – Spielzeuggeschichte(n) aus Zirndorf, Städtisches Museum Zirndorf, 3. Juli – 5. September 2004.
  • 30 Jahre Playmobil – Entdecke die Welt, Historisches Museum der Pfalz, 30. November 2003 – 18. April 2004.
  • 30. Jubiläumsaktion Playmobil – Entdecke die Welt, 2004 – 2007
  • Der Weg zu Playmobil – 125 Jahre geobra Brandstätter, Städtisches Museum Zirndorf, 28. Juli – 30. September 2001.
  • Winzige Weltmacht – 25 Jahre Playmobil, Städtisches Museum Zirndorf, 8. Juni – 1. Oktober 2000.

Sonstiges[Bearbeiten]

Playmobil-Diorama
Legionäre der Varusschlacht im LWL-Römermuseum in Haltern

Playmobil-Foren und -Clubs[Bearbeiten]

  • Klickywelt, seit 2003, Vorgänger Playmo-Portal[33]
  • funtastic-plastic, seit 2009[34]
  • Playmo-Treff, seit 2008[35]
  • PlaymoFriends, seit 2005[36]
  • Playmobil Collectors Club (PCC), seit 2012[37]
  • Tricornejock, seit 2005[38]

Engagement[Bearbeiten]

  • Stiftung Kinderförderung von Playmobil, seit 1996[39]
  • Aktion Spielen und Helfen, seit 2005[40]
  • Astraia-Stiftung, seit 2012[41]
  • WWF und Playmobil - eine tierische Kooperation, seit 2013[42]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Felicitas Bachmann: 30 Jahre Playmobil. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-251-5.
  • Axel Hennel: Playmobil Collector 2006. Katalog für Playmobil-Spielzeug. 2. Auflage. Fantasia, Dreieich 2006, ISBN 3-935976-40-2 (ausführlicher, bebilderter, chronologischer Produktkatalog für Sammler)
  • Hannah Köpper, Sacha Szabo (Hrsg.): Playmobil durchleuchtet. Wissenschaftliche Analysen und Diagnosen des weltbekannten Spielzeugs. Tectum, Marburg 2014, ISBN 978-3-8288-3022-6.
  • Richard Unglik: Playmobil – Abenteuer der Weltgeschichte. Heel, Königswinter April 2005, ISBN 3-89880-429-1.
  • Richard Unglik: Playmobil – Abenteuer Tierwelt. Heel, Königswinter Mai 2009, ISBN 978-3-86852-005-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Playmobil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Greek toy museum: Playmobil Greek Lyra. Abgerufen am 27. August 2014 (englisch).
  2. collectobil.com: The Schaper license. 9. Februar 2005, abgerufen am 27. August 2014 (englisch).
  3. a b c d Playmobil: Brandstätter-Gruppe - die wichtigsten Daten. 29. Januar 2014, abgerufen am 27. August 2014.
  4. 40 Jahre PLAYMOBIL. Historisches Museum der Pfalz, abgerufen am 7. März 2014.
  5. http://landesmuseum-koblenz.de/index.php?id=42968
  6. http://www.museen.nuernberg.de/spielzeugmuseum/kalender-details/ausstellungen/die-welt-im-spiel40-jahre-playmobil/1b43c8d749d309bce6203783fdca8bce/
  7. http://www.speelgoedmuseumdeventer.nl/tentoonstellingen/tijdelijke-tentoonstelling-playmobil
  8. http://www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de/aktuelles/
  9. http://www.zirndorf.de/Aktuelle-Sonderausstellung.n137.html
  10. Playmobil auf Siegeszug in den Kinderzimmern
  11. Brandstätter-Gruppe - die wichtigsten Daten
  12. Playmobil erzielt erneut Umsatzrekord
  13. Playmobil Fakten 2007
  14. Brandstätter-Gruppe – die wichtigsten Daten (MS Word; 23 kB)
  15. download.playmobil.com
  16. download.playmobil.com
  17. Playmobil-Customizing
  18. [1] Stellungnahme der Firma Geobra Brandstätter
  19. Playmobil will mit Piratenpartei nichts zu tun haben, Artikel auf golem.de, abgerufen am 20. April 2012.
  20. [2]
  21. [3]
  22. [4]
  23. [5]
  24. Playmobil-Bauarbeiter trinken kein Bier mehr auf n-tv.de
  25. [6]
  26. [7]
  27. [8]
  28. [9]
  29. Bastei Lübbe: Die Playmos - Folge 41. Abgerufen am 27. August 2014.
  30. Christian Rickens: Playmobil-Chef Brandstätter : „Die Kinder wollen es so“. spiegel.de, 20. Oktober 2013, abgerufen am 22. Oktober 2013.
  31. Sendung mit der Maus Special: Varusschlacht abgerufen am 7. November 2014
  32. ruhrnachrichten.de - Varusschlacht im Halterner LWL-Museum mit 15 000 Playmobil-Legionären abgerufen am 7. November 2014
  33. www.klickywelt.de
  34. www.funtastic-plastic.de
  35. www.playmo-treff.de
  36. www.playmofriends.com
  37. www.pcc.pm
  38. www.tricornejock.com
  39. Playmobil: Stiftung Kinderförderung von Playmobil. Abgerufen am 27. August 2014.
  40. Playmobil: Aktion Spielen und Helfen. Abgerufen am 27. August 2014.
  41. Playmobil: PLAYMOBIL unterstützt mit AQUA ASTRAIA Straßenkinder in Indien. Abgerufen am 27. August 2014.
  42. Playmobil: WWF und Playmobil - eine tierische Kooperation. Abgerufen am 27. August 2014.