Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1796

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3. Präsidentschaftswahl
4. November – 7. Dezember 1796

US Navy 031029-N-6236G-001 A painting of President John Adams (1735-1826), 2nd president of the United States, by Asher B. Durand (1767-1845)-crop.jpg
Föderalistische Partei
John Adams / Thomas Pinckney
Wahlmänner 71  
Stimmen 35.726  
  
53,4%
Thomas Jefferson by Rembrandt Peale, 1800.jpg
Demokratisch-Republikanische Partei
Thomas Jefferson / Aaron Burr
Wahlmänner 68  
Stimmen 31.115  
  
46,6%

Wahlergebnisse nach Bundesstaat
Karte der Wahlergebnisse nach Bundesstaat
  9   Adams
  7   Jefferson

Präsident der Vereinigten Staaten
Vor der Wahl
George Washington
Unabhängig

Die dritte Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika fand im Jahr 1796 statt. Es war die erste Wahl, bei der zwei politische Parteien um den Wahlsieg wetteiferten; es war außerdem die einzige Wahl, bei der Präsident und Vizepräsident aus unterschiedlichen Parteien stammten. Gewählt wurde John Adams vor Thomas Jefferson, der Vizepräsident wurde.

Wahlsystem[Bearbeiten]

Das damalige Wahlsystem gab jedem Wahlmann zwei Stimmen. Jeder Wahlmann musste mindestens für einen Kandidaten außerhalb seines Heimatstaates stimmen. Um Präsident zu werden, musste der Kandidat eine absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen erreichen, der Kandidat mit der zweithöchsten Stimmenzahl wurde Vizepräsident, für diesen war keine absolute Mehrheit notwendig.

Kandidaten und Parteien[Bearbeiten]

Amtsinhaber George Washington weigerte sich, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren; damit schuf er eine Tradition, die bis zur zweiten Wiederwahl von Franklin D. Roosevelt im Jahr 1940 nicht gebrochen wurde.

Schon bei der Wahl im Jahr 1792 hatten sich erste Parteien gebildet, doch 1796 war das erste Mal, dass sämtliche Kandidaten zu einer Partei gehörten. Die Föderalistische Partei, angeführt von John Adams, befürwortete eine starke, die Wirtschaft beeinflussende, Regierung. Die von Thomas Jefferson angeführte Demokratisch-Republikanische Partei hingegen setzte sich für eine dezentrale Regierung, eine strikte Auslegung der Verfassung und eine landwirtschaftlich geprägte Nation ein. Zudem waren die Democratic Republicans gegen den Jay-Vertrag.

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Wahlen war der Sieger nicht von vornherein klar. Die Föderalisten nominierten Adams, die Demokratisch-Republikanische Partei Jefferson. Um sich die Unterstützung der Südstaaten zu sichern, nominierte die Föderalistische Partei Thomas Pinckney, ehemals Gouverneur von South Carolina, als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Weitere Kandidaten um die vize-Präsidentschaft aus der Föderalistischen Partei waren Oliver Ellsworth, James Iredell, John Jay, Samuel Johnston und Charles Cotesworth Pinckney. Die Demokraten-Republikaner nominierten Aaron Burr als ihren Vize-Präsidentschafts-Kandidaten. Außerdem kandidierten für dieses Amt auch die Demokraten-Republikaner Samuel Adams, George Clinton und John Henry. Zudem erhielt interessanterweise der scheidende Präsident George Washington, obwohl er nicht mehr kandidierte, 2 Wahlmännerstimmen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Kandidat Partei Heimatstaat Volkswahl Wahlmänner
Anzahl Prozent
John Adams Föderalist Massachusetts 35.726 53,4% 71
Thomas Jefferson Demokraten-Republikaner Virginia 31.115 46,6% 68
Thomas Pinckney Föderalist South Carolina 59
Aaron Burr Demokraten-Republikaner New York 30
Samuel Adams Demokraten-Republikaner Massachusetts 15
Oliver Ellsworth Föderalist Connecticut 11
George Clinton Demokraten-Republikaner New York 7
John Jay Föderalist New York 5
James Iredell Föderalist North Carolina 3
George Washington Parteilos Virginia 2
John Henry Demokraten-Republikaner Maryland 2
Samuel Johnston Föderalist North Carolina 2
Charles Cotesworth Pinckney Föderalist South Carolina 1

Die Rechnung der Föderalisten ging nicht auf. Zu viele Mitglieder des Electoral College, unter anderem elf Wahlmänner aus New Hampshire, gaben ihre Zweitstimme nicht Pinckney. John Adams konnte zwar die Wahl mit 71 Wahlmännerstimmen gewinnen, Pinckney konnte jedoch nur 59 Stimmen auf sich vereinen und wurde Dritter hinter Thomas Jefferson, der es auf 68 Stimmen brachte und damit Vizepräsident wurde, obwohl er ursprünglich für das Präsidentenamt kandidiert hatte. Aaron Burr aus New York, Angehöriger der Demokratisch-Republikanischen Partei, wurde Vierter mit 30 Wahlmännerstimmen.

Dies war der einzige Fall in der Geschichte der Vereinigten Staaten, bei dem Präsident und Vizepräsident aus unterschiedlichen Parteien stammten, nimmt man den Fall von Abraham Lincoln und Andrew Johnson aus, der zwar im Gegensatz zum Republikaner Lincoln Demokrat gewesen war, aber gemeinsam mit ihm für die sogenannte National Union Party angetreten war. Die Probleme, die sich später daraus ergaben, und die Wahl von 1800 führten zu der Verabschiedung des 12. Amendments.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: US-Präsidentschaftswahl 1796 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur M. Schlesinger et al. (Hg.): History of American Presidential Elections, 1789-1968. Band I. New York: Chelsea House Publishers, 1985.
  • Joanne B. Freeman: The Election of 1796. In: Richard A. Ryerson (Hg.): John Adams and the Founding of the Republic. Northeastern University Press, Boston 2001.