Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1796
Die dritte Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika fand im Jahr 1796 statt. Es war die erste Wahl, bei der zwei politische Parteien um den Wahlsieg wetteiferten; es war außerdem die einzige Wahl, bei der Präsident und Vizepräsident aus unterschiedlichen Parteien stammten. Gewählt wurde John Adams vor Thomas Jefferson, der Vizepräsident wurde.
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[Bearbeiten] Wahlsystem
Das damalige Wahlsystem gab jedem Wahlmann zwei Stimmen. Jeder Wahlmann musste mindestens für einen Kandidaten außerhalb seines Heimatstaates stimmen. Um Präsident zu werden, musste der Kandidat eine absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen erreichen, der Kandidat mit der zweithöchsten Stimmenzahl wurde Vizepräsident, für diesen war keine absolute Mehrheit notwendig. (Für eine genaue Beschreibung des Wahlsystems vor der Verabschiedung des 12. Verfassungszusatzes)
[Bearbeiten] Kandidaten und Parteien
Amtsinhaber George Washington weigerte sich, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren; damit schuf er eine Tradition, die bis zur zweiten Wiederwahl von Franklin D. Roosevelt im Jahr 1940 nicht gebrochen wurde.
Schon bei der Wahl im Jahr 1792 hatten sich erste Parteien gebildet, doch 1796 war das erste Mal, dass sämtliche Kandidaten zu einer Partei gehörten. Die Föderalistische Partei, angeführt von John Adams, befürwortete eine starke, die Wirtschaft beeinflussende, Regierung. Die von Thomas Jefferson angeführte Demokratisch-Republikanische Partei hingegen setzte sich für eine dezentrale Regierung, eine strikte Auslegung der Verfassung und eine landwirtschaftlich geprägte Nation ein. Zudem waren die Democratic Republicans gegen den Jay-Vertrag.
Im Gegensatz zu den vorangegangenen Wahlen war der Sieger nicht von vornherein klar. Die Föderalisten nominierten Adams, die Demokratisch-Republikanische Partei Jefferson. Um sich die Unterstützung der Südstaaten zu sichern, nominierte die Föderalistische Partei Thomas Pinckney, ehemals Gouverneur von South Carolina, als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten.
[Bearbeiten] Ergebnis
Die Rechnung der Föderalisten ging jedoch nicht auf. Zu viele Mitglieder des Electoral College, unter anderem elf Wahlmänner aus New Hampshire, gaben ihre Zweitstimme nicht Pinckney. John Adams konnte zwar die Wahl mit 71 Wahlmännerstimmen gewinnen, Pinckney konnte jedoch nur 59 Stimmen auf sich vereinen und wurde Dritter hinter Thomas Jefferson, der es auf 68 Stimmen brachte und damit Vizepräsident wurde. Aaron Burr aus New York, Angehöriger der Demokratisch-Republikanischen Partei, wurde Vierter mit 30 Wahlmännerstimmen.
Dies war der einzige Fall in der Geschichte der Vereinigten Staaten, bei dem Präsident und Vizepräsident aus unterschiedlichen Parteien stammten. Die Probleme, die sich später daraus ergaben, und die Wahl von 1800 führten zu der Verabschiedung des 12. Amendments.
[Bearbeiten] Literatur
- Arthur M. Schlesinger et al. (Hg.): History of American Presidential Elections, 1789-1968. Band I. New York: Chelsea House Publishers, 1985.
- Joanne B. Freeman: The Election of 1796. In: Richard A. Ryerson (Hg.): John Adams and the Founding of the Republic. Northeastern University Press, Boston 2001.
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