Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof

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Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof
Der Bahnsteig zu Gleis 2
Der Bahnsteig zu Gleis 2
Daten
Kategorie 3
Betriebsart unterirdischer Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Reisende etwa 300.000 im Monat (Stand: 2013)[1]
Abkürzung FFLU
IBNR 8070004
Eröffnung 14. März 1972
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Frankfurt am Main
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 3′ 7″ N, 8° 34′ 40″ O50.0519444444448.5777777777778Koordinaten: 50° 3′ 7″ N, 8° 34′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen

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Einbindung in das Schienennetz der Deutschen Bahn

Der Bahnhof Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof wurde am 14. März 1972 als Teil des neuen Terminals Mitte (heute Terminal 1) am Frankfurter Flughafen eröffnet. Er war damit nach Berlin-Schönefeld der zweite Flughafenbahnhof in Deutschland überhaupt und der erste im Netz der Deutschen Bundesbahn.

Täglich halten im Bahnhof insgesamt 223 S-Bahnen und Regionalzüge mit insgesamt rund 300.000 Fahrgästen pro Monat (Stand: 2013).[1]

Allgemein[Bearbeiten]

Der Bahnsteig zum Gleis 1 von Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof

Der Regionalbahnhof ist als unterirdischer Durchgangsbahnhof angelegt und verfügt über drei Gleise („Regio 1“ bis „Regio 3“), von denen sich die Gleise 2 und 3 an einem Mittelbahnsteig befinden. Dieser ist 410 m lang, der Außenbahnsteig 210 m.[2] Bis zur Inbetriebnahme des Fernbahnhofs im Jahr 1999 hieß der Bahnhof Frankfurt (Main) Flughafen und es fuhren sowohl Nahverkehrs- als auch Fernverkehrszüge. Der Bahnhof gehört zum Bahnhofsmanagement Frankfurt (M).

Fahrzeuge mit Dieseltraktion dürfen nur dann in den Regionalbahnhof einfahren, wenn die Abgaswerte der verwendeten Bauart nicht zu hoch sind. Derzeit (Stand: 2014) halten Dieseltriebwagen der Baureihe 612 im Regionalbahnhof, die die Linie Frankfurt HbfSaarbrücken Hbf bedienen.

Geschichte[Bearbeiten]

Triebwagen der DB-Baureihe 403 als Lufthansa-Airport-Express im damaligen Bahnhof Frankfurt (Main) Flughafen (1988)

Die Anlage des dreigleisigen Tiefbahnhofs wurde bereits bei Planung des Terminals Mitte der 1960er Jahre vorgesehen.

Das Verkehrspolitische Programm der Bundesregierung von 1967 gab nach Angaben der Bundesbahn den entscheidenden Anstoß für die Planung und Finanzierung der Frankfurter Flughafenbahn.[3] Im April 1969 schlossen die damalige Deutsche Bundesbahn und die Flughafengesellschaft FAG eine Finanzierungsvereinbarung über den Anschluss des Flughafens an das Bahnnetz. Die Kosten für den Bahnhof und die 7,5 km lange Flughafenschleife beliefen sich auf 100 Millionen D-Mark (etwa 51 Millionen Euro) und wurden je zur Hälfte zwischen Flughafengesellschaft und Bund aufgeteilt.

Der Bahnhof wurde am 14. März 1972 durch den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann eröffnet. Den Feierlichkeiten wohnten auch Bundesverkehrsminister Georg Leber und Ministerpräsident Albert Osswald bei. Nach Ansprachen am Frankfurter Hauptbahnhof fuhr ein Sonderzug – der von der S-Bahn München geliehene Triebzug 420 567 – zur neuen Flughafenstation. Der neue Bahnhof ging ein Jahr früher als zunächst geplant in Betrieb, wobei die Anbindung in Richtung Mainz und Wiesbaden zur Inbetriebnahme des Bahnhofs noch nicht fertiggestellt war.[3]

Der reguläre Zugverkehr wurde am 16. März 1972 um 4 Uhr aufgenommen.[3] Der Bahnhof diente zunächst als reiner Regionalbahnhof, war aber – mit dem 410 m langen Mittelbahnsteig – bereits für die Aufnahme von Fernverkehr vorbereitet. Die Deutsche Bundesbahn ging dabei davon aus, zu einem späteren Zeitpunkt nur Charter-Fernverkehr abzuwickeln, nicht jedoch planmäßigen Fernverkehrs-Reisezugverkehr.[2] Bis Ende 1972 wurden mehr als zwei Millionen Reisende gezählt.[4]

Zwischen 1982 und 1993 wurde der Bahnhof durch den Lufthansa Airport Express bedient.[2] Im Zuge des Konzepts IC 85 wurde der Bahnhof ab 1985 im Stundentakt in das IC-Netz eingebunden.[5] Mit Eröffnung des Flughafen-Fernbahnhofs am 30. Mai 1999 ging der Großteil des Fernverkehrs auf den neuen Fernbahnhof über. In dieser Zeit erfolgte auch die Umbenennung in Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof.[6] Nur nachts, während der Fernbahnhof geschlossen war, verkehrten einzelne Fernzüge über den Regionalbahnhof.

Als Teil der Ausbaumaßnahmen der Riedbahn war noch Ende der 1980er Jahre auch die Erweiterung des Regionalbahnhofs und eine Verbindungskurve zur Riedbahn vorgesehen.[7] Andere Überlegungen sahen vor, den Bahnhof im Rahmen der Errichtung des Terminals 2 auf dem Gelände des Terminals Ost sowie der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main um ein viertes Gleis zu erweitern und unter anderem über einen Tunnel an die Riedbahn Richtung Zeppelinheim anzubinden. Trotz der hohen Kosten des Eingriffs in das bestehende Gebäude rechnete man damit, dass die Kapazitäten mittelfristig nicht ausreichend sein würden. Andere Überlegungen sahen vor, einen zusätzlichen Bahnhof unter dem bestehenden Gebäude zu errichten. Nachdem eine Durchführbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis gekommen war, fiel die Entscheidung aufgrund der hohen Kosten gegen diese Variante.[6][8] Am Seitenbahnsteig (Gleis 1) gibt es eine Bauvorleistung: einen großen Übergang zu dem nicht gebauten Gleis, der mit Türen abgeschlossen wurde. Westlich des Bahnhofs erinnert ein vorbereiteter Tunnelstutzen an diese Pläne.

Vom 9. bis 30. Juli 2007 wurde der Bahnhof für einen vollständigen Austausch der 30 Jahre alten Gleise gesperrt.[9] Seit Anfang 2010 präsentieren sich die Verteilerebene und der Verbindungsgang zum Terminal 1 nach einer grundlegenden Modernisierung in einem neuen, helleren Design.

Züge[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Seit Eröffnung des Fernbahnhofs hielten am Regionalbahnhof noch vereinzelte Fernzüge in Tagesrandlage, da der Fernbahnhof über Nacht geschlossen war.[10] Seit Jahresfahrplan 2011 ist der Fernbahnhof auch nachts geöffnet, seitdem sind keine planmäßigen Fernzughalte am Regionalbahnhof mehr vorgesehen.

Ein Relikt des Fernverkehrs ist noch immer am Bahnsteig 2 zu sehen: Zu Beginn der Einführung des ICE-Verkehrs waren an allen Bahnsteigen, an denen ICE-Züge hielten, rote Markierungen in dem Bereich angebracht worden, in dem beim Zughalt die Türen waren. Durch den Einsatz verschiedener ICE-Zugtypen ist diese Markierung aber mittlerweile überholt und wurde von den meisten Bahnsteigen mittlerweile entfernt, am Regionalbahnhof sind diese Markierungen (Stand: 7. Dezember 2011) aber am Bahnsteig 2 noch vorhanden.

Regional-/S-Bahnen[Bearbeiten]

BR 420 der Linie S8 im Regionalbahnhof auf dem Weg nach Wiesbaden Hbf

In Frankfurt Flughafen Regionalbahnhof halten zwei Linien der S-Bahn Rhein-Main und drei Regional-Express-Linien. Die S8 und die S9 verkehren jeweils zwischen Wiesbaden und Offenbach am Main im 30-Minuten-Takt und ergänzen sich etwa so, dass ein 15-Minuten-Takt entsteht. Zu bestimmten Zeiten werden diese S-Bahn-Linien zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und Kelsterbach verstärkt.

Die Regional-Express-Linien zwischen Frankfurt und Saarbrücken beziehungsweise zwischen Frankfurt und Koblenz fahren alle zwei Stunden den Regionalbahnhof an und ergänzen sich so zu einem annähernden Stundentakt zwischen Frankfurt und Ingelheim.

Linie Linienverlauf Takt
S8Frankfurt S8.svg Wiesbaden Hbf – Mainz Hbf Kelsterbach – Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt Hbf (tief) Offenbach (Main) Ost (– Hanau Hbf) 30 min
S9Frankfurt S9.svg Wiesbaden Hbf – Mainz-Kastel – Kelsterbach – Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt Hbf (tief) Offenbach (Main) Ost (– Hanau Hbf) 30 min
RE 55 Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt (Main) Süd Hanau Hbf (– Kahl (Main) – Aschaffenburg Hbf – Gemünden (Main) – Würzburg Hbf) (nur im Pendlerverkehr) dreimal täglich
RE 2/80
(Mittelrhein-Main-Express)
Koblenz Hbf – Boppard Hbf – Bingen (Rh) Hbf – Mainz Hbf – Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt (Main) Hbf 120 min
RE 3/80
(Nahe-Express)
Saarbrücken Hbf – Bad Kreuznach Mainz Hbf – Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt (Main) Hbf 120 min

Linien
Beginn Regional RE 55
Hanauer Bahn/Main-Spessart-Bahn
Frankfurt Süd
Rüsselsheim Regional RE 80
Saarbrücken Hbf–Frankfurt Hbf
Frankfurt Hbf
Rüsselsheim Regional RE 80
Koblenz Hbf–Frankfurt Hbf
Niederrad
S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Kelsterbach
← Wiesbaden Hbf
S8 Stadion
Hanau Hbf →
Kelsterbach
← Wiesbaden Hbf
S9 Stadion
Hanau Hbf →

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Seit 30 Jahren geht es vom Flieger direkt weiter in den Zug. In: Treffpunkt Frankfurt Airport. Nr. Herbst, 2013, S. 2, ZDB-ID 2188981-8 (PDF-Datei).
  2. a b c Wilhelm Bender: Der Anschluss des Frankfurter Flughafens an das Eisenbahnnetz. In: Eisenbahnen in der Region Frankfurt RheinMain, Hestra-Verlag, Darmstadt, 2002, ISBN 3-7771-0304-7, S. 150–161.
  3. a b c  Neuer Bahnhof: Frankfurt-Flughafen. In: Die Bundesbahn. 46, Nr. 7, 1972, S. 355–357.
  4. Besuch beim Rhein-Main-Flughafen und der Flughafenbahn Frankfurt (M). In: Die Bundesbahn, 6/1973, S. 407 f.
  5. Deutsche Bundesbahn, Hauptverwaltung (Hrsg.): Die neue Bahn. Wir über uns. Broschüre, 86 A4-Seiten, Frankfurt am Main, Mai 1985, S. 45.
  6. a b Ohne Autor: Startschuss am Frankfurter Kreuz. In: Eisenbahn Journal, Sonderausgabe 3/2002, ISBN 3-89610-095-5, S. 64–66.
  7. Neubau- und Ausbaustrecken. In: Die Bundesbahn. Jg. 66, Nr. 1, 1990, ISSN 0007-5876, S. 82–87.
  8. Jahresrückblick 1988 – Neu- und Ausbaustrecken. In: Die Bundesbahn 1/1989, S. 61.
  9. Regionalbahnhof am Flughafen drei Wochen gesperrt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 112, 15. Mai 2007, S. 36.
  10. www.rmv.de: Stationsbeschreibungen Frankfurt Flughafen Abgerufen am 6. November 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien