Robin Hood – König der Diebe

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Filmdaten
Deutscher Titel Robin Hood – König der Diebe
Originaltitel Robin Hood: Prince of Thieves
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1991
Länge Kinofassung:
137 Minuten
Langfassung:
155 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Kevin Reynolds
Drehbuch Pen Densham
John Watson
Produktion Pen Densham
Richard Barton Lewis
John Watson
Musik Michael Kamen
Kamera Douglas Milsome
Schnitt Peter Boyle
Besetzung
Synchronisation

Robin Hood – König der Diebe ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm aus dem Jahr 1991 und basiert auf den Geschichten über Robin Hood.

Handlung[Bearbeiten]

Jerusalem zu Zeiten der Kreuzzüge. Im Jahre 1194 kann der junge englische Adelige Robin von Locksley aus der Kriegsgefangenschaft entfliehen – zusammen mit und unter tatkräftiger Mithilfe des Mauren Azeem, der ebenfalls zum Tode verurteilt wurde. Azeem fühlt sich gegenüber Robin in der Schuld und schließt sich diesem als Leibwächter und Berater an. Gemeinsam gelingt beiden die Flucht nach Britannien.

Doch in der Heimat erwartet beide statt des Friedens eine böse Überraschung: Robins Vater Lord Locksley wurde getötet, das Familienschloss niedergebrannt und die Ländereien beschlagnahmt. Für alles ist ein Mann verantwortlich – der Sheriff von Nottingham, der während der Abwesenheit von König Richard ein grausames Regiment führt, die Bevölkerung knechtet und mit Hilfe seines Vetters und Handlangers Guy von Gisborne hohe Steuern auf brutale Weise eintreibt.

Robin und Azeem finden auf der Flucht vor den Schergen des Sheriffs Schutz in den Wäldern rund um Nottingham und gewinnen dort die Gunst einiger für vogelfrei erklärter Gesetzloser. Robin formt aus ihnen eine schlagkräftige Truppe und beginnt, den Sheriff, seine Männer und aristokratische Getreue mit raffinierten Guerilla-Attacken und Überfällen um deren Besitzungen und Reichtümer zu erleichtern, die umgehend an das gebeutelte Volk zurückgehen.

Dabei kommt er neben großen Geldbeträgen auch hinter die wahren Absichten des Sheriffs: Dieser will in Abwesenheit des Königs mit einigen getreuen Lords, deren Stimmen er sich mit Gold gekauft hat, den Herrscher absetzen und selbst die Herrschaft über England an sich reißen.

Durch einen Angriff von keltischen Söldnern nahezu zerschlagen, rafft sich die Truppe noch einmal auf und greift schließlich Nottinghams Schloss an. Die gefangenen Kameraden werden vor ihrer geplanten Hinrichtung befreit. Im Zweikampf kann Robin den Sheriff schließlich besiegen und seine Geliebte Marian aus dessen Gewalt befreien. Er kann sein Ziel, für die Gerechtigkeit des englischen Volkes zu kämpfen, durchsetzen, bis König Richard Löwenherz zurückkehrt. In der Schlussszene kehrt Richard Löwenherz zurück und gibt Robin und Marian bei deren Eheschließung seinen Segen.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Die Gage für den Cameo-Auftritt von Sean Connery (Darsteller der Titelrolle in der Verfilmung von 1976 durch Richard Lester), der nur zwei Drehtage zu absolvieren hatte, betrug 250.000 US-Dollar. Er spendete das Geld für ein karitatives Projekt.
  • Der Titelsong zum Film (Everything I Do) I Do It for You wurde von Bryan Adams gesungen, hielt sich mehrere Monate auf Platz eins in den Musikcharts und gilt bis heute als eine der meistverkauften Singles aller Zeiten.
  • Zur gleichen Zeit kam eine andere Robin-Hood-Verfilmung in die Kinos. Robin Hood – Ein Leben für Richard Löwenherz mit Patrick Bergin, Uma Thurman, Jürgen Prochnow und Jeroen Krabbé konnte sich an den Kinokassen gegen das Reynolds-Werk jedoch zu keinem Zeitpunkt durchsetzen, obwohl der Film gute Kritiken erhielt. In den USA schaffte er nicht einmal den Weg ins Kino.
  • Der Film spielte 390,5 Millionen US-Dollar ein und war 1991 nach Terminator II der erfolgreichste Film.[2]
  • Der Film bedient sich in vielerlei Hinsicht bei Aspekten der Fernsehserie Robin Hood. Die Figur des muslimischen Begleiters, das Auftauchen der wilden, urtümlich wirkenden Kelten und die Hexe weisen deutliche Einflüsse auf.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der Aufwand war gewaltig, das Ergebnis gediegen. Prachtvolle Kulissen und Wälder, tolle Stunts und Kampfszenen, durchaus erfrischend-komödiantische Dialoge, äußerst präsente Mitspieler. Abenteuerfilmhandwerk. Hollywood-Routineware. Verkaufbares Konfektionsprodukt. Wer erwartete, die Sehnsucht nach magischer Poesie stillen zu können, war von vornherein Fantast.“

Oberösterreichische Nachrichten vom 7. September 1991

„Die Abenteuer des englischen Volkshelden im Kampf für die Armen und Entrechteten in einer weiteren Filmversion, die ihre Figuren den Leinwand-Idolen und ihre Action den Fantasy-Errungenschaften der 80er Jahre anpasst. Obwohl in der Handlungsführung nicht origineller als viele Vorgänger, unterhält der Film weitgehend mit Tempo und Ironie.“

Lexikon des internationalen Films[3]

„Die Titelrolle spielt Kevin Costner, der sich so lässig und amerikanisch gibt, dass man das Gefühl hat, er kaue den ganzen Film hindurch Kaugummi. Prince of Thieves bemüht sich, einen modernisierten Robin Hood zu liefern, der die Eigenschaften des Action-Helden mit einem gewissen Maß an sozialer Verantwortung verknüpft. Costners demonstrative Entspanntheit, die seine kämpferischen Fähigkeiten jedoch in keiner Weise einschränkt, steht im bewussten Kontrast zu den athletisch-akrobatischen Interpretationen der Rolle durch Fairbanks und Flynn. (…) Obwohl auch dieser Film sich zunächst in die inzwischen fast unausweichlich gewordene Tradition des schmutzig-authentischen Mittelalters zu stellen scheint, mildert er dieses ästhetische Konzept immer wieder ab. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich die Interieurs stets als ein bisschen zu opulent, zu dekorativ oder zu gemütlich oder als ein bisschen zu schauerlich im Stile einer trockeneisdurchwehten Geisterbahn.“

Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende, 2013.[4]

Auszeichnung[Bearbeiten]

Der Film war 1992 in der Kategorie Bester Filmsong für einen Oscar nominiert. Im selben Jahr war er auch für den Besten Filmsong und die Beste Filmmusik für den Golden Globe nominiert.

Parodie[Bearbeiten]

1993 folgte eine von Mel Brooks inszenierte Parodie auf die Robin-Hood-Filme. In Robin Hood – Helden in Strumpfhosen zieht Brooks neben etlichen anderen damals bekannten Kinowerken hauptsächlich den Kevin-Costner-Streifen durch den Kakao, darunter den Stockkampf gegen Little John und Teile des finalen Schwertduells.

DVD-Auswertung[Bearbeiten]

Im Jahre 2004 kam der Film noch einmal in einer Doppel-Disc-Special-Edition auf DVD heraus. Hierbei wurden die bei der ursprünglichen Kinofassung herausgeschnittenen Szenen (vorrangig jene mit Alan Rickman), Trailer, Biographien, Interviews und ein Making-Of hinzugefügt. Bei den zusätzlichen Szenen handelt sich hauptsächlich um die Handlung erklärende bzw. voranbringende Filmbestandteile, die das Gesamtwerk sinniger machen. Unter anderem erfährt der Zuschauer, warum der Sheriff schwarze Magie bevorzugt, was sein eigentlicher Plan ist und dass er das Kind seiner persönlichen Hexe und Wahrsagerin ist.

Durch die fehlenden Szenen, welche man in den fertigen Film einfügte, wurde es für die deutsche Veröffentlichung notwendig, den Film noch einmal komplett neu zu synchronisieren. Dabei wurden etliche andere Synchronsprecher verwendet, da die Sprecher der Originalbesetzung entweder bereits verstorben oder nicht verfügbar waren. So entstand unter Führung von Lutz Riedel – welcher die Sprechregie übernahm und darüber hinaus Alan Rickman die Stimme lieh – eine vollkommen neue Fassung, welche aber insgesamt nicht unumstritten ist. In verschiedenen Filmforen im Internet wird beispielsweise darüber diskutiert, dass die Tonqualität geringer ist oder die Synchrondramaturgie mit aufgesetzt wirkendem Humor an Dramatik verloren hat.

Synchronisation[Bearbeiten]

Schauspieler Kinofassung DVD-Version
Kevin Costner Frank Glaubrecht Frank Glaubrecht
Morgan Freeman Jürgen Kluckert Jürgen Kluckert
Mary Elizabeth Mastrantonio Katja Nottke Katja Nottke
Alan Rickman Peter Fricke Lutz Riedel
Nick Brimble Hartmut Neugebauer Tilo Schmitz
Christian Slater Silvan Leirich Philipp Moog
Michael McShane Wolfgang Hess Roland Hemmo
Geraldine McEwan Ingeborg Lapsien Luise Lunow
Walter Sparrow Manfred Lichtenfeld Friedrich G. Beckhaus
Harold Innocent Holger Hagen Hans-Werner Bussinger
Michael Wincott Oliver Stritzel Gerald Paradies
Brian Blessed Joachim Höppner Joachim Kerzel
Sean Connery Gert Günther Hoffmann Christian Rode
Douglas Blackwell Walter Reichelt Jochen Schröder
Liam Halligan Arne Elsholtz Bernd Vollbrecht
John Tordoff Horst Sachtleben Wilfried Herbst

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende. München: C. H. Beck 2013, S. 113-116, ISBN 978-3-406-64541-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (PDF; 69 kB)
  2. Einspielergebnisse
  3. Robin Hood – König der Diebe im Lexikon des Internationalen Films
  4. Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende. München: C. H. Beck 2013, S. 113ff., ISBN 978-3-406-64541-9.