Ruppertsberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ruppertsberg
Ruppertsberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ruppertsberg hervorgehoben
49.4002777777788.1958333333333117Koordinaten: 49° 24′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Deidesheim
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 8,07 km²
Einwohner: 1458 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67152
Vorwahl: 06326
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 043
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Bahnhof 5
67146 Deidesheim
Webpräsenz: www.ruppertsberg.de
Ortsbürgermeisterin: Ursula Knoll (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Ruppertsberg im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche in Ruppertsberg

Ruppertsberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Deidesheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist eine Weinbaugemeinde mit langer Weinbautradition und ein Teil der Metropolregion Rhein-Neckar.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruppertsberg wurde 1040 erstmals urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich entwickelte es sich ab 800 aus der Hoheburg heraus. Um 1100 schenkte der letzte Graf des Kraichgaus den Ort an das Hochstift Speyer, das ihn als Lehen an die Ritter von Ruppertsberg gab. Im 14. Jahrhundert zerstörten kaiserliche Truppen die Burg, worauf die Ritter im Nordosten des Dorfes eine Wasserburg, das sogenannte Schloss, errichteten. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs lebten in Ruppertsberg nur noch zwei Familien. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Ruppertsberg zum Hochstift Speyer.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Neustadt zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Ruppertsberg dem Landkommissariat Neustadt im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Neustadt zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Neustadt an der Weinstraße hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Ruppertsberg zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Seit 1969 gehört Ruppertsberg zum Landkreis Bad Dürkheim und seit 1972 der Verbandsgemeinde Deidesheim an.

Religion[Bearbeiten]

Ende 2011 waren 57,1 Prozent der Einwohner katholisch und 20,2 Prozent evangelisch. 20 Prozent waren konfessionslos und 3 Prozent gehörten einer sonstigen Religion an.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ruppertsberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 2 9 5 16 Sitze
2004 1 8 7 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin Ruppertsbergs ist seit 2004 Ursula Knoll (CDU). Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009, bei der sie keinen Gegenkandidaten hatte, wurde sie mit 87,9 Prozent der Stimmen wiedergewählt.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein in den Ecken gemauerter schwarzer Turm mit vier Zinnen über einer schwarzen Mauer mit je einer Zinnen rechts und links und mit einem offenen Spitztor, darin in Gold eine grünbestielte blaue Traube“.

Es wurde 1955 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.[5]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Ruppertsberg pflegt Partnerschaften mit Courpière in Frankreich und Höchstädt an der Donau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Teehaus
Plan von Schloss Ruppertsberg aus dem Jahre 1719

Bauwerke[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Martin in Ruppertsberg ist ein dreischiffiger spätgotischer Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert. Sehenswert ist vor allem die etwa 1510 geschaffene steinerne Kanzel mit ihren Darstellungen von Heiligen und Propheten.

Das ehemalige Teehaus ist das Wahrzeichen Ruppertsbergs. Es wurde 1840 einige hundert Meter westlich des Ortes in den Weinbergen nach dem Vorbild im Englischen Garten in München gebaut. Das ehemalige Teehaus ist ein großer viereckiger Pavillon mit einem verglasten Obergeschoss.

Von der im 18. Jahrhundert unter Damian Hugo von Schönborn zum Schloss ausgebauten Wasserburg an der Nordostseite des Ortes haben sich zwei von ursprünglich vier Flügeln erhalten. Durch spätere Umbauten ist der Schlosscharakter weitestgehend verlorengegangen.

An der Grenze zur Königsbacher Gemarkung steht die katholische Wallfahrtskapelle Heilige Vierzehn Nothelfer (Klausenkapelle). Der dorthin führende, auf Königsbacher Seite liegende Wallfahrtsweg mit Kreuzwegstationen führt von der dortigen Pfarrkirche durch den Wald zur Kapelle.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ruppertsberg

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Ruppertsberger Weinkerwe findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende statt. Sie fällt am Sonntag dieses Wochenendes mit dem Erlebnistag Deutsche Weinstraße zusammen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz 23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2
Bad Dürkheim 4 855 62,8 37,2
Billigheim-Ingenheim 5 818 56,6 43,4
Kirrweiler 14 594 65,0 35,0
Edesheim 17 500 55,3 44,7
Deidesheim 18 486 83,7 16,3
Wachenheim (Weinstr.) 19 477 71,1 28,9
Göcklingen 22 456 62,5 37,5
Freinsheim 26 432 54,0 46,0
Bockenheim (Weinstr.) 29 415 54,4 45,6
Heuchelheim-Klingen 31 400 57,1 42,9
Ruppertsberg 32 397 74,2 25,8


Weinbau[Bearbeiten]

Der Ort ist erheblich geprägt vom Weinbau und zählt zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz.

Weinlagen sind:

  • Linsenbusch
  • Hoheburg
  • Gaisböhl
  • Nußbien
  • Spieß
  • Reiterpfad

Verkehr[Bearbeiten]

Der nahegelegene Bahnhof Deidesheim an der Pfälzischen Nordbahn ermöglicht Bahnverbindungen nach Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße. Außerdem führen Buslinien in die umliegenden Ortschaften. Ruppertsberg gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 271. Im Südosten besteht Anschluss an die Bundesautobahn 65 über die Auffahrt Deidesheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. KomWis, Stand: 31. Oktober 2011
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Die Rheinpfalz – Mittelhaardter Rundschau, Ausgabe vom 8. Juni 2009
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3