Dackenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dackenheim
Dackenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dackenheim hervorgehoben
49.5216666666678.1847222222222170Koordinaten: 49° 31′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Freinsheim
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 3,32 km²
Einwohner: 443 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67273
Vorwahl: 06353
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 12
67251 Freinsheim
Webpräsenz: www.freinsheim.de
Ortsbürgermeister: Edwin Schrank
Lage der Ortsgemeinde Dackenheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Dackenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Freinsheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Pfalz im Norden der Deutschen Weinstraße. Dackenheim liegt in der Vorhügelzone zwischen dem Pfälzerwald und der Rheinebene. Westlich der Ortslage beginnt der Naturpark Pfälzerwald.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 534 mm. Die Niederschläge sind sehr niedrig. Sie liegen im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte. An acht Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Mai. Im Mai fallen 1,9 Mal mehr Niederschläge als im Januar. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An 32 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Beim Anlegen des Dackenheimer Golfplatzes im Jahre 1998 wurden frühgeschichtliche Zeugnisse in Form von Gefäßscherben entdeckt, die der Rössener Kultur (4700–4500 v. Chr.) zugeordnet wurden, was zur Annahme führt, dass Dackenheim – wie der Nachbarort Freinsheim – bereits in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein könnte. Aus spätkeltischer Zeit dürfte ein Fund aus dem Jahre 1952 stammen, eine Grabstelle mit einem Kopfrelief, das sich im Historischen Museum der Pfalz befindet.

Franken und Karolinger[Bearbeiten]

Belege aus der Römerzeit können nicht nachgewiesen werden. Die Nachsilbe „-heim“ im Ortsnamen legt nahe, dass die Gründung Dackenheims um 600, also zur Zeit der fränkischen Landnahme, erfolgt sein dürfte. Deutliche Hinweise auf eine Besiedlung in der Zeit der Merowinger lieferten Grabfunde aus dem Jahr 1910 in der Flur „In den 24 Morgen“ sowie 1976 in der Flur „Am Liebesbrunnen“. Der erste urkundliche Vermerk über das Dorf findet sich in den Akten des Klosters Lorsch vom 22. November 766 (Urkunde 1143) als „Donatio Nantheri in Dagastisheim“ (Schenkung Nanthers in Dackenheim).

12. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert gehörte Dackenheim zum Einflussbereich der Grafen von Leiningen. Aus dieser Zeit stammt der Bau der katholischen Kirche (1147).

In der Folge der Mainzer Erzstiftsfehde bzw. des Badisch-Pfälzischen Krieges und nach dem Tode von Margarethe von Leiningen-Westerburg fiel Dackenheim 1471 an die Kurpfalz. Hauptquelle der nachfolgenden Zeit ist das „Dackenheimer Weistum“ von 1485 sowie 1496 und 1579. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb Dackenheim im Besitz der Kurpfalz. In dieser Zeit wurde 1716 mit dem Neubau einer Lutherischen Kirche begonnen (1857 umgebaut).

Französische und bayerische Zeit[Bearbeiten]

Im Ersten Koalitionskrieg hatten französische Revolutionstruppen 1794 das Linke Rheinufer besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Dackenheim zum französischen Kanton Dürkheim im Département du Mont-Tonnerre (Dommersberg), um 1800 wurde Dackenheim Hauptort (chef-lieu) einer Mairie.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Pfalz 1816 zum Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Dackenheim zumLandkommissariat Neustadt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dackenheim besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Rot auf grünem Grund nebeneinander, je in goldener Kleidung mit goldener Krone und silberner Gloriole, rechts die Gottesmutter mit dem Kind auf dem rechten Arm, links die heilige Katharina, in der Rechten ein gesenktes silbernes Schwert mit goldenem Knauf und einem zerbrochenen roten Rad zu ihren Füßen, oben zwischen den Kronen und Gloriolen ein sechsstrahliger goldener Stern“.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Maria
Prot. Kirche Dackenheim: Innenansicht mit Altar, Taufstein und Kanzel

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Zentrum des aus fünf Klosterhöfen im 12. Jahrhundert zusammengewachsenen Ortes ist seine katholische Pfarrkirche St. Maria. Sie gehörte seit 1147 dem Kloster Höningen. Aus dieser Zeit stammen noch der romanische Turm mit Rundbogenfries im Sockelgeschoss und Doppelarkaden im Obergeschoss sowie die Chorapsis mit 3/8 Abschluss. Das Langhaus wurde im 18./19. Jahrhundert erneuert. Dabei wurde im Giebelfeld ein Relief des Sündenfalls aus dem Vorgängerbau – möglicherweise vom Portal-Tympanon – integriert.

Im einschiffigen Inneren sind die Chorpfeiler mit reichem Kapitellschmuck (Palmetten, Köpfe, Sitzfiguren) ebenfalls noch romanisch.

Neben der Kirche befindet sich ein kleiner Winzerbrunnen mit Bacchus-Figur.

Der Bau der protestantischen Kirche wurde 1716 begonnen, nachdem die Kurpfalz mit Kurfürst Johann Wilhelm ab 1698 von einem katholischen Fürsten regiert wurde und sich beide Konfessionen das bis dahin einzige Gotteshaus teilen mussten. 1717 vollendet, wurde die Protestantische Kirche bereits 1857 zu einer Emporkirche umgebaut und erhielt ihre heutige Form, ein Hallenbau mit Empore sowie einem Dachreiter mit achteckiger Glockenstube und einer zwiebelförmigen Kuppel. An der Südwand befinden sich Altartisch und Kanzel, die vom vergitterten Pfarrstuhl aus über eine Treppe zu erreichen ist. Die Orgel wurde 1875 von E. F.Walcker & Cie. erbaut.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dackenheim

Golf[Bearbeiten]

Loch 1 mit Wasserhindernis und Blick auf Dackenheim

Durch den 1995 am westlichen Ortsrand von Dackenheim gebauten, 2005 zur 27-Loch-Anlage erweiterten Golfplatz hat Dackenheim über sein traditionelles Selbstverständnis als Weinort hinaus einen weiteren Freizeit-Impuls erhalten.

Die Anlage steht mit sieben weiteren Golfplätzen des Rhein-Main-Gebiets, der Pfalz und des Saarlands im Verbund des so genannten Rotationsgolf-Konzepts des Mannheimer Golfplatzarchitekten und -Investors Hermann Weiland.

In Zusammenarbeit mit der Mainzer Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz wurden auf dem Gelände über 2000 Rebstöcke und Obstbäume gepflanzt. Dieser „Lehrpfad“ – er nennt sich Golfgarten – ist so gestaltet, dass die ersten 18 Löcher nach den sie umgebenden Rebsorten und die Löcher 19-27 nach den entsprechenden Obstsorten benannt sind. Gemäß eigenen Werbematerialien steht Spielern und auch Wanderern außerhalb des Platzareals das Probieren der Früchte frei.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Auf der Lage Dackenheimer Liebesbrunnen werden hauptsächlich Riesling, Gewürztraminer, Silvaner und Spätburgunder gestockt, ferner Scheurebe, Kerner, Weißburgunder und Grauburgunder, aber auch seltenere Reben wie Lemberger oder St. Laurent. Auch gibt es kleine Versuchsflächen für Neuzüchtungen. Ausgebaut wird größtenteils trocken, teilweise aber auch halbtrocken und mild. Sie reifen teilweise traditionell in Barrique- und Eichenholzfässern. Mehrere Familienweingüter und Winzergenossenschaften bieten freien Verkauf vor Ort mit Weinproben. Einzelne Weine sind in verschiedenen Jahren prämiert worden.

Mandelröth mit Schwerpunkt Chardonnay und Kapellengarten sind kleinere Dackenheimer Lagen.

Verkehr[Bearbeiten]

Eine einzige Hauptverkehrsstraße führt von der Bundesstraße 271 (der „eigentlichen“ Deutschen Weinstraße) mitten durch den Ort an der Kirche vorbei drei Kilometer östlich nach Freinsheim. Abseits der Durchgangsstraße erstrecken sich kleine Gassen mit Wohnhäusern, Höfen und Weingütern.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Emrich/Wolfgang Best: Dackenheim - Bausteine einer Chronik. Freinsheim 2004, 215 S. (Kleinauflage, erhältlich beim Ortsvorsteher von Dackenheim)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dackenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen