Wattenheim

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen siehe Wattenheim (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Wattenheim
Wattenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Wattenheim hervorgehoben
49.5216666666678.0616666666667312Koordinaten: 49° 31′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Hettenleidelheim
Höhe: 312 m ü. NHN
Fläche: 12,53 km²
Einwohner: 1558 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67319
Vorwahl: 06356
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 047
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 45
67310 Hettenleidelheim
Webpräsenz: www.wattenheim.de
Ortsbürgermeister: Andreas Werle (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Wattenheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Die evangelische Kirche
Die katholische Kirche im Hintergrund

Wattenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim an. Wattenheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Wattenheim liegt auf einem leicht ansteigenden Bergkegel in der Pfalz. Der Ort im Leiningerland ist Ausgangspunkt kleiner und größerer Wanderungen. Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Hettenleidelheim, Neuleiningen, Altleiningen, Carlsberg, Exklave von Neuleiningen, Bad Dürkheim, Fischbach, Enkenbach-Alsenborn, Ramsen und Eisenberg (Pfalz).

Zu Wattenheim gehören auch die Wohnplätze Görlesgrund, Hammermühle, Hetschmühle, Keckenhütte, Neuwoog und Schmelz.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Funde lassen darauf schließen, dass schon die Römer in Wattenheim eine Niederlassung gründeten. Die Ersterwähnung von Wattenheim 793 im Lorscher Codex gilt als umstritten. Vermutlich wurde der Ort erstmals 1221 erwähnt.[4] Im Mittelalter gehörte Wattenheim zu den Leiningern. Der durch die Kriegsereignisse verarmte Graf Philipp Ludwig von Leiningen-Westerburg verkaufte das Dorf 1695 an den kurmainzer Oberfeldkriegskommissar Franz Georg von Blumencron[5] welcher dort einen Zwergstaat, die Herrschaft Wattenheim etablierte.[6][7] Durch die 1771 erfolgte Einheirat des Freiherrn Ignatius Ferdinand von Vogelius wurde die Ortsherrschaft später in „Blumencron-Vogelius“ umbenannt.[8] Das Familienwappen der Freiherrn von Blumencron ging ins heutige Gemeindewappen über.

Im Ersten Koalitionskrieg fanden zwischen 1793 und 1795 in der Umgebung von Wattenheim Kampfhandlungen statt; das gesamte Gebiet wurde zeitweise französisch besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Wattenheim zum französischen Kanton Grünstadt im Département du Mont-Tonnerre (Dommersberg), um 1800 wurde Wattenheim Hauptort (chef-lieu) einer Mairie.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Pfalz 1816 zum Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Wattenheim zumLandkommissariat Frankenthal. Seit 1946 gehört die Gemeinde zum damals neugebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Bis 1969 gehörte das Dorf zum (erloschenen) Landkreis Frankenthal (Pfalz), seitdem zum Landkreis Bad Dürkheim.

Religion[Bearbeiten]

2013 waren 40,2 Prozent der Einwohner evangelisch und 33,3 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[9]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wattenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10]

Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt
2014 7 6 2 1 16 Sitze
2009 6 8 2 16 Sitze
2004 6 8 2 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Wattenheim e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Rahmen der Kommunalwahl 2014 wurde Andreas Werle (SPD) mit 52,8 Prozent der Stimmen direkt zum Ortsbürgermeister gewählt. Er löste Ernst-Albert Kraft (CDU) in diesem Amt ab.[11]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Rot und Blau gespalten, rechts ein durchgehendes goldenes Kreuz, links ein rotbekleideter Tatar mit goldenbordierter roter Pelzmütze und schwarzen Stiefeln, die Linke in die Hüfte gestützt, in der Rechten ein silbernes Krummschwert mit goldenem Griff schwingend“.

Es wurde 1958 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1733, in dem die Felder vertauscht waren. Das Kreuz entstammt dem Wappen der Grafen von Leiningen-Westerburg und der Tatar dem der Familie Blumencron.[12]

Im Jahre 1902 wurde Wattenheim ein Wappen verliehen, das, abweichend vom aktuellen Wappen, rechts den Leininger Adler, mit dem Westerburger Kreuz als Herzschild zeigt und in gespaltenem Schild - heraldisch falsch - zwei blaue Felder nebeneinander aufweist. Durch die Verleihung des heutigen Wappens im Jahre 1958 wurde dies korrigiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bis in die Zeit der ersten Kreuzzüge reicht die Geschichte der heute protestantischen Kirche zurück. In der Dorfmitte erhebt sich die katholische Kirche, ein neugotischer Hallenbau aus dem Jahre 1892/93.

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wattenheim ist über die Bundesautobahn 6 an das überregionale Straßennetz angebunden. An der Abfahrt Wattenheim befindet sich die Autobahnmeisterei und die Fernmeldegruppe Wattenheim. Nächstgelegene Bahnstation ist der Bahnhof Eisenberg (Pfalz).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Barbara Pfister, 1898

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Mario Basler (* 1968), ein Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wattenheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 88 (PDF; 2,3 MB)
  4. Landkreis Bad Dürkheim
  5. Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Band 67, 2005, Seite 372; Quelle zu Franz Georg von Blumencron
  6. Johann Georg Lehmann: „Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser in den ehemaligen Gauen, Grafschaften und Herrschaften der bayerischen Pfalz“, Band 3, Kaiserslautern 1863, S. 316 (Google Books)
  7. Georg Melchior von Ludolf: „Electa Iuris Publici“ , Supplementband, 1. Stück, 1725, S. 238 (Google Books)
  8. Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Seite 490, 1989; Ausschnitt aus der Quelle
  9. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Direktwahlen der Orts- und Stadtbürgermeister
  12. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3