Neuleiningen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Neuleiningen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Neuleiningen
Neuleiningen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Neuleiningen hervorgehoben
49.5419444444448.1394444444444300Koordinaten: 49° 33′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 9,07 km²
Einwohner: 808 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67271
Vorwahlen: 06351, 06356, 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 038
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.neuleiningen.de
Ortsbürgermeister: Franz Adam (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Neuleiningen im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Blick von der Burg nach Westen über Neuleiningen
Blick von Südosten auf Neuleiningen

Neuleiningen ist eine Ortsgemeinde im pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz), die der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land angehört. Der Ort liegt 18 Kilometer nordwestlich von Ludwigshafen am Rand der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und ist eine staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde.[2]

Geographie und Geologie[Bearbeiten]

Auf einem Vorberg beim nördlichen Ende des Mittelgebirgszuges der Haardt, dem sogenannten Leininger Sporn, gruppiert sich Neuleiningen in etwa 300 Meter Höhe um die gleichnamige Burg. Südwestlich und westlich erstrecken sich das Mittelgebirge des Pfälzerwaldes, nordwestlich das Nordpfälzer Bergland, im Norden 200 Meter tiefer das Eisenberger Becken, im Nordosten Grünstadt. Nach Osten breitet sich unterhalb der Rebenhügel des Leiningerlandes die 35 Kilometer breite Oberrheinische Tiefebene aus.

Der Weiler Neuleiningen-Tal liegt südlich des Hauptortes im Tal des Eckbachs auf 183 Meter Höhe.

Geologisch ist hier die Nahtstelle zwischen dem Pfälzerwald, dessen aus altem Buntsandstein aufgebaute Berge nach Nordosten auslaufen, und dem tiefen Grabenbruch des Rheintals. Neuleiningen liegt am Nordende dieses rheinischen Randgebirges. Am Ostabhang des Sporns verläuft jene Bruchlinie, wo der einstige Boden des Oberrheingrabens über zehn Kilometer in die Tiefe sank und mit jüngeren Sedimenten zur jetzigen Ebene aufgefüllt wurde. Einige dieser Lockergesteine kommen auch dem Weinbau an den Hängen zugute.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich vom Adelsgeschlecht der Leininger ab, dem vormals das Leiningerland gehörte und das auch im 13. Jahrhundert die Burg errichtet hat. Um diese herum setzte schon bald, indem sich Bürger ansiedelten, die Entstehung und Entwicklung des Dorfes ein. Im Zuge von Erbstreitigkeiten erlangte auch das Fürstbistum Worms vorübergehend Teileigentum an der Burg.

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erhielt Neuleiningen das Stadtrecht, verlor es jedoch wieder während der Zugehörigkeit zu Frankreich nach der Französischen Revolution.[3] Die Gemeinde gehörte zum Landkreis Frankenthal (Pfalz) bis zu dessen Erlöschen 1969.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neuleiningen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzender.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 1 7 4 12 Sitze
2009 1 8 3 12 Sitze
2004 1 9 2 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Neuleiningen e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist schrägrechts geteilt: Rechts unten in hellblauem Feld, von sechs goldenen Kreuzchen umgeben und rot bewehrt und bezungt, der nach rechts gewendete silberne leiningische Adler, links oben in schwarzem Feld, von zehn goldenen Kreuzchen umgeben und mit dem Bart schräg nach rechts oben zeigend, der silberne Schlüssel des Fürstbistums Worms.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Geschichte vieler Bauwerke reicht bis ins Mittelalter zurück:

Burg Neuleiningen

Die Burg Neuleiningen hat typologisch die französischen Burgen des sogenannten „Kastelltyps“ der Ile de France zum Vorbild. Sie wurde unter Graf Friedrich III. von Leiningen-Dagsburg in den 1240er Jahren erbaut und zählt damit zu den frühesten Kastellburgen auf deutschem Boden. Vom Aussichtsturm der Burg hat man eine hervorragende Sicht auf die Rheinebene im Osten sowie die Berge des Pfälzerwaldes im Westen. Zu Füßen Neuleiningens liegen Sausenheim und Kleinkarlbach. Bei gutem Wetter sind auch Ludwigshafen am Rhein, Mannheim, der Odenwald und sogar startende Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen zu erkennen.

Stadtbefestigung

Die Stadtbefestigung mit ihren vier Türmen wurde im Anschluss an die Burg errichtet und entstammt ebenfalls noch dem 13. Jahrhundert. Sie wurde im 15. Jahrhundert erneuert und ausgebaut. Von den vormals drei Stadttoren ist nur noch das westliche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten.

Nikolauskirche
Ehemals Burgkapelle, jetzt Pfarrkirche: St. Nikolaus

Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im 13. Jahrhundert als Burgkapelle zeitgleich mit der Burg erbaut. Sie wird auch Wallfahrtskirche der Gnadenmutter zu Neuleiningen genannt. Das Gnadenbild zum Fest Mariä Geburt am 8. September ist eine gotische Marienstatue mit Kind in einer Mandorla. Im 15. Jahrhundert wurde der Chor erweitert und der Turm angefügt. Der einschiffige Innenraum ist nach mehreren Restaurierungen stark verändert. Neben einer barocken Statue des heiligen Nikolaus mit segnender Hand beherbergt die Kirche noch mehrere spätgotische Holzskulpturen.

Pfarrhaus

Als Pfarrhaus dient der ehemalige Wachenheimer Hof (1561, stark verändert), das Wohnhaus der ehemaligen Burgverwalter, der Herren von Wachenheim. Der Komplex gehörte zur Vorburg der Burg Neuleiningen.

Rathaus

Das Rathaus (Mittelgasse) gehörte ebenso wie die angegliederte Kirche im 14./15. Jahrhundert zum Karmeliterkloster Zum Heiligen Kreuz, das in der Reformation aufgehoben wurde. 1902 erwarb die Gemeinde den Komplex und baute ihn so um, wie er sich heute darstellt. Seit 1957 ist die Kirche, die 1555–82 lutherisch und danach bis 1902 Synagoge war, wieder in evangelischem Eigentum.

Fachwerkhäuser
Fachwerkhäuser in Neuleiningen
Fachwerkhaus Ecke Obergasse/Mittelgasse

Gut erhaltene Fachwerkhäuser (16./17. Jahrhundert), z. T. mit Erker, prägen die engen Gassen des Ortskerns, insbesondere die parallel verlaufenden Bebauungen der Ober-, Mittel- und Untergasse.

Löwenskulptur

Die auf einer Säule stehende Löwenskulptur am Marktbrunnen (Mittelgasse) aus dem Jahre 1782 trug früher die so genannte Fasseiche (ein amtliches Eichgefäß für Weinfässer) und heute das Wappen der Fürstbischöfe von Worms.

Marktbrunnen

Unterhalb des Marktbrunnens ist in der Untergasse der Spülbrunnen erhalten. Er fing das in den Marktbrunnen ausgegossene Brauchwasser, das sich noch zum Spülen von Weinfässern eignete, in einem Becken auf.

Historischer Waschplatz

Im Hanggelände westlich des Ortsteiles Neuleiningen-Tal befindet sich der historische Waschplatz von Neuleiningen, aus dem 19. Jahrhundert, eine der wenigen erhaltenen Anlagen dieser Art.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Frühjahr

Seit über 400 Jahren wird am Sonntag Laetare, drei Wochen vor Ostern, im Ortskern die Winterverbrennung gefeiert.

Sommer

Der Neuleininger Burgsommer, eine Konzertreihe im Neuleininger Burghof, findet an fünf Wochenenden im Juni/Juli statt. Letztes Juliwochenende wird von den ansässigen Weingütern im Burghof das Burg-Weinfest veranstaltet.

Winter

Seit 1990 wird am 1. und 2. Adventswochenende im Ortskern der Neuleininger Weihnachtsmarkt veranstaltet, der wegen der mittelalterlichen Umgebung ins Umland ausstrahlt.

Modellflugsport[Bearbeiten]

Auf einer Anhöhe des Ortes befindet sich das Modellfluggelände der Abteilung Modellflug des Luftfahrtvereins Grünstadt und Umgebung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Weinbau ist vor dem Tourismus der Hauptwirtschaftszweig des Ortes. Die Weinberge liegen im Osten der Gemeinde an den Hängen zur Rheinebene hin. Die Hangneigung zur Morgensonne hat zwei Vorteile: Der Boden erwärmt sich früh nach der Abkühlung während der Nacht, und kältere Luftmassen können rasch in die Ebene abfließen, so dass es im Frühjahr nicht zu Frostschäden an den frischen Trieben kommt.

Der Weinbau in Neuleiningen hat Tradition. Im Ort gibt es mehrere Weingüter, deren Existenz bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Sie bauen sowohl Weißweine (Riesling, Chardonnay, Weißburgunder, Müller-Thurgau) als auch Rotweine (Spätburgunder, Dornfelder, Schwarzriesling, St. Laurent, Blauer Portugieser, Cabernet Sauvignon) an. Einige Weine reifen im Barriquefass. Kleinere Flächen werden auch mit neuen Rebsorten bestockt. Im Herbst wird in den Weingütern Neuer Wein angeboten, zu Weihnachten Glühwein aus eigener Produktion.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwar abseits des großen Verkehrs, doch am Hang nördlich führt die Autobahn 6 (MannheimSaarbrücken) vorbei. Die nächste Anschlussstelle ist vier Kilometer entfernt in Grünstadt. Dort besteht auch Anbindung an die Bundesstraße 271 (Bad DürkheimMonsheim) und die parallel verlaufende Linie der Pfälzischen Nordbahn.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuleiningen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Geschichtsdarstellung im Webauftritt der Gemeinde
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen