Bockenheim an der Weinstraße
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Bad Dürkheim | |
| Verbandsgemeinde: | Grünstadt-Land | |
| Höhe: | 160 m ü. NN | |
| Fläche: | 11,24 km² | |
| Einwohner: |
2149 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 191 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 67278 | |
| Vorwahl: | 06359 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DÜW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 32 006 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Industriestraße 11 67269 Grünstadt |
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| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Kurt Janson | |
| Lage der Ortsgemeinde Bockenheim an der Weinstraße im Landkreis Bad Dürkheim | ||
Bockenheim an der Weinstraße (pfälz. Bockrem) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land an.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Das pfälzische Bockenheim ist Teil der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und liegt am Nordende der 85 km langen Deutschen Weinstraße, die hier mit der Bundesstraße 271 identisch ist.
Geschichte[Bearbeiten]
Bockenheim besteht aus den Ortsteilen Groß- und Kleinbockenheim, die 1956 zusammengelegt wurden. Die beiden Orte waren nach der fränkischen Landnahme (um 500) aus kleinen Ansiedlungen entstanden, die sich um fränkische Gutshöfe entwickelt hatten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bockenheim 770 im Lorscher Codex.
Im April 1525 bildete sich im Pfälzischen Bauernkrieg der Bockenheimer Haufen, eine Zusammenrottung von Bauern, die sich den Aufständischen anschlossen.
Bis 1969 gehörte Bockenheim zum (erloschenen) Landkreis Frankenthal, seither ist es Teil des damals neu geschaffenen Landkreises Bad Dürkheim. 1972 erfolgte die Zuordnung zur ebenfalls neuen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land.
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Ortsgemeinderat in Bockenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]
| Wahl | SPD | CDU | FWG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2009 | 8 | 4 | 4 | 16 Sitze |
| 2004 | 8 | 4 | 4 | 16 Sitze |
Wappen[Bearbeiten]
Das Gemeindewappen ist geteilt von Blau und Silber; oben auf einem schreitenden silbernen Pferd der golden nimbierte Heilige Martin, mit dem Schwert seinen roten Mantel teilend; unten auf grünem Boden ein aufspringender schwarzer Ziegenbock mit goldenen Hörnern. St. Martin ist der Schutzpatron der örtlichen Martinskirche.
Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]
Eine Gemeindepartnerschaft besteht zwischen Bockenheim und der französischen Gemeinde Grandvilliers im Département Oise.
Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
Das Ortsbild wird von zahlreichen alten Gehöften geprägt, von denen immer mehr restauriert werden.
Der Turm der romanischen Martinskirche stammt aus dem 11. Jahrhundert. Sie stand früher neben der Emichsburg der Leininger Grafen, nach der das heutige Bürgerhaus benannt ist. Die Burg wurde nach mehrfachen Verwüstungen beim Wiederaufbau in ein Schloss umgewandelt, das auch wieder zerstört wurde. Seine Reste sind in ein Weingut integriert, das sich deshalb Schlossgut nennt.
1995 wurde als Gegenstück zum Deutschen Weintor in Schweigen, welches seit 1936 den Beginn der Deutschen Weinstraße kennzeichnet, zwischen Groß- und Kleinbockenheim das Haus der Deutschen Weinstraße errichtet. Stilistisch an ein römisches Kastell angelehnt, überspannt es brückenartig die Weinstraße und bietet neben einem Restaurant (120 Plätze) mit Seeterrasse auch verschiedenen Veranstaltungsräumen Platz. Im Turmzimmer mit Ausblick auf die umgebenden Rebenhügel sowie die Rheinebene bis hin zum Odenwald findet für Trauwillige die Weinstraßenhochzeit statt.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bockenheim an der Weinstraße
Mundart[Bearbeiten]
Seit 1953 wird in Bockenheim in jedem Oktober der Pfälzische Mundartdichterwettstreit ausgetragen, zu dem sich Pfälzer Mundart schreibende und sprechende Teilnehmer treffen. Die Jury zeichnet die zehn besten Gedichte aus.
Bei den alljährlich an einem Maiwochenende stattfindenden Bockenheimer Mundarttagen referieren Dialektologen vor Publikum über Mundarten und diskutieren darüber – traditionell im Dialekt – auf dem Podium.
Burschenschaft 1813[Bearbeiten]
Wie für die Region typisch gibt es in Bockenheim eine Burschenschaft. Im Gegensatz zu den Vereinen aus den umliegenden Dörfern, die sich meistens "Kerweborsch" nennen, hat die Burschenschaft 1813 Bockenheim eine fast 200 Jahre lange Tradition. Wer in die Burschenschaft aufgenommen werden will, darf bei einer der Versammlungen in einer Bockenheimer Wirtschaft erscheinen, sofern er Mitglied der Gemeinde Bockenheim ist. Punkt 2 der Tagesordnung ist dann die "Burschung". Dabei muss der "Neiborsch" einen Schoppen Wein in einem Zug leeren ohne dass der Wein die Lippen verlässt. Danach bekommt er die "Statuten der Burschenschaft" vorgelesen und wird vereidigt. Somit ist er in die Gemeinschaft der Burschen aufgenommen. Höhepunkt des Vereinslebens ist die Bockenheimer Kerwe am letzten Augustwochenende jedes Jahres. Freitags und Samstags Abends spielt Livemusik auf dem Kerweplatz. Sonntags beim Umzug werden Kerwestäuße an den Gastwirtschaften verteilt und diese mit einem Schoppen Wein geweiht. Danach wird auf dem Kerweplatz die "Kerweredd" vorgetragen. Montags findet der traditionelle Kerwetanz statt, der um Punkt 12 Uhr mit der Kerwebeerdigung endet.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Wirtschaft[Bearbeiten]
| Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet |
Rang unter allen rheinland-pfälzischen Weinbaugemeinden nach Rebfläche |
Bestockte Rebfläche (in ha) |
Rebsorten | |
|---|---|---|---|---|
| weiße | rote | |||
| (in %) | ||||
| Pfalz | 23.363 | 59,3 | 40,7 | |
| Landau (Pfalz) | 1 | 2.039 | 59,8 | 40,2 |
| Neustadt (Weinstr.) | 2 | 2.012 | 60,8 | 39,2 |
| Bad Dürkheim | 4 | 855 | 62,8 | 37,2 |
| Billigheim-Ingenheim | 5 | 818 | 56,6 | 43,4 |
| Kirrweiler | 14 | 594 | 65,0 | 35,0 |
| Edesheim | 17 | 500 | 55,3 | 44,7 |
| Deidesheim | 18 | 486 | 83,7 | 16,3 |
| Wachenheim (Weinstr.) | 19 | 477 | 71,1 | 28,9 |
| Göcklingen | 22 | 456 | 62,5 | 37,5 |
| Freinsheim | 26 | 432 | 54,0 | 46,0 |
| Bockenheim (Weinstr.) | 29 | 415 | 54,4 | 45,6 |
| Heuchelheim-Klingen | 31 | 400 | 57,1 | 42,9 |
| Ruppertsberg | 32 | 397 | 74,2 | 25,8 |
Bockenheim ist ein altes Winzerdorf, in dem seit mehr als 1200 Jahren Weinbau betrieben wird. Er ist auch heute noch der wichtigste Wirtschaftszweig des Ortes. Bockenheims Weinberge erstrecken sich auf über 400 ha. Daneben gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung.
Verkehr[Bearbeiten]
Über die B 271, die in Nord-Süd-Richtung noch schmal und kurvenreich mitten durch den Ort führt, besteht eine Anbindung an die sechs Kilometer südlich gelegene Anschlussstelle Grünstadt der Autobahn 6 (Mannheim–Saarbrücken). Seit Jahren wird eine Ortsumgehung im Osten angestrebt.
Die Bahnstrecke der Pfälzischen Nordbahn Monsheim–Grünstadt verläuft am östlichen Ortsrand, der Haltepunkt Bockenheim-Kindenheim wird im Rheinland-Pfalz-Takt von Regionalbahnen bedient. Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, es gelten dessen Gemeinschaftstarife.
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Jakob Kautz (~1500–1532), Theologe und Reformator
- Anton Straub (1852–1931), katholischer Priester, Jesuit, Theologe und Buchautor
- Heinrich Janson (1869–1940), Politiker (DVP)
- Arthur Kullmer (1896–1953), General der Infanterie und Ritterkreuzträger
- Karl-Heinz Spieß (* 1948), Historiker
- Bodo Mattern (* 1958), Fußballspieler
Bildergalerie[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
-
Commons: Bockenheim an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Kultur- und Verkehrsverein Bockenheim
- Bockenheimer Geschichte
- Ortsgemeinde Bockenheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
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