Sohland an der Spree

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sohland an der Spree
Sohland an der Spree
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sohland an der Spree hervorgehoben
51.04722222222214.428333333333302Koordinaten: 51° 3′ N, 14° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 302 m ü. NHN
Fläche: 37,27 km²
Einwohner: 6885 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 02686–02689
Vorwahl: 035936
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 560
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 26
02689 Sohland an der Spree
Webpräsenz: www.sohland.de
Bürgermeister: Matthias Pilz (CDU)
Lage der Gemeinde Sohland an der Spree im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
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Sohland an der Spree (obersorbisch Załom) ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im Südosten von Sachsen an der Grenze zu Tschechien. Mit fast 7.500 Einwohnern ist es eine der einwohnerstärksten Gemeinden des Landkreises Bautzen und auch eines der größten Dörfer Sachsens. Sohland liegt direkt an der Bundesstraße 98 mit Anschluss an die Bundesautobahn 4 über Bautzen. Zahlreiche Umgebindehäuser, darunter das älteste Umgebindehaus des Landkreises Bautzen, prägen das Ortsbild.

Geografie[Bearbeiten]

Sohland liegt etwa 15 km südlich der Großen Kreisstadt Bautzen im Lausitzer Bergland. Die Höhenlage der Gemeinde erstreckt sich von 280 m (Spreetal nach Schirgiswalde) bis 487 m (Kälbersteine). Der Abstand zwischen beiden Punkten beträgt nur 1500 m.

Die Gemeinde wird begrenzt von Schirgiswalde-Kirschau im Norden, Oppach im Osten, Šluknov (Schluckenau), Velký Šenov (Groß Schönau) und Lipová (Hainspach) im Süden sowie Steinigtwolmsdorf im Westen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Sohland an der Spree gehören neben dem Hauptort die Ortschaften Wehrsdorf und Taubenheim. Gemeindeteile sind Am Hohberg, Ellersdorf, Carlsruhe, Neusorge, Pilzdörfel, Sohland an der Spree, Tännicht, Taubenheim an der Spree, Wassergrund und Wehrsdorf.

Der alte Körper der Ortschaft Sohland gliedert sich in 15 Ortsteile:

  1. Wendisch-Sohland mit Frühlingsberg
  2. Ellersdorf
  3. Alt-Scheidenbach
  4. Neu-Scheidenbach
  5. Nieder-Sohland
  6. Neusorge
  7. Carlsruhe
  8. Pachterhof
  9. Sohland Mitteldorf
  10. Hinterm Hohberg (Äußerst-Mittel-Sohland)
  11. Pilzdörfel (Neu-Mittel-Sohland)
  12. Oberdorf mit "Wiese"
  13. Neudorf
  14. Tännicht (Neu-Ober-Sohland)
  15. Gütchen (Schaffhirtsches G.)

Aus diesem Grunde wurde Sohland auch als das „Durf mit fuffzn Zippl'n“ (Dorf mit fünfzehn Ecken) bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Evangelisch-Lutherische Kirche

Wie genau das Dorf Sohland entstand, wird derzeit noch eingehender untersucht. Eine ältere Theorie ging von einer sorbischen Gründung des Dorfes aus, wobei dies aus dem Namen Załom (Ort am/hinterm Bruch/Sumpf) hergeleitet wurde, der auch für Sohland am Rotstein nachgewiesen werden kann. In letzter Zeit mehren sich jedoch Stimmen, welche von einer Gründung von böhmischer Seite ausgehen. Dabei soll eine Wehrkirche als eine Art Festung gegen das sich nördlich anschließende Land Budissin gedient haben. Es steht jedoch fest, dass von einer einheitlichen Gründung des Dorfes nicht ausgegangen werden kann.

Die verschiedenen Ortsteile sind unterschiedlich geprägt und wiesen noch vor 100 Jahren räumlich getrennt lebende ethnische Gemeinden auf. Ein genaues Gründungsdatum des Ortes ist bis heute nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1222. Am Dorf lassen sich verschiedene Entwicklungsetappen ablesen. Während die Mitte des Dorfes eher geschlossen ist, weisen die weiteren „Ausläufer“ von Sohland die Form von Waldhufendörfern auf und sind somit höchstwahrscheinlich in der Zeit der fränkischen Besiedlung im 13. und 14. Jahrhundert entstanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Wie in beinahe allen Gemeinden der Oberlausitz hat auch die Bevölkerung von Sohland in den Jahren nach 1945 tendenziell abgenommen. Seit dem Jahr 1990 kommt neben dem Phänomen der Abwanderung auch der enorme Sterbeüberschuss zu tragen. Gegenüber den Nachbargemeinden kann sich Sohland allerdings recht gut behaupten und verzeichnet hier einen gewissen Zuzug. Dies ist neben der recht guten infrastrukturellen Lage vor allem der Ausweisung von Baugrund zu verdanken, welcher junge Familien aus dem Umland anzieht. Aber auch verschiedene Seniorenprojekte im Dorf tragen zu diesem Erfolg bei.

Religion[Bearbeiten]

Sohland an der Spree ist ein vorrangig evangelisch-lutherisch geprägtes Dorf. Davon zeugt auch die in der Ortsmitte auf einer natürlichen Erhebung thronende Kirche, welche aus den Anfängen des Dorfes datiert und später barock überformt wurde. Bei der Kirche befindet sich der evangelische Friedhof der Gemeinde, in dessen Mitte sich eine historische Gruft befindet. Des Weiteren befindet sich im Dorf noch eine katholische Kirche. Die Oberlausitz ist generell eine gemischtkonfessionelle Region.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[2]
Wbt.: 55,9 % (2004: 55,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,3 %
32,9 %
10,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,3 %p
+0,4 %p
-1,8 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Partei / Liste CDU FWGSTW* LINKE Gesamt
Sitze 10 6 2 18 Sitze

* Freie Wählergemeinschaft Sohland/Taubenheim/Wehrsdorf

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der Bürgermeister an.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sohland unterhält Partnerschaften zu

Wappen[Bearbeiten]

Himmelsbrücke - Wahrzeichen von Sohland

Das Wappen des Dorfes Sohland ist eine künstlerische Neuschöpfung und zeigt die über die Spree führende Himmelsbrücke eingerahmt von zwei Birken. Mit dem abgebildeteten Bauwerk verbindet sich auch eine spezielle Sage, welche davon ausgeht, dass ein jeder, welcher lügend diese Brücke überschreitet, sie zum Einsturz bringt. Bereits seit 1709 existierte eine Holzbrücke über die Spree. 1796 wurde schließlich eine granitsteinartige Brücke gebaut, welche seitdem Himmelsbrücke genannt wurde. Erst seit 1876 erscheint die Himmelsbrücke als Gemeindesiegel und als Gemeindewappen. Mit der Regulierung der Spree wurde deren Lauf verlegt; die Himmelsbrücke führt heute nur noch über einen Nebenarm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eine Auflistung ausgewählter Kulturdenkmäler findet sich in der Liste von Kulturdenkmalen in Sohland an der Spree.

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum in Sohland
  • Sohland verfügt über ein kleines Heimatmuseum in einem historischen Umgebindehaus (Hainspacher Straße 19a), welches sich im Oberdorf befindet. Das Umgebindehaus, etwa gegen 1750 errichtet, stellt das älteste Haus dieser Art im Landkreis Bautzen dar. Hier werden verschiedene Alltagsgegenstände von Bauern und Webern aus der Region aus dem 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert ausgestellt und somit ein Einblick in das Leben vorheriger Generationen ermöglicht.
  • Im Oberlausitzer Forstmuseum in Sohland (Hainspacher Straße 21) befinden sich verschiedene Ausstellungen über die Forstwirtschaft in der Oberlausitz, unter anderem gibt es ein original eingerichtetes Försterzimmer zu sehen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Umgebindehaus in Sohland

Zu den bedeutendsten Bauwerken des Dorfes gehört das im Dorfzentrum errichtete klassizistische Schloss samt Hofanlage und Park. Das im Jahre 1747 erbaute Schloss war nach 1945 Flüchtlingslager, zu DDR-Zeiten Tuberkuloseheim und Erholungsheim für Schwerkranke, später dann Schwangerenerholungsheim. 1995 wurde das Gebäude saniert, steht aber derzeit leer.[3] Schloss und Park befinden sich jedoch in keinem für den Tourismus nutzbaren Zustand.

Des Weiteren ist hier die historische Kirche nebst Kirchhof zu nennen. Ursprünglich soll es sich dabei um eine Wehrkirchenanlage gehandelt haben. Auch die in der Zeit des Jugendstils entstandenen öffentlichen Gebäude (Rathaus, Gerhart-Hauptmann-Schule, beide von J. Arthur Bohlig) stellen besondere Landmarken des Ortes dar. Wie überall in der Lausitz sind auch die zahlreichen Umgebindehäuser des Ortes sehenswert.

Der Prinz-Friedrich-August-Turm mit Baude im Ortsteil Neudorf nahe der Tschechischen Grenze bietet einen Blick über das Oberlausitzer Bergland.

Sternwarte „Bruno H. Bürgel“[Bearbeiten]

Ein Kleinod stellt die Volks- und Schulsternwarte „Bruno H. Bürgel“ dar, die im Jahre 1963 fertiggestellt wurde. Das Hauptanliegen der Bruno H. Bürgel Sternwarte ist es, Besuchern den Sternenhimmel erleben zu lassen, dies wird durch öffentliche Beobachtungen an den Teleskopen mit Einführungsvorträgen und durch Veranstaltungen bzw. Lichtbildervorträgen zu verschiedenen aktuellen Themen verwirklicht. Durch die Initiative des Sternwartenvereins ist außerdem der Planetenweg in Sohland entstanden, der das Sonnensystem im Maßstab 1:1,4 Milliarden darstellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Besondere Höhepunkte stellen hier die Sommeraufführungen auf der Waldbühne dar. Die natürliche Kulisse der Aufführungen ist ein besonderes Erlebnis. Neben verschiedenen Märchen werden hier auch Stücke in Oberlausitzer Mundart aufgeführt, welche hier und im Süden der Oberlausitz gesprochen wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wie den meisten Ortschaften in der Oberlausitz macht auch Sohland die hohe Arbeitslosigkeit und die schleppende wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. Dennoch konnte sich Sohland im internen Oberlausitzer Wettbewerb durch seine zentrale Lage an größeren Straßen, einen eigenen Bahnanschluss und eigenen Pkw-Grenzübergang nach Tschechien sowie eine recht große Bevölkerungszahl und Bevölkerungsdichte besser behaupten als andere Ortschaften der Region.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Neben verschiedenen Kinderkrippen und Kindergärten gibt es zwei Grundschulen in Sohland und Wehrsdorf. Im Ortskern befindet sich die Gerhart-Hauptmann-Schule (vom Architekten J. Arthur Bohlig, um 1924) als Mittelschule. Gymnasiasten müssen die Schule in einer anderen Stadt (zum Beispiel Wilthen) besuchen.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Wichtigstes sportliches Zentrum des Ortes ist die „Oberlandsporthalle“ in der Dorfmitte, welche neben dem normalen Schulsport auch für verschiedene öffentliche Sportveranstaltungen (besonders Hand- und Volleyball) genutzt wird. Weiterhin existieren noch verschiedene öffentliche Sportplätze. In den beiden Ortsteilen Wehrsdorf und Taubenheim/Spree finden sich ein Wald- und ein Freizeitbad.

Im Ortsteil Tännicht liegt das Skisportzentrum. Hier befinden sich zwei Sprungschanzen, deren Ausläufe sich im Sommer für vielfältige Sportbetätigungen eignen (z. B. Volleyball und Turnen), ein Abfahrtshang mit Schlepplift, eine Turnhalle sowie eine Skiroller-/Skater-Bahn. Die gastronomische Betreuung wird durch die „Schanzenbaude“ gewährleistet, die auch über eine Sauna und Übernachtungsmöglichkeiten verfügt. Durch dieses Sportareal führen interessante Wanderwege in die Oberlausitzer Berge und ins böhmische Niederland. Im Winter beginnen in diesem Skisportzentrum gespurte Skiloipen auf einer Strecke von über 50 km. Auch Wehrsdorf verfügt über einen Abfahrtshang mit Schlepplift.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Sohland liegt an der Bahnstrecke Oberoderwitz–Wilthen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Sohland (an der Spree). In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 32. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 287.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sohland an der Spree – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinderatswahl 2009 Abgerufen am 6. April 2014
  3. Sohland (Spree): Schloss Sohland. In: Sachsens-Schlösser.de. Abgerufen am 12. September 2013.