Pulsnitz
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Bautzen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Pulsnitz | |
| Höhe: | 290 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,7 km² | |
| Einwohner: | 7933 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 297 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01896 | |
| Vorwahl: | 035955 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 25 450 | |
| Stadtgliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Am Markt 1 | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Peter Graff (FDP) | |
Pulsnitz (sorb. Połčnica) ist eine sächsische Kleinstadt im Landkreis Bautzen am westlichen Rand der Oberlausitz, etwa 10 km südlich von Kamenz und rund 25 km nordöstlich der Landeshauptstadt Dresden. Pulsnitz ist die sächsische Pfefferkuchenstadt und dadurch zumindest im Osten Deutschlands bekannt. Pulsnitz ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Altstadt liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Pulsnitztals, der gleichnamige Fluss (die Pulsnitz) entspringt unweit des Nachbarortes Ohorn. Die kleine Stadt liegt eingebettet in die Hügelketten des Oberlausitzer Hügellandes (bis 448 m). Die Bergkuppen sind größtenteils bewaldet.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Steina, Ohorn, Großröhrsdorf und Lichtenberg.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zur Stadt Pulsnitz gehören neben der eigentlichen Stadt vier weitere Ortsteile: Friedersdorf, Friedersdorf Siedlung, Oberlichtenau und Niederlichtenau. Das Dorf Pulsnitz gehört schon seit längeren zur Stadt und bezeichnet die Unterstadt am Pulsnitztal. Die ursprüngliche Stadt Pulsnitz ist unterteilt in Vollung, Stadt und Meissner Seite.
[Bearbeiten] Geschichte
Pulsnitz wurde, wie viele andere Orte der Oberlausitz auch, am 19. Mai 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits vorher hatte sich hier eine sorbische Siedlung mit Wasserburg entwickelt. Pulsnitz wurde Sitz einer adligen Familie, die sich hier ein kleines Schloss bauen ließ.
1355 erhielt Polßnitz von Kaiser Karl den IV. das Marktrecht, nur 20 (1375) Jahre später das Stadtrecht. Anfang des 15. Jahrhunderts verwüsteten die Hussitenkriege die Oberlausitz. Auch in Pulsnitz fielen die Hussiten 1429 ein (nicht zum ersten Mal). Aus dieser Zeit stammt die älteste bäuerliche Befestigungsanlage Perfert. Um 1500 herum begannen die Bauarbeiten für das Pulsnitzer Rathaus, dessen Reste heute noch im Ratskellergebäude zu sehen sind.
Am 1. Januar 1558 erhielten die Pulsnitzer Bäcker erstmalig das Recht, auch Pfefferkuchen zu backen. 1580 erwarb Hans Wolf von Schönberg Pulsnitz mit seinen Pertinenzorten von den Gebrüdern von Schlieben. Er entzog dem Rat die niedere Gerichtsbarkeit und versuchte die Bürger zu zwingen, Malz und andere notwendige Dinge nur noch bei ihm zu kaufen. Sie beschwerten sich beim Kaiser und verübten sogar einen Mordversuch gegen Schönberg. Auch der Pfarrer A. Ricchius (Sohn des ersten protestantischen Pfarrers der Stadt Andreas Ricchius) solidarisierte sich mit den Bürgern und wurde entlassen.
1869 wurde Pulsnitz an die neu gebaute Eisenbahnstrecke Arnsdorf–Pulsnitz-Kamenz angeschlossen. In der Folgezeit begann ein industrieller Aufschwung. 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, blieb die Stadt trotz schwerer Kampfhandlungen in der Oberlausitz weitestgehend unversehrt.
1994 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Friedersdorf und Friedersdorf Siedlung eingemeindet. Am 1. Januar 2009 folgte die ehemalige Nachbargemeinde Oberlichtenau mit ihrem Ortsteil Niederlichtenau. Das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 16,69 km² auf 26,72 km².
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Pulsnitz unterhält Partnerschaften mit dem baden-württembergischen Asperg sowie mit dem niederschlesischen Złotoryja (Goldberg i. Schlesien).
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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- Datenquelle ab 2000: Statistisches Landesamt Sachsen
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
- Stadtmuseum
[Bearbeiten] Bauwerke
- Bäuerliche Wehranlage Perfert (auch Hussitenhaus) aus der Zeit um 1420
- Mittelalterlicher Marktplatz mit Rathaus und Rietschel-Denkmal
- Kursächsische Postmeilensäule von 1731 vor dem Schützenhaus
- Altes Renaissance- und neues Barockschloss (1718) mit Park in englisch-französischen Stil
- Spätgotische Kirche St. Nicolai
- Unweit von Pulsnitz nahe dem Ort Steina liegt der Schwedenstein, ein 420 m hoher Berg, dessen Aussichtsturm einen guten Rundumblick über die Westlausitzer Hügelketten bietet.
- Bibelgarten mit byzantinischer Basilika in Oberlichtenau
[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten
Pulsnitz ist weit bekannt als Pfefferkuchenstadt. Eine besondere Spezialität sind die Pulsnitzer Spitzen, mit verschiedenen Konfitüren gefüllter Pfefferkuchen und Schokoladenüberzug.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Pulsnitz liegt drei Kilometer nördlich der Bundesautobahn 4. Durch den Ort verläuft die S95, die auch zur Anschlussstelle-Pulsnitz in Leppersdorf führt.
Durch Pulsnitz führt die Bahnstrecke Kamenz–Pirna, die von der Regionallinie RB34 Dresden-Kamenz im Stundentakt bedient wird.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
Der Ort ist seit je her geprägt durch kleinere und mittelständische Handelsunternehmen. Vor allem Töpfer (Lausitzer Keramik), Tuchdrucker (Blaudruck) und die zur Zeit acht privaten Pfefferküchlereien prägten und prägen das Bild der Stadt. Das Schwarzwälder Traditionsunternehmen Winkler ließ hier öl- und gasbeheizte Backöfen bauen. Im Jahre 2000 wurde die Produktion von der Hildener Firma Wachtel übernommen.
[Bearbeiten] Medien
Das amtliche Mitteilungsblatt ist der Pulsnitzer Anzeiger. Als Heimatzeitung für Pulsnitz und Umgebung erscheint es seit Juli 1990 monatlich in einer Auflagenhöhe von derzeit 2.500 Exemplaren. Über das örtliche Fernsehkabelnetz kann zudem die Pulsnitzer Kabelzeitung empfangen werden.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
In Pulsnitz wurden mehrere bedeutende Personen geboren:
- 1682: Bartholomäus Ziegenbalg, ein Missionar und indischer Sprachforscher
- 1804: Ernst Rietschel, einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Er schuf so bekannte Denkmäler wie das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar. Das Rietschel-Denkmal auf dem Pulsnitzer Marktplatz wurde von einem seiner Schüler entworfen und umgesetzt.
- 1825: Julius Kühn, bedeutender Agrarwissenschaftler, er begründete das erste ernstzunehmende landwirtschaftliche Institut an einer deutschen Universität.
- 1851: Walther Hempel, Chemiker, Mitbegründer der technischen Gasanalyse.
- 1938: Klaus Staeck, Grafiker.
- Johann Ranneck (auch Renneckrio, um 1590 in Quedlinburg-1631), er war 1608 Rektor zu Pulsnitz
[Bearbeiten] Literatur
- Rüdiger Rost; Horst Oswald: Geschichte der Stadt Pulsnitz. Von den Anfängen bis zum Jahr 2000. Spitzkunnersdorf: Oberlausitzer Verlag, 2000. ISBN 3-933827-14-0
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten] Weblinks
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