Ohorn

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ohorn in Sachsen, für den Schriftsteller Anton Ohorn, siehe dort.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ohorn
Ohorn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ohorn hervorgehoben
51.17514.050555555556366Koordinaten: 51° 11′ N, 14° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Pulsnitz
Höhe: 366 m ü. NN
Fläche: 12,07 km²
Einwohner: 2473 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01896
Vorwahl: 035955
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 410
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Gemeindeverwaltung Ohorn
Schulstr. 2
01896 Ohorn
Webpräsenz:
Bürgermeister: Frank Jäger
Lage der Gemeinde Ohorn im Landkreis Bautzen
Karte

Ohorn ist eine Gemeinde in Sachsen und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz. Der Ort Ohorn ist staatlich anerkannter Erholungsort.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie und Verkehr

Die Gemeinde befindet sich etwa 2 Kilometer östlich von Pulsnitz und 30 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Dresden. Die Bundesautobahn 4 verläuft durch das Gemeindegebiet und ist über den Anschluss Ohorn zu erreichen. Ohorn liegt im Tal der Pulsnitz an den Ausläufern des Westlausitzer Berglandes, die mit dem Hochstein eine Höhe von bis zu 449 Metern erreichen.

[Bearbeiten] Ortsgliederung

Ohorn besteht aus den Ortsteilen Fuchsbelle, Gickelsberg, Mitteldorf, Oberdorf und Röder.

[Bearbeiten] Geschichte und Entwicklung

Es waren deutsche Ritter um 1110, die Bauern und Handwerker aus Thüringen, Hessen, Franken und Bayern in die Gegend des Pulsnitztales riefen. Dadurch entstand am Südwesthang des Schleißbergs eine kleine Siedlung von etwa 20 Hektar Größe. Die Pulsnitz galt als eine wichtige Lebensgrundlage. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte allerdings erst im Jahre 1349 im Lehensbuch Friedrichs des Strengen als Ahorn [2], der heutige Ortsname bezeichnet also eine "Siedlung zu/bei dem Ahornbaum oder -gehölz".

1537 wird das Ohorner Rittergut als Vorwerk Pulsnitzer Herrschaft erwähnt. Heute stehen vom Gut nur noch das Herrenhaus (in welchem heute ein Pflegeheim untergebracht ist) und einige zu Wohnhäusern umgebaute Rittergutsgebäude, sowie der Park im englischen Stil. Da durch Ohorn die Grenze des Bistums Meißen und des Königreichs Böhmens verlief, war der Ort den immer wiederkehrenden Kriegsereignissen und Raubzügen der Jahrhunderte ausgeliefert. Zudem verringerten häufig auftretende Seuchen die Einwohnerzahl. Allein im Jahre 1680 starb ein Fünftel der Ohorner Bevölkerung an der Pest.

1661 wurde von der Rittergutsherrschaft der Bau eines Schulhauses genehmigt. Der erste belegte Schulbau stammt aus der Zeit um 1750. Ab 1745 setzte in Ohorn ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel ein, nachdem Michael Prescher die Bandweberei in Ohorn einführte. Nach 1800 entwickelte sich Ohorn zu einem industriell geprägten Ort, was sich auch in der Bevölkerungsentwicklung widerspiegelte. 1885 lebten hier bereits 2000 Menschen.

Der heute noch bestehende Turnverein wurde 1865 gegründet. Im gleichen Jahr entstand auch ein Gesangsverein, der inzwischen nicht mehr existiert. 1895 wurde die Pflichtfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr Ohorn. Die vielen neuentstandenen Hausweber benötigten bessere Maschinen, deshalb gründete sich 1873 der Betrieb C. H. Schäfer, der zur damaligen Zeit Webstühle produzierte. Heute erzeugt dieser Betrieb Maschinenteile und ist einer der größten Arbeitgeber Ohorns.

1827 und 1879 wurde jeweils ein größeres Schulhaus in Ohorn erbaut. Die erste Busverbindung schuf der Schmied Bernhard Mocke 1912, indem er den ersten Postautobus in Sachsen baute. Die Linie verband die Städte Pulsnitz und Königsbrück. 1925 entstand aus dem Obergasthof das Rathaus des Ortes. Fünf Jahre später wurde in der ehemaligen Dampfmühle des Rittergutes der Betsaal errichtet. Bereits 1939 wurde Ohorn an die von Dresden bis nach Breslau geplante Autobahn, heute die Bundesautobahn 4, angeschlossen.

[Bearbeiten] Sehenswertes

  • Schleißberg mit Schleißbergbaude
  • Schwedenstein mit Aussichtsturm und Bergwirtschaft
  • Tannebergaussicht mit Schutzhütte
  • Heimatmuseum
  • Kirchlehn
  • Buschmühlenteich (zum Gondeln)

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Heute gibt es in Ohorn noch zwei produzierende Bauern und eine Agrargenossenschaft. Webereien existieren im Ort nur noch wenige.

[Bearbeiten] Bildung

Die Gemeinde Ohorn verfügt über eine Grundschule.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Bd. II, M-Z. Berlin: Akademie-Verlag 2001, S. 132
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