Staufenberg (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Staufenberg
Staufenberg (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Staufenberg hervorgehoben
51.3536111111119.6208333333333297Koordinaten: 51° 21′ N, 9° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 77,55 km²
Einwohner: 7889 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34355
Vorwahl: 05543
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 026
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hannoversche Str. 21
34355 Staufenberg
Webpräsenz: www.staufenberg-nds.de
Bürgermeister: Volker Zimmermann (CDU)
Lage der Gemeinde Staufenberg im Landkreis Göttingen
Staufenberg Hann. Münden Bühren Scheden Rosdorf Friedland Dransfeld Jühnde Niemetal Adelebsen Bovenden Waake Gleichen Landolfshausen Bilshausen Göttingen Seulingen Ebergötzen Bodensee Seeburg Obernfeld Krebeck Wollbrandshausen Rollshausen Wollershausen Duderstadt Gieboldehausen Rhumspringe Rüdershausen Landkreis Göttingen Niedersachsen Hessen Landkreis Northeim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz ThüringenKarte
Über dieses Bild
Gemeindewahl 2011
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Gewinne und Verluste
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Staufenberg ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen. Sie ist die südlichste Gemeinde in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Grenze Staufenbergs erstreckt sich vor den Toren Kassels an der hessischen Grenze, nordwestlich von Speele, im Fuldatal aufwärts bis kurz vor Niestetal/Sandershausen und schwenkt dann südlich ab. Der Verlauf geht an der hessischen Grenze weiter, überschreitet den alten Schmugglerpfad, geht über die Schanze bis hinunter in das Niestetal. Von dort verläuft sie weiter aufwärts in östlicher Richtung. Diese Grenze, von der Straße Sandershausen–Landwehrhagen (alte Reichsstraße) gekreuzt, ist noch durch die alten Grenzsteine des Königreichs Hannover und Kurfürstentums Hessen, gekennzeichnet. Oberhalb der Ortschaft Nieste geht die Grenze über die Höhen des Kaufunger Waldes, Umschwang, bis zur hessischen Gemeinde Kleinalmerode. Dort schwenkt sie nordwestlich, am Forsthaus Nonnenholz, zum Lehrforstamt Escherode gehörend, durch den Kaufunger Wald bis hinüber zur Kuhweide am Naturfreundehaus Steinberg und an der alten Zeche und Ziegelei Steinberg vorbei. Dann verläuft sie westlich, hinter dem Großen Staufenberg über die Lutterberger Höhe hinab in das Fuldatal.

Staufenberg liegt größtenteils im südlichen Teil vom Naturpark Münden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Anlässlich der niedersächsischen Gebietsreform wurden am 1. Januar 1973 die Gemeinden Benterode, Landwehrhagen, Lutterberg, Nienhagen, Sichelnstein, Speele, Spiekershausen und Uschlag zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen.[2] Die Namensgebung erfolgte nach den beiden Bergkuppen Kleiner Staufenberg und Großer Staufenberg bei Lutterberg. Der Große Staufenberg lieferte schon im 6. Jahrhundert seinen Basalt zum Bau der nahe gelegenen Burg Sichelnstein, Sitz des ehemaligen Amtes Sichelnstein im Obergericht Münden. Die Nähe zu Hessen bildete zudem seither ein wesentliches Merkmal der Gemeinde. Vielfältige Verbindungen, mitunter auch in sprachlicher Hinsicht, weisen darauf hin. So zählte das ehemalige Obergericht, mit Ausnahme von Lutterberg, mundartlich bereits zum hessischen Sprachraum. Als später, Ende der 1960er Jahre, die Gebietsreform näherrückte, fand die Idee eines Anschlusses an Hessen großen Widerhall in der Bevölkerung.[3]

Wie die Endung „-rode“ andeutet, gehen mehrere Ortsteile auf ursprüngliche Waldrodungen zurück, die zur Zeit des von Karl dem Großen im damaligen sächsischen Hessengau und damit im Kaufunger Wald eingesetzten Grafen Hiddi durchgeführt wurden. Der Name von Hiddis Sohn Asig (Esiko) findet sich noch heute in dem des Ortsteils Escherode.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 22 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011[4])

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Rot auf silbernem Berg eine goldbekrönte silberne Säule, begleitet von je einer zugewandten schartigen silbernen Sichel mit goldenem Griff; dem Berg aufgelegt eine zehnsteinige rote Zinnenmauer 3 : 4 : 3“. Sicheln und Säule stammen aus dem abgewandelten Helmschmuck der Herzöge von Braunschweig/Lüneburg, der in das alte Amtssiegel des Amtes Sichelnstein oder Obergerichtes Münden übernommen wurde. Die Aufwölbung im unteren Teil versinnbildlicht den Großen Staufenberg und die aufgelegten zehn Mauersteine stellen die ehemals selbständigen Orte der heutigen Gemeinde dar.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde zwischen Staufenberg und der ungarischen Gemeinde Pusztaszabolcs ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Burgruine Sichelnstein Die Burg Sichelnstein kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken. Bis heute ist die Zeit der exakten Gründung nicht nachzuweisen. Man führt jedoch den Anfang bis auf die Zeit Karl des Großen zurück. Die Nachkommen des von ihm belehnten Sachsen Amelung sollen noch im 9. Jahrhundert das Bollwerk errichtet haben. Erneuert und befestigt - und seit dieser Zeit wird auch von dem Schloss Sichelnstein gesprochen - wurde sie von Otto dem Quaden im Jahr 1372.
  • Johanniskirche (Uschlag)
  • Kirchen in Nienhagen und Spiekershausen mit Kruzifixen, geschaffen von Gustav Heinrich Eberlein
  • St. Petrus Kirche in Landwehrhagen mit gotischem Wehrturm, 1801 erneuert. Der Außenaufbau von 1822 ist klassizistisch geprägt. Der Innenraum ist im Empirestil der nachnapoleonischen Zeit gehalten. Wohl einmalig sind die Tapetenauskleidungen im Altarbereich, auf der Kanzel und Empore. Ganz mutig, dem Neuen aufgeschlossen hatte man sich damals für eine geradezu modische Ausstattung mit dem noch neuen Medium der äußerst qualitätsvollen, handgedruckten Papiertapete entschieden.
  • Hühnerfeld, südlichstes Hochmoor Niedersachsens
  • Gollong Haus, Heimatmuseum entstanden aus der Stiftung des Künstlerehepaares Christian und Erika Gollong
  • Kaufmannsche Mühle Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad
  • Steinroda Ein nachgebautes mittelalterliches Dorf beim Jugendwaldheim Steinberg als Projekt von Libulella
  • Arboretum Habichtsborn Sammlung heimischer und ausländischer Baumarten, seit Mitte des 19. Jahrhunderts, angelegt vom ehemaligen Lehrforstamt Escherode, seit 2009 betreut und gepflegt von einem örtlichen Förderverein

Verkehr[Bearbeiten]

Der Große Staufenberg an der A 7

Zu erreichen ist Staufenberg z.B. über die A 7, Autobahnausfahrt (76) Staufenberg / Lutterberg oder (77) Kassel-Nord.

Der Ortsteil Speele hat einen Bahnhof an der Halle-Kasseler Eisenbahn.

Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt ohne Halt durch das Gemeindegebiet. Sie erreicht es im Mündener Tunnel, verläuft durch den Mühlenkopftunnel und verlässt die Gemeinde und Niedersachsen auf der Fuldatalbrücke Kragenhof.

Sport[Bearbeiten]

Der örtliche Handballverein HSC Landwehrhagen spielt in der Bezirksoberliga Kassel/Waldeck. Drei Jahre lang, davon zwei unter dem Namen HSG Niestetal-Staufenberg, spielte der Verein in der 2. Handball-Bundesliga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bedeutendster Sohn der Gemeinde war der Dichter, Maler und Bildhauer Gustav Heinrich Eberlein. Auch der spätere Literaturnobelpreisträger Samuel Beckett hat nach 1922 einige Zeit in Spiekershausen gelebt und in den Folgejahren dort einige Zeit am „sommerlichen Strand“ der Fulda verbracht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ortsteil Lutterberg betreibt die DHL ein Frachtzentrum.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 213.
  3.  Willi Kulle: Gemeinde Staufenberg. In: Der Landkreis Göttingen. Kommunikation und Wirtschaft, Oldenburg 1980, ISBN 3-88363-012-8, S. 64.
  4. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152026_000032/index.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Staufenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien