Nieste (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nieste
Nieste (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nieste hervorgehoben
51.3136111111119.6708333333333364Koordinaten: 51° 19′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 364 m ü. NHN
Fläche: 4,05 km²
Einwohner: 1866 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 461 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34329
Vorwahl: 05605
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilhelm-Heitmann-Platz 3
34329 Nieste
Webpräsenz: www.nieste.de
Bürgermeister: Edgar Paul (SPD)
Lage der Gemeinde Nieste im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
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Nieste ist eine Gemeinde und staatlich anerkannter Erholungsort im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Nieste liegt im Tal der Nieste am Westhang des Kaufunger Walds, etwa 12 km östlich vom Zentrum Kassels. Seine Gemarkung erstreckt sich entlang der Nieste auf etwa 7,5 km Länge, wobei die Gemarkungsbreite flussaufwärts der Ortslage im Prinzip der Breite der waldfreien Talaue entspricht und somit meist nicht mehr als 100 m beträgt. Westlich von Nieste breitet sich die Gemarkung oberhalb des Niestetals rund um den etwa 355 m ü. NN hohen Gerholdsberg immerhin etwa 1,5 km weit nach Süden aus. Die bebaute Ortslage hingegen liegt brückenkopfartig auf dem einzigen Gemarkungsteil nennenswerter Größe nördlich der Nieste und wird an der weiteren Ausdehnung allseitig durch die niedersächsische Landesgrenze gehindert. Nieste liegt an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau nach Bremen führt.

Nieste ist neben Bad Salzschlirf die einzige Gemeinde im Regierungsbezirk Kassel ohne Ortsteile. Sie ist mit 4,05 km² die nach Fläche kleinste Gemeinde Hessens.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nieste grenzt im Norden an die Gemeinde Staufenberg (im Landkreis Göttingen in Niedersachsen), im Süden an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Kaufunger Wald (Werra-Meißner-Kreis) und die Gemeinde Kaufungen, sowie im Westen an die Gemeinde Niestetal (beide im Landkreis Kassel).

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als de Nieste weist in das Jahr 1293. In einer anderen Nennung wird Nieste bereits im Jahr 1019 genannt, damals war Bardo von Sichelnstein nach Kauffungen unterwegs, als er an der Grenze seines Besitzes eine Kapelle der heiligen Anna, sowie ein Wirtshaus erbauen ließ.[2] Alle zwei Jahre wurden Wallfahrten dorthin unternommen, 1306 wurden dort durch Landgraf Heinrich von Hessen und Herzog Albrecht von Braunschweig einige Häuser errichtet. Das so entstandene Dorf erhielt den Namen Nyste (neue Stätte). Während des 13. Jahrhunderts ist eine adlige Familie aus Nieste belegt, so werden 1290 die Brüder Engelfried und Heimbert, sowie Hermann und Conrad von Nyste genannt.[3] 1289 und 1301 war Hermann, 1323 Conrad Ratsherr in Münden. Hermann war es zudem, der 1289 in der Kirche zu Gimte den Altar stiftete. Im Vertrag von 1536 gehörte Nieste der Landgrafschaft Hessen und dem braunschweigischen Fürstentum Calenberg zu gleichen Teilen. Nur die Kirche wurde nicht aufgeteilt. 1831 trat das Königreich Hannover seine Hälfte an das Kurfürstentum Hessen ab.

Im Jahr 2010 wurde zwischen Hessen und Niedersachsen ein Staatsvertrag geschlossen über einen Gebietstausch von 51 Flurstücken der Gemarkung Escherode, die an die Ortslage von Nieste grenzen, gegen 6 Flurstücke der Gemeinde Nieste in der Nähe der Ortslage von Dahlheim. Die zu tauschenden Flächen sind jeweils insgesamt 14,48 Hektar groß. Hintergrund dieser Grenzänderung war, dass sowohl die gesamten Sportanlagen als auch die Kreisschulturnhalle und das Regenrückhaltebecken der Gemeinde Nieste auf Grundstücken im Gemeindegebiet von Staufenberg errichtet wurden. Dadurch entstanden Zuständigkeitsprobleme für die Gemeinden. Einwohner waren von der Grenzänderung nicht betroffen. Der Staatsvertrag trat nach Hinterlegung der Ratifikationsurkunden am 1. Juni 2011 in Kraft.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Zur Kommunalwahl am 27. März 2011 trat die CDU in Nieste nicht an, weil sich keine Kandidaten gefunden hatten. Die SPD erreichte deshalb 100 Prozent der Stimmen und besetzt alle 15 Sitze in der Gemeindevertretung.[5]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands - - 20,3 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 100 15 79,7 12
Gesamt 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 54,3 55,8

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Nieste zeigt in einem roten Zinnenschildhaupt zu drei Zinnen, deren äußere aus dem Schildrand hervorgehen, ein silbernes Sensenblatt, unter dem Schildhaupt im wellenschnittartig von silber und grün schräg geteilten Schilde oben und unten in verwechselten Farben je einen aus der Wellenteilung ausgezogenen Buchenzweig zu drei Blättern.

Das Sensenblatt und die Zinnen weisen auf die im Gebiet der heutigen Gemeinde gelegene, einstige Burg Sensenstein hin. Die zwei dreiblättrigen Buchenzweige sind die Symbole für die Lage der Gemeinde zwischen dem Naturpark Kaufunger Wald und dem Naturpark Münden. Der Wellenschnitt steht für den namengebenden Bach „Nieste“.[6]

Religion[Bearbeiten]

Die Evangelisch-lutherische St.-Anna-Kirchengemeinde wurde zum 1. Januar 2011 mit der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Escherode in Staufenberg zur neuen Evangelisch-lutherischen Dreinigkeits-Kirchengemeinde Escherode-Nieste in Staufenberg zusammengelegt. Sie gehört zum Kirchenkreis Münden des Sprengels Hildesheim-Göttingen der hannoverschen Landeskirche.[7]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nieste unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nieste ist eine Wohngemeinde ohne Industrie und ist umgeben von ca. 150 km Wander- und Radwanderwegen.

Der Ort bietet einen Supermarkt, Drogerie, Getränkehandel, KFZ-Werkstatt, Ärzte, KFZ-Prüfstelle sowie Sparkasse und Restaurants. Auch die Königsalm ist hier beheimatet.

Verkehr[Bearbeiten]

Nieste ist mit der acht Kilometer entfernten Anschlussstelle Kassel-Nord der A 7 an das Fernstraßennetz angebunden. Von Kassel aus ist Nieste durch das Niestetal über die Landesstraßen L3237/ L563 erreichbar. Über die Landesstraße L563 erreicht man in östlicher Richtung, durch das landschaftlich reizvolle Endschlagtal und über den Umschwang, die Gemeinde Kleinalmerode, einen Stadtteil von Witzenhausen. Verbindungen zu den Nachbarorten werden durch verschiedene Kreisstraßen hergestellt.

Nieste gehört zum Tarifgebiet KasselPlus des Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) und wird regelmäßige durch die Buslinie 34 bedient. Es bestehen Fahrbeziehungen nach Kaufungen und von dortaus weiter mit der Tram Linie 4 nach Kassel, sowie nach Escherode und von dortaus weiter mit der Buslinie 32, über Staufenberg und Niestetal, nach Kassel.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten mit Ganztagesbetreuung und eine Grundschule. Eine Gesamtschule befindet sich in Kaufungen. Weiterführende Schulen stehen in Kassel zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nieste (municipality) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Münden nebst Umgegend. Eigenverlag, Hann. Münden 1878, S. 319.
  3.  Christian Ludwig Scheidt: Historische und diplomatische Nachrichten von dem hohen und niederen Adel in Teutschland. Johann Christoph Richter, Hannover 1754, S. 89.
  4. Hessischer Landtag: LT-Drucksache 18/3727 vom 16. Februar 2011 für einen Gesetzentwurf zur Änderung der Landesgrenze PDF-Datei 2,43 MB
  5. Dazu Kommunalwahl kurios. Wo die SPD alle Stimmen holt, in: faz.net, 23. März 2011.
  6. Ortskuratorium Nieste
  7. Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers 1/2011, S. 69-70