Osterode am Harz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Osterode am Harz
Osterode am Harz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osterode am Harz hervorgehoben
51.72861111111110.252222222222220Koordinaten: 51° 44′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterode am Harz
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 102,46 km²
Einwohner: 22.532 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37520
Vorwahl: 05522
Kfz-Kennzeichen: OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 56 011
Adresse der
Stadtverwaltung:
Eisensteinstraße 1
37520 Osterode am Harz
Webpräsenz: www.osterode.de
Bürgermeister: Klaus Becker (parteilos)
Lage der Stadt Osterode am Harz im Landkreis Osterode am Harz
Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Lauterberg im Harz Bad Sachsa Elbingerode Hattorf am Harz Hattorf am Harz Herzberg Hörden am Harz Osterode am Harz Walkenried Wieda Wulften am Harz Zorge Harz (Landkreis Osterode am Harz) Landkreis Osterode am Harz Niedersachsen Thüringen Landkreis Göttingen Landkreis Northeim Landkreis Goslar Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Schachtrupp-Villa
Kornmarkt
Burgruine Alte Burg

Osterode am Harz [ɔstəˈroːdə] ist eine Stadt im Südosten des Bundeslandes Niedersachsen am südwestlichen Rand des Harzes. Sie ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Osterode am Harz liegt in einem von Nordwest nach Südost verlaufenden Tal zwischen Harz und den Erhebungen des Harzvorlandes, die im Bereich der Ortsteile Petershütte und Katzenstein steil abfallen und als Gipsklippen zu Tage treten. Im Südosten der Stadt befindet sich ein sumpfiges Gebiet mit mehreren teils natürlichen, teils künstlichen Teichen.

Durch die Stadt fließt die Söse, die etwa 5 km vor der Stadt zur Sösetalsperre aufgestaut wird. Die Söse-Talsperre wurde 1931 fertig gestellt und hat ein Fassungsvermögen von 25,5 Millionen m³; durch die Harzwasserwerke wird Trinkwasser bis nach Bremen geliefert. In Osterode mündet die Apenke in die Söse.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Osterode am Harz gehören folgende Ortschaften:

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Osterode am Harz
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 69,7 56,6 61,8 62,5 67,8 96,8 81,1 80,6 65,0 53,8 68,9 85,2 Σ 849,8
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Quelle: DWD, 1961–1990

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in einem bereits früh besiedelten Gebiet. Ausgrabungen brachten auf der Pipinsburg eine durch Wallanlagen gesicherte Siedlung der La-Tène-Zeit zutage. Bei Düna wurden Reste des Herrensitzes Düna als Teil einer Siedlung gefunden, die mit Unterbrechungen vom 3./4. Jahrhundert bis zum 13./14. Jahrhundert in einem Zeitraum von etwa 1000 Jahren bestand. Wann die heutige Siedlung Osterode gegründet wurde, ist nicht überliefert. Die Ortsnamensendung auf -rode deutet auf eine Gründung während der Rodungsphasen am Übergang von Früh- zum Hochmittelalter hin. Der Name wird als „östlich gelegene Rodungsstelle“ oder „östlicher Teil einer Rodungsstelle“ interpretiert, wobei nicht eindeutig ist, auf welchen westlich gelegenen Ort sich diese Richtungsangabe bezog. Ein manchmal diskutierter Bezug auf eine angebliche germanische Gottheit Ostara wird in der Literatur allgemein abgelehnt.[2] Die erste bekannte schriftliche Erwähnung von Osterode wird unterschiedlich bewertet: In der Chronik des Petersklosters in Erfurt wird 1152 erwähnt, dass die opulentissima villa Osterroth in einer Fehde zwischen Heinrich dem Löwen und dem Markgrafen Albrecht dem Bären zerstört worden sei.[3] Eine andere Erwähnung von Osterrode ist in einer angeblich von Kaiser Lothar am 7. Oktober 1136 verfassten Urkunde enthalten, bei der es sich jedoch um eine Fälschung aus dem Ende des 12. Jahrhunderts handelt.[4] Manche andere als erste schriftliche Belege genannten Daten beziehen sich auf Osterode am Fallstein.

Die nordöstlich der Altstadt auf einem Bergsporn gelegene Osteroder Burg (heute Ruine) ist vermutlich zum Schutz dieser Marktsiedlung errichtet worden. 1234 wird erstmals von einer Stadtmauer berichtet, bereits 1238 wird ein Rat, eine Bürgerschaft und eine Neustadt erwähnt und aus dem Jahr 1261 ist ein Stadtsiegel überliefert. Der Altstadt gewährte Herzog Otto das Kind im Jahre 1239 ihre im Einzelnen nicht genannten Rechte, befreite die Einwohner vom Zoll in Braunschweig, hob das Einfuhrverbot für Bier aus Goslar und die Erhebung von Ungeld auf[5]. Das Stadtrecht der Kaiserstadt Goslar erhielt die Marktsiedlung jedoch erst 1293. In einem weiteren, jedoch undatierten Brief, teilte der Herzog seine Absicht mit, die Neustadt Osterodes neu gründen zu wollen. Diese ist im heutigen Stadtbild deutlich als Plansiedlung zu erkennen und besaß einen eigenen Markt. Vor allem Anwohner der ehemaligen, wüst gefallenen Dörfer Besingen und Motlingerode werden in der Neustadt gesiedelt haben, dies geht aus der starken Bewirtschaftung der Fluren der Wüstungen hervor, an welcher sich die Bewohner der Neustadt zum hohen Teil beteiligt haben. In der näheren Umgebung von Osterode befindet sich auch die mittelalterliche Wüstung Gheylshagen. Unbebaute Flächen zeugen bis in die heutige Zeit von der früheren Grenze zwischen Alt- und Neustadt, die bald darauf in den Befestigungsring der Stadt einbezogen wurde. So buchtet die Mauerlinie im Südosten aus und umfasst das seit etwa 1230 bestehende Jungfrauenstift St. Jacobi.

Bei der Teilung des Welfenhauses 1289 gelangte Osterode an die Linie Braunschweig-Grubenhagen bis zu deren Aussterben 1596. Die Fürsten residierten auf der alten Osteroder Burg, die Anfang des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Ernst III. ließ das 1561 aufgehobene Kloster St. Jacobi zum Schloss umbauen.

Kirche St. Aegidien

Die Stadt war ein wichtiger Handelsort, der auch der Hanse beitrat. Zu Ihrem Wohlstand trugen auch der in der Umgebung betriebene Bergbau und die Eisenverhüttung bei. 1420 wurde die einstige Klosterschule als stadteigene Lateinschule übernommen.

Rückschläge brachten Stadtbrände unter anderem 1545, Zerstörung im Dreißigjährigen und später im Siebenjährigen Krieg, eine Pestepidemie 1625 bis 1627 sowie mehrere Hochwasser der Söse. Dennoch entwickelte sich Osterode bis ins 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelsplatz der Tuchmacher und Gewerbetreibenden. 1807–1813 gehörte die Stadt zum Departement des Harzes. Von 1867 bis 1885 befand sich das Amt Osterode, zusammen mit den weiteren Ämtern Gieboldehausen und Herzberg, sowie den Städten Osterode, Duderstadt und Herzberg, im Kreis Osterode, das mitunter auch als „Steuerkreis“ bezeichnet wurde. Verwaltet von einem Kreishauptmann, konnte jedoch der Kreis kaum eigene Kompetenzen etablieren und befand sich stets im Streit mit den noch parallel existierenden Verwaltungsbezirken. Grund für das Zusammenlegen der Ämter und Ortschaften war eine preußische Verwaltungsreform, welche das annektierte Königreich Hannover als eine Provinz in das Königreich Preußen eingliedern sollte und vor allem auf steuerliche und militärische Zwecke ausgerichtet war.

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden Baumwoll- und Tuchfabriken, 1928–1932 brachte der Bau der Sösetalsperre Schutz vor den Hochwassern.

Im Zweiten Weltkrieg war Osterode Standort einiger kriegswichtiger Rüstungsbetriebe, deren Produktion sich zum großen Teil auf Zwangsarbeit stützte. Ab 1944 wurde unter dem Decknamen Dachs IV die Errichtung eines unterirdischen Hydrierwerkes für die Herstellung von Treib- und Schmierstoffen in den nahe gelegenen Gipssteinbrüchen angestrengt. Für die hieran beteiligten Zwangsarbeiter wurde am Ufer der Söse ein Außenlager des KZ Mittelbau-Dora errichtet. Die Arbeiten wurden jedoch nicht beendet; am 27. März 1945 wurde dieses Außenkommando aufgelöst. Ferner gab es ab Herbst 1944 ein KZ-Außenkommando des KZ Buchenwald, dessen durchschnittlich 300 Häftlinge in der Maschinenfabrik Curt Heber Zwangsarbeit verrichteten; diese Häftlinge wurden im Oktober 1944 auf das KZ Mittelbau-Dora überschrieben. Im Gerichtsgefängnis Osterode saßen während des Zweiten Weltkriegs insgesamt rund 1000 Personen ein. In der Optischen Werken Osterode, später unter Sigbert-Kassel firmierend, waren 200 Zwangsarbeiter unter Befehl des Arbeitsamts Northeim im Einsatz. Ferner waren in Osterode folgende zivile Zwangsarbeiter im Einsatz:

  • Anton Piller: 450 Personen
  • Nordwerke: 50 Personen
  • R. Kellermann: 430 Personen
  • Greve Uhl: 180 Personen
  • Städtisches Polenlager: 220 Personen
  • Waldlager Bremketal: 290 Personen
  • Firma Lorenz, Turnhalle: 310 Personen[6]

Zu Anfang April 1945 kam es in der Umgebung von Osterode zu Gefechten zwischen der US-Armee sowie der Wehrmacht. Um den Vormarsch der Alliierten zu verzögern, wurde die Sprengung der drei Sösebrücken angeordnet. Bei der Sprengung der Johannistorbrücke kam es zu schweren Verwüstungen, einige Gebäude in der näheren Umgebung wurden zerstört. Insgesamt wurden in Osterode im Zweiten Weltkrieg zwölf Häuser zerstört.[7] Nach 1945 haben sich neue Industriezweige angesiedelt, die zur Zeit des Nationalsozialismus rüstungsrelevanten Industriefirmen konnten den Produktionsaufschwung in die Nachkriegszeit retten. Die Stadt hat bis heute ihren Altstadtkern behalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurde die Gemeinden Freiheit, Katzenstein, Lasfelde, Petershütte und Schwiegershausen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Dorste, Förste, Lerbach, Marke, Nienstedt am Harz und Riefensbeek-Kamschlacken sowie Gebietsteile der Gemeinde Hörden mit damals etwas mehr als 100 Einwohnern hinzu.[8]

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[9]
1961 29.228
1970 30.124
1987 26.699
1990 27.097
1995 26.707
2000 25.848
2005 24.643
2010 23.444
2011 22.987
2012 22.532

Die Einwohnerzahlen von 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) sind die jeweiligen Volkszählungsergebnisse. Die Zahlen enthalten auch die Einwohner der später eingemeindeten Orte.[8]

Religionen[Bearbeiten]

Kirche St. Johannes Baptist

Osterode ist Sitz des Kirchenkreises Harzer Land der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. In der Stadt Osterode befinden sich die evangelischen Kirchen St. Aegidien Marktkirche in der Stadtmitte, die Jacobikirche am Schloss, die Kreuzkirche am nördlichen Stadtrand, die Marienkirche in der Marienvorstadt und die Kirche zum Guten Hirten im Süden der Stadt. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in zu Osterode eingemeindeten Ortschaften.

Osterode ist auch Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist, sie gehört zum Dekanat Nörten-Osterode im Bistum Hildesheim. Zu ihr gehört in Osterode die 1902-04 erbaute Pfarrkirche St. Johannes Baptist in der Johannisvorstadt, benannt nach Johannes dem Täufer. Ferner im Süden der Stadt die moderne Kirche St. Martin, sowie die katholische Kirche in Badenhausen.

Die Freie evangelische Gemeinde Osterode wurde 1967 gegründet, sie gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (FeG) und verfügt über ein Gemeindehaus an der Abgunst. Die Christus-Gemeinde Osterode gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Herzberg (Baptisten) gehört in Osterode ein Gemeindehaus an der Westpreußenstraße. Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Straße In den Geeren, ihre Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Göttingen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat wurde aus demographischen Gründen verkleinert und setzt sich seit der Kommunalwahl 2006 aus 34 Mitgliedern zusammen.

Stadtratswahl 2011
Wahlbeteiligung: 54,40 % (+4,91 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,50 %
(-0,54 %p)
31,89 %
(+0,16 %p)
12,41 %
(+6,60 %p)
3,12 %
(-3,61 %p)
2,08 %
(+0,08 %p)
n. k.
(-2,69 %p)
2006

2011


Wahlergebnisse und Mandatsverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,50 18 51,04 18 48,48 19
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,89 11 31,73 11 35,59 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,41 4 5,81 2 5,29 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,12 1 6,73 2 4,26 1
DIE LINKE. Die Linke 2,08 0 2,00 0 - -
FWG Freie Wählergemeinschaft Stadt Osterode - - 2,69 1 6,38 2
100 34 100 34 100 37
Wahlbeteiligung in % 54,40 49,49 52,29

Hinzu kommt die Stimme des Bürgermeisters.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Auf Vorschlag der SPD und der FDP wurde im Jahr 2004 der sehr SPD-nahe Klaus Becker zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Am 11. September 2011 erfolgte die Wiederwahl mit 62,49 % der Stimmen.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Osterode am Harz
Blasonierung:

„Geteilt von Silber und Rot durch einen goldenen Kleeblattbogen; darauf zwei blaue Türme, der rechte mit roter Kuppel, der linke mit rotem Spitzdach; dazwischen schwebt ein rotes Tatzenkreuz; unten ein linkshin schreitender, blau bewehrter goldener Löwe.“[10]

Beschreibung:

In der Zeit der Errichtung einer Neustadt 1238 um den Burgflecken entstand das erste Siegel. Eine Nachbildung aus dem 17. Jahrhundert zeigt den welfischen Löwen nach rechts gerichtet, der als alleiniges Merkmal in den Siegeln zu sehen ist. Der 1234 bereits erwähnte Mauerring wird in den Türmen und dem Bogen symbolisiert, das Kreuz steht entweder für den heiligen Patron Johannes den Täufer der Marktkirche oder als Marktzeichen. Ein gekröntes "O" im Schild des Löwen, sowie Türme und Kreuz fanden im 19. Jahrhundert Eingang in das Wappen.

Seit dem 17. Jahrhundert führte die Stadt bis 1914 ein anderes Wappen.[11]

Wappen der Stadt Osterode am Harz
Blasonierung:

„In Rot in oberer Hälfte ein schreitender goldener Löwe mit blauer Zunge und Bewehrung; unten ein golden gekröntes, silbernes O.“[12]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Armentières, Frankreich (eine der Sösebrücken heißt „Armentieres-Brücke“).
  • PolenPolen Ostróda, Polen (In der Innenstadt steht ein Stein, der verkündet: „Noch 826 Kilometer bis Osterode/Ostpreußen“)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Museum im Ritterhaus sammelt und präsentiert Zeugnisse und Dokumente der Osteroder Geschichte vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit. Neben der Dauerausstellung zur Stadt- und Regionalgeschichte finden regelmäßig Sonderausstellungen zu wechselnden Themen statt.

Ehemaliges Kornmagazin und heutiges Rathaus
Altes Rathaus von vorne
Altes Rathaus von der Seite

Bauwerke[Bearbeiten]

In der Nähe von Osterode am Harz befinden sich mehrere Burgruinen, darunter die der Burg Lichtenstein zwischen Dorste und Förste und die der Alten Burg.

Eines der imposantesten Bauwerke der Stadt ist das zwischen 1719 und 1722 entstandene Kornmagazin (Harzkornmagazin), das ursprünglich zur Versorgung der Bergbauorte im Oberharz mit Getreide diente und heute nach einer umfassenden Renovierung das Rathaus beherbergt. Ein weiteres Bauwerk ist Eulenburg, die bis in die 1960er Jahre Sitz einer Textilfabrikation war.

Bis 2004 bestand in Osterode noch die Rommel-Kaserne. Sie beheimatete das Panzergrenadierbataillon 12 der Bundeswehr. Das großflächige Kasernengelände ist zwar von einem Privatinvestor gekauft worden, steht aber bis heute leer.

Sport[Bearbeiten]

Osterode ist Ausgangspunkt des knapp 100 km langen Wanderweges nach Thale, dem Harzer Hexenstieg.

In Osterode ist der Fußballverein VfR Osterode 08 zu Hause, dessen 1. Mannschaft in der Bezirksliga spielt. Zudem gibt es in Osterode einen türkischen Fußballverein namens FC Dostluk Spor, der ebenfalls in der Bezirksliga 4 des NFV-Bezirks Braunschweig spielt. Der Vorortverein TuSpo Petershütte (richtige Vereinsbezeichnung ist TuSpo Lasfelde-Petershütte-Katzenstein) spielt hingegen in der Landesliga Braunschweig.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Osterode führen mehrere Bundesstraßen. Die B 243, die vierspurig ausgebaut ist, ist die westliche Hauptverbindung zwischen Nord- und Südharz. Die B 241 und B 498 verbinden den Solling mit dem Ostharz.

Osterode liegt an der Bahnstrecke Herzberg–Seesen, welche weiter nach Braunschweig führt. Im November 2004 erhielt der Ort für rund eine Million Euro zwei neue Haltepunkte, die die bisherigen Haltepunkte ersetzen und durch eine zentralere Lage die Qualität des ÖPNV verbessern sollen. Dafür entfielen der Hauptbahnhof (welcher als klassischer Bahnhof mit Wartehalle, Kartenverkauf und Bahnhofsgaststätte ausgebaut war) und der Südbahnhof. Die neuen Haltepunkte hingegen entsprechen in der Ausstattung lediglich einem Wartehäuschen, wie es aus dem Busverkehr bekannt ist und bietet keinen besonderen Wetterschutz. Während der ehemalige Güterbahnhof nun als Mosche dient ("Fatih-Moschee"), steht der ehemalige Hauptbahnhof leer und verfällt zusehends.

Der Linienbusverkehr in und um Osterode wird von der Regionalbus Braunschweig GmbH – Südniedersachsenbus – durchgeführt.

Die schmalspurige Bahnstrecke Osterode–Kreiensen wurde 1967 aufgegeben.

Bildung[Bearbeiten]

  • Hauptschule Neustädter Tor
  • Realschule auf dem Röddenberg
  • Tilman-Riemenschneider-Gymnasium Osterode am Harz
  • Berufsbildende Schulen I des Landkreises Osterode am Harz (Handelslehranstalt)
  • Berufsbildende Schulen II Regionales Kompetenzzentrum des Landkreises Osterode am Harz

Unternehmen[Bearbeiten]

Zu den Betrieben, die hier einen Sitz haben, gehören Harz Energie, Kamax und Piller sowie die Harz-Weser-Werkstätten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Georg Friedrich Renner: Historisch-topographisch-statistische Nachrichten und Notizen von der Stadt Osterode am Harze, hrsg. von August Sorge, Osterode 1833
  • Albrecht Schütze: 200 Jahre Osteroder Schulgeschichte : Chronik und Schulleben in Osterode am Harz im 19. und 20. Jahrhundert aufgezeichnet nach Chroniken und Protokollen ; ein Beitrag zur Stadtgeschichte. Osterode, 2002.
  • Hans Erich Giebel: Chronik der Stadt Osterode am Harz. Magdeburg, 1931.
  • Johann Georg Friedrich Renner: Aus der Geschichte der Stadt Osterode am Harz. Krösing, Osterode, 1926.
  • Heinrich Wendt, Jörg Leuschner: Geschichte des Welfenfürstentums Grubenhagen, des Amtes und der Stadt Osterode. Olms, Hildesheim [u.a.], 1988. ISBN 3-487-09035-X
  • Jörg Leuschner, Gudrun Pischke: Osterode : Welfensitz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte. Olms, Hildesheim [u.a.], 1993. ISBN 3-487-09808-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Osterode am Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Osterode am Harz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamensbuch (NOB). Teil II, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-370-6, S. 119ff.
  3. Stadtgeschichte auf der Homepage der Stadt Osterode
  4. Monumenta Germaniae Historica: Die Urkunden Lothars II. und der Kaiserin Richenza. Bearbeitet von Emil von Ottenthal und Hans Hirsch. Berlin 1927, Urkunde 90, S. 142
  5.  Dietrich Fliedner, Erhard Kühlhorn (Hrsg.): Historisch-Landeskundliche Exkursionskarte. Blatt Osterode am Harz. Lax, Hildesheim 1970, S. 61.
  6. Für alle Angaben zu Zwangsarbeitern in Osterode: „Das nationalsozialistische Lagersystem“, 1990 Zweitausendeins, Frankfurt am Main; Nachdruck des „CCP“, dreibändiger „Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories September 1939-May 1945, prepared by International Tracing Service. Records Branch. Documents Intelligence Section, Arolsen (July 1949, April 1950, March 1951).“
  7. Niedersächsisches Städtebuch. Braunschweig 1952
  8. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215 und 216.
  9. Statistische Erhebungen, Homepage Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen LSKN-Online; Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember des Jahres.
  10. Klemens Stadler, Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 5: Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Bremen 1970
  11. Das Wappen der Stadt Osterode am Harz. Stadt Osterode am Harz, abgerufen am 15. März 2013.
  12. http://www.ngw.nl/heraldrywiki/index.php?title=Osterode_am_Harz