Seeburg (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seeburg
Seeburg (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeburg hervorgehoben
51.56510.149444444444155Koordinaten: 51° 34′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Radolfshausen
Höhe: 155 m ü. NHN
Fläche: 13,44 km²
Einwohner: 1610 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37136
Vorwahl: 05507
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 024
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Seestraße 10
37136 Seeburg
Webpräsenz: www.seeburgersee.de
Bürgermeister: Harald Finke
Lage der Gemeinde Seeburg im Landkreis Göttingen
Staufenberg Hann. Münden Bühren Scheden Rosdorf Friedland Dransfeld Jühnde Niemetal Adelebsen Bovenden Waake Gleichen Landolfshausen Bilshausen Göttingen Seulingen Ebergötzen Bodensee Seeburg Obernfeld Krebeck Wollbrandshausen Rollshausen Wollershausen Duderstadt Gieboldehausen Rhumspringe Rüdershausen Landkreis Göttingen Niedersachsen Hessen Landkreis Northeim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz ThüringenKarte
Über dieses Bild
Gemeinderatswahl 2011
Wahlbeteiligung: 60,06 % (2006: 62,02 %)
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n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 2006: Summe der Einzelwahlvorschläge Pape (3,71 %; 1 Sitz) und Weber (1,67 %; kein Sitz)

Seeburg ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Der Ort wurde 980 erstmals urkundlich erwähnt.

Seeburg ist staatlich anerkannter Erholungsort am Seeburger See, der auch das Auge des Eichsfelds genannt wird. Die Gemeinde liegt im Untereichsfeld und gehört der Samtgemeinde Radolfshausen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Ebergötzen hat. Seeburg und Bernshausen sind als Ortsteile der Gemeinde ausgewiesen.

Blick über Seeburg
Wappen des Ortsteils Seeburg

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsreste lassen auf eine bereits frühe Besiedlung des Gebietes um das heutige Seeburg erkennen. So fanden sich Reste aus der römischen Kaiserzeit ab 100 n. Chr. sowie archäologische Funde aus dem 9. bis 11. Jahrhundert. Dabei untermauert die Entdeckung des Martinspatrozinium, einer alten Missionskirche aus dem 9. Jahrhundert, die anfängliche Besiedelung vor Ort. Weiterhin überliefert ist die "Seeburg", einer, aus dem Hochmittelalter stammenden Niederungsburg. Überreste der Burg wurden zwischen 1984 und 1996 freigelegt, unter ihnen befand sich auch die Curtis von Bernshausen. Die Burg stellte den Hauptsitz der Herren von Seeburg dar, die als ein Rittergeschlecht die gesamte Umgebung unsicher machten, häufig in die Goldene Mark eindrangen und mehrere, allerdings erfolglose, Versuche unternahmen, Duderstadt selbst einzunehmen. Als Albrecht I. von Braunschweig 1263 nach Duderstadt kam um die Ritterschaft des Landes zu seiner Fehde gegen die Markgrafschaft Meißen aufzufordern, richtete er auch seine Bitte an die Raubritter von Seeburg, die sich bei ihm, von ihren bisherigen Betragen entschuldigen und Beistand mit all ihren Männern zusicherten.[2] Als es zu der Schlacht bei Besenstedt an der Elster kam, in der Albrecht I. verwundet wurde und in die Hände seiner Feinde fiel, ließen die Seeburger ihn in Stich, eilten nach Hause und widmeten sich wieder dem Raubrittertum. Bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft anderthalb Jahre später bestrafte Albrecht I. die Herren von Seeburg, indem er vor ihr Schloss in Seeburg zog, es erobert und alle, die sich ihm nicht ergaben, erschlug. Seit dieser Zeit finden sich keine weiteren Erwähnungen mehr des Schlosses, sowie der Ritter zu Seeburg, lediglich unter den Einwohnern Duderstadts findet man noch ihren Namen. So bekleidete Berthold von Seeburg 1319 das Amt des Münzmeisters, während Rüdiger von Seeburg 1359 als Zeuge einer Übertragung von Ländereien der Gemeinde Fuhrbach an den Rat zu Duderstadt im Osterholz erwähnt wird. Zum Amt Gieboldehausen zählte Seeburg erstmals 1364. Hoheitlich unterstand das Amt jedoch dem Mainzer Erzbischof, nachdem die Braunschweiger Herzöge es ihnen, durch Verkauf, übertragen hatten. Eine schwierige Zeit stellte der Dreißigjährige Krieg für Seeburg dar. Obwohl es nie Schlachtfeld des Krieges war, wurde ein Großteil des Ortes 1623 und 1626 niedergebrannt und geplündert, wobei viele Einwohner ihr Leben lassen mussten. Zudem kamen Seeburg hohe Tributszahlungen zu, die von ihm erpresst wurden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Bernshausen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011 [4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Martinus[Bearbeiten]

St.-Martinus-Kirche

Das erste Gotteshaus fiel in die Zeit um 1000 und war die Gründungskapelle im Ort. Bis zur Reformation war hier ein Sedessitz des Petersstiftes Nörten. Im Rahmen der Brände im Dreißigjährigen Krieg wurde auch die gotische Vorgängerkirche in Mitleidenschaft gezogen, wobei man sodann im Jahre 1655 eine neue errichtete. Die heutige Pfarrkirche St. Martinus stellt vermutlich bereits die vierte Kirche in Seeburg dar, Die Grundsteinlegung zum heutigen klassizistischen Gotteshaus St. Martinus fand 1786 statt. Bis in das Jahr 1793 baute man an der Kirche, einem Buntsandsteinquaderbau mit geschwungenen Giebelschrägen an der Westfassade, an deren Fuß jeweils eine Ziervase als damals typisches Stilelement angebracht ist. Der auf dem Langhaus aufgebrachte Turm mit einer welschen Haube trägt barocke Züge, während die Gewölbeformen im Inneren der Kirche gotisch geprägt sind. Kontraste setzt der 1865 erworbene Barockaltar der Kirche, der aus den Jahren 1709 bis 1714 stammt und teilweise gotische Figuren trägt. Ursprünglich zum Altar gehörend war wohl die Nachbildung des heiligen Rochus, der unter hochgezogenem Gewand auf seine Pest am Bein aufmerksam macht. Weitere Figuren des Altars sind Nachbildungen der Maria Immaculata, des heiligen Josef, des St. Georg zu Pferde und des Davids mit Harfe. Alle Figuren stammen aus der Zeit um 1700. Neueren Datums sind der Ambo, Beichtstuhl und Zelebrationsaltar, die von der Hildesheimer Firma Gerz angefertigt wurden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Seeburg liegt an der Bundesstraße 446, Nörten-HardenbergDuderstadt. Gut einen Kilometer entfernt verläuft die Bundesstraße 27.

Die heute ca. 1700 Einwohner umfassenden Ortsteile bieten dem Besucher zudem neben Hotels, Gaststätten und Cafés auch Privatunterkünfte und Ferienwohnungen. Eine Selbstversorgung der Gäste ist nicht nur durch ein kleines Lebensmittelgeschäft mit Bäckerei und Kiosk möglich, sondern kann auch durch landwirtschaftliche Produkte – direkt und frisch vom Erzeuger zu beziehen – gewährleistet werden. Das Dienstleistungsangebot wird durch Bankfilialen, Post-Agentur, Friseur, Krankengymnastik und ortsansässige Ärzte abgerundet. Daneben zählt ein Kindergarten, eine Grundschule, ein moderner Campingplatz und ein Freibad mit Minigolfanlage zur Infrastruktur des Ortes.

Die Wirtschaft Seeburg war seit jeher landwirtschaftlich geprägt. So waren vor 30 Jahren ca. 150 Personen auf landwirtschaftlichen Vollerwerbshöfen tätig. Weitere 200 Personen waren durch Nebenerwerbstätigkeit im Ackerbau eingebunden, wobei spezifische Handwerksbetriebe, wie zum Beispiel Schmiede und Stellmacher existierten. Der Tabakanbau war in den Vor- und Nachkriegsjahren eine wichtige Einnahmequelle. Heute sind die meisten der berufstätigen Seeburger Pendler. Schätzungen gehen dabei von ca. 80 % der Einwohner aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Seit dem 1. November 2006 ist Harald Finke Bürgermeister von Seeburg.

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Franz Gleitze (* 13. November 1869 in Seeburg, † 8. Juni 1958 in Seeburg), Heimatdichter
  • Herbert Hellmold (* 11. Oktober 1940 in Seeburg), Bundesbankdirektor (1972–2002)

Anhang[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Carl Duval: Das Eichsfeld oder historisch-romantische Beschreibung aller Städte, Burgen, Schlösser, Klöster, Dörfer und sonstiger beachtenswerter Punkte des Eichsfeldes. Eupel, Sondershausen 1845, S. 51.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  4. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152403_000041/index.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Meinhardt: Geschichte der Gemeinde Seeburg, Duderstadt, 1980

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien