Tannhausen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ortsteil von Aulendorf siehe Tannhausen (Aulendorf).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tannhausen
Tannhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tannhausen hervorgehoben
48.97916666666710.361388888889504Koordinaten: 48° 59′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 504 m ü. NN
Fläche: 17,73 km²
Einwohner: 1870 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73497
Vorwahl: 07964
Kfz-Kennzeichen: AA
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 071
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 54
73497 Tannhausen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Haase

Tannhausen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Tannhausen liegt etwa 20 km östlich von Ellwangen am Rande des Nördlinger Ries an der württembergisch-bayrischen Grenze, und zwar dort, wo die bayerischen Regierungsbezirke Schwaben und Mittelfranken aneinandergrenzen.

[Bearbeiten] Geologie

Bei Tannhausen finden sich umfangreiche Bentonit-Vorkommen, die auch abgebaut werden. Die Bildung des Bentonits steht im direkten Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis.[2][3]

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Stödtlen, im Osten an die bayerischen Gemeinden Wilburgstetten (Landkreis Ansbach, Mittelfranken) und Fremdingen (Landkreis Donau-Ries, Schwaben), im Süden an Unterschneidheim und im äußersten Westen an das Stadtgebiet von Ellwangen.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Tannhausen gehören das Dorf Tannhausen, die Weiler Bergheim, Bleichroden, Ellrichsbronn, Hagenbucherhof, Riepach und Sederndorf sowie die abgegangenen Ortschaften Kleinrietpach (?), Karthausen (?), Forstweiler und Kreuthof.[4]

[Bearbeiten] Geschichte

Stammsitz der Freiherren von und zu Thannhausen

Tannhausen wurde im Jahre 1100 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war der Ortsadel, die Freiherren von und zu Thannhausen, bereits hier ansässig und ist es bis heute. Dass der sagenhafte Minnesänger Tannhäuser dieser Familie angehörte, kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden.

Neben dem Ortsadel hatten verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften Rechte in dem Dorf. Bei der Mediatisierung 1806 kam Tannhausen zu Bayern und schließlich am 12. Januar 1810 zum Königreich Württemberg, wo es zum Landkreis Aalen gehörte, mit dem es schließlich durch die Kreisreform 1973 im neuen Ostalbkreis aufging.

[Bearbeiten] Religionen

Da die Thannhäuser Freiherren dem Papst treu blieben, ging die Reformation am Ort vorbei. Auch heute noch ist die Mehrzahl der Bewohner der römisch-katholischen Konfession zugehörig. Die wenigen evangelischen Gläubigen gehören zur Kirchengemeinde Walxheim.

[Bearbeiten] Politik

Die Gemeinde ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Tannhausen, dem außerdem noch Stödtlen und Unterschneidheim angehören.

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 53,7 % (+1,2) – 5 Sitze (−1)
  2. FWG 46,3 % (−1,2) – 5 Sitze (+1)

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Tannhausen ist keine reine Wohngemeinde, am Ort gibt es mehr als 300 Arbeitsplätze. Allerdings müssen etwa 500 Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde verdienen. Die Landwirtschaft spielt aber nach wie vor eine bedeutende Rolle.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Tannhausen ist der Hauptsitz der Sonnengartenstiftung Tannhausen, die 1970 aus dem Altenheim Tannhausen entstand. Das Altenheim wurde bereits 1958 von den Eheleuten Eugen und Emma Köpfer als privates Altenheim mit 16 Betten begründet. 1964/65 erfolgte eine Erweiterung auf 64 Betten. 1975–1977 wurde noch einmal um zwei Stationen mit insgesamt 67 Betten erweitert, so dass nun eine Pflege von ca. 130 Personen möglich war. Im Jahr 1980 wurde das Stammhaus renoviert und der Pflegeplatz auf 147 Betten erhöht. Im Jahr 2001/02 Komplettsanierung der Pflegestationen und Unterteilung in Einzel- und Doppelzimmer. Dadurch bedingt war eine Platzreduzierung auf den Stand von 126 Betten. In den Jahren 2004/05 erfolgte eine Komplettsanierung des einstigen Stammhauses mit Schaffung eines neuen Treppenhauses, Einbau eines Bettenaufzuges und Anbau eines großzügigen Wintergartens als Gemeinschaftsraum. Die Bettenzahl von 126 Betten wurde erhalten. Das Alten- und Pflegeheim „Im Sonnengarten“ stellt ca. 100 Arbeitsplätze in der Gemeinde. Parallel zu den Maßnahmen in Tannhausen wurde im Jahre 1972 das leerstehende Krankenhaus in Buchen im Odenwald erworben und bis 1973 ebenfalls zum Altenheim umgebaut.

[Bearbeiten] Bildung

In Tannhausen gibt es lediglich eine Grundschule und einen römisch-katholischen Kindergarten. Hauptschule und alle weiterführenden Schulen befinden sich in Unterschneidheim, Bopfingen oder Ellwangen.

[Bearbeiten] Literatur

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Johannes Baier: Zur Herkunft und Bedeutung der Ries-Auswurfprodukte für den Impakt-Mechanismus. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 91, 9-29, 2009.
  3. Johannes Baier: Die Auswurfprodukte des Ries-Impakts, Deutschland, in Documenta Naturae, Vol. 162, München 2007, ISBN 978-3-86544-162-1.
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 799–800.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Tannhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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