Böbingen an der Rems

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Böbingen an der Rems
Böbingen an der Rems
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Böbingen an der Rems hervorgehoben
48.8219444444449.9191666666667385Koordinaten: 48° 49′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 385 m ü. NHN
Fläche: 12,23 km²
Einwohner: 4498 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73560
Vorwahl: 07173
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstraße 2
73560 Böbingen
Webpräsenz: www.boebingen.de
Bürgermeister: Jürgen Stempfle
Lage der Gemeinde Böbingen an der Rems im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
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Böbingen an der Rems ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg (Deutschland) und gehört zum Ostalbkreis. Die Gemeinde gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Böbingen liegt im Remstal in 362 bis 472 Meter Höhe, etwa 15 km westlich der Kreisstadt Aalen. In Böbingen mündet der Klotzbach in die Rems.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Iggingen und Heuchlingen, im Osten an Mögglingen, im Süden an die Stadt Heubach und im Westen an die Stadt Schwäbisch Gmünd.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Dörfern Oberböbingen und Unterböbingen, dem Weiler Beiswang und den Höfen Birkhof, Braunhof, Gratwohlhof, Krausenhof und Windhof.[2] In einer Sitzung des Gemeinderats vom 8. Mai 1978 wurde entschieden, dass die Ortsteilbezeichnung Unter- und Oberböbingen offiziell aufgehoben sei.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste bekannte urkundliche Erwähnung[Bearbeiten]

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Gemeinde Böbingen stammt aus dem Jahr 1291. Aus einer Urkunde vom 30. November 1291 geht hervor, dass das Kloster Gotteszell einen Hof in „Bebingen“ gekauft hat.

Die südöstliche Kastellecke des Römerkastells Unterböbingen

Die Geschichte Böbingens reicht jedoch viel weiter zurück als 1291. Der durch Böbingen verlaufende Limes, das Römerkastell Unterböbingen, viele historische Funde bei Ausgrabungen (z. B. alamannische Gräber) und die Michaelskirche in Oberböbingen sind Hinweise darauf. Der historische Flurname „Bürgle“ deutet auf die alte Befestigung an diesem Ort hin. Bei ersten Grabungen 1885/86 durch den pensionierten Generalstabschef des württembergischen Heeres, Generalmajor Eduard von Kallee, wurde Unterböbingen aufgrund militärstrategischer Überlegungen als Kastellplatz erkannt und 1892 durch Major Heinrich Steimle im Auftrag der Reichs-Limes-Kommission untersucht. Die römische Militär-Therme, das auch den zivilen Bewohnern des außerhalb des Kastells entstandenen Dorfes zur Verfügung stand, konnte 1978 nördlich des Kastells auf einer Hochterrasse am Remstalrand ausgemacht werden. Das Kastell Unterböbingen und die umliegenden Bodendenkmale sind als Abschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes.

Das Mittelalter[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte Oberböbingen zunächst Ulrich von Rechberg, danach dem Ritter Albrecht den Haugge. Im Jahr 1358 kamen umfangreiche Gebiete an das Kloster Königsbronn. Im 14. Jahrhundert gehörte Böbingen den unterschiedlichsten Grundherren. Darunter waren die Klöster Königsbronn, Gotteszell, das Augustinerkloster, das Spital sowie mehrere weltliche Grundherren.

Unterböbingen war zum Großteil im Besitz der Klöster von Schwäbisch Gmünd. Die Besitztümer des Klosters Königsbronn kamen 1556 an Herzog Christoph von Württemberg. Im Jahr 1803 kam der andere geistliche Besitz im Zuge der Mediatisierung an das Haus Württemberg.

Im Mittelalter bestand die Bevölkerung Böbingens hauptsächlich aus Bauern, die keinen eigenen Boden hatten und den wenigen Grundbesitzern Frondienste leisten mussten. Die Zeit der Reformation brachte auch für Böbingen gravierende Veränderungen mit sich. Beide Böbinger Kirchen wurden evangelisch, und so mussten auch die Untertanen den evangelischen Glauben annehmen. Nur wenige Bewohner, die auf den Höfen zur Freien Reichsstadt Gmünd gehörten, blieben katholisch.

Der Dreißigjährige Krieg[Bearbeiten]

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verlor Unterböbingen sämtliche Einwohner. Der Grund dafür war, dass Unterböbingen direkt an der Heerstraße durch das Remstal lag und somit unmittelbar vom Krieg betroffen war.

Ab 1660 wurde Unterböbingen von Gmünd aus wieder besiedelt. Dadurch wurde die Bevölkerung katholisch. In Oberböbingen starben in dieser Zeit viele Bewohner an der Pest. Durch die Einquartierung ausländischer Truppen wurde in vielen Häusern geplündert und gemordet. Die Einwohner flohen in die angrenzenden Wälder.

18./19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Leben im 17. und 18. Jahrhundert verlief in normalen Bahnen. Im 19. Jahrhundert lebten die Bewohner von Oberböbingen hauptsächlich von der Landwirtschaft. Das Gebiet kam 1818 zum Oberamt Gmünd, dem späteren Landkreis Schwäbisch Gmünd. Es gab wenig Handwerker und Kaufleute. In Unterböbingen gab es mehr Handwerker, welche auch Handel nach außen betrieben. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebte jedoch auch hier von der Landwirtschaft. Durch den Bau der Remstalbahn erhielt Unterböbingen eine schnelle Anbindung Richtung Osten und Westen.

20./21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 20. Jahrhundert wurde die Bahnstrecke Böbingen–Heubach gebaut, welche im Jahr 1922 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Im Jahr 1933 wurde das Oberböbinger Freibad eingeweiht. Im Jahr 1938 schlossen sich die beiden Gemeinden Unter- und Oberböbingen zu einer Gemeinde zusammen. Der Teilort Zimmern wurde hierbei ausgegliedert und zur damals selbstständigen Gemeinde Herlikofen eingemeindet, während von Bargau der Teilort Beiswang zu Böbingen kam. 1947 stellte Bargau den Antrag auf Rückgliederung von Beiswang, in einer Anhörung votierten die stimmberechtigten Beiswanger für den Verbleib bei Unterböbingen. Seit 1952 heißt die Gesamtgemeinde nach Gemeinderatsbeschluss offiziell nur Böbingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich in Böbingen viele Flüchtlinge aus dem Osten nieder. Durch die Erschließung zahlreicher Baugebiete hatte Böbingen einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs. In einer Abstimmung 1971 entschieden sich die Stimmberechtigten für die Selbstständigkeit der Gemeinde und gegen eine Eingemeindung nach Heubach. 1973 kam der Ort zum neugebildeten Ostalbkreis.

Heute ist die Gemeinde überwiegend Wohngemeinde mit immer noch ländlichem Charakter.

Religionen[Bearbeiten]

Orgel in der Katholischen Pfarrkirche in Böbingen a.d.Rems
Die evangelische Pfarrkirche St. Michael ist romanischen Ursprungs.

Oberböbingen ist seit Einführung der Reformation überwiegend evangelisch geprägt, während in Unterböbingen die Katholiken dominieren. Heute gibt es auch eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist seit 1972 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein mit Sitz in Heubach.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 36,12 % – 5 Sitze (-1)
  2. FWG 36,38 % – 5 Sitze (±0)
  3. SPD/Unabhängige Bürger 27,50 % – 4 Sitze (+4)1
1 bis zur Kommunalwahl 2009 als SPD, Ergebnis 2004: 23,4%; 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Böbingen an der Rems

Blasonierung: In geteiltem Schild oben in Rot eine auf der Teilung stehende silberne Kapelle mit Dachreiter, unten in Grün eine schräglinke goldene Glocke.

Das Wappen wurde bereits 1930 von der Archivdirektion Stuttgart der ehemaligen Gemeinde Unterböbingen vorgelegt. Es zeigt oben die ehemalige Kolomanskapelle, die Glocke bezieht sich auf eine örtliche Sage, nach der Wildschweine eine vergrabene Glocke aus dem Boden gewühlt haben.

Die Gemeindeflagge ist schwarz-rot.[4][5][6]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Böbingen unterhält seit 1971 partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Custines in der Nähe von Nancy.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zwischen 1922 und 1976 existierte die Heubachbahn.

Regional-Express-Züge auf der Remsbahn (StuttgartAalen) sowie die Bundesstraße 29 (WaiblingenNördlingen) verbinden Böbingen mit den überregionalen Verkehrslinien. Der nächste Autobahnanschluss ist die Anschlussstelle 115 (Aalen/ Oberkochen) der Bundesautobahn 7 in ca. 24 km Entfernung über die B29 Richtung Aalen und die L1084.

Bahn- und Buslinien des öffentlichen Personennahverkehrs können zu Tarifen der Verkehrskooperationen OstalbMobil wie auch zu den eigenen Tarifen des jeweiligen Verkehrsunternehmens benutzt werden.

Radfernwege[Bearbeiten]

Mehrerer Radwanderwege durchqueren die Gemeinde:

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Schule am Römerkastell verfügt Böbingen über eine Grund- und Hauptschule. Daneben gibt es zwei Kindergärten im Ort.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskapelle bei Beiswang wurde um 1680 erbaut.

Böbingen liegt am Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Bislang hat Böbingen lediglich einmal das Ehrenbürgerrecht verliehen, und zwar an Dr. Adolf Schneider († 1979).

Weitere mit Böbingen verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Ferdinand Ludwig Immanuel Dillenius (1791–1871), evangelischer Geistlicher; war von 1817 bis 1824 Pfarrer in Oberböbingen
  • Uwe Ernst (* 1947), Maler und Zeichner; lebt und arbeitet seit 1989 in Böbingen
  • Karl Hilsenbek (* 1957), Politiker; war von 1986 bis 2003 Bürgermeister von Böbingen

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Böbingen an der Rems (Hrsg.): Böbingen an der Rems. Porträt einer Gemeinde, Süddeutscher Zeitungsdienst, Aalen 1986.
  • Gemeinde Böbingen an der Rems (Hrsg.): 700 Jahre Böbingen/Rems 1291–1991. 20 Jahre Partnerschaft mit Custines 1971–1991, Wahl-Druck, Aalen 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Böbingen an der Rems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 728–730.
  3. Gemeinde Böbingen an der Rems (Hrsg.): Böbingen an der Rems. Porträt einer Gemeinde, Süddeutscher Zeitungsdienst, Aalen 1986, S. 33.
  4. Gemeinde Böbingen an der Rems (Hrsg.): Böbingen an der Rems. Porträt einer Gemeinde, Süddeutscher Zeitungsdienst, Aalen 1986, S. 12.
  5. Heinz Bardua: Die kommunalen Wappen des Ostalbkreises. Ostalb-Einhorn 10 (1983), Seiten 75–88
  6. Heinz Bardua: Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 1: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1987, 158 Seiten, ISBN 3-8062-0801-8