Eschach (bei Schwäbisch Gmünd)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschach
Eschach (bei Schwäbisch Gmünd)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschach hervorgehoben
48.8883333333339.8697222222222498Koordinaten: 48° 53′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 498 m ü. NHN
Fläche: 20,27 km²
Einwohner: 1771 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73569
Vorwahl: 07175
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 020
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
73569 Eschach
Webpräsenz: www.eschach.de
Bürgermeister: Jochen König
Lage der Gemeinde Eschach im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild
Die evangelische gotische Johanniskirche in Eschach

Eschach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Eschach hat Anteil an den Naturräumen Östliches Albvorland und Schwäbisch-Fränkische Waldberge, die beide zum Schwäbischen Keuper-Lias-Land zählen.[2] Es liegt nördlich von Schwäbisch Gmünd auf der Frickenhofer Höhe, einem Höhenrücken, der sich südwestlich des Kochers entlangzieht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Sulzbach-Laufen im Landkreis Schwäbisch Hall, im Nordosten an Abtsgmünd, im Osten an Obergröningen, im Südosten an Schechingen, im Süden an Göggingen, im Südwesten an Täferrot und im Westen an Ruppertshofen und Gschwend.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben dem namengebenden Eschach aus den Weilern Batschenhof, Helpertshofen, Holzhausen, Kemnaten, Seifertshofen, Vellbach und Waldmannshofen und den Höfen Dietenhalden, Gehrenhof, Götzenmühle und Hirnbuschhöfle sowie der abgegangenen Ortschaft Alt-Dissenberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Eschach kann auf eine lange und abwechslungsreiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Eschach ist uraltes Siedlungsgebiet, was die zahlreichen Funde und Zeugnisse der verschiedenen Siedlungsperioden beweisen, die z. B. aus der Mittel- und Jungsteinzeit stammen, ebenso aus der keltischen und aus der Zeit der alamannischen Landnahme im 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit sind wohl auch die Höfe entstanden. Unter den Stauferkaisern setzte im 12. Jahrhundert die Besiedlung in größerem Umfang ein. Danach waren hauptsächlich die Grafen von Öttingen die Grundherren in Eschach. Sie verkauften 1359 alle ihre Rechte und Güter an die Grafen von Hohenrechberg. Auch das Kloster Lorch, die Stadt Schwäbisch Gmünd und die Grafen von Adelmannsfelden hatten Güter in Eschach. Der Schenk von Limpurg erwarb nach und nach bis zum Jahre 1586 den gesamten Besitz der Gemeinde. Durch die Rheinbundakte von 1806 fielen Eschach und seine Teilorte an das Württembergische Königreich. Mit der Errichtung der Oberamtsbezirke im Jahre 1807 wurden Eschach mit Seifertshofen dem Oberamt Gaildorf, die anderen Teilorte Gmünd zugeschlagen. Diese fielen ein Jahr später ebenfalls an Gaildorf. 1938 wurde Eschach schließlich mit sämtlichen Ortsteilen dem Kreis Schwäbisch Gmünd zugeteilt. Seit der Kreisreform 1973 gehört Eschach zum Ostalbkreis und bildet zusammen mit den Gemeinden Göggingen, Iggingen, Leinzell, Obergröningen und Schechingen den Gemeindeverwaltungsverband Leintal-Frickenhofer Höhe. In den Bauernkriegen (1525 bis 1535) wurden die aufständischen Bauern niedergeworfen und hart bestraft, häufig sofort hingerichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 waren Truppendurchmärsche von Freund und Feind, die meistens mit Plünderungen, Morden und Brandschatzungen verbunden waren, an der Tagesordnung. In seinem Gefolge brachte der furchtbare Krieg auch noch Teuerungen, Hungersnöte und die Pest mit sich. Nach Kriegsende hatte sich die Eschacher Bevölkerung stark dezimiert und es dauerte Jahre, bis die Kriegsschäden endgültig beseitigt waren. Auch die beiden schrecklichen Weltkriege des 20. Jahrhunderts haben in Eschach ihre Spuren hinterlassen. Bei Kriegsende zählte die Gemeinde noch 900 Einwohner. Damals war die Bevölkerung vor allem in der Landwirtschaft und im örtlichen Handwerk beschäftigt. Nach dem Krieg fanden viele Vertriebene in Eschach eine neue Heimat. Auch sie hatten an der allgemeinen Entwicklung der Gemeinde und am wirtschaftlichen Aufschwung ihren Anteil. Durch die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete und Schaffung weiterer öffentlicher Einrichtungen wurde aus einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde eine attraktive Wohngemeinde. Heute leben hier 1817 Einwohner (Stand: 31. Dez. 2009), von denen viele in den ortsansässigen Betrieben bzw. in den benachbarten Gemeinden und Städten ihrer Arbeit nachgehen.

Religionen[Bearbeiten]

Seit Einführung der Reformation ist Eschach vorwiegend evangelisch geprägt. Die evangelische Kirchengemeinde Eschach gehört seit 1951 zum Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Leintal-Frickenhofer Höhe mit Sitz in Leinzell an.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Reinhold Daiss wurde 2002 für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Er wurde am 28. Juli 2010 verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wählte die Bevölkerung im zweiten Wahlgang am 27. Juni 2010 Jochen König, am Wahltag noch Student der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Eschach

Blasonierung: In Silber auf grünem mit einer silbernen Wellenleiste belegtem Hügel eine grüne Esche zwischen zwei aus dem Hügel wachsenden grünen Farnkräutern.

Als redendes Wappen führt die Gemeinde eine Esche, die Wellenleiste ist ein Hinweis auf die Quelle des Fischbachs. Die Farnkräuter dienen lediglich als Füllsel.

Die Gemeindeflagge ist Grün-Weiß.

Bereits 1832 führte die Gemeinde die Esche als Bild im Gemeindesiegel. Damals allerdings noch ohne Wappenschild. 1926 wurde die Esche als Wappen festgelegt, dem noch ein Dreiberg und die Farnkräuter hinzugefügt wurden. Die Wappenfarben wurden ebenfalls 1926 eingeführt. 1956 überarbeitete die Gemeinde das Wappen in die heutige, heraldisch bessere Gestaltung.

Am 26. November 1956 wurden der Gemeinde vom Innenministerium Baden-Württemberg das heute gültige Wappen und die Flagge verliehen.[5][6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eschach liegt an der Idyllischen Straße, einer Ferienstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Seifertshofen steht seit 1984 das privat betriebene Schwäbische Bauern- und Technikmuseum. Es enthält eine Sammlung alter Gerätschaften, vorwiegend technischer Natur, insbesondere viele alte Traktoren, beispielsweise Fabrikat Lanz Bulldog, weiterhin viel altes Militärgerät, auch Lokomotiven und Flugzeuge. Seit 2009 steht im Museum die Stahlbrücke der ehemaligen Bahnstrecke Schwäbisch Gmünd–Göppingen über die Rems. Zwei Großveranstaltungen finden pro Jahr statt: ca. Mitte Mai ein „Tractorpulling“, ca. Ende August das „Lanz-Bulldog- und Dampf-Festival“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Eschach liegt direkt an der L1080 und L1157 und 5 Kilometer von der B19 (Abtsgmünd - Gaildorf) und 10 Kilometer von der B29 (Aalen - Stuttgart) entfernt. Zur A7 bei Westhausen sind es 25 Kilometer. Der am nächsten gelegene Bahnhof befindet sich in Schwäbisch Gmünd an der Remsbahn.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • icotek GmbH - Kabeleinführungs- und Zugentlastungssysteme, EMV-Lösungen und Schaltschrankzubehör
  • August Mössner GmbH & Co. KG - Säge-, Schnitt - und Sondermaschinenbau
  • Klenk & Herrmann GmbH - Schweisstechnik
  • Eugen Drohmann easycut GmbH - Stanztechnologie
  • Holzbau Kielwein GmbH
  • Helmut Wiedmann - Holzwaren
  • Stoll Ziegler automation GmbH - Anlagen - und Elektroinstallation
  • Klavier Wagner, Klavier- und Cembalobau und -handel

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Rathaus
  • Grundschule
  • Kindergarten
  • Bauhof
  • Sporthalle

Bildung[Bearbeiten]

In Eschach gibt es eine Grundschule. Alle weiterführenden Schulen befinden sich in den umliegenden Städten (zum Beispiel Gymnasium in Schwäbisch Gmünd) und Gemeinden (zum Beispiel Haupt- und Realschule in Leinzell).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Josef von Lipp (1794–1869), geboren in Holzhausen, Bischof von Rottenburg, Landtagsabgeordneter

Literatur[Bearbeiten]

  • Aloys Schymura: Ortsgeschichte der Gemeinde Eschach. Mit einer Beschreibung der Kirche von Hermann Kissling. Gemeindeverwaltung, Eschach 1964

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 740–742.
  4. Der Favorit von vor zwei Wochen machte das Rennen – Jochen König zum Bürgermeister gewählt, Rems-Zeitung vom 28. Juni 2010.
  5. Heinz Bardua: Die kommunalen Wappen des Ostalbkreises. Ostalb-Einhorn 10 (1983), Seiten 75–88.
  6. Heinz Bardua: Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 1: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1987, 158 Seiten, ISBN 3-8062-0801-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien