Heubach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heubach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heubach
Heubach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heubach hervorgehoben
48.7880555555569.9333333333333466Koordinaten: 48° 47′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 466 m ü. NHN
Fläche: 25,81 km²
Einwohner: 9645 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 374 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73540
Vorwahl: 07173
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 028
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 53
73540 Heubach
Webpräsenz: www.heubach.de
Bürgermeister: Frederick Brütting (SPD)
Lage der Stadt Heubach im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Heubach ist eine Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Heubach vom Rosenstein aus gesehen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Heubach liegt am Rande des Remstals und am Fuße des Rosensteins (Schwäbische Alb), zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen. Der Klotzbach durchquert Heubach von Süd nach Nord.

Die Stadt grenzt im Norden an Böbingen an der Rems und Mögglingen, im Osten an Essingen, im Süden an Bartholomä und im Westen an die Stadt Schwäbisch Gmünd.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Heubach mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Lautern gehören neben Heubach sechs weitere Dörfer, Höfe und Häuser. Zur Stadt Heubach in den Grenzen von 1970 gehören die Stadt Heubach, die Stadtteile Beuren und Buch und die Häuser Himmelreich und Jägerhaus sowie die abgegangene Ortschaft Eckelhofen. Zur ehemaligen Gemeinde Lautern gehören der Stadtteil Lautern und das Gehöft Ölmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Burgruine Rosenstein über der Stadt Heubach
Heubach von Nordwesten aus mit Rosenstein und Fernmeldeturm, Luftaufnahme

Im Jahr 1234 wurde Heubach im Zusammenhang mit einem Ritter Hainricus de Hôbach erstmals urkundlich erwähnt. Auf dem Rosenstein befindet sich die Burgruine Rosenstein, diese wurde 1282 erstmals erwähnt. Ende des 13. Jahrhunderts kamen Heubach und der Rosenstein in den Besitz der Grafen von Oettingen, die den Besitz um 1358 an die Grafen von Württemberg verpfändeten. Das Stadtrecht besitzt Heubach seit 1334.[3] Nach dem Sieg Kaiser Karls IV. gegen den württembergischen Graf Eberhard den Greiner fielen Heubach und der Rosenstein 1360 an das Königreich Böhmen, gingen 1377 jedoch wieder als Pfandschaftsbesitz an Württemberg über, das mit dem Besitz um 1413 die Herren von Woellwarth belehnte. Georg von Woellwarth verließ 1524 Burg Rosenstein und erbaute in Heubach ein Schloss. 1579 kaufte Herzog Ludwig von Württemberg Heubach und Rosenstein zurück und erhob Heubach zur Amtsstadt. 1581 wurde ein Rathaus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg sank die Bevölkerung auf 10 Personen, der Ort wurde auf Bestreben der württembergischen Regierung jedoch rasch wieder aufgebaut und wiederbesiedelt. Vom 18. Jahrhundert an bestand das Oberamt Heubach, das am 25. April 1807 mit dem Oberamt Gmünd zusammengelegt wurde. Mit der Kommunalreform 1938 wurde aus dem Oberamt der Landkreis Schwäbisch Gmünd, zu dem nun auch Heubach gehörte. Die Kreisreform 1973 schlug die Stadt dem neuen Ostalbkreis zu.

Religionen[Bearbeiten]

Neben einer evangelischen und einer römisch-katholischen Kirche gibt es auch eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie eine Gemeinde der Zeugen Jehovas und eine Moschee in der Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Wappen von Lautern

Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. Januar 1971 Lautern eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Heubach um 1830

Heubach ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Rosenstein, dem die Gemeinden Bartholomä, Böbingen an der Rems, Heuchlingen und Mögglingen angehören.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 22 Mitglieder an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 37,3 % (−2,4) – 8 Sitze (−1)
  2. Bürgerliste 33,7 % (−0,1) – 8 Sitze (+1)
  3. SPD 29,0 % (+2,4) – 6 Sitze (+1)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Blau zwei schräg gekreuzte goldenen Heuliecher (Heuhaken).“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Heubach unterhält partnerschaftlichen Beziehungen zu folgenden Städten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heubach liegt am Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg, einem Fernwanderweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

Heubach mit Rosenstein um 1900

In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Triumph International und Susa-Werke GmbH entstand 1974 das Heimat- und Miedermuseum im Heubacher Schloss, welches bis heute das einzige Museum seiner Art in Deutschland ist.

Im Polizeiposten befindet sich das Polizeimuseum, welches aus einer privaten Sammlung eines Polizeibeamten entstanden ist. Dort sind Gegenstände aus dem örtlichen Polizeiwesen seit 1853 ausgestellt. Das Museum öffnet nach Vereinbarung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Fernmeldeturm und Ruine

Auf dem Glasenberg befindet sich der 142 Meter hohe Fernmeldeturm Heubach, der neben Antennen für die Abstrahlung von Fernseh- und Rundfunkprogrammen auch über eine Aussichtsplattform verfügt, die aber nur zeitweise geöffnet wird.

Bemerkenswert ist außerdem das Evangelische Gemeindehaus mit Glasarbeiten von Albrecht Pfister.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1984 findet jährlich im Juli in der Stellung unterhalb des Rosensteins das Festival „Umsonst und draußen“ statt. Es wird von vielen freiwilligen Helfern organisiert und durchgeführt. Auf einem Fußballplatz besteht die Möglichkeit, zu zelten. Im Jahr 2009 fand das Festival nach 25 Jahren zum letzten Mal statt.[5]

Alle drei Jahre findet in Heubach im Juni oder Juli das Kinderfest statt, zuletzt am 6.Juli 2013. Dabei ziehen die Heubacher Schüler in einem Festzug von der so genannten Stellung über den Pionierweg hinauf zum Kinderfestplatz zwischen dem Glasenberg und dem Heidenburren.

Jährlich findet das Heubacher Straßenfest mit abendlichem Feuerwerk statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Heubach liegt zwar etwas abseits der großen Verkehrswege, aber die benachbarten Orte Böbingen an der Rems und Mögglingen sind sowohl mit der Remsbahn (stündliche Verbindung nach Stuttgart und Aalen) als auch über die Bundesstraße 29 erreichbar. Durch Heubach führt die direkte Straßenverbindung von Schwäbisch Gmünd nach Heidenheim an der Brenz.

Von 1920 bis 1975 hatte Heubach durch die Heubachbahn einen Bahnanschluss nach Böbingen an der Rems zur Remsbahn. Der Personenverkehr wurde am 1. Oktober 1972 und der Güterverkehr 1975 eingestellt.

Heubach ist über den Stadtbus der Stadt Schwäbisch Gmünd (Stadtbus Gmünd) an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Im Norden der Stadt liegt der Verkehrslandeplatz Heubach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Gebäudekomplex Spiesshofer & Braun von der Ruine Rosenstein aus gesehen

Triumph International wurde 1886 von Johann Gottfried Spießhofer und Michael Braun als Spießhofer & Braun in Heubach gegründet. Der Hersteller von Damen- und Herrenunterwäsche, Freizeit- und Hausbekleidung ist heute weltweit tätig und noch in Heubach ansässig, die Konzernzentrale des noch immer in Familienbesitz befindlichen Unternehmens befindet sich inzwischen allerdings in der Schweiz.

Eng verbunden mit der Geschichte der Stadt Heubach ist auch die Entwicklung der Hirschbrauerei. Chronisten führen ihre Entstehung auf die Zeit um 1600 zurück, urkundlich nachgewiesen ist jedoch, dass die „älteste Braustatt“ bis 1725 bereits brauen und Bier ausschenken durfte, jedoch erst am 2. Mai des gleichen Jahres die Konzession zur Schildwirtschaft mit dem Schild „Zum Hirsch“ verliehen erhielt. Zu dieser Zeit war die Familie Jakob Hornegger Besitzer der Brauerei zum Hirsch. 1874 übernahm Leonhard Johann Mayer die Heubacher Brauerei, die seither im Familienbesitz ist.

Bildung[Bearbeiten]

In Heubach gibt es mit der Schillerschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, zudem eine Realschule, das Rosenstein-Gymnasium und mit der Mörikeschule eine Förderschule. Eine weitere Grundschule befindet sich im Ortsteil Lautern. Außerdem gibt es die Jugendmusikschule Rosenstein, eine Einrichtung der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein mit Sitz in Heubach. Drei römisch-katholische, zwei evangelische und ein städtischer Kindergarten runden das Bildungsangebot ab.

Überregionale Bedeutung hat das Schriftgut-Archiv Ostwürttemberg im Stadtteil Lautern. Es gilt als das größte private Literaturarchiv in Deutschland.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

In Heubach wurde 1981 die Theater- und Comedygruppe Die kleine Tierschau von den Schulfreunden Michael Gaedt, Michael Schulig und Ernst Mantel gegründet.

Der Ortsneckname für die Heubacher Bürger lautet „Mondstupfler“. Dies geht auf eine alte Sage der Stadt Heubach zurück, wonach die Heubacher vor vielen Jahren bei Nacht auf den Rosenstein stiegen, um den Mond mit langen Stangen vom Himmel zu holen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt Heubach[Bearbeiten]

  • Eduard-Hermann Ströle (1821–1896), Ehrenbürger 1894 aufgrund seiner Verdienste während 26-jähriger Tätigkeit als Lehrer und seiner Tätigkeit als Vorstand des Turnvereins
  • Theodor Viktor Jäger (1840–1924), Ehrenbürger 1900 in Anerkennung seiner Verdienste als Stadtpfarrer
  • Julius Schneider (1862–1923), Ehrenbürger 1920 für seine Verdienste als Unternehmer, Gemeinderatsmitglied und seine Bemühungen um den Bahnanschluss durch die Heubachbahn
  • Franz Keller (1852–1938), Ehrenbürger 1927 für seine Verdienste in über 50-jähriger Tätigkeit als Arzt und Förderer des Fremdenverkehrs
  • Michael Braun (1866–1954), Ehrenbürger 1936 für seine Verdienste als Unternehmer und Mitbegründer der Firma Spießhofer & Braun
  • Fritz Spießhofer (1886–1968), Ehrenbürger 1954 für seine Verdienste als Unternehmer sowie Freund und Förderer der Kultur und Vereine
  • Dieter Braun, Ehrenbürger 2011
  • Günther Spiesshofer (1936–2013), Gesellschafter und ehemaliger Geschäftsführender Gesellschafter der Triumph International Spiesshofer & Braun KG, Ehrenbürger 2011.[7]

Ehrenbürger der Gemeinde Lautern[Bearbeiten]

  • Alois Dangelmaier (1889–1978), Ehrenbürger 1967 aus Anlass seiner Verdienste und seines 50-jährigen Priesterjubiläums

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Heubach – Quellen und Volltexte

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 722–726.
  3. http://www.heubach.de/2378_DEU_WWW.php
  4. Diethelm Winter (Hrsg): Der Ostalbkreis, Stuttgart: Theiss, 1992, Seite 338.
  5. Umsonst und Draussen in Heubach. Abgerufen am 23. Februar 2010.
  6. „Das literarische Gedächtnis der Region. Das von Reiner Wieland aufgebaute Schriftgutarchiv Ostwürttemberg gilt als das größte private Literaturarchiv Deutschlands“ in Gmünder Tagespost vom 27. Juni 2009
  7. Zum Tode von Günther Spiesshofer. In: Schwäbische Post vom 28. Februar 2013