Oberkochen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oberkochen
Oberkochen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberkochen hervorgehoben
48.78388888888910.105277777778496Koordinaten: 48° 47′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 496 m ü. NN
Fläche: 23,57 km²
Einwohner: 8048 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73447
Vorwahl: 07364
Kfz-Kennzeichen: AA
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 050
Adresse der Stadtverwaltung: Eugen-Bolz-Platz 1
73447 Oberkochen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Peter Traub (Freie Wähler Ostalbkreis)
Blick auf Oberkochen

Oberkochen ist eine Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Oberkochen liegt am Albuch. Höchster Punkt der Stadt ist der Volkmarsberg in 743 Meter über NN. Südlich der Stadt liegt der Kocherursprung in 500 Meter über NN. Die Stadt selbst ist im Wesentlichen in zwei Teile aufgeteilt: die Innenstadt, an die sich die Gebiete Spitztal, Lenzhalde und Brunnenhalde anschließen, sowie den ca. 100 m höher gelegenen Stadtteil Heide.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zur Stadt Oberkochen gehören der Ort Heide und der Weiler Kreuzmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Zwerenberg, Kreutzheim, Echmannsweiler, Tiefentalhäuschen, Schlackenwäsche, Schleifmühle und Ziegelhütte.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Die älteste nachgewiesene urkundliche Erwähnung stellen zwei Urkunden aus dem Ellwanger Lagerbuch vom 17. Januar 1335 dar.[3]

Oberkochen gehörte in Württemberg zunächst zum Oberamt Aalen und später zum Landkreis Aalen, mit dem es durch die Kreisreform 1973 im neuen Ostalbkreis aufging.

Im Jahr 1968 wurde Oberkochen zur Stadt erhoben.

[Bearbeiten] Religionen

Bereits im 14. Jahrhundert war Oberkochen herrschaftlich geteilt. Der größere Teil gehörte zum Kloster Ellwangen, der kleinere zum Kloster Königsbronn. Dies führte in der Reformationszeit zwischen 1536 und 1553 dazu, dass der Königsbronner Teil des Ortes mit Württemberg evangelisch wurde, während der Ellwanger Teil katholisch blieb. Die Teilung des Ortes führte in der Folge immer wieder zu rechtlichen Problemen und Streitigkeiten. Diese wurden im Jahr 1749 durch einen Vertrag zwischen Ellwangen und Württemberg geklärt, dem Aalener Protokoll.[4]

Die römisch-katholische St.-Peter-und-Paul-Kirche wurde am 25. Oktober 1900 geweiht. Sie ersetzte eine Barockkirche, die zu klein und baufällig geworden war.[5]

Die erste evangelische Kirche wurde 1583 fertiggestellt. Im Jahr 1875 trat an ihre Stelle ein Neubau, die heutige Stadtbibliothek. Als nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche evangelische Christen zuzogen, wurde auch diese Kirche zu klein. Die evangelische Kirchengemeinde Oberkochen erbaute deshalb die 1968 eingeweihte Versöhnungskirche in der Bürgermeister-Bosch-Straße.[6]

[Bearbeiten] Einwohnerzahl-Entwicklung

Eine ungewöhnliche Einwohnerentwicklung begründete die Erhebung Oberkochens zur Stadt im Jahr 1968, obwohl es weder die obligatorische Marke von 10.000 Einwohnern überschritten hatte, noch es historische Gründe gab. So wuchs die Bevölkerung des damaligen Dorfes, nachdem der Konzern Carl Zeiss von der amerikanischen Besatzungsmacht nach Ende des Zweiten Weltkrieges dorthin zwangsumgesiedelt wurde, von etwas mehr als 3000 auf beinahe 8000 im Jahre 1961. Besonders viele dieser Zugezogenen waren aus dem ostdeutschen Jena, sind also mit Carl Zeiss mitgezogen, was den heute noch großen Teil an Ostdeutschen in Oberkochen verursachte. Aber es zogen auch viele andere Arbeiter nach Oberkochen, denn Carl Zeiss expandierte schnell zu einem der größten optischen Konzerne weltweit. Darum ging der damalige Bürgermeister Bosch davon aus, dass die 10.000 Einwohner bald erreicht werden und beantragte die Erhebung zur Stadt. Da das die zuständige Behörde offenbar genauso optimistisch sah, gab sie dem Antrag statt. Die 10.000 Einwohner wurden jedoch nie erreicht, die Einwohnerzahlen waren danach stetig leicht rückläufig, und fallen in den nächsten Jahren möglicherweise wieder unter die 8.000er-Marke.

Jahr Einwohner
1880 1202
1925 1512
1939 2002
1950 3681
1961 7979
1970 8648
1980 8118
1990 8446
2000 8271
2005 8206

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Verhältnisse:

Partei Stimmen % Sitze
CDU 37,0 (−2,1) 7 (=)
SPD 32,9 (−0,6) 6 (=)
FBO 18,7 (−2,5) 3 (−1)
GRÜNE 11,4 (+5,2) 2 (+1)

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau drei (2:1) goldene Rosen.“

Das Wappen wurde 1968 eingeführt und beruht auf dem des Görig von Kochen von 1404. Er besaß mehrere Grundstücke in Oberkochen. Die Farben wurden willkürlich gewählt, weil keine historischen Farben bekannt waren.

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Oberkochen ist durch die Bundesautobahn A 7 (FlensburgFüssen) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Brenzbahn (AalenUlm) verbindet die Stadt mit dem überregionalen Eisenbahnnetz. Außerdem steht die Stadt Oberkochen im Buch der Rekorde, da Oberkochen keine Ampeln im öffentlichen Straßenverkehr verwendet.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Carl Zeiss ist mit rund 4.000 Arbeitsplätzen größter Arbeitgeber der Stadt. Das Unternehmen fertigt in Oberkochen optische Komponenten für zivile und militärische Zwecke. Große Spiegel für Teleskope wurden in früheren Jahren ebenfalls hier hergestellt. In einer neuen Fabrikanlage im Süden der Stadt produziert die Carl Zeiss SMT AG (Semiconductor Manufacturing Technology) hochkomplizierte optische Systeme für die Halbleiterherstellung. Sehenswert ist das Optische Museum in der Carl-Zeiss-Straße, in dem optische Geräte von mittelalterlichen Brillen bis zur Weltraumoptik zu sehen sind.

Darüber hinaus gibt es mehrere Unternehmen, die Werkzeuge herstellen. So zum Beispiel die Firma Leitz, die insbesondere im Bereich der Holzbearbeitung tätig ist und ihr Tochterunternehmen LMT als Spezialist für Werkzeuge zur Metallbearbeitung.

Oberkochen hat mehr Arbeitsplätze als arbeitsfähige Bewohner, ist also eine Einpendlerstadt.

[Bearbeiten] Behörden

In Oberkochen befindet sich die Güteprüfstelle Bundeswehr Ulm.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Auf dem Ernst-Abbe-Gymnasium, einem Naturwissenschaftliches Gymnasium, das auch Zentrumsschule für Molekularbiologie ist, kann das Abitur abgelegt werden. Daneben bestehen mit der Dreißentalschule eine Grund- und Hauptschule, mit der Tiersteinschule eine reine Grundschule und mit der Sonnenbergschule eine Sonderschule.

Zudem gibt es drei städtische Kindergärten und einen römisch-katholischen Kindergarten.

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

  • Freizeitbad „aquafit“
  • Carl-Zeiss-Stadion (zwei Rasenplätze sowie ein Kunstrasenplatz)
  • Drei Sporthallen und eine Turn- und Festhalle
  • Minigolfanlage (im Stadtteil Heide)
  • Tennisplätze
  • Skilift auf dem Volkmarsberg

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

[Bearbeiten] Naturschutzgebiete

Der Kocherursprung
Naturschutzgebiet Volkmarsberg mit Aussichtsturm

Mit einer Höhe von 743 m ist der Volkmarsberg der „Hausberg“ der Stadt Oberkochen. Inmitten herrlicher Heidelandschaft thront der Volkmarsbergturm, ein Aussichtsturm des Schwäbischen Albvereins, von wo der Besteiger bei guter Sicht die Alpenkette betrachten kann. Rundwanderwege und am Wochenende bewirtschaftete Vereinsheime säumen den Talkessel. Aussichtsflecken wie der Rodstein (695 m) und der Märzenbuckel hoch über der Brunnenebene laden zum Verweilen ein.

Karstquellenweg Oberkochen–Königsbronn

Zwischen den beiden Nachbargemeinden ist ein Wanderweg besonderer Art ausgeschildert worden. Der Karstquellenweg verbindet in 15 Stationen die wichtigsten Wasseraufbrüche des oberen Brenz- und Kochertales diesseits und jenseits der europäischen Wasserscheide. Der Weg ist ausgeschildert und kann in drei Ringstrecken begangen werden.

Der Ursprung des „Schwarzen Kochers

Mehrere Quellen, die sich immer tiefer in den Berghang einschneiden, entspringen auf der Albuchseite des Urbrenztales. Der Kocherursprung ist mit einer mittleren Schüttung von 680 l/Sek. die größte Karstquelle in Oberkochen. Zwischen 1551 und 1634 stand ein Eisenhüttenwerk des Herzogs von Württemberg am Ursprung des Schwarzen Kochers. Vor der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde dort eine Schlackenwäsche betrieben, die dem Kocher wegen seiner Schlackenreste seinen Namen gab. Der Ursprung des Weißen Kochers befindet sich 6 km nördlich in Unterkochen.

[Bearbeiten] Bauwerke und Ruinen

  • Der Römerkeller

Beim Wanderparkplatz nördlich von Oberkochen (Lage: 48° 47′ 9″ N, 10° 7′ 36″ O48.78597222222210.12675) gruben Schüler des örtlichen Gymnasiums Anfang der 1970er Jahre unter fachlicher Anleitung die Grundmauern eines römischen Gutshofes (Villa Rustika) aus.

  • Bilzhaus
Das Bilzhaus

Seit dem 14. Jahrhundert ist die Siedlung „Bilz“ ca. 2,5 km westlich von Oberkochen (Lage: 48° 46′ 47″ N, 10° 4′ 6″ O48.77963888888910.068222222222) belegt. Im 17. Jahrhundert wurde die Siedlung aufgegeben, das Haupthaus jedoch noch bis 1830 genutzt. Die Fundamente sind ab 1989 vom Heimatverein Oberkochen, Schülern und Mitgliedern der ijgd ausgegraben worden.

  • Historische Stadtkirche

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jährlich stattfindendes Stadtfest mit kulturellen Veranstaltungen, einem Palio-Wagen-Rennen und einem Straßenfest mit internationalen Köstlichkeiten
  • Von der Feuerwehr veranstaltetes Heidefest
  • Internationale Jazzlights

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt


[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Oberkochen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 769–770.
  3. Dietrich Bantel: Oberkochen ist 2 Jahre älter. In: Bürger und Gemeinde. Amtsblatt der Stadt Oberkochen. 55. Jahrg., Nr. 45, 7. November 2008, S. 869–870.
  4. Christhard Schrenk: 400 Jahre 1583–1983 Evangelische Kirchengemeinde Oberkochen. Südd. Zeitungsdienst, Aalen 1983 (Herausgeber: Ev. Kirchengemeinde Oberkochen).
  5. http://www.kath-kirche-oberkochen.de/Kirche.html Stand: 3.10.2008
  6. http://www.oberkochen-evangelisch.de/cms/startseite/kirche-und-gemeinderaeume/versoehnungskirche/ Stand: 3. Oktober 2008
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