Werner Heuser

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Werner Heuser Selbstbildnis (1937)

Werner Heuser (* 11. November 1880 in Gummersbach; † 11. Juni 1964 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler und Zeichner. Er war seit 1926 Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf, wurde 1938 als „entarteter Künstler“ seines Amtes enthoben, um nach dem Krieg die Akademie als Direktor neu aufzubauen.

Leben[Bearbeiten]

Der Vater Eugen Heuser war Fabrikbesitzer. Die Mutter Eugenie war eine geborene Hoestermann. Er studierte ab 1900 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Eduard Gebhardt und danach in Dresden bei Carl Bantzer.

In Düsseldorf lernte er seine zukünftige Frau Mira Sohn-Rethel, eine Enkelin des Künstlers Alfred Rethel, Tochter von Karl Rudolf Sohn kennen, welche er 1907 heiratete. Die Hochzeitsreise ging nach Rom mit Aufenthalt in der "Villa Strohl Vern" (1908 bis 1914). Hier lebte er in engster Arbeitsgemeinschaft mit Karl Hofer, Hermann Haller (Bildhauer), dem Amerikaner Maurice Sterne, so wie seinen Schwägern Otto Sohn-Rethel und Karli Sohn-Rethel. 1909 die Geburt des Sohn Klaus. Klaus Heuser sollte später eines der Vorbilder für den Josephsroman Thomas Manns werden und ist eine der Hauptpersonen in dem Roman Königsallee von Hans Pleschinski.[1] In Paris schloss er sich dem Kreis der Maler, die im Café du Dôme ihr Hauptquartier hatten, an. Er war vertraut mit Henri Matisse, Pablo Picasso, Ernesto de Fiori, Rudolf Levy und all den anderen Montparnassiens. Im Winter 1913/14 gründete Heuser mit Ernst Isselmann, Hans Dornbach u.a. die Rheinische Künstlervereinigung, Sitz Köln, die im Januar 1914 eine erste Ausstellung in den Räumen des Kölnischen Kunstvereins organisierte.

Während des Ersten Weltkrieges war er Delegierter des Roten Kreuzes in Kiew. Zurückgekehrt ließ er sich für dauernd in Düsseldorf nieder.

1915 wird die Tochter Ursula geboren, welche von 1930 bis 1935 an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Professor Paul Bindel studiert. 1926 kam der Ruf an die Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Zeichnen und Komposition.

Von den Nationalsozialisten wurden seine Werke als „entartete Kunst“ eingestuft. Im Jahr 1938 wurde er als Lehrer an der Akademie entlassen und ging ins Exil. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft kehrte er im Oktober 1945 an die Akademie zurück und war von 1946 bis 1949 der Direktor der Einrichtung. Er baute die Einrichtung wieder auf [2] und konnte namhafte Künstler wie Heinrich Kamps, Otto Pankok, Ewald Mataré und Theo Champion als Lehrkräfte verpflichten. Er schied 1949 als Leiter und Professor aus der Akademie aus, um sich ganz seiner Kunst zu widmen.

Als eine der wenigen keiner Partei angehörenden Personen wurde er 1946 zum Mitglied des Ernannten Landtages von Nordrhein-Westfalen bestimmt. Den Status als vollwertiger Abgeordneter verlor er aber bald wieder und war seither Sachverständiger im Kulturausschuss des Landtages.[3]

Werk[Bearbeiten]

Heuser gehörte zu den ersten Mitgliedern des Jungen Rheinlands und hatte mehrfache Beteiligung an Ausstellungen.[4] Er malte meist mit Buntstiften. Er verband zeichnerische Technik mit expressivem Ausdruck. Er galt als ein Meister der figürlichen Komposition. Als Motive wählte er häufig gesellschaftliche Außenseiter, etwa Zigeuner oder Clowns. Er widmete sich aber auch Themen wie Tod und Wahnsinn. Daneben ist er aber auch mit Landschaften bekannt geworden. Auch griff er wiederholt christliche Themen auf. Die Nationalsozialisten zeigten sein Ölgemälde „Die Taufe“ von 1919 in der Ausstellung Entartete Kunst.[5] Werke von ihm sind heute in Museen verschiedener Staaten und in privaten Sammlungen vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Wallerang, Klaus Heuser verzauberte seine Nichte – und Thomas Mann, in: wz newsline, 27. Oktober 2013
  2. http://kulturkenner.de/events/1946-–-wiedereroffnung-kunstakademie-dusseldorf
  3. Mensch und Staat in NRW: 25 Jahre Landtag von Nordrhein-Westfalen. Köln, 1971
  4. http://www.rheinische-art.de/cms/topics/johanna-ey-mutter-der-rheinischen-avantgarde.-eine-regionale-kunstgeschichte.php
  5. Kunst in der NS-Zeit Ein dreister Kunstraub

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]