Hopsten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hopsten
Hopsten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hopsten hervorgehoben
52.3805555555567.640Koordinaten: 52° 23′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 99,82 km²
Einwohner: 7510 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48496
Vorwahlen: 05458, 05457 (Schale, Halverde)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 020
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bunte Straße 35
48496 Hopsten
Webpräsenz: www.hopsten.de
Bürgermeister: Winfried Pohlmann (SPD)
Lage der Gemeinde Hopsten im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
Über dieses Bild

Hopsten ist eine Gemeinde an der Nordspitze der westfälischen Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt), durch dessen Lage es als Tor zu Westfalen bezeichnet wird. Die Gemeinde umfasst seit 1975 neben dem Töddendorf Hopsten, die Ortsteile Schale und Halverde.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hopsten liegt an der Nordspitze des Tecklenburger Landes und ist bis in die heutige Zeit ehr landwirtschaftlich geprägt. Der Ortsteil Schale ragt wie ein Sporn in das benachbarte Niedersachsen, aus dem somit die Bezeichnung Tor zu Westfalen entstand. Im Süden des Ortes liegt in einer geologischen Senkungszone das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen. Nördlich und westlich schließt sich das Emsland an, östlich das Osnabrücker Land. Durch die Lage der Gemeinde gingen in früherer Zeit viele Hopstener als Hollandgänger in die nahen Niederlande arbeiten. Zudem brachten sie als reisende Kaufleute, die sog. Tödden, Waren in die Niederlande. So erhielt Hopsten die noch heute gebräuchlichen Bezeichnung als Töddendorf.[2]

Landschaften, Berge, Flüsse[Bearbeiten]

Historischer Ortskern von Hopsten

Hopsten liegt in der Plantlünner Sandebene, einer Unterkategorie der Norddeutschen Tiefebene. Nördlich des Gemeindegebietes verlaufen die Lingener- und die Ankumer Höhen, eine durch die Eiszeit aufgeschütte Sandhügellandschaft (sog. Endmoräne). Südlich der Gemeindegrenze zwischen Hörstel und Bevergern liegt am Huckberg der westliche Beginn des Teutoburger Waldes. Südwestlich beim Nachbardorf Obersteinbeck beginnt mit dem vorgelagerten Kälberberg die Ibbenbürener Bergplatte, mit dem westlichen Dickenberg und dem östlichen Schafberg. Durch den Abbau von Kohleflözen am Karbonhorst, stellt das Bergwerk Ibbenbüren den größten Arbeitgeber der Hopstener Bevölkerung dar.

Durch Hopsten fließt die Hopstener Aa; diese teilt sich westlich der Rheiner Straße in die größere Giegel- und die kleinere Hopstener Aa auf. Die Schaler Aa verläuft durch das Nördliche Gemeindegebiet erst durch Halverde, wo sie noch Halverder Aa genannt wird; flussabwärts in Schale vereinigt sie sich mit der Wiechholz Aa und mündet bei Freren in einen anderen Fluss, mit dem sie die Große Aa bildet. Das Gemeindegebiet durchläuft auch der Bardelgraben, der gleichzeitig die Grenze des Ortsteils Hopsten zu den Ortsteilen Halverde und Schale darstellt. Die in den benachbarten Regionen Münsterland und Weser-Ems-Land üblichen Wallhecken sind auch in Hopsten anzutreffen. Sie sind aber nicht so kleinräumlich wie in der Münsterländer Parklandschaft angeordnet, sondern locker zwischen Feldern eingestreut.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden im Nordrheinwestfälischen sind Hörstel, Recke und Ibbenbüren. Im niedersächsischen Emsland befinden sich die Nachbarorte Freren, Schapen und Spelle, sowie im Osnabrücker Land die Gemeinden Fürstenau und Voltlage. Hopsten gilt für diesen ländlich geprägte Versorgungsbereich mit weniger als 10.000 Einwohner als ein Unterzentrum.

Das zur Deckung des Grund- und periodischen Bedarfs hauptsächlich frequentierte und nächste Mittelzentrum ist Ibbenbüren. Weitere Mittelzentren in der Umgebung sind Lingen (Ems) und Rheine. Oberzentren der Gemeinde Hopsten und wie auch des gesamten Tecklenburger Landes ist die Stadt Osnabrück. Bedingt durch die größere Entfernung und der schlechteren Verkehrsanbindung kommt Münster als Oberzentrum eine geringe Bedeutung zu.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ägypten, Teil der Aabauerschaft Hopsten

Heutige Gliederung

Die ehemalige Hopstener Bauerschaft Ostenwalde zählt heute nicht mehr zu Hopsten, sondern zu Hörstel. Bis Ende 1974 umfasste das Gebiet die zum Amt Hopsten gehörenden eigenständigen Gemeinden Halverde, Hopsten und Schale.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorzeit bis 1400[Bearbeiten]

Hof Holling einer der ältesten Hofstellen in Hopsten. Links ist die Töddensäule zu erkennen.

Die Besiedlung des Gebietes um Hopsten reicht hin bis in die Stein- und Bronzezeit. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus dem Jahr 890 n. Chr. Im Steuerverzeichnis des Klosters Werden an der Ruhr sind mehrere Höfe der Bauerschaft Staden aufgeführt. An der alten Flötte in den Gebieten um den Stadener Esch, Rüschendorfer Esch und dem Stertesch haben sich die ersten Menschen angesiedelt. Erst später fand eine Besiedlung der südlichen Bauerschaften Breischen, Börnebrink und Aa statt, da aufgrund des Moorgebiets nur eine Ansiedlung auf Anhöhen, auf einer sog. „Hop seten“ möglich war.[3]

Durch den Erwerb der Osnabrücker Hochvogtei 1236 durch Graf Otto I. von Tecklenburg, wurde das Kirchspiel Schapen und die zugehörigen Gebiete Ostenwald und Stadener Wald ein Teil der Grafschaft Tecklenburg. Der Name Hopsten wird erstmals urkundlich 1265 in Osnabrück erwähnt. Dort ist die Rede von einem Ministerialen Fretherich von Hopseten. Im Jahr 1343 wird in einer Urkunde bereits eine Kapelle für das Dorf Hopsten genannt, für die Graf Nikolaus I. von Tecklenburg das Patronats- und Präsentationsrecht des Abtes von Werden anerkennt.[4]

1400 bis 1500[Bearbeiten]

Hopsten gehörte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts landesherrlich zur Grafschaft Tecklenburg. Nach einem verlorenen Krieg gelangte am 25. Oktober 1400 die Hälfte des Kirchspiels Schapen mit dem Stadener Wald und dem Ostenwald: das heutige Hopsten an das Hochstift Münster. Dieses war das Resultat andauernder Auseinandersetzungen des Grafen Nikolaus II. von Tecklenburg mit den mächtigen Nachbarn Münster und Osnabrück. Weil bereits eine Kapelle auf dem Boden der Gemarkung Hopsten stand, wurde der Ort dat Kerspel to Hopseten, später Kirchspiel Hopsten genannt. Rund 200 Jahre waren die Hopstener noch zur Pfarrkirche Schapen gehörig bis Ort eine selbständige Pfarrei bekam.

1648 bis 1818[Bearbeiten]

Hopsten wird als Töddendorf bezeichnet. Die Tödden waren Wanderkaufleute und Hausierer, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, mit der Blütezeit im 18. Jahrhundert, aus Hollandgängern entwickelten und die ihre Waren zunächst in den Niederlanden, dann auch in den nordischen und baltischen Ländern anboten. Der Töddenhandel brachte den Heimatgemeinden einigen Wohlstand, was heute noch in Hopsten die Töddenhäuser mit ihren häufig aufwendig gestalteten Giebeln, die Annakapelle auf den Breischen, die barocke Pfarrkirche, die vielen Bildstöcke und die Denkmäler bezeugen, die in allen sechs Bauerschaften stehen. Unter den Töddenhäusern ist das Haus Nieland das bekannteste. Um 1750 hatte Hopsten ungefähr 2000 Einwohner, von denen im Einwohnerverzeichnis über 200 Personen als "reiset" beschrieben werden, also als Personen, die durch Handel ihr Geld verdienten. 1803 wird Hopsten dem Königreich Preußen angeschlossen und kehrt nach der napoleonischen Herrschaft 1816 mit der Gründung des Kreises Tecklenburg nach etwas über 400 Jahre in das Tecklenburger Land zurück.

1818 bis 1900[Bearbeiten]

Das Ende des Wanderhandels nach 1818 führte zu einer Rückentwicklung Hopstens zu einer rein landwirtschaftlichen Gemeinde; unter der Landbevölkerung bildete sich Armut aus. In dieser Zeit (von 1846 bis 1849) war der Arbeiter- und Sozialbischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler Pfarrer von Hopsten. Vom Juni 1848 bis zum Januar 1849 gehörte er der Frankfurter Nationalversammlung an. Seine Gedenkrede am Grab der im Septemberaufstand getöteten Abgeordneten Auerswald und Lichnowsky machte den Bauernpastor zur Berühmtheit. Er wurde 1849 zur Sankt-Hedwigs-Kathedrale nach Berlin versetzt. Später wurde er Bischof von Mainz.

1900 bis heute[Bearbeiten]

Altes Rathaus in Hopsten an der Bunten Straße 25

Das Amt Hopsten wurde 1917 mit dem Amt Schale/Halverde in Hopsten zusammengelegt, die Gemeinden blieben bis auf eine gemeinsame Verwaltung jedoch zunächst selbstständig. Die Amtsverwaltung fand in den Räumen der späteren Post im Haus Doeker provisorische Unterkunft bis 1922 das Rathhaus fertig gestellt wurde[5]. Dieses befindet sich an der Bunten Straße 25 und wird heute als Wohn- und Geschäftshaus benutzt. In den sechziger Jahren zeigte sich, dass das alte Rathhaus nicht mehr den Platzbedürfnissen das Amtes ausreichte. An der Bunten Straße 35 wurde eine neue Verwaltung errichtet, das alte Rathaus wurde Zwischenzeitlich durch das DRK und als Wohnhaus genutzt bis es 2010 verkauft wurde.

Das Amt Hopsten wurde im Zuge der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 aufgelöst. Auch die bisherigen im Amt Hopsten verwalteten aber selbstständigen Gemeinden Hopsten, Schale und Halverde wurden in einer vergrößerten Einheitsgemeinde Hopsten vereinigt.[6] Diese verwaltungstechnische Änderungen, die mit dem Verlust der Selbständigkeit für Schale und Halverde verbunden war, sorgte für völiiges Unverständnis in allen drei Ortsteilen.[7]

Einer der schwersten Busunfälle der deutschen Geschichte schockte den Ort am 18. Juni 2007. Auf der Bundesautobahn 14 verunglückte bei Könnern ein Reisebus, der Mitglieder des landwirtschaftlichen Ortsvereins während einer Reise nach Dresden bringen sollte. Durch diesen Unfall wurden 13 Menschen getötet und 36 verletzt. Zu einer Gedenkstunde in der Pfarrkirche St. Georg am 19. Juni 2007 erschienen neben zahlreichen Menschen aus dem Ort auch der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, und der aus der Region stammende Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann.

Verwaltung[Bearbeiten]

von 1400 bis 1809 als Kirchspiel Hopsten

  • 1400–1803 Gericht Bevergern
  • 1. Januar 1804 – 1806 Gericht Bevergern, Münsterscher Kreis
  • 1. Juni 1806 – 1809 Gericht Bevergern, Bevergernscher Kreis

als eigenes Amt Hopsten

  • 20. Mai 1809 – 1813 Mairie Hopsten (Frankreich)
  • 18. November 1813 – 1844 Bürgermeisterei Hopsten
  • 4. Januar 1844 – 1851 Amt Hopsten
  • 19. Mai 1851 – 1856 Samtgemeinde Hopsten
  • 20. März 1856 – 1974 Amt Hopsten
  • seit 1974 Gemeinde Hopsten

Religionen[Bearbeiten]

  • Kath. Kirchengemeinde St. Georg, Hopsten
  • Kath. Kirchengemeinde St. Peter u. Paul, Halverde
  • Ev. Kirchengemeinde Recke-Hopsten
  • Ev. Kirchengemeinde Schale
  • St.-Annen-Kapelle Hopsten

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[8]
Wahlbeteiligung: 73,9 % (2004: 76,4 %)
 %
40
30
20
10
0
37,9 %
30,2 %
13,2 %
12,2 %
6,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
+4,8 %p
-1,0 %p
+2,3 %p
-0,1 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KEINFEHLER-Parameter angegeben

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009:

  • CDU: 8 Sitze (–2)
  • SPD: 7 Sitze (+1)
  • UWG: 3 Sitze (±0)
  • FDP: 3 Sitze (+1)
  • GRÜNE: 1 Sitz (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Winfried Pohlmann (SPD) seit 1999
Ehemalige Bürgermeister
  • Franz Feldmann (CDU) 1975 (verstarb nach kurzer Amtszeit)
  • Robert Jasper (CDU) 1975 bis 1989
  • Anni Tieke (CDU) 1989 bis 1999

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt den Hopstener Tödden und den Halverder Birkhahn, die räumlich durch die Schaler Himmelsleiter getrennt sind.

Blasonierung: „In Grün eine silberne schräge Leiter, begleitet vorn von einem silbernen nach links blickenden Birkhahn, hinten von einem silbernen nach rechts schreitenden Mann im Gehrock, mit Kniebundhosen, Hut und schwarzen Schnallenschuhen, auf dem Rücken eine silberne Kiepe, in der Rechten ein silberner Stock, in der Linken eine silberne Pfeife.“

Dieses stellt die typische Kleidung eines Hopstener Tödden dar. Auch heute noch kann man diese traditionelle Kleidung bei offiziellen Gemeindeanlässen betrachten.

Wappen (vor 1975) der Hopstener Ortsteile:

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Georg[Bearbeiten]

Kath. St. Georg Kirche Hopsten. Davor befindet sich das Küsterhaus.

Die St.-Georg-Kirche in Hopsten ist eine dreischiffigen Kirche, die nach barocken Gesichtspunkten erbaut wurde. Die erste Kapelle in Hopsten wurde im Jahr 1343 in einer Urkunde des Graf Nikolaus von Tecklenburg erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gehörte diese Kapelle noch zur Pfarrei Schapen. Über die Größe der Kapelle ist nichts bekannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche spätestens an ihrer heutigen Stelle errichtet. Sie war eine einschiffige gotische Kirche von halber Höhe der heutigen Kirche. Teile dieser Kirche sind heute noch in der Kirche zu finden. 1538 wurde die Hopstener Kirche von der Pfarrei Schapen gelöst. Spätestens im Jahre 1541 mit Beginn der Reformation in Schapen ist Hopsten endgültig von dieser gelöst worden. Als Hopsten durch den Töddenhandel zu Wohlstand gekommen war, wurde über die kleine Kirche von 1732 bis 1734 die heutige barocke dreischiffige Hallenkirche errichtet. 1749 wurde der Turm der Kirche erhöht und bekam seine barocke Haube. Im Jahr 1867 wurden die barocken Teile aus der Kirche entfernt, da sie nicht mehr der Mode der Zeit entsprachen. Dieses geschah auf Initiative des Bischofs von Münster. Es wurde ein neugotischer Chor angebaut. Die Einrichtung wurde durch neugotische Gegenstände ersetzt. Diese Änderungen wurden 1955 mit einem Umbau rückgängig gemacht. 1981 und 1982 wurde die Kirche von innen und außen vollständig renoviert.

Wallfahrtskapelle St. Anna[Bearbeiten]

St.-Anna-Kapelle auf dem Breischen

Die St.-Anna-Kapelle ist ein Wallfahrtsort des Bistums Münster in der Hopstener Bauerschaft Breischen. Die Kapelle wurde 1694 erbaut und mehrfach erweitert, da sie den Anstrom der Pilger nicht mehr fassen konnte. Die Initiative zur Errichtung der Kapelle ging auf die Gebrüder Johann und Dietrich Teeken zurück. Die beiden Tödden waren in ein Unwetter bei einer Schiffsfahrt auf einer Handelsreise geraten. Darauf schworen sie, eine Kapelle zu Ehren der Figur der Hl. Mutter Anna zu errichten, würden sie dieses Unwetter überstehen. Diese Figur der Hl. Mutter Anna wurde 1677 beim Fällen einer Eiche an der heutigen Stelle der Kapelle aus dem Baum gestohlen. Sie soll jahrelang auf dem Dachboden des benachbarten Bauern gelegen haben. Eine Geschichte besagt, dass zu einer Feier allerlei Unfug mit dieser Figur getrieben worden sei, als plötzlich alle Fenster des Hauses zersprangen. Am Ort der Kapelle befinden sich heute zusätzlich ein Wallfahrtsplatz und ein Kreuzweg mit Park.

Haus Nieland[Bearbeiten]

Frontansicht Haus Nieland in Hopsten

Das Haus Nieland, auch Poggeburg genannt, ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude in Hopsten. Das Alter des Hauses ist nicht datiert. Das älteste Beweistück stammt aus dem Jahr 1734. Dieses bezieht sich aber auf den Seitenflügel, der angebaut wurde. Laut Wilhelm Vershofen, Chronist des Hauses, gehen die Anfänge des Hauses auf die Karolingerzeit zurück. Es soll Wasserburg, Gutshaus und sogar Pfarrhaus gewesen sein. Der reiche Tödde Hermann Poggemann (* 1680) wollte sich ein Haus wie eine Burg bauen. So baute er den erwähnten Seitenflügel an. Dort wurde einfach ein alter Wehrturm ins Haus integriert.

Nach dem Niedergang des Töddenhandels ging das Haus an die Familie Nieland, dessen Namen es noch heute trägt. Die zwei Dichter Wilhelm Vershofen und Josef Winckler, die mit den Nielands verwandt bzw. verschwägert waren, gründeten 1912 den Bund der Werkleute auf Haus Nyland. Sie tagten von Zeit zu Zeit im Blauen Salon des Hauses. Weitere Dichter, die dem Bund angehörten, waren: Heinrich Lersch, Jakob Kneip, Karl Bröger, Gerrit Engelke und Carl Maria Weber. Der Künstlerbund bestand bis 1925. In den 1950er-Jahren besuchte der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, ein Freund Verhofens, das Haus. Heute ist das Haus ein bewohntes Museum, in dem die Zeit der Tödden und des Dichterbundes wieder lebendig wird.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Heiliges Meer
Blick über das Heilige Meer

Das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen ist das bekannteste Naturschutzgebiet der Gemeinde Hopsten. Es liegt 5 km südlich des Ortskerns an der Straße nach Ibbenbüren. Das Naturschutzgebiet umfasst mit dem Recker Anteil insgesamt 260 Hektar Naturschutzflächen. Diese reichen von Heide über Erlenbruchwald bis zu Sumpfgebieten. Die Hauptattraktion des Naturschutzgebietes sind das Große Heilige Meer, das Kleine Heilige Meer, der Erdfallsee und der Heideweiher. Bis auf de Heideweiher sind diese Seen durch Erdfälle entstanden.

Brockmöllers Eiche

Auf dem Hof des Bauern Brockmöller an der Straße nach Recke kurz vor der Gemeindegrenze befindet sich der im Volksmund „Brockmöllers Dicke Eiche“ genannte Baum. Er wurde schon mehrfach untersucht, sein Alter wurde 1904 auf 700 Jahre geschätzt (also heute über 800 Jahre). Schon damals hatte der Baum einen Durchmesser von 27 m in 25 m Höhe. Der Umfang des Stammes betrug 7,5 m. Seit 1926 befindet er sich in der Liste bemerkenswerter Bäume.

Die Hopstener Eiben

In Hopstener Ortskern befinden sich vier Eiben, die schon sehr alt sein sollen. Im Garten des Hauses Withake, das schon im Jahr 1500 als Gastwirtschaft erwähnt wurde, befindet sich eine dieser Eiben. Das Alter dieser Eibe wird auf 600 Jahre geschätzt. Als sie 1926 in die Liste bemerkenswerter Bäume aufgenommen wurde, maß sie in der Höhe 12 m, besaß eine 12 m breite Krone und einen Umfang von 1,88 m.

Weitere Eiben stehen zwischen den Häusern an der Marktstraße sowie zwei an der Kirche. Wenn das geschätzte Alter der Bäume von 600 Jahren stimmt, müssten sie um 1400 mit der Herstellung der Selbständigkeit Hopstens gepflanzt worden sein.

Koffituten

Das Koffituten ist ein intaktes Hochmoor im Ortsteil Schale. Es ist eines der wenigen intakten Hochmoore in Nordrhein-Westfalen, und das einzige lebende im Kreis Steinfurt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Halverder Schützenfest am 3. Wochenende im Juli
  • Hopstener Kirmes 1. Wochenende im Oktober
  • Hopstener Weihnachtsmarkt 4. Adventssonntag

Halverder Ballon-Festival[Bearbeiten]

Morgenstart Ballonfestival

Das Halverder Ballon-Festival findet jedes Jahr im September statt. Von Donnerstag bis Sonntag sind bis zu 25 Heißluftballons auf dem Sportplatz Halverde West vertreten. 2012 hat das Festival bereits zum vierten mal stattgefunden. Besonderes Highlight sind das Ballonglühen sowie der Frühstart in der Morgendämmerung.[9]

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Aufgrund der Nähe zu Niedersachsen wird Hopsten im öffentlichen Personennahverkehr von den Bussen des Regionalverkehr Münsterland sowie der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd versorgt. Es gibt eine regelmäßige Taxibusverbindung von Hopsten nach Recke mit einem Anschluss an den Bus von Recke nach Osnabrück. Östlich im Bereich des Recker Ortsteils Obersteinbeck und südlich bei der Hörsteler Bauernschaft Ostenwalde verläuft die Güterzugstrecke Tecklenburger Nordbahn. Westlich vom Hopstener Gemeindegebiet verläuft die stillgelegte Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück. Somit besteht keine direkte Anbindung des Personennahverkehrs an eine Eisenbahn.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Schwertransport in Hopsten auf dem Marktplatz

Südlich von Hopsten bei Hörstel befindet sich die Bundesautobahn 30. Durch diese ist Hopsten nur 10 km entfernt zum Europäischen Fernstraßensystem.

Durch die in Hopsten bestehende Kesselbaufirma Josef Jasper kommt es häufig zu Schwertransporten mitten durch den engen historischen Ortskern. Dieses lockt viele Interessierte aus der Umgebung an und hat öfters beinahe Volksfeststimmung. So sind viele Lampen und Verkehrsschilder in der Marktstraße und Kettelerstraße schon auf die Schwertransporte ausgerichtet bzw. können leicht abgebaut werden.

Auch die beiden Kreisverkehre des Ortes sind extra auf Schwertransporte ausgelegt, weil zu dem Unternehmen aus Hopsten ein weiteres aus dem Nachbarort Schapen häufig über Hopsten Transporte abwickelt.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Ebenfalls in der benachbarten Ortschaft Obersteinbeck befindet sich der Mittellandkanal. Durch ihn können Massengüter günstig in die Nähe des Gemeindegebietes befördert werden.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der nächste Personenflughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück in Greven. Der vor Ort befindliche Flugplatz ist ein ehemaliger Fliegerhorst.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Hopsten sind einige Metallbaufirmen angesiedelt. Das bekannteste aller Unternehmen ist die Kerzenfabrik G&W Jaspers. Sie produziert vornehmlich Kerzen für den kirchlichen Gebrauch, aber auch für andere Verwendung. Ihre Gründung durch Heinrich Jaspers im Jahr 1864 ging auf Initiative des Sozialbischofs von Mainz, Wilhelm Emmanuel von Ketteler, aus.

Medien[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Hopsten

  • St. Franziskus Grundschule
  • St. Georg Hauptschule
  • Ketteler Realschule
  • Hüberts’sche Schule, staatlich anerkannte Privatschule mit Gymnasialer Oberstufe

Im Ortsteil Schale

  • Ev. Grundschule Schale

Im Ortsteil Halverde

  • Mariengrundschule Halverde

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Der Sozialbischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler war von 1846 bis 1848 Pfarrer in Hopsten

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Winckler: Pumpernickel. Schicksale und Gestalten um Haus Nyland. Gesammelte Werke, Band 5. Im Auftrag der Nyland-Stiftung, Köln, herausgegeben von Hans Günther Auch. Lechte, Emsdetten 1993, 452 S., ISBN 3-7849-1166-8.
  • Georg Hagemeier, Alfons Tepe: Hopsten in Bildern. Herausgegeben von der Ibbenbürener Volkszeitung. Ibbenbürener Volkszeitung, Ibbenbüren 1987, 104 S., ISBN 3-921290-28-7.
  • Gertrud Althoff: Uns bleibt nur zu gedenken. Geschichte der jüdischen Hopstener. Eigenverlag Gertrud Althoff, Rheine 2003, 50 S.
  • Heinrich Hopster: Hopsten. Geschichte und Gegenwart. Herausgegeben von der Gemeinde Hopsten, Hopsten 1974, 136 S.
  • Autorenkollektiv: Hopsten in alten Ansichten. Die Damalsreihe. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 1997, 76 S., ISBN 90-288-6409-1.
  • Christa Tepe: Hopsten - Ein Dorf an der Grenze. Herausgegeben zur 600-Jahr-Feier der Gemeinde Hopsten im Jahr 2000.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hopsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. http://www.lwl.org/geko-download/SuG/Steinfurt/Hopsten.pdf LWL - Die Gemeinde Hopsten
  3. http://www.hopsten.de/assets/documents/Verkehrsverein_Hopsten_hat_viel...!.pdf Verkehrsverein Hopsten - Geschichte der Gemeinde Hopsten
  4. http://www.st-georg-hopsten.de/103.0.html Geschichte der Pfarrgemeinde St. Georg Hopsten
  5. Christa Tepe (red.) et al.: Schale. Ein Dorf stellt sich vor. S. 138–140 Verlust des Amtssitzes
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  7. Christa Tepe: Hopsten - Ein Dorf an der Grenze. Herausgegeben zur 600-Jahr-Feier der Gemeinde Hopsten im Jahr 2000. S. 206–208 zur Entstehung der Gesamtgemeinde
  8. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c566020kw0900.html
  9. http://www.halverder-ballonsportfreunde.de/ Halverder Ballon-Festival