Hörstel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Journalist gleichen Nachnamens befindet sich unter Christoph Hörstel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hörstel
Hörstel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hörstel hervorgehoben
52.37.587222222222245Koordinaten: 52° 18′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 107,54 km²
Einwohner: 19.610 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48477
Vorwahlen: 05454, 05459, 05978
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 016
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kalixtusstr. 6
48477 Hörstel
Webpräsenz: www.hoerstel.de
Bürgermeister: Heinz Hüppe (CDU)
Lage der Stadt Hörstel im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
Über dieses Bild

Hörstel (plattdeutsch Hüörsel) ist eine Kleinstadt in der Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) im äußersten Norden von Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Hörstel befindet sich am äußersten, nordwestlichen Ende des Teutoburger Walds, der hier als Huckberg beginnt. Die nächsten größeren Städte sind Rheine im Westen und Ibbenbüren im Osten. Die Stadt wird von einem Abschnitt der Hörsteler Aa durchflossen. Rund zwei Kilometer südlich von Hörstel zweigt am „Nassen Dreieck“ der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal ab.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Hopsten, Ibbenbüren, Saerbeck, Emsdetten, Rheine und Spelle

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Der Kirchplatz in Riesenbeck mit der St.-Kalixtus-Kirche; im Hintergrund rechts liegt das Rathaus der Stadt Hörstel.

Zur Stadt Hörstel gehören die Stadtteile

  • Bevergern (Einbringung der Stadtrechte)
  • Hörstel (Namensgeber und Sitz eines Teils der Stadtverwaltung)
  • Dreierwalde
  • Riesenbeck (Sitz der Stadtverwaltung).

Die Ortschaften

gelten nicht als Ortsteile der Stadt, sondern als Bauerschaften von Hörstel.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. April 1900 wurde die Gemeinde Hörstel durch Ausgliederung aus der Gemeinde Riesenbeck neu gebildet.[2]

Am 1. April 1932 wurde ein Teilgebiet (4,20 km2) an die Nachbargemeinde Dreierwalde abgetreten.[3]

Die heutige Stadt Hörstel entstand am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der bisherigen Stadt Bevergern mit den Gemeinden Dreierwalde, Hörstel und Riesenbeck.[4] Eine Fläche der ehemaligen Gemeinde Rheine rechts der Ems von 3,00 km2, auf der damals 212 Personen lebten, kam hinzu.[5] Die Stadtrechte brachte der Ortsteil Bevergern ein, die urkundlich am 25. Juli 1366 durch Nikolaus Graf zu Tecklenburg und seinen Sohn Otto verliehen wurden.[6]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt ist seit 2003 Heinz Hüppe (CDU), der auch bei den Kommunalwahlen 2009 wiedergewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Waagerecht geteilter Schild, oben gespalten. Vorn im roten Feld ein goldenes (gelbes) Eichenblatt aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Dreierwalde. Im goldenen (gelben) hinteren Feld eine rote Schaufel aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Riesenbeck. Im goldenen (gelben) Schildfuß sich ein rechtsgerichteter schwarzer Biberkopf mit roter Zunge aus dem Wappen der ehemaligen Stadt Bevergern. Das Gold (Gelb) steht für die ehemalige Gemeinde Hörstel.

Wappen vor 1975 der Hörsteler Ortsteile:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kloster Gravenhorst, Hörstel

Das Wasserschloss Surenburg im Ortsteil Riesenbeck und dessen Geschichte reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Nach der Eroberung des Amtes Bevergern durch das Hochstift Münster von der Grafschaft Tecklenburg, wurde es vermutlich durch den Bischof von Münster im Jahr 1400 errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1474 als Wohnsitz der Herren von Langen und wurde in seiner heutigen Gestalt ab dem 18. Jahrhundert umgebaut. Die Surenburg ist das bekannteste Wasserschloss im Tecklenburger Land.[8]

Das Kloster Gravenhorst wurde durch den tecklenburgischen Ministerialen Konrad von Brochterbeck im Jahr 1256 gegründet. In den folgenden 50 nach Gründung konnte Gravenhorst überwiegend Güter der Tecklenburger Grafen und ihrer Ministerialen erwerben. Bei den Besitzverhältnissen ist auffällig, dass viele der Vorbesitzer zum engeren Gefolge der Grafen gehörten. Der klösterliche Besitzschwerpunkt lag dabei im südwestlichen Tecklenburger Land. 2004 wurde das ehemalige Kloster vollkommen renoviert und wird heute als Kunsthaus genutzt. Gravenhorst ist neben Leeden und Schale eines von drei Zisterzienserinnenkloster, das im 13. Jahrhundert im Tecklenburger Land entstand.[9]

Kriegsgräberstätten[Bearbeiten]

Auf folgenden Friedhöfen befinden sich Kriegsgräber:

  • Riesenbeck-Birgte / Ehrenfriedhof Brumleytal (42)
  • Hörstel / Alter Katholischer Friedhof (1)
  • Bevergern / Katholischer Friedhof (3)
  • Dreierwalde / Katholischer Friedhof (69)
  • Hörstel-Gravenhorst / Katholischer Friedhof (6)
  • Riesenbeck / Katholischer Friedhof (23)
  • Hörstel-Harkenberg / Evangelischer Friedhof (9)

Erholungsgebiete und Wanderwege[Bearbeiten]

Torfmoorsee im Winter

Der Hermannsweg, ein Wanderweg durch den Teutoburger Wald auf den Spuren von Arminius, führt durch Bevergern und Riesenbeck. In der Umgebung von Hörstel gibt es zahlreiche Waldwanderwege. In der Nähe liegt der Torfmoorsee als Naherholungsgebiet.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Das Gelände rund um die Surenburg gilt als Mekka der deutschen Gespannfahrer, hier werden nationale und internationale Meisterschaften abgehalten.

Am Torfmoorsee haben sich einige Wassersportvereine angesiedelt. Die Seglergemeinschaft Hörstel 1978 e. V. nutzt diesen See zum Segeln und Windsurfen. Der Angelsportverein Bevergern 1968 e. V. hat sich dort angesiedelt. Die DLRG unterhält dort eine eigene Station.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Haltestelle Hörstel

Der Bahnhof Hörstel liegt an der Bahnstrecke Löhne–Rheine. Im Schienenpersonennahverkehr verkehren hier

Für den Güterverkehr stehen am nördlichen Rand des Stadtgebietes die Bahnhöfe Hörstel-Ostenwalde und Uthuisen an der Tecklenburger Nordbahn zur Verfügung.

Busverkehr[Bearbeiten]

Im Straßenpersonennahverkehr verbindet montags bis samstags im Stundentakt der Taxibus der Linie T60 die Stadtteile Hörstel, Riesenbeck und Bevergern miteinander. Die Regionalbuslinie 190 verbindet den Stadtteil Dreierwalde mit Hopsten und Rheine, wo sich der nächste Fernverkehrsbahnhof befindet. Die Buslinien R93 und R63 verbinden den Stadtteil Bevergern im Stundentakt mit Rheine und Ibbenbüren.

Im öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsgemeinschaft Münsterland und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. In den Regionalzügen gilt auch das Niedersachsen-Ticket (RB 61 bis Kirchlengern).

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Hörstel liegt an der Bundesautobahn 30; nahe dem Stadtzentrum liegt die Anschlussstelle Hörstel.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Hörstel besitzt einen ehemaligen Militärflugplatz in Dreierwalde, der derzeit von der Firma Krone als Abstellplatz für LKWs benutzt wird. Der nächste zivile Flugplatz (Verkehrslandeplatz) liegt in Rheine. Für internationale Flüge liegt der Flughafen Münster-Osnabrück in 20 Kilometern Entfernung sehr günstig.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Hörstel liegt direkt am Mittellandkanal (MLK) sowie am Dortmund-Ems-Kanal (DEK).

Beide Kanäle treffen am sogenannten „Nassen Dreieck“, in Riesenbeck-Bergeshövede aufeinander. Das „Nasse Dreieck“ bezeichnet das Wasserstraßendreieck, bei dem der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt und den Teutoburger Wald quert. Das Nasse Dreieck ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Binnenschifffahrt.

Medien[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Georg Hermes (* 22. April 1775 in Dreierwalde; † 26. Mai 1831 in Bonn), Theologe und Philosoph
  • August Josef Hagemann (* 26. September 1875 in Hörstel; † 15. November 1950 in Osnabrück), Politiker (MdR, MdL in Preußen) der Zentrumspartei
  • Aloys Heuvers (* 15. Dezember 1888 in Dreierwalde; † 1. Juni 1967 in Bochum), Maschinenbau-Ingenieur und langjähriger Betriebsdirektor beim Bochumer Verein
  • Viktor Lutze (* 28. Dezember 1890 in Bevergern; † 2. Mai 1943 in Potsdam), war ein Freikorpskämpfer und als Nachfolger Ernst Röhms Stabschef der SA
  • Anton Hilckman (* 4. März 1900 in Bevergern; † 25. Januar 1970 in Mainz), Volkskundler und Hochschullehrer
  • Dr. Bernhard Schräder (* 26. September 1900 in Hörstel; † 10. Dezember 1971), Weihbischof und Bischöflicher Kommissar in Schwerin
  • Pater Josef Averesch CSsR, (* 1. April 1902 in Hörstel; † 20. Juni 1949 ebenda), Volksmissionar und Opfer des Nationalsozialismus
  • August Wieschemeyer (* 9. April 1904 in Dreierwalde; † 1979), Maristenpater und Theologe; erwarb sich große Verdienste um das Kloster Fürstenzell und war Ehrenbürger der Gemeinde Fürstenzell
  • Werner Heukamp (* 20. Mai 1929 in Hörstel), Pfarrer, Heimatforscher und Autor vornehmlich niederdeutscher Sprache
  • Siegfried Schoppe (* 25. April 1944 in Hörstel), Wirtschaftswissenschaftler
  • Norbert Strotmann (* 14. August 1946 in Riesenbeck), der erste Bischof des römisch-katholischen Bistums Chosica in Lima
  • Reinhard Puch (* 1947 in Hörstel), Bildhauer
  • Karl-Josef Laumann (* 11. Juli 1957 in Riesenbeck), von 2005 bis 2010 Arbeits- und Sozialminister in NRW
  • Thomas Bühner (* 13. April 1962 in Riesenbeck), Küchenchef des Restaurants „la vie“ in Osnabrück

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Ludger Beerbaum (* 26. August 1963 in Detmold), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Marco Kutscher (* 2. Mai 1975 in Norden), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Peter Niemeyer (* 22. November 1983 in Mettingen), Fußballspieler, wuchs in Riesenbeck auf und begann seine sportliche Karriere beim SV Teuto Riesenbeck

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Detlef Muckel, Regisseur aus Rheine-Mesum, drehte den Film: Leben und Sterben 45. Ein Dokumentarspielfilm, der sich mit den Kämpfen im Brumleytal zu Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz-Josef Wissing (red.) et al.: Hörstel – gestern und heute – oder wie aus einer Bauerschaft eine Stadt wurde. Das Heimatbuch der Ortschaft Hörstel bis zur Stadtwerdung. Herausgegeben vom Heimatverein Hörstel. F.-J. Wissing, Hörstel 1987.
  • Autorenkollektiv: 25 Jahre Stadt Hörstel. 1975–2000. Stadt Hörstel / A. Schöwe, Hörstel und Riesenbeck 2000, ISBN 3-89714-777-7.
  • Autorenkollektiv: Riesenbeck. Aus Vergangenheit und Gegenwart eines münsterländischen Dorfes. Herausgegeben im Rheinheldis-Gedenkjahr 1962 vom Heimatverein Riesenbeck. Riesenbeck 1962.
  • Autorenkollektiv: Bevergern. Geschichte und Geschichten um eine alte Stadt. Stadtverwaltung Bevergern, Bevergern 1966.
  • Autorenkollektiv: Dreierwalde wie es war und wurde. Herausgegeben von der Gemeinde Dreierwalde in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Dreierwalde, Dreierwalde 1971.
  • Reinhard Niehoff, Klaus H. Peters, Georg Pistorius: Hörstel. Fotografische Impressionen. Bevergern, Dreierwalde, Hörstel, Riesenbeck. Lammert, Hörstel-Riesenbeck 1992.
  • Ottilie Baranowski, Walter Kinast: Päörtkes, Püttkes, Pädtkes: Tore, Brunnen, Wege. Bevergern. Herausgegeben vom Heimatverein Bevergern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1989, ISBN 3-921290-39-2.
  • Hein Schlüter: Pättkerii düör Hüössel. Gesammelte Texte aus der Ibbenbürener Volkszeitung über das Leben im Dorf Hörstel in der Zeit von 1931 bis 1991. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1995, ISBN 3-921290-82-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 247.
  3.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 247.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  5.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 90.
  6.  Norbert Voß: Der Kreis Tecklenburg - Amt Riesenbeck. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen 1973, ISBN 3-806-20108-0.
  7. Informationen der Stadtverwaltung zu den Städtepartnerschaften; abgerufen am 21. Februar 2013
  8. [1] Hörstel - Das Schloss Surenburg in Riesenbeck, abgerufen am 9. November 2013
  9. [2] (PDF; 86 kB) Uni-Münster - Das Kloster Gravenhorst, abgerufen am 9. November 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hörstel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien